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  1. Inaktiver User

    Stirnrunzeln Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Hier in der BriCom lese (und las ich gerade erneut) immer wieder Klagen darüber, dass Mann oder Frau Gefühle in einen anderen Menschen/Geliebten/Partner „investiert“ hat - umsonst.

    Hmm, Gefühle habe oder empfinde ich doch – ganz freiwillig und vielleicht sogar gegen meinen eigenen Willen/Verstand – für einen Menschen. Ohne Absicht und ohne Ziel. Ich investiere sie doch nicht wie Kapital in ein Unternehmen – um etwas zu erwirtschaften, um eine Gegenleistung zu erhalten.

    Ich mag es schon nicht, dass in der Wirtschaft heuchlerisch von Human Capital geredet wird (das dann auch schnell mal freigesetzt werden kann). Erst recht mag ich den Wirtschafts-Slang nicht in Liebesbeziehungen.

    Selbst, wenn jemand meine Gefühle nicht erwidert, wenn er mich verletzt oder verlässt: Wenn ich Gefühle für diesen Menschen hatte, dann hatte ich sie. Punkt. Vielleicht habe ich nur nicht das zurückbekommen, was ich selbst zu geben bereit und fähig war. Aber war das deshalb (in dieser Sprache weitergedacht und überspitzt formuliert) eine Fehlinvestition, bei der ich womöglich rote Zahlen geschrieben habe, weil ich zu wenig Umsatz – geschweige denn Gewinn – gemacht habe?

    Gefühle mögen sich verändern, vielleicht von Liebe in Wut oder Hass umschlagen oder ein Mensch mag mir irgendwann gleichgültig werden, aber ich würde nie sagen, dass ich was – umsonst oder angemessen – investiert habe.

    Mir sträuben sich immer die Nackenhaare, wenn ich so was lese. Empfindet ihr das als Wortklauberei, übersensibel oder unzeitgemäß oder gibt es gar ähnlich Denkende?

    Pinta
    Geändert von Inaktiver User (06.08.2007 um 20:14 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Empfinde ich nicht so.
    Das ist halt eine emotionale Investition.

    Denn mir gefallen ja noch andere Männer, die ich dann hinten anstelle, wenn mir einer am besten gefällt.Ist es aber unrentabel, lenke ich das um.

  3. Inaktiver User

    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    In der Psychotherapie/Psychologie gibt es tatsächlich den stehenden Begriff der "Beziehungskosten".

    Dazu zählen alle Kompromisse, die jedes Paar eingeht.
    Je höher die Kosten, desto schwieriger die Beziehung.

    Wenn sie trotzdem funktioniert, könnte es sein, dass simple Liebe die Logik durchkreuzt.

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Ich sehe es so wie Pinta, allerdings ist Voraussetzung: Es geht mir gut damit. Liebe gebe ich freiwillig, Leiden nicht so.

    Lieben Gruß,
    Bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Kosten und Investitionen sind doch wirklich ekelhafte Begriffe.

    Das Schöne an der Liebe ist doch, dass sie so kalkulierend gar nicht ist. Leute überfällt, die sie überhaupt nicht gebrauchen können, zum Beispiel. Oder: sich trotz lohnender Investition nicht einstellt.

    Immer eher ein Sprung in den Abgrund.
    Solange das Blut noch warm ist...

    Bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Naja, die meisten Menschen wünschen sich, dass es ihnen gut geht. Auch und gerade in Beziehungen. Wenn sie nun den Eindruck haben, dass mit ihren Gefühlen gespielt worden ist, dann haben sie natürlich ein Recht darauf, auf denjenigen sauer zu sein. Wenn man also jemandem unterstellen kann, für seinen eigenen Nutzen in Kauf genommen zu haben, dass der andere leiden wird.

    Gegenseitige Liebe funktioniert nur so, indem der Nutzen beider möglichst maximiert und das Leiden beider möglichst minimiert wird. Sonst wird sich einer über kurz oder lang darin unwohl fühlen – und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausbrechen oder seine Unzufriedenheit sonst wie zum Ausdruck bringen. Hier ist natürlich das subjektive Erleben der Beteiligten ausschlaggebend, und nicht, wie Außenstehende das sehen. Und selbst wenn einer leidet, macht er für sich dann nicht selten die Rechnung auf, dass das Leben für ihn ohne diese Beziehung noch viel schlimmer wäre. Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Beziehung unbedingt so sein muss, dass er leidet.

    Was nun die einseitige Liebe angeht, da kann man niemandem vorwerfen, man habe Gefühle investiert, es sei denn, der andere hat einen in betrügerischer Absicht (siehe oben) ausdrücklich dazu ermutigt. Das ist einfach Pech. Hier kann man niemanden auf Gegenseitigkeit verklagen, nur weil man selbst Gefühle hat und der andere nicht.

    In gewisser Weise ist jeder selbst für seinen Gefühlshaushalt zuständig. Wenn jemand den Eindruck hat, er buttert immer nur zu, seine „Investionen“ führen nie zu dem Nutzen, den er sich davon verspricht, dann macht er wahrscheinlich in der Auswahl seiner Partner und/oder der Art der Beziehungsführung irgendwas falsch.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  7. Inaktiver User

    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Zitat Zitat von Butterblume
    Kosten und Investitionen sind doch wirklich ekelhafte Begriffe.

    Das Schöne an der Liebe ist doch, dass sie so kalkulierend gar nicht ist. Leute überfällt, die sie überhaupt nicht gebrauchen können, zum Beispiel. Oder: sich trotz lohnender Investition nicht einstellt.

    Immer eher ein Sprung in den Abgrund.
    Solange das Blut noch warm ist...

    Bblume
    sagichdoch!

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Latona, natürlich kann jemand einen anderen ausnutzen. (Vermutlich einer, der die merkantilistischen Ausdrücke verinnerlicht hat, denn dann hat er einen GEWINN gemacht, Zuneigung etc (Beziehungsleistung?) gewonnen ohne Gegenleistung.

    Oder "erschlichene" Leistung unter Vortäuschung echter Gefühle - Betrug.

    flying is the art of falling to the ground without touching

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    Wenn ich Gefühle investiere, dann mache ich dies gerne. Wenn sich irgendwann herausstellt das ich betrogen wurde, habe ich allerdings immer noch einen Gewinn gemacht!

    Der Trick: Die Gefühle welche ich investierte, taten mir dennoch gut, auch wenn das erinnern an das Gute gelegentlich schwer fallen mag...

    Wenn Lust Sünde ist, fahre ich gerne zur Hölle - da kann ich dann wenigstens sagen das ich ein Leben hatte!

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    AW: Gefühls"investionen" in (potenzielle) Partner

    @ Butterblume

    Ich sehe nicht, was an einer gewissen Kosten-Nutzen-Analyse in der Liebe so verwerflich sein sollte. In jedem anderen Lebensbereich wägen wir ständig für uns Kosten und Nutzen ab. Nur in der Liebe soll wegen der Romantik immer alles frei von jeglicher Nutzenbetrachtung stattfinden. Ich halte skrupellose Berechnung in der Liebe zwar ebenfalls für verwerflich, weil sie meistens auf Kosten eines anderen geht. Aber es ist doch legitim, wenn man auch in der Liebe versucht, seine Interessen zu wahren und sich eben nicht im Namen der allmächtigen Liebe ausnutzen oder in eine eindeutig nachteilige Situation bringen lässt. Und gesünder ist es allemal als Masochismus aus Liebe.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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