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    Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Hallo, Ihr alle,
    das hier ist verdammt lang geworden. Sorry. Aber ich musste es mir einfach mal von der Seele schreiben. Vielleicht fällt Euch ja was ein...also, das hier ist die Geschichte von Miss X:

    I.Die handelnden Personen

    Person 1. Nennen wir sie einfach Miss X. Intelligent, wunderschön, humorvoll, überhaupt ganz reizend. Und völlig gefühlsverwirrt.
    Person 2. Der Kameramann. Sehr witzig, angenehm, zuvorkommend, liebevoll, ein echter Knaller im Bett. Und in Miss X verliebt.
    Person 3. Der Anwalt. Gutaussehend, erfolgreich, ausgeprägter Hang zur Ironie, sehr kluger Kopf. Macht Miss X Avancen. Aber und wie.
    4.Der serbische Maler. Hatte mal was mit Miss X. Und ist irgendwie an Allem schuld.

    II.Die Vorgeschichte
    Im Januar diesen Jahres liess sich Miss X mit dem serbischen Maler ein. Ein Flirt mit grossem Potential, allerdings erwies sich der Maler in Beziehungsdingen relativ schnell als Trottel. Wahrscheinlich hatte das mit einem frühkindlichen Trauma zu tun. Oder damit, daß er einfach nicht die nötige Reife für die Qualitäten von Miss X hatte. Während der relativ kurzen Zeit mit ihm lernte Miss X anlässlich einer Geburtstagsfeier den Kameramann kennen, der war nämlich ein Nachbar des Malers. Bei einer anderen Festivität traf sie den Anwalt, der ihr als bester Freund des Malers vorgestellt wurde. Sowohl mit dem Anwalt als auch dem Kameramann führte sie herzliche und anregende Gespräche, die aber nie den Rahmen des Schicklichen verliessen. Der Anwalt war zu dieser Zeit noch liiert, der Kamermann war eben der Nachbar, und Miss X hatte ein ausgeprägtes Interesse an der Kultur des Balkans, das keine Ablenkungen zuliess. Trotzdem nahm sie die gute Figur des Kameramanns und den intelligenten Humor des Anwalts wohlwollend zur Kenntnis.

    III.Die Vorgeschichte geht weiter

    Im April hatte sich die Balkanaffäre in Wohlwollen aufgelöst. Miss X war ein fröhlicher Single und hatte überhaupt andere Dinge zu tun als sich mit Männern rumzuärgern. Höchstens mal ein kleines bisschen flirten oder so. Aber dann trug sich folgendes zu: Miss X zog um. Und einige Tage vor dem Umzug traf sie in ihrer Stammbar den Kameramann, den sie wegen seiner breiten Schultern zum Möbel tragen einlud. Obwohl sie nicht damit gerechnet hatte, kam der Kameramann zum vereinbarten Termin und schleppte freudig Kühlschränke, Klaviere, Billardtische und was man sonst so von einer Wohnung in die andere bewegen musste. Und baggerte nebenher Miss X an, die sich das auch gern gefallen ließ. Etwa zwei Wochen später traf sich Miss X mit dem Kameramann auf ein Bier. Die beiden lachten sehr viel und fanden Gefallen aneinander. Dieses Gefallen führte so weit, dass sie etwa eine Woche später eine angenehme Nacht miteinander verbrachten. Und es sollte nicht die einzige bleiben. Miss X und der Kameramann trafen sich jede Woche mehrere Male, und jedes Treffen verlief äußerst harmonisch. Der Kameramann schickte liebevolle SMS und Emails, massierte Miss X Füße, bereitete für sie schmackhafte Mahlzeiten zu und brachte morgens Kaffee ans Bett. Außerdem legte er ein ausgesprochenes Talent im erotischen Bereich an den Tag. Miss X fühlte sich wohl. Sehr wohl sogar. Aber dann kam der 7. Juni.

