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    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was habt ihr denn gemacht, als ihr trotz Anstrengungen über 10 Jahre lang keinen inneren Fortschritt festgestellt habt?
    Jetzt kommt eine Antwort, die dir vermutlich gar nicht gefällt: Ich habe mich gefragt, ob ich es selber irgendwann alleine schaffen kann, diesen Fortschritt herbeizuführen? Und ich bin zu dem Ergebnis gekommen: Nein, ich schaffe das nicht, denn ich habe alles, was ich so an Ideen hatte, versucht und es hat eher so semi funktioniert.

    Und dann bin ich stationär in eine psychiatrische Klinik gegangen, um mir akute Hilfe zu holen. Das habe ich mit einem gewissen Abstand dazwischen bereits dreimal getan. Ja, das sind wirklich harte 8 bis 12 Wochen, aber man bekommt wieder eine grobe Richtung, in die man gehen kann. Und Handwerkszeug, auf das man in solchen Krisen zurückgreifen kann.

    Du versuchst das große Ganze zu verändern. Ohne wirklich eine Idee zu haben, was das sein kann und wie du das machen sollst. Sich dann einzugestehen, dass man es einfach alleine nicht schafft, ist erst mal ein Rückschlag, aber eigentlich ein Zeichen von großer Stärke. Denn man will nicht hinnehmen, dass das Leben weiter so vor sich hindümpelt. Und will da mit Hilfe von Profis etwas dran ändern. Ich habe da wahnsinnig viel gelernt. Vor allem wie viel Potenzial in mir steckt und was wichtig ist und was nicht so.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie habt ihr tagtäglich fremde Männer in der Öffentlichkeit angesprochen?.
    Ich habe nie einen Mann auf der Straße angesprochen. Das ist auch eher die ganz hohe Kunst des Ansprechens und des Selbstbewusstseins. Das muss man können und mögen. Und die Erfolgsaussichten sind da extrem gering. Das würde ich auch selber nie machen. Wahrscheinlich auch nicht, wenn ich ein Mann wäre.

    Aber vielleicht wäre ja eine Onlinedating-Plattform etwas für dich, falls du es noch nicht ausprobiert haben solltest? Da ist man durch die Anonymität ja erst mal auch geschützt.

  2. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Rotweinliebhaberin Beitrag anzeigen
    Weil du immer mit “nee, geht nicht” antwortest.
    Weil es mir so schon zuviel ist. Ich muss erstmal einen Job finden, was mich schon sehr viel Kraft kosten wird. Wenn ich einen gefunden, dann muss ich erstmal darin bestehen. Dann ist die Batterie sowieso leer. Die muss ich mit Sport wieder aufladen.
    Ich habe immer wieder versucht in meinem Leben, meine Einstellung den Umständen anzupassen. Ich habe es nie durchgehalten. Die Realität hat es immer wieder verhindert. Im Leben geht's nun mal nicht um Spaß. Das merke ich immer wieder. In der Zukunft bin ich v.a. eines: älter. Ich war Spätzünder und bin jetzt wieder seit mehreren Jahren Single. Ich komme mir vor wie der letzte Loser.
    Bald gelte ich nicht mehr als jung. Ich will so nicht alt werden, zumindest nicht bei klarem Verstand. Das tue ich mir nicht an. Nee, auf keinen Fall.
    Ich habe immer wieder versucht, die Dinge lockerer zu sehen. Aber sobald es existenziell wurde, was in einem normalen Leben keine Seltenheit ist, war es damit vorbei. Wenn einen die Angst packt, und das geht schnell bei mir, dann ist es vorbei mit jeglicher Gelassenheit.

  3. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Nika5350 Beitrag anzeigen
    Und dann bin ich in einer psychiatrische Klinik gegangen, um mir akute Hilfe zu holen. Das habe ich mit einem gewissen Abstand dazwischen bereits dreimal getan. Ja, das sind wirklich harte 8 bis 12 Wochen, aber man bekommt wieder eine grobe Richtung, in die man gehen kann. Und Handwerkszeug, auf das man in solchen Krisen zurückgreifen kann.
    In einer Klinik will ich Heilung und kein Handwerkszeug. Und v.a. bereits nach einem Klinikaufenthalt. Genau deswegen gehe ich da nicht hin, erst recht wo ich jetzt schon ein Dreivierteljahr ohne Job bin.
    Auch bei einer Psychotherapie geht es mir um Heilung. Ansonsten passen Aufwand und Ergebnis für mich nicht zusammen. Da tue ich mir diese ganze Tortur mit Therapeuten finden und Vorgesprächen nicht mehr an. Ich brauche meine begrenzte Energie jetzt für was anderes.

  4. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Nika5350 Beitrag anzeigen

    Fazit: Alles Scheiße! Alle(s) doof! Alles anstrengend! Nein! Nein! Nein! Und jetzt gebt mir mal bitte andere Tipps, die ich ebenfalls vehement ablehnen kann und werde!

