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    Erwarte ich zuviel II

    Hallo liebe Forenmitglieder!

    Ich war schon einmal hier angemeldet vor ein paar Jahren (2016) mit der Frage, "Erwarte ich zuviel".
    Dabei ging es um einen Mann, in den ich mich sehr verliebte und der mir sehr viel bedeutete.
    Vom Zauber am Anfang unseres Kennenlernens, blieben am Ende viele Tränen und leider Jahre des schlecht-verarbeiten, nicht vergessen-können und aufgrund vieler letzter Worte seinerseits, die Hoffnung, dass es ein Wiedersehen geben wird, vor dem Hintergrund, er würde frei sein.

    Der besagte Mann hatte mir damals verschwiegen, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat.
    Gequält hatte er uns beide. All die Lügen. Den Schmerz und das Gefühl des ausgenutzt-worden-seins, waren unbeschreiblich.

    Zum damaligen Zeitpunkt, als ich mich an dieses Forum wandte, hatte ich davon aber keine Ahnung. Das alles kam erst raus, nachdem ich meinen Mut zusammengefasst hatte und den Vorschlägen bzw. Hinweisen der Mitglieder nach gekommen bin. Niemals hätte ich ihm das zugetraut. Das hat mich mit einer solchen Wucht getroffen und mich bis Anfang des letzten Jahres verfolgt.

    Ich habe jahrelang alles getan, um ihm nicht zufällig zu begegnen. Trotzdem kam es eines Tages anders. Das passierte dann auch öfter, ohne dass ich es forciert hätte. Immer bemerkte ich, dass noch Zuneigung für ihn da ist. Und je öfter ich ihn sah und wir auch vorsichtig miteinander sprachen, desto mehr musste ich mir auch eingestehen, dass ich den Wunsch hatte, es gäbe nochmal eine Chance für uns, einen Neuanfang.

    Der Grund, warum ich schreibe ist, dass ich mich genau da wiederfinde, wo ich damals stand. Gefühlt vor einem tiefen Abgrund oder eben der Chance, uns neu zu begegnen.
    Bei der letzten Begegnung vor einer Woche fragte er, ob wir uns treffen können. Ich bejahte und gab ihm meine Telefonnummer.
    Er bemerkte sehr wohl (so erzählte er), dass ich unsicher war und meldete sich erst ein paar Tage später.
    Wir verabredeten uns und waren zehn Stunden spazieren. Wir erzählten uns von den vergangenen Jahren und von der schmerzhaften Zeit. Wir lachten auch und es fühlte sich so vertraut an.
    Am Ende küssten wir uns. Für mich war es mehr als ich es hätte mir ausmalen können und wunderschön. Gleichzeitig dachte ich, dass ich so bescheuert bin und war unsicher. Ich konfrontierte ihn damit.

    (Damit, dass wir uns geküsst haben bzw. ich seinen Kuss erwidert habe, stoße ich bestimmt auf Unverständnis.
    Ich sehe ihn, trotz dessen, dass er mich damals so sehr verletzt hat, immer noch "auch" anders, als sensiblen Mann, wenn wir zusammen sind.)

    Ich fühlte mich in dem Moment des Kusses also auch hilflos und sagte ihm sinngemäß, dass ich nie mehr will, dass es so wehtut und ob es schlecht für mich ausgehen würde. Er fragte mich ernst, warum ich das sage und das war dann der Moment, wo er sich zurücknahm. Ich sah es in seinem Blick, wie er mich ansah. Er küsste mich nochmal zärtlich und erklärte mir, dass sich seine Situation geändert hat und nicht mehr dieselbe sei. Wir liefen noch ein Stück Arm in Arm und er fragte, wann wir uns wiedersehen, machte auch einen Vorschlag, was wir unternehmen könnten. Ich zeigte ihm meine Freude darüber und sagte ihm auch, dass wir das gerne machen können. Als ich ihn küssen und umarmen wollte, wich er aus.
    Und dann ging alles sehr schnell. Als nächstes fragte er mich, wie ich mich fühle.
    An dieser Stelle kam ich nicht mehr mit. Es war sein Ausweichen zusammen mit der Frage, wie ich mich fühle. Ich zögerte, habe dann aber gesagt, dass ich jetzt verunsichert bin.
    Er unterbrach mich und sagte mir dann, dass er mich mag und mich schätzt. Dass ich für ihn bin, wie seine zwei besten Freunde bzw. ich mit denen beiden die Einzige sei, der er sich so öffnet. Aber er wolle mir nicht weh tun.
    Ich war darauf zumindest in dem Moment nicht vorbereitet und mir stockte die Sprache. Ich nickte eigentlich nur und sagte ihm dann, dass ich das auch nicht nochmal aushalte. Er erwiderte, dass das niemand nochmal aushält.
    Er meinte auch, er könnte mir jetzt sagen, dass er mich liebt, das aber falsch wäre. Darauf antwortete ich nur noch, dass mir das aber nicht reichen wird. Er nickte.

