Guten MorgenZitat von Inaktiver User
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Ich denke und denke und denke. Aber ich komme immer wieder an die Stelle, dass erwachsene, gesunde, nicht hilfsbedürftige Menschen für sich selbst verantwortlich sind, und zwar ausschließlich und in fast allen Lebenslagen. Ich schreibe bewußt "fast", weil ich das nicht zum Dogma erklären will, denn es gibt vielleicht Situationen, in denen diese Haltung nicht möglich ist. Ich selbst finde das Leben dieser Aussage in der Theorie auch häufig einfacher als in der Praxis, aber es ändert m. E. nichts an der Richtigkeit dieser Aussage.
Wenn ich eine Beziehung zu einem Menschen aufbaue oder eingehe, übernehme ich damit nicht die Verantwortung für Themen, Inhalte seines Lebens. Und nach doch ein paar Jahrzehnten Lebenserfahrung versuche ich auch immer mich dagegen zu wehren, wenn jemand mir die Verantwortung für sein Unglück, seinen Frust oder sonst etwas zu schieben möchte. Umgekehrt übe ich mich mittlerweile sehr darin, nicht Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn ich traurig oder verletzt bin. Das klappt nach - sagen wir mal - 2 Jahren bewußtem Training auch ganz gut, nicht immer auf Anhieb, aber doch nach ein paar Tagen drüber nachdenken.
Und genau mit dieser Einstellung genieße ich auch den intellektuellen Austausch mit diesem Mann, von dem ich eben mehr nicht will. Es tut mir schlicht und einfach gut, dass es jemanden gibt, der sich gerne mit mir auseinandersetzt, ohne mich dabei emotional zu überfordern. Das ist in meiner Lebenssituation für mich das Richtige (nachzulesen im Strang Tod und Trauer, hat hier nichts zu suchen). Es geht in erster Linie darum, dass es mir gut geht.![]()
Hier hatte auch schon jemand geschrieben - mehr Solidarität unter Frauen. Da fühle ich mich in der Allgemeinheit der Aussage nicht angesprochen, sehe auch keinen Grund dazu. Ich erkläre mich solidarisch mit allen Menschen, deren Werte, Lebensweisen, Haltungen und Einstellungen ich teile oder für sie als nachvollziehbar akzeptieren kann. Da ist es mir völlig egal, ob Sie Mann oder Frau sind.
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12.05.2007, 10:17Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
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12.05.2007, 10:57Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Hallo Kranich,
Was du da schreibst, gefällt mir. Ich sehe das genauso. Ich bin nicht für das Seelenheil meiner Mitmenschen verantwortlich.
Sowieso ist es unmöglich, es jedem recht zu machen. Alles, was ich tue, kann irgendjemandem gegen den Strich gehen. Allein die Tatsache, dass ich hier auf dem Sofa sitze und etwas in meinen Laptop eintippe, kann schon für irgendwelche Leute eine schlimme Sünde oder sonstwas sein. Soll ich das jetzt derentwegen sein lassen?
Ich sehe nichts schlimmes darin, sich mit jemandem zu treffen und sich auszutauschen, wenn man denjenigen mag. Wenn der das seiner Ehefrau verheimlicht, ist es allein seine Sache. Der Mann ist erwachsen, seine Erziehung ist abgeschlossen, er muss selber entscheiden, was er macht und was nicht.
Ich verhalte mich immer meinen eigenen Wertvorstellungen entsprechend. Die stimmen in großen Teilen mit denen der meisten anderen Menschen hierzulande überein. So verkehrt kann das also nicht sein.
Dory
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12.05.2007, 11:34Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Kranich,
ich stimme Dir zu, dass der Mann für sich verantwortlich ist.
Und seine Frau auch - aber die wird vermutlich belogen, und dann hat sie nicht dieselben Möglichkeiten.
Aber ansonsten gehe ich nicht mit.
Du bist dafür verantwortlich, was Du tust.
Und Du tust hier ganz schön viel.
Du nimmst von diesem Mann etwas, was seiner Frau zusteht (nach Deinen Maßstäben!!!) - damit nimmst Du ihr auch etwas. Und Du weißt nicht, ob sie sich wehren könnte (weil Du nicht weißt, ob sie überhaupt Bescheid weiß).
Du dringst in eine Ehe ein - ziemlich aktiv.
Und Du machst "Beihilfe zur Untreue" - Du bist seine Komplizin.
Du bist nicht für sein Tun verantwortlich.
Und auch nicht für das Seelenheil seiner Frau.
Aber Du willst die Verantwortung für das, was Du tust, wegschieben - und das geht nicht.
Was spricht dagegen, seine Frau und ihn 'mal zu Dir zum Essen einzuladen?
Und wenn Du den Mann so gut kennst jetzt - interessiert Dich gar nicht, wer seine Lebenspartnerin ist?
Ich bleibe dabei, das ist nicht in Ordnung, was Du da machst.