    IV.Der Anwalt

    Am 7. Juni, es war ein Donnerstag, beschloss Miss X, in ihrer Lieblingsbar ein Feierabendbier zu trinken. Sie hatte einen erfolgreichen und befriedigenden Tag in ihrem neuen Job hinter sich gebracht, war bester Dinge und hatte am nächsten Tag frei. Als sie ankam, sah sie vor der Bar den serbischen Maler und den Anwalt sitzen. Sie verteilte ein paar Begrüßungsküsschen, hielt das eine oder andere Schwätzchen und trank das eine oder andere Bier. Gegen später wurde allgemein beschlossen, dass es doch eine gute Sache wäre, noch die Donnerstagsbar aufzusuchen. Diese Bar trägt ihren Namen zu Recht, denn sie ist nur Donnerstags geöffnet. Ein angenehmer Ort für eine lauschige Sommernacht. Der Maler wollte nicht mehr mitkommen, er war müde. Aber der Anwalt, Miss X und Moritz (der ist für die Geschichte aber gar nicht wichtig) gingen hin. In der Donnerstagsbar fing Moritz an, internationale Beziehungen mit einer spanischen Austauschstudentin zu knüpfen, so dass sich Miss X und der Anwalt in Ruhe unterhielten- und zwar aufs prächtigste. Zwischendurch sahen sich die beiden einen Moment zu lange in die Augen, und Miss X bekam weiche Knie, weil ihr wieder einfiel, wie attraktiv sie den Anwalt fand. Und weil der so toll kucken konnte. Irgendwann ging die Sonne auf, Moritz war verschwunden und Miss X und der Anwalt ziemlich beschwipst. Sie beschlossen, sich mit Kaffee und Croissants zu versorgen, sich im Park auf die Wiese zu legen und dort zu frühstücken.

    V.Im Park
    Kaffee, Croissants und Park waren schnell aufgetrieben. Die beiden legten sich in die Sonne, planten Reisen nach Indien und an die Ostsee und fingen irgendwann an, Händchen zu halten. Und dann küsste der Anwalt Miss X. Er konnte das ziemlich gut. Also küsste Miss X den Anwalt zurück. Nach einiger Zeit der Hinundherküsserei fragte der Anwalt Miss X, die sich schon in einem fortgeschrittenen Zustand romantischer Verwirrung befand, ob sie einen Freund habe. Miss X dachte zwei Sekunden nach. Und sagte nein. Einige Küsse später rief der Anwalt seine Sekretärin an und sagte alle Termine für den Tag ab. Die beiden gingen dann zu Miss X nach Hause, um ein paar Stunden zu schlafen, was natürlich gelogen war. Nach einem schönen, wenn auch weitgehend schlaflosen Tag ging der Anwalt, weil er am nächsten Tag nach Lüneburg fahren musste. Am Abend schickte er eine SMS mit dem Inhalt, dass er sich freuen würde, sie wiederzusehen. Was Miss X ziemlich froh machte.

