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    K.O.-Kriterium Therapie?

    Hallo zusammen,

    habe vor ein paar tagen im Internet einen Mann kennengelernt, der mir anhand der abenden mit langem geschreibe schon sehr gefällt. gerade was so das nähebedürfnis und die vorstellung einer partnerschaft betrifft, liegen wir wohl auf einer welle (wobei man im internet ja bekanntlich viel erzählen kann).
    naja, jedenfalls wäre ich doch schon an einem treffen interessiert und er war das gestern auch sehr massiv. leider war mir das dann schon zu spät. hatten da irgendwie aneinander vorbei geredet. heute kommen ihm zweifel. gründe dafür sind entfernung (stunde mit den öffentlichen, halbe mit dem auto, er hat aber kein auto), weil er keine wochenend-beziehung führen möchte und die tatsache, dass ich mich in therapie befinde. er hat da schlechte erfahrungen gemacht.
    ich habe mich schon wieder selbst dabei erwischt, wie ich ihn quasi beschwöre, dass ich gar nicht gestört bin und es mir fern liegt, ihn in meine probleme mit reinzuziehen. zumal wir hier ja auch erstmal von einem ersten treffen sprechen und nicht von der hochzeit, dem hausbau und dem ersten kind.
    ich habe auch negative erfahrungen gesammelt. wenn ich danach gehen würde, müsste ich ins kloster gehen und nie wieder ein wort mit einem mann wechseln, geschweige denn eine beziehung in erwägung ziehen.
    ich frage mich nun, ob ich das ganze besser gleich abhaken soll. ich bin nunmal in behandlung (ende offen) und ich war bisher der meinung, dass es sowohl für mich und einen potentiellen partner ne gute sache ist. gerade weil ich halt nicht meinen partner mit problemen belasten möchte die aus meiner vergangenheit rühren und mit denen er nichts zu tun hat. da sollte der partner nicht drunter leiden müssen.
    ich kann seine ängste natürlich verstehen und würde einen kontaktabbruch seinerseits auch respektieren, wenn es für ihn ein no-go ist.
    aber ich finde das schade. ich gebe mir mühe ein für mich angenehmes leben auf die reihe zu kriegen. und mir geht es ja auch nicht schlecht. und da wird die tatsache, dass man hilfe annimt als makel betrachtet. so fühlt es sich für mich an.

    wahrscheinlich mache ich mir schon wieder zuviele gedanken über den erst kurzen, wenn auch intensiven kontakt. aber es macht mich schon nachdenklich.

    ti
    Maybe I'm too young to keep good love from going wrong
    But tonight you're on my mind so you never know

    I'm broken down and hungry for your love with no way to feed it
    Where are you tonight, you know how much I need it
    Too young to hold on and too old to break free and run


    __________________________________

    Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis (Woody Allen)

  2. Inaktiver User

    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

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  3. Inaktiver User

    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Tiana, korrigiere mich, wenn es nicht stimmt. Aber hattest Du nicht ehemals Therapien gegenüber eine eher ablehnende Haltung? Ich meine mich deshalb zu erinnern, weil ich beinahe "pissed" war, dass Du Therapien als "Kram" (oder so ähnlich) bezeichnet hast.

    Diese Haltung ist weit verbreitet. Therapie gilt zwar inzwischen in manchen Kreisen als "trés chique" (deshalb machst Du sie aber nicht, oder ), ist aber im Großen und Ganzen immer noch behaftet mit Vorurteilen. Nämlich immer dann, wenn die Kasse bezahlt und man nach der Therapie mit seinem Therapeuten nicht noch einen trinken geht - will heißen: eine ernsthafte Therapie macht.

    Du musst Dich nicht unter Zugzwang gesetzt fühlen und ihm beweisen wollen, dass Du trotz Therapie "normal" bist (vielleicht normaler als er mit seinen Vorurteilen). Wenn jemand einen Vorwand sucht, einen Kontakt nicht zu intensivieren (und das dürfte Dir ja leider recht vertraut sein), dann findet er immer einen Grund... So weit her kann es mit diesem Kontakt ja nicht gewesen sein, wenn er an diesen, von ihm benannten, Gründen scheitert.

    Ich mag Dir am liebsten raten, Dich auf Dich zu besinnen, Dir Deiner Wertigkeit bewusster zu werden und Dich nicht auf solche Spielchen einzulassen. Damit wage ich mich sehr weit vor, aber wie Dean schon empfiehlt: Antworten sie "direkt".

    Liebe Grüße Morcheeba

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    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Probiers in Zukunft einfach mal anders rum .... Wenn ein Mann Dir zeigt, dass er gegen Therapie ist, lass dich nicht in die Defensive drängen sondern sage einfach: "WAAAS DU hast noch KEINE Therapie gemacht???? Das ist ja schlimm - fühlst Du dich nicht schlecht deswegen? Warum nicht? Kannst dir keine leisten? Erzähl mal!"
    Vergiß die Nadel - Nimm den Heuhaufen

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    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Tiana,
    wenn dieser Mann bereits JETZT schon Ängste äußert, dann hat er selbst ein großes Problem, mit dem Du Dich eigentlich nicht belasten solltest.

