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  1. Inaktiver User

    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    Zitat Zitat von Darth_Plagueis
    Sondern?

    Soweit ich das beobachten und feststellen kann, hat es mit Eigenverantwortung zu tun. Die Eltern aus der Verantwortung entlassen und akzeptieren, dass sie, aufgrund ihrer eigenen Historie, ihr persönlich Bestes gaben - egal wie schlecht ich das selber finde. Aber zu akzeptieren, dass die Vergangenheit nicht mehr geändert werden kann und die "Eltern ihren Job erledigt haben". (ich höre schon die Empörungsschreie ) Ich meine aber nicht: ihren Job GUT erledigt haben, sondern: erledigt haben. Im Sinne von: sie haben Dich ins Leben gebracht, Dich gefüttert und Dich nicht getötet. Du lebst und Du bist hier. Damit haben die Eltern ihren Job erledigt.

    Je geringer meine Erwartungen, desto geringer der Schmerz und die Enttäuschung. Und wenn ich Elternschaft definiere als, die die mich ins Leben bringen und erwachsen werden lassen, dann kann ich später noch nach Vater und Mutter suchen, die mich im emotionalen Bereich "aufziehen".

    Andererseits: Eine Schriftstellerin meinte mal, dass das Erwachsen werden ein Prozess ist, der das ganze Leben anhält.

    So wie ein Partner nicht alle meine Bedürfnisse befriedigen und erfüllen kann, sind auch viele Menschen mit einer Rolle als Übervater und Übermutter überfordert.

    Wenn es reicht, biologischer Vater und biologische Mutter zu sein, ist die Liebe der Eltern ein Geschenk und nicht etwas, worüber ich als Kind urteilen kann, ob es genug, ausreichend oder zu wenig war.

    nathaliethor

  2. gesperrt

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    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    @ Nathaliethor

    Ich lese deine Beiträge immer gerne.
    Zu diesem hier:
    Kann man nicht beides machen?!
    Die Eltern vom Sockel heben, ihnen Fehler und uns zugefügte Verletzungen in der Erkenntnis verzeihen, dass sie ihr Bestes gegeben haben.
    Sich aber gleichzeitig bewusst sein, dass die Elternbeziehung und die zentralen Erlebnisse der Kindheit uns bis heute prägen.

    Ich hege keinen Groll gegen meinen Vater (obwohl wer weiss, vielleicht ist das auch noch irgendwo "verschütt" ;-)), ich war froh, als ich meine Mutter vom Sockel stieß und sie als Mensch wahrnehmen konnte, weil ich mich ihr dadurch viel näher gefühlt habe, als in der Kind-Mutter-Beziehung (leider hat sie sich an diesem Wandel nicht wirklich beteiligt - ebenfalls ;-)).

    Trotzdem beschäftigt mich, warum ich bin, wie ich bin und ich lerne fast täglich etwas über mich und die Menschen, die mich geprägt haben - ohne die Verantwortung für mein Leben abzugeben.

    Letzteres ist sicher ganz ganz ganz wichtig.
    Mein Vater ist dafür ein beeindruckendes Beispiel, denn er hat sich immer als Opfer seiner Erziehung und Lebensumstände gesehen und tut das (wahrscheinlich) bis heute.
    Damit hat er seinen Kindern viel Schmerz zugefügt. Ich habe heute das Gefühl, dass ich diese Kreislauf durchbrechen konnte.
    Und das ist gut so ...

    Aber wer weiss, was noch kommt ...
    KB

  3. Inaktiver User

    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Soweit ich das beobachten und feststellen kann, hat es mit Eigenverantwortung zu tun. Die Eltern aus der Verantwortung entlassen und akzeptieren, dass sie, aufgrund ihrer eigenen Historie, ihr persönlich Bestes gaben - egal wie schlecht ich das selber finde. Aber zu akzeptieren, dass die Vergangenheit nicht mehr geändert werden kann und die "Eltern ihren Job erledigt haben". (ich höre schon die Empörungsschreie ) Ich meine aber nicht: ihren Job GUT erledigt haben, sondern: erledigt haben. Im Sinne von: sie haben Dich ins Leben gebracht, Dich gefüttert und Dich nicht getötet. Du lebst und Du bist hier. Damit haben die Eltern ihren Job erledigt.


    nathaliethor
    Hi,
    dem kann ich nur zustimmen. Seitdem ich Verantwortung fuer mein Leben uebernommen habe, geht es mir zunehmend besser obwohl mein Leben ist durch die Scheidung viel schwerer geworden ist.

    Seit ich Entscheidungen treffe, habe ich mich von den alten Benimm-Mustern geloest, ich fuehle mich sozusagen befreit. Eine Freundin, die ich vor 4 Jahren (da noch verheiratet) kennengelernt habe, hat mir vor kurzem gesagt, dass sie mich als leere Huelle wahrgenommmen hat. Als ich darueber nachgedacht habe, ist mir klargeworden, dass dies genau die Beschreibung ist, die am besten gepasst hat.