    VI. Danach...
    ...kam der Samstag. Miss X war guter Dinge, obwohl ihr Gehirn schon versuchte, sie zum Nachdenken zu bewegen. Es sagte solche Dinge wie: „Was ist, wenn der Anwalt die Geschichte dem serbischen Maler erzählt und der mit dem Kameramann Kaffee trinkt?“ Oder: „Wie gut kennen sich der Anwalt und der Kameramann?“ Oder: „Wenn Du mit dem liebevollen Kameramann was hast, warum hast Du dann den attraktiven Anwalt geküsst?“ Und dann noch:“Warum hast Du dem Anwalt gesagt, dass Du keinen Freund hast?“
    Miss X ignorierte das Gehirn erstmal und besuchte eine Abendveranstaltung, auf der sie einen reizenden, wenn auch kleinwüchsigen Millionär kennen lernte. Nach der Veranstaltung übernachtete sie beim Kameramann, weil der genau in dem Moment anrief, als sie aus der U-Bahn in der Nähe seiner Wohnung ausstieg. Eigentlich wollte sie nur umsteigen.
    Als sie den Kameramann am nächsten Tag verließ, fragte das Gehirn, ob sie denn völlig bescheuert sei. Das täte man nicht. So direkt hintereinander weg. Und ob sie denn ein Wanderpokal sei. Miss X erklärte dem Gehirn, es solle gefälligst die Klappe halten, es hätte sowieso keine Ahnung. Und verbrachte den Rest des Tages dümmlich grinsend mit Gedanken an Millionäre, Kameramänner und vor allem Anwälte.
    Gegen Abend liess sie das Gehirn dann aber langsam wieder zu Wort kommen. Und fühlte sich gar nicht gut. Und völlig verknallt. In den Anwalt.
    Irgendwie musste sie auch darüber nachdenken, dass es dem Kameramann gegenüber gar nicht nett war, zu sagen dass er nicht ihr Freund sei. Andererseits hatten sich die beiden diesbezüglich nicht festgelegt-zumindest hatten sie noch nie darüber gesprochen, wie sie ihre Beziehung denn nennen wollten. Aber sie hatte das dumme Gefühl, dass der Kameramann in sie verliebt war.
    Wegen all dieser vielen Gedanken konnte Miss X nicht schlafen. Und als sie dann endlich doch eingeschlafen war, kam eine SMS vom Anwalt. Wo sie denn sei. Und kurz danach ein Anruf: Ob sie mit ihm in die Donnerstagsbar gehen wolle. Den Einwand, dass Sonntag sei, liess er nicht gelten. Miss X sagte ihm, dass sie heute nicht an einem Treffen interessiert sei. Danach wünschte er ihr eine gute Nacht, und sie war sich nicht mehr so ganz sicher, ob sie das wirklich hatte sagen wollen. Sie beschloss, den Kopf mehrfach gegen die Wand zu schlagen, entschied sich dann dagegen und verbrachte den Rest der Nacht rauchend und grübelnd.

    VII.Und jetzt?

    Seitdem ist Miss X schwerst gefühlsverwirrt. Sie hat sich am Montagabend mit dem Kameramann getroffen und einen entspannten Abend mit ihm verbracht, wenn auch nicht mit ihm geschlafen. Bei der Arbeit war sie etwas abwesend, auch weil sie alle fünf Minuten ihr Handy nach neuen SMS checken musste. Sie überlegt, ob der Kameramann vom Anwalt weiß und umgekehrt. Und ob sie dem Kameramann die Sache mit dem Anwalt erzählen muss, der Ehrlichkeit halber. Oder ob sie das Ganze unter „betrunken Dummheiten gemacht“ abhaken soll. Einerseits wünscht sie sich sehr, den Anwalt wieder zu sehen, andererseits möchte sie den Kameramann nicht vor den Kopf stoßen. Und sie hat festgestellt, dass sie den Kameramann zwar sehr gern hat, aber nicht in ihn verliebt ist. Den Gedanken, nach Südamerika zu verschwinden, musste sie leider aufgeben, da ihre Kreditkarte gesperrt ist. Muss sie dem Kameramann sagen, dass sie ihn mag, aber nicht in ihn verliebt ist? Oder dem Anwalt, dass sie ständig an ihn denkt? Oder sollte sie einfach beide nie wieder sehen und sich dem kleinwüchsigen Millionär zuwenden? Fragen über Fragen.

    Miss X informiert sich aktuell über freie Stellen als Nonne in einem Kloster ganz weit weg, hat aber noch keines gefunden, in dem man rauchen darf.

