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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Zitat Zitat von Mia82
    Tut mir leide Fruchtzwerg, dass du deine Wohnungstüren nun allein renovieren mußtest Ich dachte doch aber dass es nur ein Scherz war!?
    Scherz? Ich mache keine Scherze!

    Also dass er schweigt weil er Angst hat was Falsches zu sagen könnte schon stimmen. Das hat er sogar schonmal angedeutet. Nur frage ich mich wirklich, warum Männer so sind? Das bringt doch gar nichts und vor allem sagt man doch nichts Falsches, wenn man vorher überlegt was man sagt.
    a) Männer diskutieren selten untereinander Probleme, sie beharren offensiv auf ihren Standpunkten, was in Konfliktsituationen untereinander auch unbedingt notwendig ist, ansonsten geht Mann schlicht unter.
    Ein müder Blick in männerdominierten Foren zeigt das ziemlich deutlich. Geh mal in ein x-beliebiges Börsenboard. Deswegen halte ich die Idee, einen Mann dort in so einem männerdominierten Forum kennen lernen zu wollen, wie es hier mal vorgeschlagen wurde, für eine Schnapsidee erster Kategorie.

    Sie wissen aber instinktiv auch , dass es so in einer Partnerschaft nicht geht, spüren aber auch, dass sie nicht dieselbe Routine im ausgleichenden Ausdiskutieren haben wie Frauen.

    b) Der Faktor Aggression, den wir nun mal wegen des Testosterons haben, darf auch nicht vergessen werden.
    Dazu mal ein Extrembeispiel, um die Tendenz zu verdeutlichen (bitte nicht missverstehen!) . Ein jugendlicher Extremstraftäter hat mal von seinem Therapeuten den sehr effektiven Tipp (!) gegeben bekommen, seine Hände immer in die Hosentasche zu stecken. Warum? Weil in der Zeit, wo er die Hände aus den Taschen kramen muss, Hirnfunktionen angeschaltet werden können, die ihn an der Kommunikation in Form des Zuschlagens hindern. Das funktioniert!

    Wenn ich von einer Frau mit für mich ungerechten Forderungen überhäuft werde, dann ziehe ich mich für einen Moment zurück, um den spontanen Impuls einer aggressiven Reaktion (verbal) zu unterdrücken, denn davor und besonders vor den Folgen habe auch ich Angst! Genau das ist vermutlich mit "das Falsche sagen" gemeint, vermute ich.

    Dann ordne ich meine Gedanken, versuche zu strukturieren.
    Das geht mal mehr, mal weniger schnell.
    Genau deshalb halte ich eine zeitlich entzerrte Diskussion in Form von Schriftverkehr für recht pragmatisch, wenn es um Elementares geht. Und ihr Frauen seid so nebenbei gewungen , jenes, was euch stört, zu präzisieren, und das ist eine ausgesprochen feine Sache.

    Für Männer die von Berufs wegen viel verhandeln müssen, gelten beide Punkte natürlich nicht!

    Es soll ein mögliche Erklärung für bestimmte Verhaltensweisen sein, aber keine Rechtfertigung! Ich vermute ja, dass er vor Selbsthass und Minderwertigkeitskomplexen brennt, und da darfst du dich eben nicht daran entzünden! Er muss seinen eigenen Weg gehen...
    Männer sind wie Hunde. Sie erkennen, dass sie ausgeschimpft werden, verstehen aber nicht warum.

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Fruchtzwerg, besten Dank für diese erhellenden Worte .
    Mir geht ein Kronleuchter auf. Besser spät als nie :-))
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Hi,
    mir ist aufgefallen, dass Du meiner Ansicht nach von einer falschen Voraussetzung ausgehst und diese auch in Deine Frage formulierst.
    "Darf ich erfolgreicher sein als er?" impliziert ja, dass er erfolgreich ist - und Du erfolgreicher bist. Auch wenn Männer hier im Allgemeinen schlecht wekommen... Ich denke, diese Konstellation könnten die meisten durchaus noch überleben.