    Entes Tipp ist witzig und im Grunde genommen auch die einzige Chance - DEFENSIVE! Sonst stehst Du noch als armes Dummchen da !

    Gruß Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Der will halt einfach nicht. Die Gründe klingen für mich vorgeschoben. Öffentlicher Nahverkehr eine Stunde? Das ist für mich als Fahrzeit schon bei Freunden nicht ganz unbekannt. Und die wohnen in der selben Stadt.
    Geändert von Quirin (13.05.2007 um 01:29 Uhr)

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    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Zitat Zitat von Quirin
    Der will halt einfach nicht. Die Gründe klingen für mich vorgeschoben. Öffentlicher Nahverkehr eine Stunde? Das ist für mich als Fahrzeit schon bei Freunden nicht ganz unbekannt. Und die wohnen in der selben Stadt.
    Nun, wenn das ein vorgeschobener Grund war, dann hätte er doch vielleicht lieber bei der Wahrheit bleiben sollen, denn an dieser Begründung hat Tiana womöglich jetzt mehr zu knabbern.
    Offizielles Schneggla von Garfield_3k

  8. Inaktiver User

    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man zwar nie Lügen sollte, aber auch nicht gleich das ganze Leben vor dem anderen ausbreiten soll. Solange noch keine engere Bindung besteht, kann ich es nachvollziehen, wenn ein Mensch zurück schreckt.

    Andererseits finde ich es auch nur fair, dem neuen Bekannten sofort die Chance zu einer Entscheidung zu geben und wesentliche Dinge nicht zu verschweigen. Ich weiß nicht, aus welchem Grund Du die Therapie machst. Ich kannte jedoch mal einen Mann, der wegen einer erheblichen Störung seit mehreren Jahren in Therapie war und es mir nicht gleich sagte. Offenheit diesbezüglich hätte mir viel Leid erspart, was er auch wusste. In dem Fall, finde ich, hätte er dies gleich erzählen müssen und ich wäre gegangen.

    Ich lernte vor Jahren abends auch irgendwo mal einen netten Typen kennen, der mir sofort erzählte, dass er an einer chronischen Darmerkrankung leidet. Also wirklich: gehört das in ein Gespräch an der Bar, auch wenn es die Wahrheit ist? Ich glaube, da geht man schon instinktiv auf Rückzug.

    PS

  9. User Info Menu

    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Mir fällt Folgendes auf:
    Zitat Zitat von Tiana
    naja, jedenfalls wäre ich doch schon an einem treffen interessiert und er war das gestern auch sehr massiv.
    ...
    heute kommen ihm zweifel. gründe dafür sind entfernung (stunde mit den öffentlichen, halbe mit dem auto, er hat aber kein auto), weil er keine wochenend-beziehung führen möchte und die tatsache, dass ich mich in therapie befinde. er hat da schlechte erfahrungen gemacht.
    Ich fürchte, so kompliziert sind die Hirnwindungen dieses Herrn gar nicht. Gestern Abend hatte er Samenstau und hätte Dich gerne getroffen, Du wolltest aber nicht. Und heute Morgen hatte sich sein Stau "erledigt". Und da hatte er einfach keine Lust mehr.

    Es wurde hier in der BriComm schon oft gesagt und ich wiederhole es an dieser Stelle:
    Man kann über Chat/Mail keinen Menschen kennenlernen!

    Man kann Kontakt knüpfen und einen ersten Eindruck bekommen, mehr aber nicht. Ein Kennenlernen ist NUR bei einem persönlichen Treffen möglich.
    Liebe Tiana,
    dieser Mann will nicht, weil sein Kopfkino bereits im Abspann ist. Er kennt Dich nicht. Das, was er von Dir erfahren hat, hat er in seinem Kopf wie ein Puzzle zusammengesetzt zu einem ganzen Bild. Die fehlenden Teilchen (wie lächelst Du, wie klingt Deine Stimme, wie riechst Du, usw) hat er allerdings unbewusst aus den Teilen entliehen, die er bereits kannte (von anderen Personen), die aber mit DIR überhaupt nichts zu tun haben.
    Beispiel:
    Ich habe in meiner Kindheit eine schlechte Erfahrung mit einem Mann gemacht, der einen Vollbart trug. Ich gehe soweit, zu sagen, dass ich Vollbärte (deshalb?) nicht mag. Ein Mann mit Vollbart ist für mich ein "alter" Mann. Sowas kommt bei einem jungen Küken wie mir ( ) natürlich nicht in die Tüte.
    Als ich noch im Internet nach potentiellen Partner Ausschau hielt, sind Vollbartmänner natürlich rigoros aussortiert worden. "Nee, Vollbart geht GAR NICHT!"
    Nun haben wir einen neuen Kollegen bekommen. Ja, er trägt Vollbart. Er ist humorvoll, lustig, intelligent und *räusper* jünger als ich.
    Das hat mein Weltbild doch ein wenig gerüttelt. Ich gehe jetzt zwar nicht so weit, dass ich Vollbärte bevorzugen würde, aber als Ausschlusskriterium habe ich sie mal von der Liste genommen.

