das verlangt auch niemand von dir :).Zitat von Inaktiver User
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Thema: Nie geliebt worden II
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20.06.2007, 11:53
AW: Nie geliebt worden II
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20.06.2007, 11:57Inaktiver User
AW: Nie geliebt worden II
@Infrarosa,
das hört sich für mich so an, als ob du ein sehr, sehr starkes Sicherheitsbedürfnis hättest. Als ob du dich in einer Beziehung völlig preisgeben müßtest und jede Kontrolle verlieren würdest. Und weil dir das Angst macht, schiebst du alle möglichen Riegel vor.
Ich bin keine Psychologin und möchte da nichts Falsches hinein interpretieren, aber ich fände es durchaus sinnvoll, wenn du mal fachlichen Rat in Anspruch nehmen würdest. Gerade deine überschießenden körperlichen Reaktionen deuten darauf hin, dass diese Dinge für dich sehr angstbesetzt sind.
Ich finde es auch seltsam, wieviel Gedanken dir darum machst, ob der Mann genügend verliebt ist oder war. Was spielt das für eine Rolle? Für mich hört sich das ein wenig so an, als ob der Mann durch die Verliebtheit möglichst "vernebelt" sein sollte, damit du dir der Sache sicherer bist und weniger Angst vor dem Verlassenwerden hast. So nach dem Motto: es muss am Anfang eine ganz große Portion Verliebheit da sein, damit das bis ins Alter hält
Völlig illusorisch, das weißt du sicher auch. So funktionieren Beziehungen nicht. Die Verliebheit ist immer nur ein Einstieg, ob eine Beziehung gut wird, entscheidet sich erst, wenn sich die rosaroten Nebel lichten...
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20.06.2007, 11:58Inaktiver User
AW: Nie geliebt worden II
Sehe ich ganz genau so , Chrissiebabe
Zitat von Chrissiebabe234
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20.06.2007, 12:07Inaktiver User
AW: Nie geliebt worden II
Gottlob!
Zitat von Chrissiebabe234
Mir ist aber dieses Schema zu schlicht: dass man sich immer den Falschen raussucht, und die Guten absichtlich stehenlässt.
Wie gesagt, so groß ist der Andrang im Regelfall gar nicht, dass es da so groß auszuwählen gäbe (wenn wir mal ehrlich sind), und ich fände es aufrichtiger zu sagen: Überprüf mal deine Auswahl, wenn du immer an den Falschen gerätst. Dann ersparst du dir diese Art Beziehung.
Heißt aber nicht automatisch, dass man dann auch einen von den Guten finden würde. Das hängt eben in meinen Augen nicht nur von meiner persönlichen Reife und Erkenntnis ab und ist auch nur bedingt steuerbar.
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20.06.2007, 12:13
AW: Nie geliebt worden II
Ich fände es auch sinnvoll. Ich vermeide hier die Details, aber aus finanziellen Gründen kann ich das leider nicht tun. Allerdings sage ich mir, dass wenn ich jeden Monat Geld zum rauchen finde, könnte ich wenigstens aufhören und auch nur eine Stunde an mein Wohlergehen widmen. Ich habe es auch Januar bis April konsequent gemacht (...). Aber die Hilfe war nicht so, als ich mir wünschte... Bei den Gespräche musste ich nur weinen und weinen und danach ging es mir noch schlechter... Ich wurde nur zugehört, nie unterbrochen, ich dachte, eine Pflanze zu sein, die mit einer anderen Pflanze redet...ich fände es durchaus sinnvoll, wenn du mal fachlichen Rat in Anspruch nehmen würdestGeändert von BRIGITTE Community-Team (05.11.2007 um 17:48 Uhr) Grund: Auf Wunsch editiert
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20.06.2007, 12:34Inaktiver User
AW: Nie geliebt worden II
Das gilt ab einem bestimmten Alter. Um die 20 hat man aber jede Auswahl! Und bereits da zeigen sich Unterschiede in den Auswahlmodi der einzelnen Personen.
Zitat von Inaktiver User
Mir fällt ein Muster auf, das sich hier immer wieder zu wiederholen scheint: Frauen erwarten von Männern eine unverhältnismäßig große "Vorleistung": der Mann soll trotz zur Schau getragenem Desinteresse bzw. Ablehnung hoch entflammen, muss über beide Ohren verliebt sein und immer wieder gegen die "Festung" anrennen, ehe die Frau sich herablässt.
Das ist alles andere als ein normales Beziehungsverhalten und man zieht damit bestenfalls Neurotiker an, aber das sehen die betrofffenen Frauen offenbar nicht.
Lassen wir mal Revue passieren, wie wir alle unsere Beziehungsmuster lernen und gehen zurück in die frühe Kindheit. Wir erleben im Idealfall als Babys, dass unsere Mutter allein durch unsere Anwesenheit so hingerissen ist, dass sie uns ihre ganze Liebe schenkt - und das bleibt lebenslang unser regressivstes Muster: Unser bloßes Dasein soll in einem anderen Menschen ein Maximum an Liebe, Schutz und Loyalität hervorrufen. Dieser kindliche Wunsch lebt in Männern wie in Frauen weiter und ist im Erwachsenenleben natürlich äußerst kontraproduktiv.