    Was i EP steht zeigt aber, dass der fragliche Mann ja gerade nicht erfolgreich ist. Er hat voll vergeigt - mit allen Folgen. Ungewisse Zukunftsaussichten, semesterweise vertane Lebens- und Arbeitszeit. Harter Stoff. So schon für sich.
    Nun tritt aber hinzu, dass da eine andere Person ist, die das Studium erfolgreich abgeschlossen hat, und ihm das - durch einfaches Dasein, nicht durch bestimmte Handlungen - ständig präsent vor Augen führt.
    Contenance, meine Damen! Die Person - männlich oder weiblich! - möchte ich sehen, die das mal eben so wegsteckt...

    Für das Seelenheil beider Beteiligten kann man eigentlich nur sagen, dass es besser zu sein scheint, sich da keiner Beziehungsillusion hinzugeben. Ich bin durchaus mit einem gesunden, männlichen Selbstvertrauen gesegnet - aber wenn ich täglich das Manifest, das Denkmal meines Scheiterns vor meinem Auge hätte... Oh doch, daran hätte auch ich zu knabbern.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    @Mia82
    Ich frage mich, ob unter solchen Voraussetzungen eine Beziehung überhaupt funktionieren kann. Gerade Männern ist doch beruflicher Erfolg sehr wichtig. Und kann es sein, dass sein bösartiges Verhalten darauf zurückzuführen ist, dass ich es geschafft hat...er seinen Frust sozusagen gegen mich projeziert?
    Nein, ich glaube nicht, dass unter diesen Umständen eine etwaige Beziehung eine Chance hätte.
    Männer und Frauen hätten in dieser Situation wohl ein großes Problem damit, den "Erfolgreicheren" ständig vor Augen zu haben, fühlten sie sich doch dadurch stets an das eigene Scheitern erinnert...
    Sein bösartiges Verhalten Dir gegenüber könnte tatsächlich Folge seines persönlichen Frustes sein, den er so an Dir auslassen möchte..Das ist nicht fair und spricht nicht unbedingt für einen guten Charakter, ist aber nachvollziehbar. Für eine Beziehung auf gleicher Ebene ist das alles aber sicher keine gute Voraussetzung.

    @Fender
    "Darf ich erfolgreicher sein als er?" impliziert ja, dass er erfolgreich ist - und Du erfolgreicher bist. Auch wenn Männer hier im Allgemeinen schlecht wekommen... Ich denke, diese Konstellation könnten die meisten durchaus noch überleben.
    Ist das so? Können Männer es gut verkraften, wenn ihre Frauen erfolgreicher sind als sie selbst? Ich glaube, dass das funktioniert, wenn es kurz- oder mittelfristig der Fall ist und die Unterschiede marginal sind. Arbeiten Mann und Frau aber im selben Alter in ähnlichen Branchen und Positionen wird's da schon schwieriger... Männer sehen sich da sehr ungern im direkten Benchmark ihren Frauen unterlegen..

    Was meiner Erfahrung nach übrigens gar nicht geht, ist, wenn die Frau eine höhere Bildung hat als der Mann..: Mein Exfreund befand sich in ähnlicher beruflicher Position wie ich, hatte sich aber ohne Studium "hochgearbeitet". Ich hatte damit kein Problem. Er aber schon. Es war irgendwann nur noch nervend, ständig in irgendwelchen Streits zu hören "Ja, und Du bist mit Deinem super Uniabschluss mir ja intellektuell eh' überlegen!".
    Nicht gerade ein guter Ausgangspunkt für jedwege Diskussion.
    Und verletzt hat es auch immer mehr..
    Selbe Erfahrungen hat zeitgleich eine Studienfreundin von mir gemacht. Wobei wir betonen wollen, dass beide Männer durchaus beruflich erfolgreich waren. Nur eben ohne Studium. Und aufgrund dessen wohl irgendwelche Komplexe hatten/haben.
    Mein Ex bestätigt diese These jetzt auch indirekt, indem er berufsbegleitend studiert...Scheint für ihn ja dann doch nicht alles "wissenschaftlicher Quatsch" zu sein, oder???
    "Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen."
    (Immanuel Kant)

  5. Inaktiver User

    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Mia82, Fruchtzwergs Beitrag kann ich auch nur in den ... etwas Beitragen und das wäre stockvermessen.

