Liebe Bricom
Ich möchte hier gerne mal dieses Thema aufgreifen. Es wird ja immer davon geredet, dass man mit dem - eben ev. beziehungsunfähigen - ODB mal Tacheles redet, der Schuss dann nach hinten losgeht, oder man schweigt vor Verliebtheit triefend über Jahre, um ihn/sie nicht zu erschrecken usw. usw.
Ich stecke gerade in eben dieser Situation, leider. Ich habe vor einigen Monaten einen Mann Mitte Fünfzig (geschieden) kennengelernt. Ich habe mich relativ schnell in ihn verliebt, er andererseits redet von "sehr grosser Sympathie" für mich, findet mich interessant, attraktiv, "die lustigste Frau der Welt", ist hilfsbereit, besorgt, strahlt mich an usw. Wir sind einige Male Abend- und Mittagessen gegangen, treffen uns zufällig auf der Strasse (arbeiten in der Nähe). So. Nun hat dieser Mann mich gleich zu Anfang (1. Date) geküsst, zärtlich, alles bestens, und dies jedes Mal bei unseren Treffen (auch diejenigen "auf der Strasse"). Seit 2,3 Wochen, wenn ich frage, ob wir mal wieder Abendessen gehen, wich er jeweilen aus. Nach längerem Studium meinerseits ist da rein gar nix vorgefallen, was aus seiner Sicht seiner Sympathie mir gegenüber Abbruch getan hätte, also auch kein Streit oder so. Und um es vorweg zu nehmen: er hat keine andere Frau, lebt alleine. Trotz seiner Absagen zum Essen (bzw. Ausweichen) ruft er mich nun aber ständig an, (zuvor war es mal er, mal ich) in wöchentlichen Abständen, was anfangs noch in Monatsabständen lief. Nach der 1. Absage (bzw. Ausweichen seinerseits) habe ich mich von selbst nicht mehr gemeldet, bin aber jedes mal bei Anrufen selbstverständlich freundlich und lustig, frage ihn nach seinen Dingen usw.
Hätte ich endlich mal dieses nächste Date, würde ich eben gerne mit ihm reden, geht ja aber nicht. Ich halte ebenfalls nichts von Telefondiskussionen, man sieht die Mimik des anderen nicht oder könnte - bei Bedarf - wenn in die Enge getrieben, auflegen, ich ziehe es einfach nicht vor.
Einerseits sagt mir mein Bauch, dass er scheinbar nicht (mehr) an einem gemütlichen Essen interessiert ist, und andererseits ruft er nun von selbst "ständig" an. Nachdem ich ihn vergangene Woche zum 3. Mal nach einem Treffen gefragt hatte, wurde es mir endlich zu blöde, ich werde ihn nicht mehr danach fragen. Vorgestern abend hat er wieder angerufen. Ich fragte direkt (nett) weshalb er anrufe, er meinte, na, er wolle wissen wie es mir geht und was ich gerade so tue. Wir hatten dann ein wie immer angenehmes Gespräch, ohne ein weiteres Treffen auszumachen.
Nun zu meinen Fragen:
1. Was genau will dieser Mann von mir. s.o.: Direkte Frage an ihn scheinbar unmöglich (wir hatten übrigens nie Sex, obschon ich ihm diesbezüglich gefalle, dies spüre ich zu 100%); oder:
2. Ich bin die längste Zeit am überlegen, ob ich ihm nun halt eine - nette! - Mail schreiben soll - Grund: Titel des Threads - so in etwa, da er mich ja letzten Endes stets geküsst hat - also mir indirekt Hoffnungen gemacht hatte - sich nun aber irgendwie zurückzieht, er mir da bitte ERWACHSEN und FAIR mitteilt, ob er eine Beziehung möchte oder halt nicht, und/oder was dieses Küssen hätte sollen oder soll. Ich möchte nicht bedürftig erscheinen, der Mann hat längstens bemerkt, dass ich ihm gefalle. Andersrum: muss in meinem Fall dieser Mann abschliessend dazu stehen, kann ich verlangen, dass er mir endlich sagt (oder schreibt) was er will oder nicht will? Ist es mein "Recht", den Stand der Dinge zu wissen? Nun, wenn ich mit dieser Ansage daherkomme, MUSS ich ja fast schreiben, wie es um mich steht (wird ihm ja auch klar sein, dass ich "nicht einfach so" etwas wissen will). Wirkt es bedürftig, ihm auf Risiko mitzuteilen, dass ich das Gefühl hätte, er brauche seine Freiheit, ich mir aber eine Beziehung gewünscht hätte, er sich aber keine Sorgen zu machen braucht, da ich selbst auch nicht gerne vereinnahmt werden möchte? Oder soll ich ihn links liegenlassen, sodass der/ein Mann bequem aus dieser Sache kommt? Klar, ich weiss, dass nur Küssen nicht gleich Heiraten bedeutet, nur finde ich es halt schon intim(er) und persönlicher. Und um das gehts mir.
