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  1. Inaktiver User

    Sich selbst kennen lernen...

    Hallo zusammen,
    vor der eigentlichen Frage hier ein Statement meines Vaters auf die Frage, ob er meine Mutter kennen würde (die beiden sind jetzt seit 40 Jahren zusammen). Seine Antwort:
    "Nein, nicht wirklich, wir verändern uns doch ständig."

    Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:
    Ich bin glücklich verheiratet, habe einen Sohn, einen Job, den ich mag, wohne sehr gemütlich...
    Nach der Geburt unseres Sohnes sind mein Mann und ich in eine tiefe Krise gerutscht. Wir mussten uns in unserer Mutter- und Vaterrolle neu zurechtfinden und haben uns selbst beinahe vernachlässigt.
    Nach 4 Monaten haben wir uns wieder neu gefunden und seitdem läuft es gut.
    Wir haben uns - wenn man so will - neu kennengelernt.

    Ging oder geht es euch auch so?
    Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
    Habt ihr auch über Trennung nachgedacht, obwohl so ein Kind doch die Erfüllung der Liebe und des Lebens sein soll?
    Wie häufig im Leben lernt man/frau sich selbst neu kennen?

    Mich interessieren Erfahrungsberichte sowohl von Frauen, als auch von Männern!!

    Gelächelte Grüße.
    Tamineh

  2. User Info Menu

    AW: Sich selbst kennen lernen...

    Liebe Tamineh,

    ich denke es gibt viele Situationen im Leben eines Menschen, wo man/frau sich aufs neue kennenlernt - nämlich vor allem in Krisensituationen: Gleichgültig ob im Beruf, im Privatleben, Trennungen, Existenzängste usw. Es ist auch alles eine Frage der eigenen Persönlichkeit und der Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

    Das Leben besteht aus Veränderung - auch wir verändern uns ständig mit.

    Gruß Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  3. Inaktiver User

    AW: Sich selbst kennen lernen...

    Hallo Binie,
    ja, eigentlich war mir das klar, auch bevor ich meinen Sohn bekommen habe.
    Was mich aber an der ganzen Sache irritiert hat ist die Tatsache, dass egal wo man hinkommt ein Kind immer als Bereicherung, ein Segen, der erfüllte Traum, usw. gilt. Verwandte, Bekannte und die Medien zeigen glückliche Paare mit Baby, aaaaalles ist in Ordnung, die Mama strahlt, der Papa ist stolz auf seine Familie. Aber wehe man erwähnt, dass es einem auch 2oder 4 Monate nach der Geburt gar nicht gut geht und die Beziehung auf sehr wackeligen Beinen steht... große Augen und ein beschwichtendes "Das wird schon wieder." Leider bin ich auch in meinem Freundeskreis die Erste mit Kind, kann mich also auch mit meinen engen Freundinnen nicht richtig austauschen (obwohl sie mich unterstützt haben) und bei Bekannten möchte man das ja bei diesem Thema auch nicht. Ich hatte ständig das Gefühl nicht richtig zu ticken.
    Mittlerweile stehe ich darüber und wir haben uns ja auch wieder berappelt. Mein Sohn ist mein ganzer Stolz und ich liebe ihn über alles.
    Ich wollte in der Anonymität des Forums mal hören, ob es da nicht doch die eine oder den anderen gibt, die/der ähnliches erlebt hat. Ich werde das Gefühl nicht los, dass viele, um des korrekten Familienbildes Willen, gar nicht die Warheit sagen.

    Ich danke dir aber für deine liebe Antwort.
    Mit gelächelten Grüßen
    Tamineh

  4. Inaktiver User

    AW: Sich selbst kennen lernen...

    Mit der Geburt meiner Kinder und meiner Rolle als Hausfrau und Mutter veränderte sich unsre Ehe schlagartig zum Negativen. Sie hielt auch nicht mehr lang.
    Trotzdem bin ich sehr froh und stolz meine Kinder zu haben. Die Zeit mit ihnen allein war schwer aber auch schön.
    Ist schon so, das Kinder eine Belastungsprobe für eine Paarbeziehung sind und manche bestehen sie nicht.
    ich habe eigentlich vorher nicht gewußt, wieviel Kraft Kinder kosten und ich habe auch nicht gewußt, das ich diese Kraft relativ allein aufbringen kann.
    LG Hilly
    Geändert von Inaktiver User (21.05.2007 um 17:49 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Sich selbst kennen lernen...

    Interessante frage.

    Ich glaube ja mich zu kennen.
    Ich weiß, was ich will und was nicht.
    Ich weiß, wie ich in bestimmten situationen reagieren werde.
    Ich weiß sogar, warum ich bestimmten situationen so und nicht anders reagiere... Usw.
    Auch für meinen jetzigen partner glaube ich zu wissen, wie er sich in bestimmten situationen verhalten wird, ich weiß, was ihm missfällt und was nicht, was er liebt, was er hasst, wen er gern um sich hat und wen nicht... Usw.

    Dennoch:
    Ich hab´mal 7 jahre mit jemandem verbracht, den ich - wie sich natürlich erst am ende zeigte - in bestimmten punkten völlig falsch eingeschätzt habe.
    Grund: 1. Meine projektion. 2. Seine verschlossenheit.
    Folge: Ich reagierte auf ihn in einer weise, die mir selbst fremd war, ich erkannte mich sozusagen selbst nicht mehr, denn er brachte meine schlechtesten eigenschaften in mir hervor.

    Gegen eine wiederholung dieses falles versuche ich mich heute zu wappnen.
    Und glaube dennoch, dass man weder sich selbst wirklich richtig kennt, noch denjenigen, der einem nahe steht.
    Menschen können so sein, dass sie sich durch einen äußeren impuls ultimativ verändern, innerhalb von tagen, wochen.
    Und menschen können so agieren, dass sie im gegenüber neue seiten hervorbringen, die derjenige nie an sich kannte.
    Ist meine erfahrung.
    Manchmal - in extremen beziehungssituationen - ist einem nicht nur der partner fremd, sondern man auch sich selbst.

    In einem bestimmten, verträglichen rahmen sehe ich das - wie der vater der posterin - durchaus positiv: Man kann auch nach jahren noch viel aneinander entdecken. Solcherlei empfinden wie "es gibt immer noch was an ihr/ihm, was ich noch nicht kannte" konstituiert manche jahrzehntelange ehe.
    Zuviel projektion und zu wenig kommunikation bringen jede beziehung beizeiten an ein ende.

    K.

  6. Inaktiver User

    AW: Sich selbst kennen lernen...

    Dank euch für die Antworten.
    Mein Man und ich möchten noch weitere Kinder, ich hoffe, dann wissen wir, was auf uns zukommt und es wird nicht mehr so schlimm.
    Bis denn.
    Tamineh

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