    Trenn dich von ihm. Oder wenn er klug ist, wird er es tun.
    Vllt schreibt ihr euch in ein, zwei Jahren?

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Zitat Zitat von sascha99
    @Fender

    Ist das so? Können Männer es gut verkraften, wenn ihre Frauen erfolgreicher sind als sie selbst? Ich glaube, dass das funktioniert, wenn es kurz- oder mittelfristig der Fall ist und die Unterschiede marginal sind. Arbeiten Mann und Frau aber im selben Alter in ähnlichen Branchen und Positionen wird's da schon schwieriger... Männer sehen sich da sehr ungern im direkten Benchmark ihren Frauen unterlegen..
    Ob das so ist, weiß ich nicht. Ich glaube aber, dass Männer das können.
    Da will ich jetzt mit Absicht nicht sagen, dass alle Männer es bereits können - aber auch nicht, dass es keiner könnte.

    Das mit dem Benchmarking glaube ich nicht. Ich gaube eher, dass es sich hierbei um einem Mythos handelt, dessen Falschheit - mangels Masse - bisher nr noch nicht bewiesen werden konnte.
    Ich bin aber auch überzeugt davon, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.
    Mädchen machen seit einiger Zeit die besseren Schulabschlüsse (u.a. ja auch, weil ihnen das jetzige Lehrsystem entgegenkommt) und 40% der Akademikerinnen wollen keine Kinder. Auch studieren Mädchen zunehmend nicht mehr "brotlose Künste", sondern Fächer mit echten Karrierechancen.

    Nehmen wir mal mein direktes Benchmarking.

    Ich habe nach der Schule mein erstes Diplom gemacht und dann angefangen, zu arbeiten. Nach einigen Jahren habe ich nebenberuflich erneut studiert und Diplom Nr. 2 nachgelegt. Allerdings habe ich dabei leider den falschen Riecher bewiesen und ein totes Pferd gesattelt. Nun, nicht ganz tot, aber auch nicht mehr so richtig lebendig.
    Meine Frau ist 10 Jahre jünger und hat ebenfalls das klassische Nachschul-Studium mit Diplom absolviert. Sie hat ebenfalls ein nebenberufliches Zweitstudium absolviert und konnte sich dabei auf ein Pferd schwingen, das gerade mit explosiosnartigem Antritt aus der Startbox sprintet. Die Masterarbeit ist bereits allerbest bewertet und es fehlt nur noch die mündliche Prüfung. Aber schon rennen ihr die Headhunter (und die möglichen Doktorväter) die Bude ein.
    Es wird also nur noch eine Frage der (kurzen) Zeit sein, wenn mich meine 10 Jahre jüngere Frau karrieretechnisch überflügelt haben wird. Und ich find's geil.
    Aber auch sie war zunächst dem Mythos verfallen. Wir haben des öfteren darüber gesprochen, was das für uns bedeutet. Dabei haben sich zwei Fragen herauskristallisiert, die allerdings noch nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten... Fühlst Du Dich denn noch als Mann, wenn ich erfolgreicher bin als Du? und da ich diese Frage absurd fand, führte sie umgehend zur nächsten Was macht aus, dass Du Dich als Mann fühlst?
    Während meine Frau mit Studium Nr. 2 stark eingespannt war (ich erinnere: nebenberuflich!), habe ich bspw. weitestgehend den Haushalt übernommen. Bis aufs Kochen. Selbst das hätte ich versucht, aber das wollte sie uns dann doch nicht antun.