LG u Danke für Eure bestimmt interessanten Meinungen: Kati
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 22
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28.04.2007, 14:00
Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
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28.04.2007, 14:18Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
liebe kati,
Zitat von Katja38
ich finde: ja. ob du dieses 'recht' allerdings von diesem mann bekommst, ist eine andere frage.
ich selbst würde auf eine klare anfrage immer eine klare antwort geben - die kann ja im zweifelsfall auch sein: 'ich weiss nicht genau, was ich will.' ich finde auch mit so einer ansage kann man besser leben als mit ewigen herumgedruckse, ausgeweiche und ähnlichem. einfach weil der andere dann wenigstens entscheiden kann, ob er mit jemandem zu tun haben will, der sich nicht entscheiden kann ....
alles gute für dich!
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28.04.2007, 14:28Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Ich finde direkt fragen immer gut.
Wenn du den Eindruck hast, dass er einer Verabredung ausweicht, dann sag ihm das doch auch so.
Also dass du das Gefühl hast, dass er einer direkten Verabredung ausweicht und ob dein Eindruck berechtigt ist. Das ist ohne Vorwurf, eine reine Feststellung. Und dann mal schauen, wie er reagiert.
Wäre meine Vorgehensweise.
Lise
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28.04.2007, 14:56Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
hallo
Zitat von Katja38
klar, kannst Du es verlangen, nur- wie willst Du es einfordern? Du hast ein Recht zu fragen, aber kein "einklagbares" Recht auf eine Antwort
denkst Du, dass Du ein Recht hast, Fragen zu stellen, um Klarheit zu bekommen oder nicht? wenn Du das Recht hast, dann stell sie. Ob er sich Sorgen macht ist doch sein Problem! Dass er nicht vereinnahmt werden möchte oder sich deswegen sorgt halte ich für die übliche Erklärung, die man/frau in einem solchen Fall halt denkt (kenn ich auch...). Aber vergiß es. Wenn der Mann Dich wiedersehen wollte, würde er das tun. Dass Du ihn auch sehen willst würde ihn in diesem Fall nicht abschrecken/einengen etc..Wirkt es bedürftig, ihm auf Risiko mitzuteilen, dass ich das Gefühl hätte, er brauche seine Freiheit, ich mir aber eine Beziehung gewünscht hätte, er sich aber keine Sorgen zu machen braucht, da ich selbst auch nicht gerne vereinnahmt werden möchte?
was willst Du tun, damit er nicht bequem raus kommt? zur Stalkerin werden?Oder soll ich ihn links liegenlassen, sodass der/ein Mann bequem aus dieser Sache kommt?
er wird Dir sagen, dass er Dir nie was versprochen hat oder dass er derzeit gerade ne totale Krise durchmacht und keine Beziehung haben kann und blablabla. Wenn er Dir keine Antwort geben will, wird er sich raus winden, dagegen kannst Du nichts machen.Klar, ich weiss, dass nur Küssen nicht gleich Heiraten bedeutet, nur finde ich es halt schon intim(er) und persönlicher. Und um das gehts mir.
Laß ihn laufen. Der sucht nicht wirklich Deine Nähe, auch wenn er sich gern mal mit Dir unterhält. Und wenn Dein Nick Dein Alter ist, ist er doch ohnehin etwas zu alt, oder?
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28.04.2007, 14:58
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Danke Euch für Eure Antworten und Lesen.
@Emelie
Interessante Sichtweise und zu überlegen, v.a. Dein letzter Satz. Nur weiss ich ja nicht, ob er unschlüssig ist, da die Frage an ihn von mir nicht gestellt wurde. Oder ist das Ganze schon als unschlüssig und wischiwaschi zu deuten? Hab echt Null Ahnung, wie da getickt wird, da bisher noch keine solch eher komplizierten Männer mein Leben durchkreuzten.
