Was bedeutet für euch Verlieben? Wie geht ihr damit um? Könnt ihr es konrollieren? Gibt es deutlich unterschiedliche Varianten? Kann man auch ohne Verlieben eine Partnerschaft beginnen? Verliebt man sich mit zunehmenden Alter anders? Was macht es aus, dass man sich in bestimmte Personen verliebt in andere jedoch nicht?
Solche und ähnliche Fragen beschäftigen mich in letzter Zeit häufiger und nicht immer finde ich für mich eine befriedigende Antwort.
Das ist ein Versuch eine philosophische, psychologische, emotionale, rationale ... Diskussion über dieses schwierige Thema zu starten. In der Hoffnung viele interessante mögliche Antworten zu diskutieren.
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Ergebnis 1 bis 10 von 16
Thema: Verlieben... was ist das?
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19.03.2007, 00:32
Verlieben... was ist das?
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19.03.2007, 09:57
AW: Verlieben... was ist das?
Hallo DerBaer,
da mich dieses Thema auch immer wieder beschäftigt (welchen Menschen nicht?!), hier mal ein Statement von meiner Seite.
Verlieben bedeutet für mich, mich zu einem Menschen hingezogen zu fühlen, immer an ihn denken zu müssen, weiche Knie zu bekommen, wenn ich ihn sehe, die typischen Schmetterlinge im Bauch zu haben.... Es gibt viele Varianten des sich Verliebens, bei jedem Menschen anders. In meiner letzten Beziehung war es so, daß ich in meinen Freund irgendwie gar nicht so richtig verliebt war mit den Symptomen, die ich oben beschreibe. Trotzdem habe ich diesen Mann geliebt. Eine Partnerschaft ist meiner Meinung nach auch ohne das himmelhochjauchzende Verlieben möglich, aber es muss von Anfang an "Etwas" da sein. Da diese Beziehung sehr unschön geendet ist, habe ich mir danach geschworen, mich nicht mehr zu verlieben, nicht mehr diesen Stress, diese Ängste und auch ein eventuelles Ende mit Schrecken durchzumachen, wie es halt bei meiner letzten Beziehung war. Daher bin ich der Meinung, daß man schon kontrollieren kann, ob man sich verliebt oder nicht, wenn man das denn will! Sprich, ich bin danach nur noch mit Scheuklappen durch die Gegend gelaufen. Da ich ja auch immer älter werde, jetzt bin ich 29, denke ich schon, daß ich mich anders verliebe, als noch vor einigen Jahren. Früher hatte man diese Bedingungslosigkeit, man gibt sich diesem Gefühl total hin und es macht einen irgendwo fertig aber auch total happy. Heute ist es bei mir eher so, daß ich Angst habe, mich auf das Verlieben noch einmal einzulassen, einfach, weil ich zu sehr verletzt worden bin. Dazu kommt ja auch, daß mich nicht jeder Mann reizen würde. Um auf Deine Frage, ob man sich in bestimmte Personen verliebt und in andere nicht, zu kommen, muss ich sagen, es gibt wenige Männer, wo ich mir vorstellen kann, mich in sie zu verlieben. Ich bin nicht übermässig anspruchsvoll, aber ein Mann muss mich faszinieren in seiner Art, auch im Aussehen. Das bedeutet nicht, daß derjenige welcher ein Schönling sein muss, ganz im Gegenteil. Oft finde ich die kleinen Makel besonders reizvoll. Aber auch sein Wesen muss mich berühren. Und diese Kombination zu treffen, ist meiner Meinung nach verdammt schwer. Ich muss ganz ehrlich sagen, daß ich mich nicht schnell verliebe, aber auch nicht schnell entliebe. Und beides ist sehr anstrengend! :o)
Ich hoffe, Du konntest meinem chaotischen Schreíben schon einige Erkenntnisse abgewinnen! ;-)
Lieben Gruss
Sternenfrau
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19.03.2007, 10:04
AW: Verlieben... was ist das?
Ok, dann beginne ich dieses Thema mal rein subjektiv:
Das Verliebtsein wird überschätzt!
Wenn ich einen Mann kennenlerne, bei dem Aussehen, Status und Charakter schön harmonieren, dann fasse ich kognitiv die Entscheidung, ihn toll zu finden, mich also quasi zu verlieben.