    Und es mag komisch, gar beinahe paradox klingen: Dass ich den Haushalt weitestgehend alleine hinkriege, macht mich stolz und lässt mich mich als Mann fühlen... Das ist das eine.
    Dazu kommt, dass ich uns als Team sehe. Spielten wir Tennis (mixed), sehe ich uns auf einer Seite des Netzes. Wir spielen nicht gegeneinander und Konkurrenzdenken ist mir innerhalb unserer Beziehung fremd.
    Und ich halte mich jetzt nicht für die große Ausnahme. Ich bin sicher, andere Männer kriegen das auch hin.

    Zitat Zitat von sascha99
    Was meiner Erfahrung nach übrigens gar nicht geht, ist, wenn die Frau eine höhere Bildung hat als der Mann..: Mein Exfreund befand sich in ähnlicher beruflicher Position wie ich, hatte sich aber ohne Studium "hochgearbeitet". Ich hatte damit kein Problem. Er aber schon. Es war irgendwann nur noch nervend, ständig in irgendwelchen Streits zu hören "Ja, und Du bist mit Deinem super Uniabschluss mir ja intellektuell eh' überlegen!".
    Wie ich schon schrieb: Es wird gehen müssen, ansonsten bekommen Männer zunehmend ein Problem. Und ich muss es sowieso leider feststellen: Ein Uniabschluss sagt NICHTS über intellektuelle Fähigkeiten aus.


    Zitat Zitat von sascha99
    Mein Ex bestätigt diese These jetzt auch indirekt, indem er berufsbegleitend studiert...Scheint für ihn ja dann doch nicht alles "wissenschaftlicher Quatsch" zu sein, oder???
    Das ist ein typisch männliches Verhalten. Für Männer ist vieles "Wettbewerb". Übrigens auch untereinander. Seit dem Erfolg meiner Frau in ihrer Firma ist im Umfeld ein deutlicher "Schub" bei den männlichen "Konkurrenten" zu beobachten. Die Jungs analysieren ganz nüchtern ihren Erfolg und kopieren ihren Weg dahin. Frauen hingegen tun das oft mit "kein Wunder, ist ja jung, schlank und blond" ab.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Zitat Zitat von Fender
    Hi,
    mir ist aufgefallen, dass Du meiner Ansicht nach von einer falschen Voraussetzung ausgehst und diese auch in Deine Frage formulierst.
    "Darf ich erfolgreicher sein als er?" impliziert ja, dass er erfolgreich ist - und Du erfolgreicher bist. Auch wenn Männer hier im Allgemeinen schlecht wekommen... Ich denke, diese Konstellation könnten die meisten durchaus noch überleben.


    Was i EP steht zeigt aber, dass der fragliche Mann ja gerade nicht erfolgreich ist. Er hat voll vergeigt - mit allen Folgen. Ungewisse Zukunftsaussichten, semesterweise vertane Lebens- und Arbeitszeit. Harter Stoff. So schon für sich.
    Nun tritt aber hinzu, dass da eine andere Person ist, die das Studium erfolgreich abgeschlossen hat, und ihm das - durch einfaches Dasein, nicht durch bestimmte Handlungen - ständig präsent vor Augen führt.
    Contenance, meine Damen! Die Person - männlich oder weiblich! - möchte ich sehen, die das mal eben so wegsteckt...
    Ja so gesehen hast du natürlich recht...es ist nicht nur ein erfolgreicher sein, sondern es ist ja so, dass er im Grunde gar nichts hat. Und genau das tut mir auch so unheimlich leid und das ist wohl der Grund, weshalb ich diese ganze Sache schon so lange mitmache.
    Und du auch Recht, dass wir uns da vielleicht sogar beide einer Illusion hingeben.
    Und ich weiß genau, dass er nicht derjenige sein wird, der es beendet...diese Entscheidung muss schon von mir aus kommen.
    Und das ist schwer, ich fühle mich schon sehr gefangen in der ganzen Sache. Merkwürdig ist das, denn ich bin sonst bestimmt nicht der Typ Frau der Männern hinterrennt und sowas mit sich machen läßt.