@Lise
gute Idee! Klingt ja auch nicht besitzergreifend. Könnte mir aber vorstellen, dass die Antwort lautet: "Habe viel Arbeit". Ist leider hierbei sehr gut möglich er ist Arzt (nicht meiner
) mit eig. Praxis.
Tja und dann?
LG Kati
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28.04.2007, 16:11Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Die Antwort hätte er dir auch schon eher geben können. Und vorher ging es ja zeitlich auch mit Verabredungen.
Wenn er die Antwort mit zu viel Arbeit bringt, dann sag ihm ehrlich, dass dich das nicht von deinem Gefühl, dass er dir irgendwie ausweicht, abbringt. Dass es dich nicht wirklich überzeugt. Denn wenn es zu viel Arbeit gewesen wäre, dann hätte er dir auch schon eher dieses Argument geliefert.
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28.04.2007, 17:44
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
@Lise
..auch wieder wahr....
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28.04.2007, 17:52Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Liebe Katja,
also ich bin ja wirklich keine Expertin, aber mir scheint, dass Du schon klar genug gewesen ist. Und wie auch immer, zur Zeit will er sich mit Dir jedenfalls nicht verabreden.
Ich denke auch, wenn er Dich wiedersehen wollte, würde er es tun. Das Telefon ist oft ein trügerisches Medium jemanden an der Angel zu halten.
Falls ich aus dem Bauch raten sollte (wie gesagt, ich habe keine Ahnung von solchen Dingen), würde ich Dir raten am Telefon immer kürzer zu werden, natürlich höflich, aber eher zurückhaltend.
Liebe Grüße und viel Glück, wie auch immer, herbstblatt2
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28.04.2007, 21:29
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Liebe Katja,
ich kann nur zu gut verstehen, was in Dir vorgeht. Ich bin momentan in einer ähnlichen Situation. "Meiner" macht das genau so. Anrufen ja - inzwischen auch von selbst ;-) - aber Treffen - hmmm, mal sehen... wenn ich Zeit hab... Stundenlange Telefonate - philosophieren über die Liebe - aber nicht LEBEN. Ich bin inzwischen soweit, dass ich den AB dran gehen lasse, wenn er anruft. Dann warte ich 1-2 Tage und melde mich dann mal kurz zurück. Ist schwer - verdammt schwer - vor allem, weil meine Gefühle echt und ehrlich sind.
Ich weiß nicht - ein Bekannter sprach kürzlich von schizoider Persönlichkeitsstörung. Einfach gesagt sind das Menschen, die keinen - oder nur ganz schlechten - Kontakt zu ihren Gefühlen haben. Sie wollen nicht vereinnahmt werden. Sie wollen nicht, dass die Gefühle, die sie empfinden (nochmal) gegen sie verwendet werden. Einerseits sehnen sie sich nach Liebe - andererseits können sie sie selbst nicht geben. Sie sind zwar gute Zuhörer und Ratgeber für andere (im Allgemeinen) - aber bei sich selbst hakt es fürchterlich.
Ich weiß nicht, ob das in unseren Fällen so ist. Bin ja keine Expertin. Aber ich habe inzwischen die Erfahrung gemacht, dass jedes direktes Nachfragen nur dazu führt, dass Dein Gegenüber nochmehr zumacht.
Insofern kann ich Dir nicht viel Hoffnung machen, dass Du damit etwas erreichen wird. Andererseits wird er auch nicht so einfach aufgeben... weil die Sehnsucht trotzdem da ist. Die Entscheidung kannst nur Du treffen. Wenn es anfängt, Dir nicht mehr gut zu tun, solltest Du von Deiner Seite aus den Kontakt abbrechen. Aber bitte ohne die Erwartung: Er wird schon merken, was er verpasst oder so. Das wird - glaube ich - nicht funktionieren.
Ich wünsche Dir viel Kraft - wie auch immer Du Dich entscheidest.
Liebe Grüße
Fanny
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28.04.2007, 21:50Inaktiver User
AW: Wieviel - wenn überhaupt - Verantwortung trägt der/die "Nichtwollende"?
Ja, so einen habe ich auch (Ist das etwa der selbe
Zitat von fanny514
) Gespräche ja, intensive Vertrautheit, aber LEBEN: nein! Ich kann das alles so unterschreiben. Ich bin auch dabei, den Kontakt ganz abzubrechen, es tut mir zwar wahnsinnig weh, aber ich glaube, sonst gehe ich kaputt! Es ist so schade, er ist so ein toller Mensch! Aber es hat dienen Sinn, und er merkt es noch nicht einmal.


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