Gruß, Leonie
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12.05.2007, 12:24Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Leonie, die Haltung ehrt Dich, aber ich halte sie für lebensfremd
Ich bin auf jeden Fall verantwortlich für das, was ich mache. Wenn ich mich dabei unwohl fühlen würde, wäre das meine Verantwortung.
Zitat von Inaktiver User
Nein, der Mann gibt mir etwas, das mir gut tut. Warum er es seiner Frau nicht gibt, ist seine Entscheidung - vielleicht gibt er ihr etwas Anderes, dass ihr gut tut, denn er will ja ganz eindeutig bei ihr bleiben. Vielleicht will sie aber auch das nicht, was er mir gibt. Vielleicht hat sie ihn damit abgewiesen, obwohl er das Bedürfnis hat. Vielleicht, vielleicht, vielleicht - ich halte nichts von Spekulationen.
Zitat von Inaktiver User
Das interessiert mich auch nicht, denn sie muss für sich selbst entscheiden, ob sie thematisieren will, dass ihr Mann in der Woche wenig zu Hause ist.
Zitat von Inaktiver User
Beihilfe zur Untreue ist ein Straftatbestand
Zitat von Inaktiver User
Ich bin mir sicher, dass Du das nicht wirklich so meinst.
Ganz genau!
Zitat von Inaktiver User
Nein, ich verantworte das, was ich tue. Aber der Mann verantwortet auch, was er tut, und für seine Ehefrau gilt das Gleiche.
Zitat von Inaktiver User
Zitat von Inaktiver User
Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Aber wäre eine coole Situation: "Guten Tag, ich bin die Frau, mit der ihr Mann seine Abende verbringt. Haben Sie eine Idee, warum er so viel mit mir statt mit ihnen spricht? Aber dafür haben sie ihn ja im Bett."
Leonie - da fehlt mir der Zugang, die Frage ernst zu nehmen.
Nein, denn das ist die Basis unserer Beziehung. Ich hinterfrage nicht seine Ehe, seine Frau, seine Kinder. Er hinterfragt auch nicht, mit wem ich mein Liebesleben verbringe, bzw ob ich überhaupt eines habe.
Zitat von Inaktiver User
Und - glaub mir- es gibt so viele Themen, über die sich Mann und Frau austauschen können. Das wird nie so langweilig, dass ich mir die Ehegeschichten anhören müßte.
Das ist Dein gutes recht, es so zu sehen. Nur wirst Du damit weder bei mir - noch falls Du selbst mal einen Partner hast, der Dir fremdgeht, bei Dir etwas ändern. Männer, die fremd gehen -gilt aber vielleicht auch für Frauen, sind entweder notorische Mistkerle, weil sie Frauen sammeln, um ihr Selbstwertgefühl zu erhalten. Oder sie stillen ein Bedürfnis, dass sie in ihrer Partnerschaft nicht abdecken können. Über erstere brauchen wir uns nicht unterhalten, bei der 2. Gruppe sollte sich dann das Paar die Frage stellen, was in der Beziehung fehlt und warum es nicht gelebt werden kann oder will.
Zitat von Inaktiver User
Ist jetzt vielleicht unsachlich, aber dieses Denken: "die Geliebte ist schuld, dass meine Ehe kaputt geht", erinnert mich irgendwie an die Einstellung: "die Schokolade und die Chipstüten sind schuld, dass ich nicht rank und schlank bin".
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12.05.2007, 12:49Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Zitat von Inaktiver User

Untreue ist auch kein Straftatbestand.Beihilfe zur Untreue ist ein Straftatbestand
Ich bin mir sicher, dass Du das nicht wirklich so meinst.
Aber ansonsten meine ich das ganz analog - das hast Du richtig verstanden.
Ich meine das aber ganz ernst. Und ich hätte das längst gemacht an Deiner Stelle. Und das finde ich überhaupt nicht lebensfremd.Leonie - da fehlt mir der Zugang, die Frage ernst zu nehmen.Was spricht dagegen, seine Frau und ihn 'mal zu Dir zum Essen einzuladen?
Davon habe ich kein Wort gesagt.Ist jetzt vielleicht unsachlich, aber dieses Denken: "die Geliebte ist schuld, dass meine Ehe kaputt geht", erinnert mich irgendwie an die Einstellung: "die Schokolade und die Chipstüten sind schuld, dass ich nicht rank und schlank bin".
Und sowieso entschuldigt das nicht Dein Verhalten.
Gruß, Leonie
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12.05.2007, 12:59Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
§ 266 StGG
Zitat von Inaktiver User
Untreue
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247, 248a und 263 Abs. 3 gelten entsprechend.
ok?!
Zu dem Rest warte ich mal auf andere Reaktionen. Da kommen wir beide nicht weiter.
Ist aber eine interessante Diskussion.
