Das ist bei mir überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Mein Vater ist ein sehr netter, herzensguter Mann. Seine große Schwäche liegt darin, dass er sich nie hat durchsetzen können und wollen.Zitat von mondfisch
Gerade auch gegenüber meiner überdominanten Mutter. Die als Folge davon uns Kinder, sehr autoritär und lieblos erzogen hat.
Und mein Vater hat zugeschaut...![]()
Als Folge davon präferiere ich eher dominante, bzw. durchsetzungsstarke Männer. Leider ist das oft die Macho-Kategorie. Mit der ich dann regelmäßig auf die Schnauze falle...![]()
Aber könnte es nicht mit der Antipathie/Sympathie für den eigenen Vater liegen, ob Frau ihr Beuteschema danach ausrichtet?
Ich meine, ich versuche bewusst Männer zu meiden, die nicht so durchsetzungsstark sind, bzw. wirken.
Weil mein Vater eben eher der "Weichei"-Typ war und dies verheerend für die Erziehung meines Bruders und mir war...
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26.07.2007, 14:30
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen."
(Immanuel Kant)
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26.07.2007, 14:36Inaktiver User
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
Wie sieht denn die These aus wenn man, wie ich, keinen Vater hatte sondern verschiedene männliche Bezugspersonen?
von Grossvater, Heimleiter, Onkel bis hin zu Pflegeväter!!
lg
lara
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26.07.2007, 14:54Inaktiver User
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
Die übliche Ausrede: Männer können keine Zuneigung zeigen.
Hallo Latona,
nein. Keine Ausrede.
Ich habe, nachdem mir klar geworden war, das meine Partnerwahl sich ausschließlich anhand meines männlichen Familienvorbildes orientierte, mir selbst einen 3-Jahres-Plan aufgestellt, während dem ich die Beziehung zu meinem Vater klären wollte, um dann einen anderen Zugang zu Männern zu bekommen.
Du kannst Dir nicht vorstellen, wie hilflos und daraus resultierend mit welcher Wut er am Anfang reagierte. Aber ich hatte den festen Willen, für mich, das klar zu bekommen.
Ich werde niemals vergessen, wie er eines Tages, zitternd, das erste Mal in unser beider Leben seine Hand auf meine legte, unsicher, ob ich ihn wohl wegschlagen würde und selbst auch so unsicher, was ich nun tun sollte, weil auch ich Angst hatte, was ich jetzt kaputt machen könnte.
Und meine Macho-Brüder, die einer wie der andere Frauenaufreißer und Egoisten als Rolle mitbekommen haben... Keinem von ihnen wurde geholfen durch die harte Verurteilung dessen was sie durchaus "falsch" machen im Sinne einer liebevollen gut funktionierenden Beziehung mit einer Frau.
Aber der Tagebucheintrag eines meiner Brüder und wie er auf 3 Seiten über seinen allerersten Kuss mit seiner Freundin schrieb und ich dachte: Mein Gott. Der hat ja Gefühle.
Oder ein anderer Bruder von mir, der 14 Jahre lang ausschließlich sexuelle Beziehungen zu Frauen unterhielt und Nähe mied wie der Teufel das Weihwasser und der dann eine ehemalige Mitschülerin von der Penne wiedertraf, die sich redliche Mühe gab mit ihm und ihm bewies, dass sie wirklich ihn meinte. Er ist nun seit 2 Jahren mit ihr zusammen und sie mit ihm und ihr Sohn hat auch einen Platz in seinem Leben.
Obwohl er sich teilweise noch schlimmer verhält als mein Vater in seinen schlimmsten Zeiten.
Ich habe meinen Vater nicht entschuldigt. Aber irgendwann habe ich ihn verstanden und einen Weg gefunden, was nicht möglich gewesen wäre, wenn er mich nicht geliebt hätte.
Und er hat sich entschuldigt bei mir. Es tat ihm wirklich leid.
Aber das konnte er nur, weil ich ihm verziehen hatte. Vorher.
Wie bereits geschrieben. Meine Eltern sahen keinen Sinn darin, Psychotherapie oder Seminare oder sowas mitzumachen. Da ging es darum, materielle Sicherheiten aufzubauen.
Und vielleicht gibt es auch Väter, denen die Tochter oder auch der Sohn zu unwichtig ist oder sie oder er nicht die Erwartungen des Vaters oder der Mutter erfüllen.Ich denke, viele Väter wollen einfach nicht, weil ihnen die Tochter zu unwichtig ist oder sie nicht ihren Erwartungen entspricht.