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    @ Mia

    Ich finde es schlimm, dass Deinem Freund das passiert ist. Aber Du bist dafür nicht verantwortlich, und deshalb finde ich es sehr unfair, wenn er seinen berechtigten Frust deswegen an Dir ausläßt. Er darf gerne seine Wunden lecken, aber eigentlich sollte er sich damit befassen, wie es nun für ihn weiter gehen könnte, anstatt Dir das Leben schwer zu machen. Das wäre das Vorgehen eines erwachsenen und reifen Menschen.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    @Fender
    Ob das so ist, weiß ich nicht. Ich glaube aber, dass Männer das können.
    Da will ich jetzt mit Absicht nicht sagen, dass alle Männer es bereits können - aber auch nicht, dass es keiner könnte.
    Ich finde, ob und wie Männer ihrer beruflich erfolgreicheren Frau den Erfolg neiden, korreliert doch eng damit, wie Männer Lebenserfolg definieren. Und es ist eben (leider) so, dass sich viele Männer (nicht alle Männer!) sehr stark über den beruflichen Erfolg definieren und dann entsprechend leiden, wenn sie a) selber nicht in dem Maße beruflich erfolg sind wie sie sich das wünschen und wie es aufgrund der Ausbildung zu erwarten war b) eine Partnerin haben, die bei gleicher Ausbildung und Alter entsprechend erfolgreicher ist.
    Was ich sagen will ist: In der heutigen Gesellschaft ist es leider immer noch so, dass sich viele Männer primär über den beruflichen Erfolg definieren und die entsprechenden Frauen verhältnismäßig weniger. Dass sich das sicher ändern wird und auch ändern muss und dass das grundsätzlich eine sehr positive Entwicklung ist, da stimme ich Dir sicher zu.
    Ich bin aber auch überzeugt davon, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.
    Mädchen machen seit einiger Zeit die besseren Schulabschlüsse (u.a. ja auch, weil ihnen das jetzige Lehrsystem entgegenkommt) und 40% der Akademikerinnen wollen keine Kinder. Auch studieren Mädchen zunehmend nicht mehr "brotlose Künste", sondern Fächer mit echten Karrierechancen.
    Wie gesagt:
    Meine Frau ist 10 Jahre jünger und hat ebenfalls das klassische Nachschul-Studium mit Diplom absolviert. Sie hat ebenfalls ein nebenberufliches Zweitstudium absolviert und konnte sich dabei auf ein Pferd schwingen, das gerade mit explosiosnartigem Antritt aus der Startbox sprintet. Die Masterarbeit ist bereits allerbest bewertet und es fehlt nur noch die mündliche Prüfung. Aber schon rennen ihr die Headhunter (und die möglichen Doktorväter) die Bude ein.
    Für alle anderen Leser: Fender redet gerade vom MBA. Den wollte ich übrigens auch noch machen, aber erst demnächst nach erster Berufserfahrung. Gut, ich bin jetzt Anfang 30, werde bald anfangen. Der MBA ist sicher eine gute Sache, wenn der Anbieter und die Ausrichtung stimmt.
    Leider ist er auch sehr teuer..
    Es wird also nur noch eine Frage der (kurzen) Zeit sein, wenn mich meine 10 Jahre jüngere Frau karrieretechnisch überflügelt haben wird. Und ich find's geil.
    Das finde ich sehr sympathisch.
    Aber auch sie war zunächst dem Mythos verfallen. Wir haben des öfteren darüber gesprochen, was das für uns bedeutet. Dabei haben sich zwei Fragen herauskristallisiert, die allerdings noch nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten... Fühlst Du Dich denn noch als Mann, wenn ich erfolgreicher bin als Du? und da ich diese Frage absurd fand,
    Deine Frau hatte ähnliche Gedanken wie ich sie hätte und wie sie sich mit oben festgestellter "Logik" erklären lassen. Deine Frau hatte wohl auch richtig beobachtet, dass sich viele Männer in erster Linie über beruflichen Erfolg definieren und sich dadurch eben auch in ihrer Männlichkeit bestätigt sehen. Der Spruch "Erfolg ist sexy" wird wohl nicht grundlos eher mit Männern als mit Frauen verbunden, oder?