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12.05.2007, 13:19Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Die wird aber von ihrem Mann belogen und der allein ist doch dafür zuständig, ihr mitzuteilen, was er in der Zeit macht, die er nicht mit ihr verbringt.
Zitat von Inaktiver User
Der Mann gibt das, was seiner Frau zusteht einer anderen Frau.Du nimmst von diesem Mann etwas, was seiner Frau zusteht
Das klingt ja so, als wäre das eine Straftat. Ist es aber nicht. Hier wird ja noch nicht mal betrogen im üblichen Sinn.Und Du machst "Beihilfe zur Untreue" - Du bist seine Komplizin.
Das einzige, was hier vielleicht verkehrt läuft ist, dass die Frau in gewissem Sinne hintergangen wird. Möglicherweise ist sie furchtbar eifersüchtig und würde eine riesen Szene machen, wenn sie mitbekäme, dass ihr Mann mit einer anderen Frau spricht. (Dann hätte sie aber generell ein Problem. Frauen gibt es überall und auch mit denen kann er sprechen. Dann müsste sie ihn höchstens zu Hause einsperren und das wäre dann eine echte Straftat.) So sagt er es nicht, kann die Gespräche genießen und seine Frau ist zufrieden, weil ihr Mann zufrieden ist.
Vielleicht kann sich der Mann mit seiner Frau gar nicht so toll unterhalten. Darf man denn deiner Meinung nach nur noch mit seinem Lebensgefährten sprechen? Dann wäre es ja ganz schön still auf dieser Welt.
Wir wissen ja nicht, worüber die beiden sich unterhalten. Vielleicht sind das Themen, mit denen sich die eigene Ehefrau gar nicht befassen will.
Mein Ex mochte immer gern über Fußball sprechen. Sein Bedürfnis hätte er gern mit anderen Leuten befriedigen duerfen. Ich konnte damit nichts anfangen und hab ihm nie richtig zugehört.
Ich sehe hier nichts wirklich schlimmes passieren. Und zum Thema Geliebte passt es eigentlich auch nicht.
Dory
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12.05.2007, 13:35Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Kranich und Dory,
ich stimme Euch voll und ganz zu.
Wenn es schon "Beihilfe zur Untreue" sein soll, sich platonisch mit einem liierten Mann zu treffen, dann ist das Ethikkommittee der BriCom ja ganz schön streng
Wenn nichts "Schlimmeres" in der Welt passieren würde, ging´s uns ja prächtig!
I. ü. bin ich auch der Ansicht, dass jeder die Verantwortung für sein EIGENES, nicht aber für das Verhalten ANDERER trägt. Ein gebundener Mensch, der fremd geht, trägt allein dafür die Verantwortung und nicht der Single, der sich auf ihn einlässt.
PS
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12.05.2007, 13:44Inaktiver User
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Darum, dass der Mann mit anderen Frauen spricht oder sich mal trifft, scheint es aber nicht zu gehen.
Wenn ich 'mal Kranich zitieren darf:
Ich habe so einen Mann derzeit in meiner Nähe. Ich verbringe 2-3 Abende pro Woche mit ihm, wir telefonieren mehrfach am Tag. Wir lachen, diskutieren, streiten auch mal - immer bis tief in die Nacht. Ich kenne seine Sorgen, seine Hoffnungen, seine Ängste, seine Träume.
Die dazugehörige Ehefrau wird um Zeit, um Nähe, um Zutrauen betrogen - für Sex hat sie ihn (soweit ich das weiß) alleine. Offiziell habe ich kein schlechtes Gewissen, denn ich bin keine Geliebte, er geht nicht fremd. Umgekehrt wäre es für mich aber das Ende einer Beziehung, wenn mein Partner eine solche Schattenfrau hätte.
Das Verhalten des Mannes findet Kranich selbst nicht in Ordnung - das stammt nicht von mir.
Gruß, Leonie
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12.05.2007, 14:14
AW: Lieber die Geliebte und ne nette Zeit (kurz)
Es steht ihr aber nicht zu, das Beziehungsverhalten des Mannes zu kommentieren, geschweige denn zu kritisieren. Außerdem strebt sie keine Partnerschaft mit dem Mann an - insofern braucht sie das partnerschaftliche Verhalten des Mannes nicht einmal zu interessieren.
Zitat von Inaktiver User
Ich fand es auch nicht immer toll, wie meine Freundin sich ihrem Ex-Freund gegenüber verhalten hat (es ging nicht um andere Männer, sondern um seltsame Zickereien). Ich habe mich sogar gefragt, wieso er sich das bieten lässt. Trotzdem habe ich nichts dazu gesagt - denn ich habe als Freundin kein Recht, mich in die Beziehung einzumischen. Hätte ich die Freundschaft beenden sollen, weil mir ihr Verhalten als Gesamtpaket nicht so gut gefällt wie die Facetten, die mich unmittelbar betreffen?


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