Da das Verlieben aber, im herkömmlichen Sinne, nicht bewußt herbeigeführt werden kann, wäre ich demnach nicht "wirklich" verliebt.
Dennoch verlangt es mich dann ständig nach ihm und es fühlt sich sehr gut an, diesen Auserwählten irgendwann zu erobern. Das Kribbeln, welches sich in solchen Situationen einstellt, könnte vorschnell als Verliebtheit bezeichnet werden, betrachtet man dieses Gefühl jedoch genau, gewinnt die Ego-Status-Aufwertungskomponente das Rennen.
Verlieben müßte doch eigentlich etwas Reines, losgelöst von jedem Hintergedanken, sein?! Nur... dieses reine Verlieben gibt es m.E. nicht (vielleicht gaaanz selten bei Rosamunde). Der Mensch verbindet durch das Ansichbindenwollen eines anderen Menschen fast immer die Erhöhung seines sozialen, finanziellen oder sonstigen Standes.
Doch egal welchem Motiv zwei Menschen folgen, wenn der gegenseitige Resepekt und die körperliche Anziehungskraft funktionieren, kann aus den verschiedensten "Verliebtheitsmotiven" soetwas wie Liebe werden.
(was immer das dann auch sein mag?- gehört jedoch nicht hierher, sondern in einen neuen Strang!)
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19.03.2007, 10:35
AW: Verlieben... was ist das?
@Constanze-C.
Ach Du Schreck! Jetzt begreife ich auch, warum es mit den Männern bei Dir nicht klappt.
Du suchst einen Partner, um Dein Ego und Deinen Status aufzuwerten? Mein Tipp an Dich: arbeite selber an Deinem Ego und an Deinem "Status" (damit meinst Du doch Geld, oder?), und Du wirst jede Menge Männer Deiner Zielgruppe kennen lernen.
Grüsse,Lola
P.S.:
"Mensch verbindet durch das Ansichbindenwollen eines anderen Menschen fast immer die Erhöhung seines sozialen, finanziellen oder sonstigen Standes"
Anstelle von "Mensch" solltes Du wohl lieber "Constanze-C." schreiben. Und eine kleine Logik-Frage: wenn Du eine Erhöhung des blablablas möchtest, kann ER das wohl nicht wollen - denn Du bist ja nicht mit ihm auf einer Stufe...nur als Anregung zum Nachdenken.
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19.03.2007, 10:50
AW: Verlieben... was ist das?
Also ich stimme der Constanze-C mal zu.
Und geh sogar noch einen Schritt weiter:
Du kannst dich nicht verlieben, wenn du dich verlieben willst. Klingt komisch? Nochmal, anders ausgedrückt: man kann sich nicht verlieben, wenn man das Gefühl sucht. Und ich sag mal, dass diese ultrarosarote Welt
a) jede(r) anders, mal mehr mal weniger empfindet und
b) abhängig davon ist wie dein(e) Angebetete(r) dich tiefer in den Kaninchenbau vordringen lässt, bewusst wie unbewusst.
Ich behaupte mal, dass die bunte Welt aus Luft und Liebe, die berühmten Schmetterlinge, das Verlangen, die Sehnsucht und das
Fixiertsein auf ihn/sie durch dich selbst gesteuert und genährt wird. Und abhängig davon ist wie rationall man denkt. Gott klingt das alles unromantisch.
Wenn du nach dem Gefühl suchst, dann kann es sich nicht einstellen. Das ist so als würde man gezielt eine(n) Partner(in) suchen, das geht auch nicht. Beziehung meine ich, kein ONS oder Affäre. Er/sie kommt immer dann, wenn du es nicht erwartest.
Daher sage ich, dass man schon allein dadurch, wie man von anderen definiert bekommt was Verliebtsein ist (vor allem in Romanen, Filmen, Erzählungen), es automatisch bei sich selbst sucht und beginnt regelrecht "abzuhaken". Wenn irgendwann mal plötzlich die Erkenntnis in dir selbst eintritt, dass du verliebt bist, dann hast du das Gefühl für dich selbst gefunden. Und hörst auf es an Definitionen abzugleichen. Es ist ein Unterschied ob man den Weg des Verliebseins kennt, oder ob man ihn beschreitet.
