Im Prinzip kann ich die Frauen ja auch verstehen. Ich versuche mir immer vorzustellen. ob ich mir die jeweilige Frau hier in meinem Umfeld vorstellen kann. Und meist komme ich dann zu dem Ergebnis: Nein, kann ich nicht. Die würde sich hier nicht wohlfühlen und hier nicht hinpassen. Das unmittelbare Wohnumfeld ist in Ordnung, aber wir sind hier eben nur eine kleine Zahl von Ein- und Zweifamilienhäusern, und wir sind umzingelt von großen Mietshausblöcken. Das ist so eine typische West-Berliner Situation: In den 70er Jahren herrschte große Wohnungsnot, so dass überall bei Leuten mit großen Grundstücken angeklopft wurde. Wir haben hier in unserer Straße die kuriose Situation, dass es mehrere Grundstücke gibt, wo vorne an der Straße das Ein- oder Zweifamilienhaus steht, und dahinter im Garten dann Mehrfamilienhäuser mit bis zu zehn Etagen gebaut wurden. Das war damals normal und der speziellen Situation geschuldet. Nur meine Großeltern und die Nachbarn zu beiden Seiten sind standhaft geblieben und haben nie was verkauft und auch selbst keine großen Mietshäuser gebaut. Aber dadurch haben wir hier eben die Situation, dass unser gesamtes Wohnumfeld nicht zu uns passt. Ich habe das schon in der Schule gemerkt. Unmittelbar bei uns war heile Welt, aber wenige Meter weiter ist sozialer Brennpunkt.
Ich würde hier lieber heute als morgen weg, aber es geht eben nicht. Erstens wegen der speziellen Räumlichkeiten, die ich benötige, und weil ich eben auch viele Büroleistungen für meine Eltern, speziell für meinen Vater erbringe. Er wird mit zunehmendem Alter immer aktiver, kümmert sich um immer mehr Sachen, aber bei vielem wäre es eben erforderlich, etwas mit dem Computer zu machen, und dazu hat er überhaupt keinen Zugang. So muss ich täglich für ihn alles Mögliche recherchieren, ausdrucken, Mails und Briefe schreiben und so weiter. Und alles muss natürlich immer sofort sein. Ich persönlich halte 90 Prozent davon für überflüssig, aber er sieht das eben total anders. Und er macht das natürlich alles nur für mich...
Sebastian
Antworten
Ergebnis 471 bis 480 von 1358
-
31.05.2021, 08:58
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
-
31.05.2021, 09:03
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
Seb,
so langsam kommen wir hier mit Dir wohl zum Punkt!
Bitte leben Dein eigenes Leben. Du bist nicht zuständig für die Befindlichkeiten Deines Vaters. Wie alt und wie fit ist er denn? Was für (zu 90 % offenbar überflüssige) Dienstleistungen musst Du denn für ihn erbringen?
Dein Umfeld klingt auf der einen Seite toll (Haus mit Garten ist herrlich), aber das Umfeld scheint eher suboptimal zu sein . .
Da kann man eigentlich nur verkaufen (ein Tonstudio kann man vermutlich umziehen) und sich eine nette Gegend suchen.
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
-
31.05.2021, 09:15Inaktiver User
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
alles geht, w e n n man w i l l
"Ich würde lieber...aber es geht nicht" bringt niemanden weiter im Leben
finde heraus, was Du wirklich w i l l st und handle entschieden danach!
Solange Du der -sorry- "Sklave" Deines Vaters bist und nicht den Mut hast, Dich abzunabeln und Deine eigenes Leben zu leben, brauchen wir hier gar nicht weiter reden, denn das ist alles nur Augenwischerei, wenn Du das "Grundproblem" nicht beherzt angehst
Nur fürchte ich, Du steckst da schon viel zu tief drin- siehe so treffendes Beispiel #469
F a l l s Du tatsächlich bereit bist, Dich ernsthaft mit der Problematik auseinanderzusetzen, empfehle ich Dir das Buch:
Abschied von den Eltern:
Eine Anleitung für Erwachsene, die Beziehung zu den Eltern zu normalisieren
von Howard M Halpern,Geändert von Inaktiver User (31.05.2021 um 09:25 Uhr)
-
31.05.2021, 09:23
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
Ich kann dein Dilemma gut nachvollziehen...
