Hallo zusammen
ich bin nach einer Beziehung wieder im Reigen der Singles und auf der Suche nach einem Mann, was leider gar nicht so einfach ist. Ich bin Doktorandin und möchte auch gern nach meiner Dissertation in der Wissenschaft tätig bleiben.
Bei der Männersuche habe ich ein teilweise das Gefühl, dass die Männer abgeschreckt sind bzw. nicht damit zurechtkommen, dass ich doktoriere und später vielleicht auch einmal Professorin bin. Es ist nicht so, dass ich verbissen meine Diss schreibe und den Blick nach links und rechts verliere. Ich schreibe sie, weil mir das wissenschaftliche Arbeiten Spass macht und ich mich weiterbilden möchte. Im Privaten bin ich eine "ganz normale" Frau mit ihren Wünschen, Ängsten und Träumen, die dann auch kein intellektuelles Gespräch führen muss und die Fremdwörter im Büro lässt ;-) . Mein Partner muss auch nicht hochgebildet sein, jedoch Verständnis für meine Arbeit haben und mich schon irgendwie unterstützen.
Wie sind Eure Erfahrungen? Haben es Männer schwer, mit Doktorandinnen (gern auch "Karrierefrauen") umzugehen? Und an euch Männer: Wie seht ihr das?
Vielen Dank für Eure Antworten, ich bin nämlich schon ganz verzweifelt
Liebe Grüsse
Julchen
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Ergebnis 1 bis 10 von 141
Thema: Doktorandin und die Männer
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07.03.2007, 20:30
Doktorandin und die Männer
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07.03.2007, 21:23
AW: Doktorandin und die Männer
Hallo Julchen,
bin auch Single und Doktorandin.
Meine Erfahrung ist, dass die meisten Männer zuerst überrascht sind, und dann noch überraschter, wenn ich ihnen sagen in welchem Fach ich promoviere (ziemlich zahlenlastig). Wenn ich ihnen dann noch sage, in welcher Branche ich vorher mehrere Jahre gearbeitet habe, weichen die meisten ein paar Schritte zurück. Was ich öfters zu hören bekomme ist ein "Oh, so siehst Du gar nicht aus" - was das soll, weiß ich auch nicht. Ich antworte mittlerweile standardmäßig darauf "Danke, ich nehme das mal als Kompliment" ; )
Nachdem die Männer den ersten "Schreck" überwunden haben, scheinen die meisten aber umso interessierter. Die, die ich mit meiner Promotion und meinem ehemaligen Beruf verschreckt habe, interessieren MICH dann nicht mehr.
Tja, so isses bei mir... ; )
Liebe Grüsse,
Lola
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07.03.2007, 21:29
AW: Doktorandin und die Männer
Ich sag es frei heraus. Als Doktorandin wirst Du am ehesten in deinem universitären oder beruflichen Umfeld einen Partner finden.
Meine Erfahrung ist, dass Männer sich schwer tun, wenn ihre Partnerin beruflich ganz andere Ziele verfolgt und auch die diffuse Angst vor intellektueller Überlegenheit ist keine Erfindung. Frauen scheint das nicht so viel auszumachen. Du wirst viel mehr Ehen und Partnerschaften zwischen Chefärzten und Krankenschwestern finden als umgekehrt.
Was nicht bedeutet, dass es nicht möglich ist, aber Mann muss gehöriges Selbstvertrauen mitbringen, damit diese Konstellation funktioniert. In einem Fernsehbeitrag über Singles kam eine Anwältin zu Wort, die bewusst vorgab, nur Anwaltsgehilfin zu sein, um Männer nicht abzuschrecken.
Letztlich bleibt Frau Frau, egal wie intelligent und erfolgreich sie ist. Weil viele Männer sich aber über ihren Beruf definieren und zumindest das Gefühl wollen, als Ernährer dazustehen, begreifen sie allzu erfolgreiche Frauen als Konkurrenz. Das führt in einer Beziehung unweigerlich zu Konflikten, wenn Mann beweisen will, dass auch er erfolgreich ist.
Auch wenn das hier Kontroversen zur Folge haben wird, glaube ich, dass Männer, die einen ähnlichen beruflichen und sozialen Werdegang wie deinen vorzuweisen haben, weniger Probleme mit deinem Erfolg haben als der nette Bauarbeiter von nebenan.
Ich erhebe den Anspruch, eine Frau an meiner Seite zu wissen, die mit mir Schritt halten kann. Gut, im Moment muss ich aufpassen, nicht abgehänkt zu werden, aber zur Not werfe ich ihr 'nen Stock zwischen die Beine.
"Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
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07.03.2007, 22:26
AW: Doktorandin und die Männer
Ich sags auch mal frei heraus: Wäre ich Single, dann würden mich Akademikerinnen sogar besonders interessieren
Gut möglich allerdings, das es Männer gibt, die Angst vor studierten Frauen haben und sich Ihnen gegenüber unterlegen fühlen.
Viel öfter dürfte aber folgende Überlegung vorkommen: Es ist bekannt, dass Akademikerinnen überwiegend mehrheitlich Partner auf gleichem oder höherem Bildungs/Karrierelevel "erwählen" (soweit der Wahl rationale Beweggründe zugrundeliegen - aber bewußt oder unbewußt tun sie das schon in signifikanten Umfang
).