Ich persönlich wusste, dass ich mich auf "dem Weg" befinde, als ich meine damals noch nicht-Freundin im Türrahmen meiner Küche stehen sah, mit einem Liebestöter-Pulli, ungewaschen und frisiert, gähnend und mich anlächelnd.
Gott ist ein Genie.
Grüsse
Ronny
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19.03.2007, 11:16
AW: Verlieben... was ist das?
Du widersprichst dir gerne mal, nicht wahr?
Zitat von ronny013

Für mich ist Verliebtheit etwas wofür ich mich entscheide und das von alleine möglich wird. Plötzlich merke ich "in sie könnte ich mich verlieben": Lasse ich das zu und freue mich darüber wird es passieren, plagen mich Zweifel und ich will es nicht zulassen, dann wird es vergehen.
Trotzdem würde ich dann rückblickend vielleicht sagen: In beiden Fällen konnte ich nicht anders - ein Widerspruch?
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19.03.2007, 13:26
AW: Verlieben... was ist das?
Zitat von Shodan
Und du scheinst nicht genau zu lesen?
Ich sag's noch mal: je mehr du dich seueren lässt und je mehr du zulässt von "offiziellen" Liebesbeweisen gefüttert zu werden, desto weniger verliebt kannst du sein, weil du zu messen beginnst.
Das ist der tiefere Sinn hinter den Worten, Shodan!
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19.03.2007, 14:50
AW: Verlieben... was ist das?
Ich lese sehr genau
Zitat von ronny013
"durch dich selbst gesteuert" heißt für mich, die Verliebtheit selber zu steuern, durch unterdrücken oder zulassen, wenn man so will. Du meinst es nicht so, ok, Mißverständnisse kommen vor. Es liest sich für jeden etwas anders, das geht aus meinen Hervorhebungen denke ich hervor
Du meinst: Von "offizielle" Liebesbeweise wie Blumen oder Einladungen sollte man sich nicht manipulieren lassen, sie nicht als "Maß der Liebe" nehmen?
Finde ich nachvollziehbar, wird aber in der Realität schwerfallen. Man sollte sich nicht "überreden" lassen von Liebes"beweisen". Sie können aber auch Signale ehrlicher Zuneigung sein und dann? Nicht drauf einlassen, nicht an sich rankommen lassen vielleicht? Ich finde doch, genießen darf man sie, ohne sie zu "zählen". Es wird andere Warnsignale geben, wenn es sich nur um Manipulation handelt.
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19.03.2007, 15:06
AW: Verlieben... was ist das?
Achtung, achtung - hier ist wieder mal die Meisterin der Romantik
Vom Blutbild her gleicht "Verliebtheit" deutlich jenen Menschen die an einer Zwangsneurose leiden, auch die Symptome sind durchaus ähnlich. Man konzentriert sich zwanghaft auf ein Objekt der Begierde, andere Dinge werden unwichtig, etc. etc. - kennen wir ja alle.
Unser Gehirn hält diesen Zustand höchstens 3 Jahre aus (meistens eher kürzer) ansonsten würde es wegen Reizüberflutung Tilt gehen - auch Gehirne brauchen mal Pause :-)
Bei Gehirnscans hat man herausgefunden, dass der Anblick, bzw. der Gedanke an den Geliebten vor allem das Belohungszentrum im Hirn aktiviert - der Partner wird also quasi als Leckerli gesehen
Je frischer man verliebt ist umso stärker wird das Belohungszentrum aktiviert -> in dem Moment in dem man den Geliebten also nicht mehr NUR mit Belohnung, Liebe, wunderbar verknüpft, sondern auch schon mal mit seinen Ecken, Kanten, Macken etc. in Berühung gekommen ist (die ja durchaus auch mal schmerzen können) spreizt sich das dann wohl - die "Verliebtheit" schwindet und man denkt nicht mehr nur an "leckerli" sondern auch an: "Ist schon lecker macht aber dick - bäh!"Vergiß die Nadel - Nimm den Heuhaufen
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19.03.2007, 15:42
AW: Verlieben... was ist das?
Wieso fällt mir da jetzt der Spruch ein:
Zitat von Ente
Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort...große nach 9 Monaten?
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein


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