    und da ich diese Frage absurd fand, führte sie umgehend zur nächsten Was macht aus, dass Du Dich als Mann fühlst?
    Du gibst selbst (u.a.) folgende Antwort
    Und es mag komisch, gar beinahe paradox klingen: Dass ich den Haushalt weitestgehend alleine hinkriege, macht mich stolz und lässt mich mich als Mann fühlen... Das ist das eine.
    Ich habe eine direkte Frage: Wenn Du jetzt nicht studiert und Deine zwei Doppeldiplome hättest und Deine Leistung jetzt nur im "den-Haushalt-alleine-auf-die-Reihe-kriegen" bestünde, würdest Du Dich dann auch noch in demselben Maße als Mann fühlen? So bist Du beruflich erfolgreich und hast auch noch "Qualitäten im Haushalt", was man(n) sicher nicht so ohne weiteres hat.
    Dazu kommt, dass ich uns als Team sehe. Spielten wir Tennis (mixed), sehe ich uns auf einer Seite des Netzes. Wir spielen nicht gegeneinander und Konkurrenzdenken ist mir innerhalb unserer Beziehung fremd.
    Das verstehe ich jetzt wieder und auch die Argumentation erschließt sich mir völlig.
    Und ich halte mich jetzt nicht für die große Ausnahme. Ich bin sicher, andere Männer kriegen das auch hin.
    Andere Männer bestimmt, alle sicher nicht..
    Obwohl wir dahin - auch wenn ich mich hier wiederhole - gesellschaftspolitisch kommen müssten.
    Wie ich schon schrieb: Es wird gehen müssen, ansonsten bekommen Männer zunehmend ein Problem.
    Männer bekommen ja auch zunehmend ein Problem. Wenigstens sehen das manche so. Ich hab' schon einige Männer sagen hören: "Früher war für uns alles einfacher!"
    Und ich muss es sowieso leider feststellen: Ein Uniabschluss sagt NICHTS über intellektuelle Fähigkeiten aus.
    Naja, sagen wir so: Der Studierte ist dem Nicht-Studierten nicht grundsätzlich intellektuell überlegen, über eine gewisse Grundintelligenz braucht's schon für einen guten Studienabschluss. Das Problem ist wohl eher die emotionale Intelligenz, bzw. die Sozialkompetenz: Selbst ein Superdiplom ist völlig wertlos, wenn man(n) nicht gut mit Menschen umgehen kann..
    Das ist ein typisch männliches Verhalten. Für Männer ist vieles "Wettbewerb". Übrigens auch untereinander. Seit dem Erfolg meiner Frau in ihrer Firma ist im Umfeld ein deutlicher "Schub" bei den männlichen "Konkurrenten" zu beobachten.
    Damit bestätigst Du ja indirekt doch meine These, oder? Wäre meinem Exfreund -wie er immer sagte- es wirklich "schnuppe", ob man(n) einen Studienabschluss hat oder nicht, müsste er sich ja nicht beweisen. Und übrigens nicht nur unter seinen "Artgenossen": Nein, ich war eine der ersten, die es erfahren "musste". Und er hat sich auch gleich bemüht, mir aufzuzeigen, dass dieses Studium "mindestens" so viel "wert" sei, wie mein Unistudium. Ich hab's lächelnd bestätigt.
    Frauen hingegen tun das oft mit "kein Wunder, ist ja jung, schlank und blond" ab.
    Naja, dass sie "jung, schlank und blond" ist, wird sicher nichts schaden. Aber mal im Ernst: Uns (Frauen) ist schon auch klar, dass sie "mehr" als das haben muss, oder?
    Und was den Konkurrenzkampf unter Frauen betrifft: Das kenne ich auch zu gut. Meine Studienfreundin, mit der ich mich durch's Examen "gekämpft" habe, hat kürzlich einen sehr guten Job gekriegt. Wenn Du weißt, Du hast ähnliche Fähigkeiten, dann gönnst Du ihr einerseits den Job, weil Du weißt, sie ist gut und Deine Freundin, aber es spornt Dich auch weiter an, "Karriere" zu machen...
    "Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen."
    (Immanuel Kant)