    Wir trennten uns dann an dem Abend , aber er rief nochmal an und fragte mich wieder, wie ich mich fühle. Ich sagte ihm, dass ich traurig bin. Auf seine Frage, ob wir uns am nächsten Tag nochmal sehen und wie es weitergeht, stimmte ich einem Treffen zu, damit wir darüber sprechen können.

    So trafen wir uns und spazierten wieder stundenlang. Diesmal war es anders. Ich denke, er wartete darauf, dass ich nun etwas dazu sage, aber ich wusste nicht, wie ich beginnen sollte und auch nicht, ob ich die Antwort verkraften würde. Also schwiegen wir die meiste Zeit oder sprachen kurz über relativ Belangloses. Erst kurz vor Ende der Strecke - er hat mich noch nach Hause begleitet, da es schon dunkel und sehr spät war -, nahm er mich in seine Arme und küsste mich. Er sagte mir auch, dass er mich wieder spüren möchte, aber alles so schnell ginge. Er habe dabei kein gutes Gefühl. Ich sagte ihm, dass es ok wäre und verneinte seine Frage, ob ich enttäuscht wäre. Dann trennten wir uns mit einer Umarmung.

    Ich rief ihn am nächsten Abend kurz an, das war gestern. Ich fragte, wie es ihm geht. Darüber schien er sich zu freuen. Von der Arbeit war er sehr müde und wir wünschten uns eine gute Nacht.

    Nun merke ich, dass ich völlig aus dem Gleichgewicht geraten bin. Ich kann kaum klar denken und dieser Mann kann mir sowohl größtes Glück und Wohlbefinden bescheren als auch totale Unsicherheit.
    Er meldet sich nicht und eigentlich weiß ich, dass er mir nichts geben möchte.
    Er trinkt. Er trinkt wirklich viel und raucht sogar. Das tat er früher nur gelegentlich. Es bricht mir das Herz ihn so zu sehen. Gleichzeitig sehe ich mich nicht in der Schuld etwas zu leisten und zu investieren, wenn er doch selbst so wenig tut.

    Ich will mir auch nichts vormachen und kann ihm auch nicht böse sein. Er sprach nicht von einem Neuanfang. Es kommt nichts von ihm.

    Ich habe so lange an mir gearbeitet und mich, wenn man so will, ins Leben zurück gekämpft und nun reichen diese zwei Treffen, um mir selbst völlig zu entgleisen.

    Ich frage mich auch ernsthaft, was ich falsch gemacht habe? Ob ich zu ungeduldig bin oder ich ihn nun nach einem Zeitpunkt fragen soll, in dem ich das anspreche, was ich vorgestern tun wollte?
    Es ist verrückt, dass er mir immer noch so viel bedeutet und dass ich das Gefühl habe, ich müsse jetzt handeln.

    Ich bin für jede Sichtweise und Anregungen dankbar. Reden möchte ich mit meinen Freunden nicht, da ich mich für mein Gefühlschaos sehr schäme. Ich bin 40 und er zehn Jahre älter.

    Vielen Dank für's Lesen!

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Ist er denn jetzt Single? Und Du auch?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  3. Moderation

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Deine Frage lautet "erwarte ich zu viel" - was erwartest du denn überhaupt? Ich verstehe nicht, weshalb du dich wieder auf ihn einlässt. Er tut dir einfach nicht gut. Meide den Kontakt, stimme keinem (weiteren) privaten Treffen zu. Wenn ihr euch begegnet, beschränke den Kontakt aufs Nötigste. Guten Tag, guten Weg.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
    - Ich habe meinen Sport gefunden.