    Sicherheit ist ja schön und gut, aber die eigene Komfortzone ist, wenn die so eng gesteckt ist wie deine, auch nur ein besserer Knast mit ab und zu mal Ausgang zum saufen
    Ich will leistungsfähiger werden, aber mit mehr Motivation.
    Eine Komfortzone verlässt man erst wirklich, wenn man gezielt die Qual, einen unangenehmen Zustand sucht, um sich zu verbessern. Ansonsten will man nur von einer Komfortzone in die andere wechseln. Wirklich verlässt man sie erst, wenn gezielt nicht mehr viel angenehm ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Welche Veränderung denn? Welche denn? Ein passiver, fauler Sack werden? Warum das denn? Ich will mehr Antrieb, mehr Motivation, mich also weniger zwingen, aber mindestens dasselbe, besser mehr leisten.
    Dann ändere deine Einstellung, anders geht es nicht. Sorry for no better news.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sehr gut. Aber ich habe ein anderes Wesen. Schon allein weil ich als Grübelmonster keinen offenen Blick, aber viele Sorgen habe. Ich muss erst meine Aufgaben erledigen, meine Probleme, auch alltäglichen, lösen, bevor ich überhaupt einigermaßen offen dafür bin. Ich bin dafür nicht annähernd frei im Kopf.
    Was sind denn das für Sorgen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil es mir so schon zuviel ist. Ich muss erstmal einen Job finden, was mich schon sehr viel Kraft kosten wird. Wenn ich einen gefunden, dann muss ich erstmal darin bestehen. Dann ist die Batterie sowieso leer. Die muss ich mit Sport wieder aufladen.
    Also du suchst gerade keinen Job? Und weißt aber, sobald du einen suchst, wird dir das jegliche Kraft kosten? Wieso? Und warum schaffen das andere, und du nicht?

    Und vielleicht solltest du dir echte Freunde suchen, keine Saufkumpanen.

  6. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Nika5350 Beitrag anzeigen

    Aber vielleicht wäre ja eine Onlinedating-Plattform etwas für dich, falls du es noch nicht ausprobiert haben solltest? Da ist man durch die Anonymität ja erst mal auch geschützt.
    In Kontakt kommt man meistens nur, wenn man Fotos freigibt. Ab dann ist es für mich keine Anonymität mehr.
    Meine Erfahrungen waren da nicht so wohltuend. Ich bin erstens nicht gerade der größte Mann und auch sonst gelte ich scheinbar nicht als sonderlich attraktiv.
    Deswegen kommen bezahlpflichtige Börsen nicht mehr in Frage.

  7. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und warum schaffen das andere, und du nicht?
    Das frage ich mich jeden Tag. JEDEN Tag.

  8. User Info Menu

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In einer Klinik will ich Heilung und kein Handwerkszeug. Und v.a. bereits nach einem Klinikaufenthalt. Genau deswegen gehe ich da nicht hin, erst recht wo ich jetzt schon ein Dreivierteljahr ohne Job bin.
    Auch bei einer Psychotherapie geht es mir um Heilung. Ansonsten passen Aufwand und Ergebnis für mich nicht zusammen. Da tue ich mir diese ganze Tortur mit Therapeuten finden und Vorgesprächen nicht mehr an. Ich brauche meine begrenzte Energie jetzt für was anderes.
    Natürlich arbeitet man da erst mal an deiner Heilung. Sonst könntest du das ja auch ambulant machen. Und in diesem Heilungsprozess bekommst du eben Werkzeuge an die Hand. Denn ohne die wirst du nach vielen Wochen entlassen und fängst ganz auf dich alleine gestellt fast wieder bei Null an.

    Ich habe die Erfahrung, dass man da mit der megabegrenzten Energie reinkommt und extrem aufgeladen wieder rauskommt. Ich war immer völlig fertig als ich da rein ging und mein Energielevel war fast auf 0. Mein Alltag war nur noch eine Qual. Aber ich bin da raus mit Zuversicht und Stärke. Und wahnsinnig viel Energie. Wenn dein Handy leer ist, lädt sich das doch auch nicht durch pure Willenskraft wieder auf. Nee, du musst ein Kabel und einen Stecker als Hilfe nehmen. Sonst hast du bald keinen Saft mehr.

    Und die Zeit ohne Job könntest du eben super genau dafür nutzen, denn du hast keinen Arbeitgeber im Nacken, der dich nervt, warum du denn jetzt über Monate ausfällst.

    Du könntest es als Chance sehen. Aber du willst es nicht. Das habe ich jetzt verstanden. Ohne Therapie wirst du da nur schwer bis gar nicht rauskommen und immer mehr an deiner Unzulänglichkeit, deiner Angst, deinen Erwartungen und dieser Ohnmacht verzweifeln und scheitern.

    Vor allem solltest du dir endlich mal bewusst machen: Depressionen sind eine chronische Erkrankung. Da gibt es selten Heilung bzw. nur welche bis zu einem gewissen Grad. Aber ein Arzt kann einen sehr gut einstellen und eben die richtigen Medikamente/Handwerkszeuge mitgeben, damit das Leben wieder unbeschwerter und lebenswerter wird. Und du willst dich doch wieder wohl(er) fühlen oder nicht?

  9. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und vielleicht solltest du dir echte Freunde suchen, keine Saufkumpanen.
    Das sind richtige Freunde, soweit Freundschaften für mich möglich sind. Wir schießen uns doch nicht ab. Auch unterhalten wir uns über viele ernste Themen.
    Und auch mit anderen würde ich mich selten treffen, schon allein weil ich mich selten melde würde. Und mich mit all meinen Problemen öffnen würde ich mich auch da nicht. Können sie meine Probleme lösen? Nein. Trost und Verständnis will ich nicht. Entweder die Probleme werden gelöst oder man spricht gar nicht erst über diese.

  10. Inaktiver User

    AW: Wann sollte man es aufgeben?

    Zitat Zitat von Nika5350 Beitrag anzeigen
    Aber ein Arzt kann einen sehr gut einstellen und eben die richtigen Medikamente/Handwerkszeuge mitgeben, damit das Leben wieder unbeschwerter und lebenswerter wird.
    Welche Medikamente denn? Ich hab mittlerweile alle Klassiker durch. Nur eines hilft ein bisschen, aber auch nicht antriebssteigernd oder stimmungsaufhellend. Der Zug ist erstmal abgefahren.

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