Ich war ja auch lange auf der Suche nach dieser Art Deckungsgleichheit und stelle fest: Mir genügt es mittlerweile, wenn der Partner zumindest mit dem Konzept "ich gehe gerne ins Theater/Konzert/lese Bücher..:" etwas anfangen kann und nicht abfällig die Nase rümpft.
Dann versuche ich offen zu bleiben für neues und gehe gerne mal auf Events mit, die ich bislang links liegen gelassen habe und umgekehrt kann das ja auch funktionieren.
Wichtig finde ich für mich: Einen weltoffenen Partner, der mit meinen politischen Überzeugen und Wertvorstellungen einigermaßen zusammenpasst. Und gegenseitiges Gefallen und Lust aufeinander gehören natürlich unbedingt dazu.
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15.06.2021, 14:28
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Never be afraid, never.
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15.06.2021, 14:38Inaktiver User
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Hallo nouvellevague,
ich kann mich in deinen Beschreibungen durchaus wiederfinden:
Ich habe bei den Profilen in Singlebörsen oft das Gefühl, denen ist es völlig egal, wer sich meldet, Hauptsache, es meldet sich überhaupt irgendwer (Da sind dann ausnahmslos alle zur Wahl stehenden Interessen eingefügt), oder sie sind alle so furchtbar sportlich:
"In meiner Freizeit gehe ich gerne 30 km pro Tag wandern. Das heißt - dann, wenn ich nicht gerade 70 km pro Tag radfahre oder Wildwasser-Rafting mache oder Marathon laufe, um mich für den Iron Man zu qualifizieren; so wie letztes Jahr. Ich suche eine unkomplizierte Partnerin, die ebenfalls..." *gähn*
Wie um mit dem Holzhammer zu winken: Nein, ich habe KEINEN Bauch! Schau mal, ich bin so was von JUNG geblieben! Ich bin sportlich, ich bin kein langweiliger Stubenhocker!
Ich fände es schön, wenn der eine oder andere mal auf die Idee käme, dass er ja auch einen Geist und eine Persönlichkeit hat, inklusive entsprechende Interessen und Bedürfnisse - die kann man ja auch mal ein bisschen fordern.
Bei Männern, die "kulturell interessiert" sind, habe ich bisher kein großes Glück gehabt:
Einer ist sehr subkulturell unterwegs und mag alles, was irgendwie originell ist und wozu man bloß nicht so was wie ein Oberhemd oder ein Jackett anziehen soll.
Das Können der Künstler scheint da - aus meiner Sicht - häufig eher im Hintergrund zu stehen (und damit meine ich nicht, dass immer alles "schön" aussehen/sein und leicht konsumierbar sein muss); Hauptsache, man hat eine originelle Geschichte dazu und hat sich getraut.
Ist ja auch was, aber meistens nicht so meins.
Dann kenn ich einen, der ausschließlich Klassik hört und alles andere furchtbar provinziell, unzivilisiert und beklagenswert zurückgeblieben findet (Der gleiche Mann kann sich nicht vorstellen, dass man z.B. tanzen auch einfach so kann, ohne zur Waldorfschule gegangen zu sein und Eurythmie gehabt zu haben...).
Und ich hab einen guten Freund, der selber Kunst macht und mit mir in Ausstellungen, ins Theater und die Oper und sogar zum Ballett geht - leider, wie auch die anderen beiden, als Partner absolut ungeeignet: Er ist sehr lieb und ich mag ihn gern, aber er ist mit Alltagsdingen völlig überfordert.
Ich bin noch länger Single als du und habe ebenfalls so meine Vorstellungen. Ursprünglich wollte ich auch unbedingt jemanden mit vielen kulturellen Interessen, doch bei Lesungen und Vernissagen und ähnlichen Veranstaltungen habe ich immer das Gefühl (jedenfalls hier am Ort), ich bin die einzige unter 70 im Publikum (Ich bin etwas mehr als 20 Jahre jünger). Oder es war niemand da, der mein Interesse hätte wecken können.
Inzwischen habe ich mir überlegt, dass es vielleicht schon reicht, jemanden zu finden, der reflektieren kann: über die Dinge um ihn herum, aber auch über sein eigenes Verhalten und seine Ansichten. Das erhöht die Chancen an sich nicht unbedingt, aber es gibt vielleicht so ganz grundsätzlich etwas bessere Möglichkeiten bzw. Gelegenheiten, so jemanden zu treffen - unter 70.
Geändert von Inaktiver User (15.06.2021 um 15:26 Uhr)
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15.06.2021, 17:13
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Ich habe zwei Masterabschlüsse und wurde leider durch eine psychische Erkrankung ab Ende der Uni aus der Bahn geworfen. Von der Erkrankung bin ich mittlerweile genesen, aber muss mich aktuell um eine Zukunftsperspektive kümmern (in Form einer Reha). Mich würde es nicht stören, wenn ein Partner selber gesundheitliche Beeinträchtigungen hat, weil ich natürlich nur das bieten kann, was ich selber mitbringe. Meine Pläne sind in dieser Hinsicht alle realisierbar. Meine Persönlichkeit würde ich als gefestigt bezeichnen, da kamen in den vergangenen Jahren keine großen Überraschungen mehr
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15.06.2021, 17:17
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Danke für den langen und differenzierten Beitrag! Ich gehe jetzt mal nicht auf alles ein: Ja, ich interessiere mich für Filme, aber bin keine beigeisterte Cineastin. Ein richtiger Filmnerd würde also nicht zu mir passen. Ich erwarte wie gesagt auch gar nicht, dass man in allen Belangen deckungsgleiche Interessen aufweist, aber ein gewisses grundlegendes Interesse für Kultur sollte vorhanden sein. Bei den politischen Ansichten wäre ich bis zu einem gewissen Grad flexibel, aber ein AfD-Wähler kommt mir garantiert nicht ins Haus.