    Ich habe wahrscheinlich schon mit 5 Jahren aufgehoert, mich fuer irgendetwas zu entscheiden, da Entscheidungen, die nicht meines Vaters Geschmack waren, sehr schwer bestraft wurden. Verstaerkt wurde dieses Verhalten durch meine Grossmutter, die ich sehr liebte, die aber auch Angst vor meinem Vater hatte. Dieses sich fuegen habe ich auch von ihr uebernommen. Meine Mutter war mir gegenueber ziemlich gleichgueltig.

    Ich nehme das Verhalten meiner Eltern nur noch als Erklaerung fuer Teile meiner Persoenlichkeit wahr, ohne sie irgendwie anzuklagen, da man nichts mehr aendern kann, sondern nur noch verbessern. Seit ich mich bewusst entscheide, haben sich alle meine Beziehungen gebessert.

    Sobald man die Erkenntnis gewonnen hat, sind die naechsten Schritte relativ einfach. Wenn man nicht weiss, worunter man leidet oder es sich nicht eingestehen kann/will, weiss man natuerlich auch nicht, was und wie man Dinge verbessern kann.

    Allen einen lieben Gruss

  4. Inaktiver User

    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn es reicht, biologischer Vater und biologische Mutter zu sein, ist die Liebe der Eltern ein Geschenk und nicht etwas, worüber ich als Kind urteilen kann, ob es genug, ausreichend oder zu wenig war.

    nathaliethor
    hallo
    wenn du es liebe nennst, wenn deine mutter zu dir sagt: "schade ist deine schwester gestorben und nicht du". na ja, ich weiss nicht! für mich hat das nichts mit liebe zu tun und sie hätte ihren job in dem fall lieber nicht gemacht.
    mit einem gebe ich dir recht, man sollte eltern aus der verantwortung nehmen.

    lara, die immer noch gerne wissen möchte wie sich die vater-tochter beziehung auswirkt wenn kein vater anwesend war aber dafür etliche andere männliche bezugspersonen.

  5. Inaktiver User

    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    Sich aber gleichzeitig bewusst sein, dass die Elternbeziehung und die zentralen Erlebnisse der Kindheit uns bis heute prägen.

    Hallo KB,

    völlig richtig. Das hatte ich stillschweigend voraus gesetzt und mir war nicht klar, dass es so gelesen wird, als wenn Dein berechtigter Einwand bei mir ausgeschlossen ist.




    Zitat Zitat von Inaktiver User
    hallo
    wenn du es liebe nennst, wenn deine mutter zu dir sagt: "schade ist deine schwester gestorben und nicht du". na ja, ich weiss nicht! für mich hat das nichts mit liebe zu tun und sie hätte ihren job in dem fall lieber nicht gemacht.
    mit einem gebe ich dir recht, man sollte eltern aus der verantwortung nehmen.

    lara, die immer noch gerne wissen möchte wie sich die vater-tochter beziehung auswirkt wenn kein vater anwesend war aber dafür etliche andere männliche bezugspersonen.
    Hallo Lara,

    wo schreibe ich, dass ich soetwas Liebe nenne? Ich habe weiter oben geschrieben, als ich von meinem Vater schrieb, dass ich ihm durchaus gesagt habe, was nicht okay war.

    Und meine Mutter meinte, dass ich in der Gosse landen würde.. Das scheint so ein Standardspruch in der katholischen Dorfwelt zu sein, wenn die Tochter nicht so ist, wie die Mutter meint, dass die Tochter zu sein habe.

    Nun. Ich bin nicht in der Gosse gelandet und ich glaube, es wäre sehr sehr schlimm für meine Mutter, wenn ich so abhängig wäre, dass ich ihr beweisen müßte, dass sie immer recht hat.

    Andere Sprüche waren ebenfalls schlimm für mich. Und heute weiß ich, dass sie dazu neigt, ihre schlimmsten Eigenschaften auf mich zu projezieren. Für ein Kind sehr unangenehm und nicht zu begreifen.

    Und zur Vater-Tochter-Beziehung.. Schau in Dein Leben, wie Du mit Männern umgehst. Was erwartest Du von Männern? Was bekommst du niemals und leidest darunter? Wonach sehnst Du Dich. Und dann schau Dir Deine männlichen Bezugspersonen an und Du kannst wissen, wer Dich wie beeinflußt hat.

    nathaliethor

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    AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl

    Und zur Vater-Tochter-Beziehung.. Schau in Dein Leben, wie Du mit Männern umgehst. Was erwartest Du von Männern? Was bekommst du niemals und leidest darunter? Wonach sehnst Du Dich. Und dann schau Dir Deine männlichen Bezugspersonen an und Du kannst wissen, wer Dich wie beeinflußt hat.

    Das möchte ich nochmal unterstreichen.




    Liebe Grüße
    anouk

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