Wenn Du das aber mal von außen betrachtest, so, als wärest Du nicht betroffen, käme höchstwahrscheinlich und sehr berechtigt die fragende Antwort: Du würdest selber lieber heute als morgen weg, aber eine Partnerin soll dahin?
Du bist beruflich stark eingebunden und "musst/darfst" jede Menge "Kram" für Deinen Vater erledigen, der nicht einsehen will/kann, dass Du das meiste überflüssig findest und der Dich natürlich nicht fragt, ob Du das überhaupt willst?
Das wird nichts werden, weil Du sowieso schon zeitlich (und vielleicht nervlich) am Limit zu sein und allfällige Konflikte nicht anzugehen scheinst, sondern als "gottgegeben" hinnimmst.
Wie gesagt, ich verstehe das sehr gut, aber für einen neuen Menschen in Deinem Leben kann das nicht vielversprechend wirken.
Du musst ja nicht sofort umziehen, aber Dir wenigstens den Weg offen zu halten, eines Tages eine andere Bleibe zu suchen, kann nur förderlich sein.
Eine potentielle Partnerin sieht sich sonst nicht nur Dir und Deinen festen Vorstellungen gegenüber, sondern Deinen Eltern und Dir und Deinen festen Vorstellungen und das Ganze noch in einem nicht sooo tollen Umfeld. Das ist doch viel zu viel. Das fühlt sich an, wie aufgefressen zu werden.
-
31.05.2021, 09:29Inaktiver User
-
31.05.2021, 09:29
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
Aber wie soll ich das konkret machen? Ich bin beruflich an den Berliner Raum gebunden, brauche fußläufig einen Bahnhof, weil die Leute sonst zu lange zu mir brauchen. Um mich räumlich nicht zu verschlechtern, darf ein Haus nicht kleiner sein als das jetzige. Dafür brauche ich ein Grundstück von etwa 1.200 Quadratmetern. Mein jetziges Haus kann ich weder vermieten noch verkaufen, da es auf dem Grundstück meines Vaters steht, und es juristisch gesehen ihm gehört, auch wenn er das nicht versteht. Von daher sehe ich da erst mal keinen Ausweg. Mein Konzept für die Altersversorgung würde dann auch komplett zusammenbrechen. Alles schwierig...
-
31.05.2021, 09:32Inaktiver User
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
und doch nicht unmöglich!
Die Problematik ist über sehr sehr viele Jahre entstanden- sooo schnell wird sich dieser Knoten nicht lösen lassen- das wird schon dauern, da einen gangbaren Ausweg zu finden...
erster Schritt:
Dir innerlich klarwerden, was Du tatsächlich möchtest
wenn eine Fee käme und Dir drei Wünsche erüllen würde- welche wären das?
Sponatan und unreflektiert beantworten ohne Zensur!
bitte lies mal das Buch! ich bin sicher, das wird Dich weiterbringen!
Abschied von den Eltern:
Eine Anleitung für Erwachsene, die Beziehung zu den Eltern zu normalisieren
von Howard M Halpern,
-
31.05.2021, 09:39
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
Ja, sehr schwierig...
Gab es dieses Geflecht "schon immer", also auch schon, als Du so um die 30 Jahre alt warst?
Du bist schon zu sehr gebunden, da passt wohl einfach kein weiterer Mensch rein.
Was hat Dein Vater gegen eine Vermietung, falls es nicht anders geht? Oder möchte er das nicht, weil er es nicht möchte?
-
31.05.2021, 09:51
AW: Wie am besten Fragen umschiffen?
Dass er der "Sklave" seines Vaters ist, lässt sich keinesfalls sagen, schließlich heißt es in Beitrag 454:
Eine Vollzeit- oder zwei Halbtagskräfte werde ich dafür später wohl brauchen, um alles zu kompensieren, was bisher meine Eltern machen.
Das ist wohl eher:
ich mach was für dich, du machst was für mich.
Und wenn sogar eine Vollzeitkraft eingestellt werden muss, wenn die Eltern mal tot sein sollten, um deren Arbeiten für ihn zu kompensieren, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass er von der gesamten Wohnsituation mehr profitiert als umgekehrt die Eltern.
Wo ist da jetzt ein Problem, wenn dein Vater nicht versteht, dass ihm das Haus juristisch gehört und also offenbar meint, es gehört dir?Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
-
31.05.2021, 09:53Inaktiver User


Zitieren