    Liebe Tiana, der Herr hatte alle möglichen Gründe, warum ihm jetzt die Puste, die Dich bisher umwarb, ausging. Vielleicht verband er mit "in Therapie" aus seiner Erfahrung heraus eine "psychisch kranke Person". Und davor hatte er Angst. Oder es hat ihn einfach überfordert.

    Wenn Du gerne im Internet anonym schreibst (so wie ich hier in der BriComm), dann tu das. Auch ich habe hier schon ne Menge höchstpersönlicher Sachen erzählt. Aber ich glaube nicht, dass ich hier Leute kennenlernen werde (2 habe ich allerdings bereits kennengelernt, 1 davon ist eine gute Freundin geworden. Beide Treffen waren aber nicht als "Beziehungsanbahnung" deklariert).

    Wenn Du im Internet jedoch Kontakte suchst, um einen Lebenspartner zu finden, hör auf, Dich zu beschreiben oder gar anzupreisen. Wenn der erste Eindruck gefällt, triff Dich bald mit ihm. Kurzentschlossen was zusammen trinken gehen ist kein Risiko. Erst wenn er Dir dann noch gefällt und auch er ein Wiedersehen möchte, könnt Ihr anfangen, Euch kennenzulernen.
    Diese Art der Beziehungsanbahnung ist anstrengend, denn Du weißt aus dem Internetgeplänkel NICHT, ob er Dir überhaupt sympatisch ist. In meiner "heißen Phase" habe ich da schon so manche Überraschung erlebt.

    Es braucht auch ne große Menge Glück, in den Wirren des www einen passenden Partner zu finden. Mehr sogar als im RL, denn die "Auswahl" ist so viel größer. Allerdings hört man immer wieder Geschichten von Leuten, die sich so kennen- und liebengelernt haben. Ausgeschlossen ist es also nicht.

    Ich persönlich glaube aber nicht (mehr) daran.

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    AW: K.O.-Kriterium Therapie?

    Hallo Tiana,
    ich denke schon, dass eine Therapie Ausschlusskriterium sein kann. Menschen reagieren auf diese Information bisweilen äußerst, ich nenne es jetzt mal, verhaltensauffällig. Anfang des Jahres hatte ich einen Vertreter einer privaten Krankenversicherung in meiner Wohnung sitzen. Mir war von vornherein klar, dass die Therapie ein No-go sein könnte und steckte ihm die Information, sobald er in seinem Werbegespräch mal eine kleine Pause machte. Da fiel auch sofort die Klappe. Der gute Mann wollte sein Produkt nicht mehr verkaufen, aber er tat jetzt erst einmal einiges, um mich doch nicht ganz so stark im Regen stehen zu lassen. U. a. erzählte er mir, dass es wohl weniger Amokschützen und Kindermörder gäbe, wenn sich die Menschen eher zu einer Therapie entschlössen. Dieser Kontext war natürlich vom Feinsten.
    Ich denke, dass dieser Typ ein ziemlich heftiges Beispiel war. Mit solch einer Reaktion dürfte man nur selten rechnen müssen, aber wir leben nicht in den USA, wo es richtig en vogue ist, eine Therapie zu machen. Da ist das natürlich eine Frage des Geldes. "Ich mache eine Therapie" impliziert da "Ich habe so viel Geld."
    Die Information, dass ich in Therapie bin, würde ich, da ich vom Temperament her für klare Verhältnisse bin, zwar stets schnell äußern wollen, doch gibt es dafür gewichtige Gegenargumente. So triftig die Gründe für eine Therapie auch sein mögen, muss man ja erst einmal da hin kommen, die mitteilen zu dürfen. Man steht dann, wenn man nicht aufpasst und seine Rechte und Bedürfnisse aus dem Blick verliert, allerdings ganz schnell unter einer Art Bringschuld. "Lass dir erklären, warum..." Das kann es eigentlich nicht sein. Je nachdem, was einen zu der Therapie bewogen hat, untergräbt es auch die Moral. Man kann zynisch werden, wenn die Leute sich dann ohne großes Nachfragen zurückziehen. Wenn das passiert, sollte man des Selbstschutzes halber die Klappe fallen lasssen und sich auf Leute besinnen, die nicht so reagiert haben.
    Alles Gute für dich
    Hilde
    Offizielles Schneggla von Garfield_3k

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