Aber es geht für Dich und für mich darum, wie wir das Verhalten unserer Eltern interpretieren, um das was sie getan oder nicht getan haben, im Kontext unseres eigenen Lebens so zu interpretieren, dass es das Beste für uns ergibt.
Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber das was wir heute sind und wer wir sind, darauf haben wir sehr wohl Einfluss.
Mein Vater hat sehr viele Fehler gemacht. Und er hat mich geliebt. Auch wenn er zuviel Angst hatte, es so zu zeigen, dass jeder es hätte sehen können.
Grüße
nathaliethor
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26.07.2007, 15:36
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
nee nee, die beiden sind zwar total unterschiedlich, aber ergänzen sich seit 35 jahren ideal!
Zitat von Inaktiver User
Aber gegen die Front Vater-Tochter hats meine mutter manchmal auch schwer!
ich sage mal "versaut" hat mich mein Vater nur in diesem sinne, daß ich es absolut unverständlich finde wenn ein Mann handwerklich 2 linke hände hat! mein schatz ist leider handwerklich nicht annähernd so fit wie meine Vater.
aber das ist auch schon alles, habe da keine komplexe, aufarbeitungsbedürfnis oder sonst irgendwas davon getragen!
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26.07.2007, 16:19
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
@ Nathaliethor
Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber meine Erfahrungen mit meinem Vater sind gänzlich andere. Da war nichts mit Hilflosigkeit, sondern nur mit Willkür und Abstrafung.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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26.07.2007, 16:28Inaktiver User
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
Hallo Latona,
Zitat von Latona
Die Hilflosigkeit hat mein Vater erst nach Jahren intensiven Vertrauensaufbaus durch mich zeigen können.
Ich habe keinen seiner Schläge oder Tritte, keinen seiner Wutausbrüche und auch nicht seine Abwesehenheiten entschuldigt.
Und ich wußte, dass hinter dieser Mauer von Gewalt und Terror ein Mensch sitzt.
Und den habe ich gefunden. Nach Jahren immer neuer Versuche und Anläufe.
Aber wie ich bereits schrieb. Ich war mir sicher, dass er mich liebt. Egal wie er sich gezeigt hat.
Und ich habe es für mich getan. Weil ich meine Beziehung zu Männern verändern wollte.
nathaliethor
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26.07.2007, 16:42
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
@ Nathaliethor
Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Vater aufgehört hat, mich zu lieben, als ihm klar wurde, dass ich nicht die Tochter bin, die er sich wünschte. Ich habe eine Schwester, die ihm ziemlich ähnlich ist, die hat er geliebt, das hab ich gesehen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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26.07.2007, 16:43
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
Ich habe mal ein beeindruckendes Buch über sog. "Imago"-Partner gelesen. Dort stand, dass Kinder später für die Partnerwahl Eigenschaften auswählen, die ihnen als überlegen vorkamen.Das ist bei mir überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Mein Vater ist ein sehr netter, herzensguter Mann. Seine große Schwäche liegt darin, dass er sich nie hat durchsetzen können und wollen.
Gerade auch gegenüber meiner überdominanten Mutter. Die als Folge davon uns Kinder, sehr autoritär und lieblos erzogen hat.
Und mein Vater hat zugeschaut...
Als Folge davon präferiere ich eher dominante, bzw. durchsetzungsstarke Männer. Leider ist das oft die Macho-Kategorie. Mit der ich dann regelmäßig auf die Schnauze falle...
Aber könnte es nicht mit der Antipathie/Sympathie für den eigenen Vater liegen, ob Frau ihr Beuteschema danach ausrichtet?
Dies hat der Verfasser auch von allen Seiten aus beleuchtet.
Er geht von der These aus, dass diejenigen Partner - für Kinder aus dysfunktionalen Beziehungen - leider, wie er betonte - die Richtigen seien, die Anteile aus dem vertrauten Elternhaus mitbrächten, bzw. die Lösung der Schwierigkeiten, die sich in dieser Verbindung ergeben erst zur Heilung führen.
Um die Beziehung - ich umschreibe es mal - in den "Griff" zu bekommen, sollte, so schwer es auch sei, das Gegenteil von dem gemacht werden, was sonst getan wird. Also das schon automatisierten Verhaltensmuster durchbrechen.