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    AW: Darf ich erfolgreicher sein als er?

    Zitat Zitat von sascha99
    Ich finde, ob und wie Männer ihrer beruflich erfolgreicheren Frau den Erfolg neiden, korreliert doch eng damit, wie Männer Lebenserfolg definieren. Und es ist eben (leider) so, dass sich viele Männer (nicht alle Männer!) sehr stark über den beruflichen Erfolg definieren und dann entsprechend leiden, wenn sie a) selber nicht in dem Maße beruflich erfolg sind wie sie sich das wünschen und wie es aufgrund der Ausbildung zu erwarten war b) eine Partnerin haben, die bei gleicher Ausbildung und Alter entsprechend erfolgreicher ist.
    Ist das so? Das glaube ich nicht. Was bedeutet denn "beruflicher Erfolg"? Vor allem zu Zeiten, in denen man froh sein muss, überhaupt einen Job zu haben (übetrieben dargestellt).
    Und vor allem, wie definiert sich dann ein Straßenkehrer?
    (Ohne den jetzt diskreditieren zu wollen)

    Zitat Zitat von sascha99
    Für alle anderen Leser: Fender redet gerade vom MBA. Den wollte ich übrigens auch noch machen, aber erst demnächst nach erster Berufserfahrung. Gut, ich bin jetzt Anfang 30, werde bald anfangen. Der MBA ist sicher eine gute Sache, wenn der Anbieter und die Ausrichtung stimmt.
    Leider ist er auch sehr teuer..
    Für alle anderen Leser: Tut er nicht.

    Es handelt sich um ein "normales" (Zweit)Studium, das nur schon vom Diplom auf den Master umgestellt ist.

    Zitat Zitat von sascha99
    Deine Frau hatte ähnliche Gedanken wie ich sie hätte und wie sie sich mit oben festgestellter "Logik" erklären lassen. Deine Frau hatte wohl auch richtig beobachtet, dass sich viele Männer in erster Linie über beruflichen Erfolg definieren und sich dadurch eben auch in ihrer Männlichkeit bestätigt sehen. Der Spruch "Erfolg ist sexy" wird wohl nicht grundlos eher mit Männern als mit Frauen verbunden, oder?
    Beobachtet weiß ich nicht.
    Ich weiß nur, dass sie auch in Frauenforen unterwegs ist und auch Frauenzeitschriften wie die Brigitte liest , die frau immer noch einreden, das sei so...

    Och, das mit dem Spruch finde ich grenzwertig. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde erfolgreiche Frauen waaaaahnsinnig sexy. Was aber u.a. auch daran liegt, dass ich das Styling erfolgreicher Frauen sehr schätze. Damenhaftes Understatement... Wenn Du verstehst, was ich meine?!


    Zitat Zitat von sascha99
    Ich habe eine direkte Frage: Wenn Du jetzt nicht studiert und Deine zwei Doppeldiplome hättest und Deine Leistung jetzt nur im "den-Haushalt-alleine-auf-die-Reihe-kriegen" bestünde, würdest Du Dich dann auch noch in demselben Maße als Mann fühlen? So bist Du beruflich erfolgreich und hast auch noch "Qualitäten im Haushalt", was man(n) sicher nicht so ohne weiteres hat.
    Das weiß ich nicht, ob ich das täte, weil ich wirklich nicht weiß, wie ich mich als Mann definiere. Wäre mal eine Umfrage in der BriCom wert...