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Aha, und was will uns die Poetin sagen?
    Dass es verschieden Typen Männer gibt? Dass Frau am liebsten die Kreuzung aus allen hätte? Dass dieses genauso absurd ist wie die Venus von Milo mit dem Verstand von Angela Merkel, nein besser: Frau Nüsslein-Vollhard?
    Na ja, ich muss gestehen, ich muss es nicht verstehen...
    Geändert von ritalin (13.06.2007 um 21:15 Uhr)

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    da kann ich nur einz sagen:

    "Frauen wollen sich nicht mit geringer gebildeten Männern abgeben, sie wollen nach oben heiraten".

    normale männer gleich null chancen bei frauen.
    völliger quatsch mit, wo die liebe hinfällt, es kommt auf den charakter an usw.

  4. Inaktiver User

    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Miss X ...

    einfach erfrischend, danke dir für diesen Beitrag

  5. Inaktiver User

    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Unblumig formulierte Zusammenfassung:
    Frau X hat einen ausgeprägten Drang zur Selbstdarstellung und Dramatik sowie eindeutig mit den falschen Männern gevögelt.
    Mein Rat:
    Beim nächsten Mal die ausladenden Gedankengänge vom Postkoitalen ins Praekoitale verlegen.

    Gruß
    Rezeptfrei

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Zitat Zitat von ina_76
    Nennen wir sie einfach Miss X. Intelligent, wunderschön, humorvoll, überhaupt ganz reizend. ..
    Oder sollte sie einfach beide nie wieder sehen und sich dem kleinwüchsigen Millionär zuwenden?
    eindeutig die beste Wahl. Ich bin Befürworterin vom Synergieprinzip bei Beziehungen: was der eine nicht hat, hat dafür der andere.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Zitat Zitat von ina_76
    Irgendwie musste sie auch darüber nachdenken, dass es dem Kameramann gegenüber gar nicht nett war, zu sagen dass er nicht ihr Freund sei. Andererseits hatten sich die beiden diesbezüglich nicht festgelegt-zumindest hatten sie noch nie darüber gesprochen, wie sie ihre Beziehung denn nennen wollten. Aber sie hatte das dumme Gefühl, dass der Kameramann in sie verliebt war.

    ...

    Und sie hat festgestellt, dass sie den Kameramann zwar sehr gern hat, aber nicht in ihn verliebt ist.
    1.) Du verhältst Dich dem Kameramann gegenüber wie ein richtiger Arsch!

    2.) Bring das mit dem Kameramann in Ordnung, da Du ihn nicht liebst.

    3.) Du hast ein schriftstellerisches Talent.

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    4.) Dem Anwalt gegenüber verhält sie sich auch wie ein richtiger Arsch.

    Sie hat wirklich mit den falschen Männern geschlafen, sonst hätte sie dabei auch etwas über den Umgang mit Menschen gelernt. Vielleicht ist sie aber auch nur merkbefreit. Jedenfalls schreibt Ina wie eine 16jährige, die gerade die Wirkung ihrer Brüste entdeckt und glaubt, alles damit anstellen zu können...

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    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Miss X: ein "wunderbares" Problem hast Du da. Hätt ich auch gern: die Qual der Wahl. Ich würd's genießen auf Teufel komm raus. Die dürren Jahre werden auch wieder kommen!!!! Und so wie ich das sehe, gibt es auch von männlicher Seite bisher noch kein "commitment", oder? Wenn sich einer dazu bekennt ist es immer noch an der Zeit, tabula rasa zu machen. Und an die anderen: ist das hier die humorfreie Zone, oder wie?
    Viel Spaß in der Donnerstagbar am Montag, Dienstag, Mi.....
    Etea

  10. Inaktiver User

    AW: Miss X, der Kameramann und der Anwalt

    Und immer donnerstags treffen sich die Herren in der Bar, tauschen ihre Erfahrungen über den Wanderpokal aus, fragen sich "Wer hat noch nicht?" und freuen sich, dass die Dame kostenlos ist.
    Geändert von Inaktiver User (14.06.2007 um 08:18 Uhr)

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