Verdammt schwer...
Aber das war bislang für mich die anregendste und gewagteste These, die ich je gelesen hatte.
Gruß anouk
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26.07.2007, 18:16Inaktiver User
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
Hallo an Alle,
Zitat von anouk07
ich bin mit einem charismatischem, liebevollen (wenn er wollte) auesserst strengen und kontrollierendem Vater grossgeworden. Ich bin mit 19 ohne vorherigen Freund mit meinem zukuenftigen (jetzt EX)Ehemann zusammengekommen, der ganz genau so war. Auesserlich total verschieden, aber bei ihm habe ich mich "wie Zuhause" gefuehlt.
Waehrend meiner Kindheit habe ich unter meinem Vater gelitten, und waehrend meines 23jaehrigen Zusammenseins mit meinem Ex gelitten, ohne zu wissen, unter was. Ich kannte nichts anderes. Ich brauche hier wohl nicht zu betonen, dass sich mein Vater und mein Ex von Anfang an nicht ausstehen konnten.
Unsere Ehe ging auseinander, als mein Ex seine kontrollierende, unbeherrschte, und brutale Art (nicht koerperlich) und Weise auf unsere pubertierenden Kinder ausuebte. Ich habe um Trennung gebeten, und er hat mich mit dem Tode bedroht.
Danach habe ich nur eine grosse Erleichterung gefuehlt, habe zum 1. Mal (!!) in meinem Leben Selbsthilfebuecher gelesen, Tests gemacht undsoweiter. Dann gingen die Schuldgefuehle (die waren immer da, ohne dass ich wusste, weswegen). Dann habe ich mich anderen Maennern zugewandt und war total entsetzt:
Die rufen mich gar nicht 3 Mal am Tag an, Valentinestag kommt und geht ohne eine Einladung zum Abendessen, Sex gibt es erst mit beidseitigem Einverstaendnis. Hilfe! Ich dachte, alle Maenner sind energielose Weichlinge, die nur rumsitzen und warten, dass ich mich melde. Ich musste mich natuerlich damit auseinandersetzen.
Also, ich wuerde sagen, je nach Grad der Beinflussung durch den Vater kann man gar nicht anders als sich unbewusst wieder in die gleiche Situation zu begeben.
Bei mir ist es nun so, dass mir jeder charmante Mann von Anfang an suspect ist, da ich diese Eigenschaft mit der Persoenlichkeit meines Ex oder meines Vaters gleichsetze. Bei jeder Geste oder Tat eines Mannes mir gegenueber muss ich ueberlegen, wie das gemeint ist. Ich komme mir vor wie jemand, der nur eine Sprache spricht und ueber 40 Jahre lang gesprochen hat und nun ganz ploetzlich in einem andeerssprachigem Land leben muss.
lg
martha
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26.07.2007, 18:51
AW: Einfluss des Vaters auf Partnerwahl
An alle Töchter dieser Welt, holt euch dieses Buch: „Vatermänner“ von Julia Onken. Ich bin LEIDER nicht die Autorin, somit kann ich hier wohl auch dafür werben.
Vor ein paar Wochen habe ich hier in einem anderen "Strang" die Empfehlung für dieses Buch gelesen, es mir gekauft und innerhalb ein paar Stunden ausgelesen. Erst dachte ich, muss ich schon wieder etwas über Männer lesen - och nee - aber es hat mich überrascht, ist wirklich flüssig geschrieben, eine Selbsthilfe ohne Sachbuchcharakter in einer schönen Geschichte verpackt und vor allem ohne Vorwurf an die Väter, oder an andere männliche Bezugspersonen. Besonders der Gedanke, dass all die verschiedenen Töchter-Typen voneinander lernen können und auch sollten, sich gegenseitig helfen, anstatt sich anzufeinden, fand ich sehr aufschlussreich. Mir hat das Buch sehr geholfen, so manche Ursachen zu verstehen und der Schluss ist übrigens auch sehr schön
…
Der Abschied von den Vätern ist wohl das Schlüsselwort. Den endlosen Pfad aufgeben, der nie zum Ziel Vaterliebe führt. Es ist nie zu spät und ich musste sogar Ü40 werden um dies endlich zu begeifen.
Viele Grüße an alle Töchter !!! und "Vatermänner" lächel


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