    Während meines Studiums habe ich bspw. schwer körperlich gearbeitet, u.a. als Waldarbeiter. Püh, war ich ein junger, sportlicher, muskulöser, sehniger Mann.

    Wo ist das alles hin?... Äh, aber das ist ja nicht das Thema...

    Ich meine, es gibt mehrere Möglichkeiten, sich selbst als Mann bestätigt zu finden... Und wenn es die Ausübung irgendeiner Extremsportart ist (Fußball und Kampftrinken am Wochenende zum Beispiel...).

    Zitat Zitat von sascha99
    Männer bekommen ja auch zunehmend ein Problem. Wenigstens sehen das manche so. Ich hab' schon einige Männer sagen hören: "Früher war für uns alles einfacher!"
    Ja? Kenne ich so nicht.
    Stimmt aber vielleicht insofern, als die Zahl der Konkurrenten geringer war, und sich diese - ob des gleichen Geschlechts - leichter einschätzen liessen.

    Zitat Zitat von sascha99
    Naja, sagen wir so: Der Studierte ist dem Nicht-Studierten nicht grundsätzlich intellektuell überlegen, über eine gewisse Grundintelligenz braucht's schon für einen guten Studienabschluss. Das Problem ist wohl eher die emotionale Intelligenz, bzw. die Sozialkompetenz: Selbst ein Superdiplom ist völlig wertlos, wenn man(n) nicht gut mit Menschen umgehen kann..
    Zum Intellekt gehört für mich noch mehr... Z.B. schon mal einfaches Interesse. Und wenn ich sehe, wie desinteressiert manche Studierte sind...


    Zitat Zitat von sascha99
    Damit bestätigst Du ja indirekt doch meine These, oder? Wäre meinem Exfreund -wie er immer sagte- es wirklich "schnuppe", ob man(n) einen Studienabschluss hat oder nicht, müsste er sich ja nicht beweisen.
    Ich weiß nicht, ob dieses "sich was beweisen" wirklich immer so ein Auslöser ist. Vielleicht eher "anderen beweisen", vielleicht aber noch eher "das Erfolgsrezept anderer klauen".

    Wenn es so wäre, müsste ich ja jetzt eigentlich auch umgehend anfangen, schnell noch ein drittes Diplom nachzuschieben. Aber... darauf habe ich jetzt wirklich keinen Bock mehr.


    Zitat Zitat von sascha99
    Naja, dass sie "jung, schlank und blond" ist, wird sicher nichts schaden. Aber mal im Ernst: Uns (Frauen) ist schon auch klar, dass sie "mehr" als das haben muss, oder?
    Keine Ahnung. Ich kann ja nur wiedergeben, was sie mir berichtet.
    Und da sagt sie, dass sie merkt, dass Männer mit ihrem Erfolg "professioneller" umgehen. Hm, OK, sie hat das und das Studium gemacht, mal sehen, was ich machen kann, um meine Chancen zu verbessern... Sie empfindet eine Achtung der Kollegen vor ihrer Leistung, neben einem Vollzeitjob ein Studium absolviert zu haben.
    Vielleicht sehen Frauen das auch so. Benehmen tun sie sich jedenfalls anders.


    Zitat Zitat von sascha99
    Meine Studienfreundin, mit der ich mich durch's Examen "gekämpft" habe, hat kürzlich einen sehr guten Job gekriegt. Wenn Du weißt, Du hast ähnliche Fähigkeiten, dann gönnst Du ihr einerseits den Job, weil Du weißt, sie ist gut und Deine Freundin, aber es spornt Dich auch weiter an, "Karriere" zu machen...
    Das ist eine ziemlich männliche Sichtweise.
    Aber das muss ja auch nicht immer schlecht sein...
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

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