Als unterlegener Mann wird daher der Gedanke "Die kann ich eh nicht halten" zu einer gewissen Zurückhaltung oder frühen Ernüchterung führen.
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07.03.2007, 22:51
AW: Doktorandin und die Männer
Klapp erst einmal deine Klischeekiste zu, bevor du auf Männersuche gehst.
Zitat von Julchen78
Ich bin selbst Wissenschaftler. Ich kenne viele Frauen in der Wissenschaft, die größtenteils liiert sind. Zum Teil mit Männern, ohne akademischen Grad. Allerdings sind diese Frauen auch nicht so drauf, dass sie ihren Männern Minderwertigkeitskomplexe andichten. Diese Haltung "Ich hab's ja so schwer mit der Männersuche, weil sich Männer mit Frauen von meinem Format einfach schwer tun." ist alles andere als attraktiv.Wie sind Eure Erfahrungen? Haben es Männer schwer, mit Doktorandinnen (gern auch "Karrierefrauen") umzugehen? Und an euch Männer: Wie seht ihr das?
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07.03.2007, 22:55Inaktiver User
AW: Doktorandin und die Männer
etwas OT, aber dennoch wichtig: bist Du sicher, dass Du promovierst?
Zitat von Julchen78
Geändert von Inaktiver User (07.03.2007 um 22:55 Uhr)
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07.03.2007, 23:00
AW: Doktorandin und die Männer
psst, "doktorieren" sagt man in der Schweiz, meint aber dasselbe
Zitat von Inaktiver User
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07.03.2007, 23:09
AW: Doktorandin und die Männer
Das Doktorandentum habe ich hinter mir, und zwar auch in einem zahlenlastigen Fach, ähnlich wie die rennende Lola. Diesem Fach wird Frauenmangel angedichtet, was aber überhaupt nicht stimmt. Jedenfalls habe ich sozusagen die Männerquote erfüllt.
Es waren fast alle Frauen liiert, genau wie Vyras sagt. Eine Frau verdient jetzt sogar den Familienunterhalt, und der Mann betreut Haus und Kinder. Bei allen Paaren hatte ich den Eindruck, dass sich diese ungewöhnlich gut verstanden.
Auch mir als Mann wird meinem akademischen Grad häufig Skepsis entgegengebracht. Ich glaube, das ist weniger geschlechtsspezifisch. Es gibt halt manchmal einen gewissen Vorbehalt gegenüber Titeln. Der verliert sich aber meist, wenn man sich länger kennt.
Ich denke, du musst eine gewisse Überzeugungsarbeit leisten um klarzumachen, dass für dich keine Sonderbehandlung nötig ist. Meiner Erfahrung nach ist das oft nur eine kleine Hürde, bis es zum "der ist gar nicht so" kommt. Bezieh es jedenfalls nicht auf deine Kombination Frau und Doktorandin.
Vielleicht muntert es dich ein wenig auf, wenn ich sage, dass ich in der Regel meine akademischen Kolleginnen sehr nett fand und in keiner Weise den Eindruck hatte, sie seien abgehoben oder elitär. Auf Wunsch kann ich dir natürlich ein Empfehlungsschreiben ausstellen.
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07.03.2007, 23:16
AW: Doktorandin und die Männer
Hallo Julchen,
ich war Doktorandin und bin jetzt schon fast 10 Jahre promoviert. Ich kenne deine Erfahrungen. Viele Männer kommen damit nicht klar, vor allem solche Männer, die von sich selber denken, dass sie unter ihrem Niveau arbeiten, dass ihre eigentlichen Fähigkeiten nicht erkannt oder geschätzt werden. Da kann es zu ganz fiesen Angriffen und Streits unter der Gürtellinie führen. Auch umgekehrt, ich wurde manchmal sauer und ungerecht und arrogant meinem damaligen Freund gegenüber. Es hat mich genervt, dass er (wie ich meinte? oder tatsächlich?) Komplexe hatte.
Ich bin jetzt, nach meiner Promotion, mit einem Anwalt zusammen gekommen, den ich sehr bewundere, weil er sich eine schöne Kanzlei aufgebaut hat, etwas "eigenes" (wie meine Diss), aber auch er sagt manchmal so Sachen wie "Mir wurde auch nach dem Studium eine Promotion angeboten" - vor allem, wenn er Leute aus meinem Bekanntenkreis trifft.
Aber heute (und bei ihm ) kann ich darüber lächeln.
Für uns sieht das vielleicht nicht so aus, aber von "aussen" ist so ein "Dr." vor dem Namen einfach beeindruckend.
Also, was ich dir sagen kann: wenn du mal promoviert bist, dann ist das auch für dich selber (und damit in der Beziehung) nicht mehr so ein Alltagsthema. Und damit kein Beziehungs"faktor" mehr. Es ist wirklich so. Wenn du etwas Abstand dazu hast und keine Doktorandin mehr bist, dann wirst du auch nicht mehr so darüber definiert.
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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07.03.2007, 23:35Inaktiver User
AW: Doktorandin und die Männer
danke *flüster*
Zitat von Hofnarr


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