Der zweite Schritt in unseren Primärbeziehungen ist für uns produktiver: die Antwort des Babys. So bald Babys kognitiv dazu imstande sind, stahlen sie zurück und geben der Mutter das Gefühl, vom Kind ebenso stark und exclusiv geliebt zu werden. Und das ist es, was die Beziehung stabilisiert: dass beide einander immer wieder ihre ungeteilte Liebe signalisieren. Babys, die das nicht können (zB. wegen Autismus), lösen in ihren Müttern ebenfalls zunehmende Gleichgültigkeit aus.
Liebe ist immer ein gegenseitiger Prozess, an dem beide mitwirken. Muss sich einer der Beteiligten an der Gleichgültigkeit des anderen "abarbeiten", stimmt etwas in der Beziehung nicht. Daraus folgt: gerade Menschen mit normaler Beziehungsfähigkeit gehen davon aus, dass sie mit ihrem Interesse am anderen auf Gegeninteresse stoßen, sie ziehen sich zurück, wenn der andere Desinteresse signalisiert.
Dass sich jemand an einem (scheinbar) nicht interessierten OdB "abarbeitet", deutet darauf hin, dass der/die Betroffene in der Kindheit ein ungesundes Beziehungsmuster gelernt hat, weil die Eltern offensichtlich desinteressiert bis kalt waren. Wenn also eine Frau dieses Abstrampeln als Vorleistung eines Mannes erwartet, ist das schon mal eine Negativauswahl.Geändert von Inaktiver User (20.06.2007 um 12:40 Uhr)
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20.06.2007, 12:36Inaktiver User
AW: Nie geliebt worden II
Wenn du immer nur weinen musstest, zeigt das, wie dringend da was gelöst werden müsste. Such dir woanders Hilfe, gib nicht auf!
Zitat von infrarosa
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20.06.2007, 12:46
AW: Nie geliebt worden II
so ist es.
Zitat von Inaktiver User
das - ziemlich grausame - learning aus meiner kindheit und jugend war, so, wie du bist, wirst du zurückgewiesen und nicht akzeptiert. ich musste mich verbiegen, weil man mich lächerlich gemacht hat, wenn ich mein wahres ich gezeigt habe.
was war es bei dir, infrarosa?
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20.06.2007, 12:51
AW: Nie geliebt worden II
das ist mitunter auch eine frage der therapieform. was war das denn für eine? es kann sein, dass etwas anderes für dich geeigneter wäre, beispielsweise eine verhaltenstherapie, bei der auch ein dialog stattfinden kann.
Zitat von infrarosa
informier' dich da doch einmal. ich hatte damals glück im unglück, habe eine angststörung entwickelt und bin deswegen zum psyichiater. das war eine sehr befähigte frau, mit der und meiner hausärztin habe ich nach möglichkeiten und lösungen gesucht, was denn für mich das beste wäre.
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20.06.2007, 16:59
AW: Nie geliebt worden II
bei mir, wie ich oben erklärt habe, war die tatsache des "hochbegabt-seins" (ob es dann richtig stimmte ist auch die frage!
Zitat von Chrissiebabe234
) prägend. in der schule wurden meine zeichnungen gestört, ich wurde gemobbt. manche nutzten mich für aufgaben aus (sie wussten gut, dass ich sonst sehr alleine war und "bezahlten mit ihrer gesellschaft") und lästerten mit üblichen spruchen wie "wer genial ist, ist in der gesellschaft immer ein vollidiot". ich glaubte ein bisschen daran. in vielen fällen wurde ich absichtlich demutigt und terrorisiert, deswegen blieb ich gerne alleine und sonst auch tief befreundet mit vielen menschen, die miteinander nichts zu tun hatten, aber vermeidete immer gruppen (heute noch) ab drei frauen: einige freundeskreise waren ok, aber dort waren nur die männer sehr nett zu mir, und ein paar frauen haben mich gehasst und hass versucht, bei den anderen frauen anzustiften. ich brauchte so sehr, normal und geliebt von freunden zu sein, dass ich auch jungen zurückgewiesen habe damals, um die an sie interessierten frauen nicht zu ärgern!
ich habe gelernt, die falsche signale zu schicken: wenn demutigt, habe ich so gemacht, als ob nichts wäre. wenn verarscht, habe ich den anderen recht gegeben. wenn ängstlich oder verlegen, habe ich im mittelpunkt sein wollen und ohne ende geredet. wenn verliebt, habe ich weggeschaut. ich habe versucht, die anderen zu "kaufen", sonst musste ich mit einsamkeit klarkommen.
ich fürchtete die anderen, weil sie die macht hatten, mich alleine zu lassen, und alleine war auf die dauer traurig. neid und mitleid eben, wie oben gesagt, habe ich häufig erfahren. meine beste freundinnen von heute sind tolle menschen und geben mir den eindruck, dass sie diese zwei gefühle einfach ausgeglichen mir gegenüber empfinden (eher bewunderung vielleicht als neid), und das ergebnis freundschaft ist.
meine ex-partner hatten eher mitleid für mich, so ein bisschen wie für ein kleines tier auf der strasse.


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