Geändert von skirbifax (15.06.2021 um 17:19 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
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15.06.2021, 17:19
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Das hast du sehr schön ausgedrückt, aber ich habe den Eindruck, dass auch diese weltoffenen Personen relativ rar gesät sind. Zwar gibt es einen Haufen Männer, die gerne damit prahlen, in wie vielen Ländern sie waren, die sich allerdings nie ausgiebig mit kulturellen Differenzen auseinandergesetzt haben. Es wirkt eher wie das Abarbeiten an einer Bucketlist für Instagram, als echtes Interesse an anderen Kulturen.
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15.06.2021, 17:32Inaktiver User
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Benutz doch die Suchfunktion in einer Singlebörse. Ein paar Männer machen doch einen Haken bei den Interessen, die du suchst.
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15.06.2021, 17:34
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Ja! Es wirkt z.T. völlig wahllos. Ich hatte jetzt schon so viele Gespräche, die im Sande verlaufen sind, weil man sich nicht genug zu sagen hatte, aber ich frage mich bei manchen dieser Männer dann auch wirklich, weshalb sie mich überhaupt angeschrieben haben, wenn eigentlich klar war, dass wir nicht genug Gemeinsamkeiten haben. Ich habe dies früher auch schon Männern mitgeteilt, um den Kontakt zu beenden und habe pissige Antworten erhalten. Seitdem lasse ich die Kontakte einfach auslaufen.
Mein Nachbar ist auch so ein Fall, er hatte mich auf Tinder gesehen und mich dann auf meinem Facebookaccount angeschrieben (was ich schon ziemlich zweifelhaft finde) und war relativ hartnäckig, obwohl ich nichts mit ihm unternehmen wollte. Er hat jetzt eine Freundin, die mit mir bis auf die Haarfarbe nichts gemeinsam hat und ich weiß, dass wir uns nicht viel zu sagen gehabt hätten. Es wirkte wirklich völlig deplatziert, wahllos und nicht gut durchdacht, dafür, dass er da so hinterher war.
Ja, es gibt wahnsinnig viele Freizeitsportler, die es meiner Meinung nach z.T. auch völlig übertreiben. Ich werde nicht ständig 30km mit jemandem wandern gehen, wenn mir 10km ausreichen. Bei vielen Männern auf Datingbörsen sind Sport und der gestählte Body die einzige Währung, in der sie zu denken scheinen. Das reicht mir allerdings nicht aus, um überhaupt Lust auf ein Date zu haben, auch dann nicht, wenn einige der Kandidaten sehr attraktiv aussehen.
Solche Kandidaten kenne ich aus meinen Unizeiten nur zu gut. Da wird dann jahrzehntelang Hochschulpolitik gemacht, aber man schafft es bei der Uniparty nicht, ein paar Tische umzustellen. Oder mir begegnete in einer Bar ein Regisseur, der sehr merkwürdige Ansichten zu Gewaltdarstellungen im Film hatte (alles soll erlaubt sein, weil es ja Kunst ist. Dass man tote Frauenkörper und manche Vergewaltigungsszenen auch problematisch finden kann, davon wollte er nichts wissen. Ich bin nicht für eine Zensur, aber war dann eben der Ansicht, dass Filmschaffende sich ihrer Verantwortung bewusst sein sollten. Konkret ging es um einen Lars von Trier Streifen...). Den Klassiksnob kann ich mir auch sehr gut vorstellen
Ich bin ja gar kein Snob, der sich nur für Hochkultur interessiert, ich bin dazu durchaus in der Lage, aber eher in mehren Subkulturen zu Hause.
Das ist mir bei einer Lesung in einem sozialwissenschaftlichen Institut auch mal passiert, seitdem gehe ich da nicht mehr hin
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15.06.2021, 17:35
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15.06.2021, 17:37
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Ich finde meine Ansprüche auch nicht überzogen, weil ich ja früher mehr als genug Auswahl in den Clubs hatte. Diese Subkultur ist allerdings ziemlich eingeschlafen und deshalb musste ich mich ein wenig umorientieren, ich bin allerdings immer noch in Clubs zu Hause (zumindest wenn es wieder geht). Ich bin wie ich bereits schrieb auch filminteressiert, aber Filme sind kein absolutes Steckenpferd von mir. Ich schaue gerne B-Movies, aber bin keine begnadete Cineastin.
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15.06.2021, 17:37Inaktiver User
AW: Wieso gibt es so wenige kulturell interessierte Männer?
Verstehe.


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