    Moderatorin für:

    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
    Über das Kennenlernen
    Forum für Alleinerziehende

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    liebe TE, Du setzt fort, was Du beendet hast, und es wird ganz genau so weitergehen, wie es war.
    Warum fragst Du uns überhaupt, wo Du es selbst doch schon ganz genau weißt?

    Ich zitiere hier mal den Spruch von einer Karte/Einstein zugeschrieben-

    mach was draus und beantworte Dir Deine Frage selbst

    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert"

    W a r u m tust Du Dir d a s an???

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Zitat Zitat von Elisabetha11 Beitrag anzeigen

    Ich habe so lange an mir gearbeitet und mich, wenn man so will, ins Leben zurück gekämpft und nun reichen diese zwei Treffen, um mir selbst völlig zu entgleisen.

    Ich frage mich auch ernsthaft, was ich falsch gemacht habe?
    Das einzige, was Du aktuell "falsch" machst, ist, wieder geradewegs sehenden Auges in Dein Unglück zu rennen für die kommenden Jahre-
    w i l l s t Du das wirklich?

    Bitte lies mal Deinen Eingangsbeitrag, als habe es eine Freundin geschrieben- was genau würdest Du zu ihr sagen???

    Entscheide Dich j e t z t und handle sofort konsequent danach!

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Ich finde, du musst dir jetzt ganz genau überlegen, was du für dich willst und es dann auch umsetzen.

    Ihr habt euch fünf Jahre nicht gesehen (oder vier oder so, ich kenne deinen alten Strang nicht) und dann habt ihr ein unglaublich aufgeladenes Gespräch, da ist die Rede von Hoffnung, Enttäuschung, er könnte dir sagen, dass er dich liebt, also rosa Torte mit Zuckerguss und Weichspüler und gleichzeitig bitteren Pillen und so überfrachtet und überladen wie ein Laster mit 300 Tonnen, wo nur 40 Tonnen zulässig sind.

    Willst du das? Willst du dich wieder auf jemanden einlassen, der dich anlügt?

    Ist es für dich Liebe, wenn dir ein Mann Ehefrau und Kinder arglistig verschweigt? Geht man so mit jemandem um, den man liebt? Kannst du ihm trauen?

    Willst du schmerzhaft ausprobieren, ob du ihm trauen kannst?

    Was möchtest du für dich persönlich erreichen?
    Du sollst die Pylone umfahren, nicht umfahren.
    Modern wird manchmal auf der ersten Silbe betont.

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Ich habe das subjektive Gefühl, er wollte nur schauen, ob du ihm immer noch so ungehemmt unter den Händen wegschmilzt. Nur ein bisschen Egopush.

    Aber ich kenne den alten Strang auch nicht, eben nur subjektives Gefühl nach der Lektüre deines EPs.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    und....bingo

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Nur ein bisschen Egopush.
    logo- und wieder voll auf ihre Kosten....

    @Elisabetha11- darf ich fragen wie jung Du bist?

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Zitat Zitat von Elisabetha11 Beitrag anzeigen
    Der besagte Mann hatte mir damals verschwiegen, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat.
    Was sagt er heute, warum er das gemacht hat?


    Er meldet sich nicht und eigentlich weiß ich, dass er mir nichts geben möchte.

    Es ist verrückt, dass er mir immer noch so viel bedeutet und dass ich das Gefühl habe, ich müsse jetzt handeln.
    Das passt doch nicht zusammen, oder?
    Er wills nichts von Dir ... warum (und vor allem wie) solltest Du jetzt handeln müssen?


    Er trinkt. Er trinkt wirklich viel
    Das ist ok für Dich?
    Oder willst Du ihn *retten*?

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    AW: Erwarte ich zuviel II

    Zitat Zitat von Elisabetha11 Beitrag anzeigen
    Es ist verrückt, dass er mir immer noch so viel bedeutet und dass ich das Gefühl habe, ich müsse jetzt handeln.
    oh ja, h a n d el n solltest Du tatsächlich, und zwar schnellstens aufwachen und erwachsen werden und den Tatsachen ungeschönt ins Auge blicken!

    Erkennen, was da falsch läuft und warum Du g l a u b s t (!) ,dass er Dir so viel bedeutet

    was bedeutet Dir sonst noch etwas in Deinem Leben? Gibt es da drei Dinge?

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