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  1. User Info Menu

    Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Etwa mehr als ein Jahr ist vergangen, seit einen ähnlichen Posting von mir. Eigentlich war ich Anfang letzten Jahres guter Dinge. Mehr oder weniger. Gerade aus dem Ausland zurück nach D zurückgekehrt. Und fest entschlossen, es noch einmal beziehungstechnisch zu probieren, offener sein, optimistischer.

    Kurz und knapp zum Hintergrund: Ich bin jetzt Ende 20, mein Liebesleben dreht sich seit Jahren im Kreis. Meist will ich nicht; dann will er wieder nicht. Und so geht das Jahr für Jahr und ich finde keine Lösung, warum es bei mir einfach nicht klappen will. Zu verbissen, zu locker, zu abweisend, zu anhänglich, zu anspruchsvoll, zu anspruchslos, zu optimistisch, zu pessimistisch, zu naiv, zu kritisch. Mir scheint, als könne ich in diesem ewigen Dating-Jungle so gar nichts richtig machen. Und schaue anderen zu wie sie sich verlieben, miteinander leben als wären sie füreinander bestimmt. Bei mir dreht sich alles in einer Endlosschleife, bei der ich jedes Mal vor demselben Tor stehe: Es passt nicht! Meist kann ich mir mit dem anderen rein gar nichts vorstellen, dann die wenigen Male bei denen ich mich ein bisschen zu jemandem hingezogen fühle und zaghaft Interesse zeige, passiert wieder der größte Reinfall des Jahres.

    Vor einigen Jahren entdeckte ich Dating-Apps für mich. Zuerst ein Segen, weil es mir viel Bestätigung brachte, die ich sehr genieße. Inzwischen schwindet die Hoffnung mit jedem belanglosen Date, bei dem ich mir vorkomme als hätte ich es schon zigfach erlebt immer weiter. Für mich scheint es der vollkommen falsche Weg zu sein; denn tatsächlich gefiel mir dort wirklich gar kein Mann. Mit dem ein oder anderen traf ich mich zwar eine Weile lang in der Hoffnung noch eine andere Seite an demjenigen zu entdecken, hielt es aber irgendwann nicht mehr aus, weil ich die Inkompatibilität schlicht nicht mehr ignorieren konnte. Außerdem finde ich es sehr unfair jemandem anderes Hoffnungen zu machen, obwohl man sich selbst schon längst ausgeklinkt hat. Daher versuche ich es immer recht zügig zu beenden. Bei meinen eigenen Unglücksstories war ich immer maßlos enttäuscht, wenn jemand mir Hoffnungen gemacht hat und sich dann einfach wieder zurückgezogen hat. Man verliert einfach sehr viel Vertrauen in andere Menschen und auch in sich selbst, weil man irgendwann glaubt gar nichts mehr richtig einschätzen zu können.

    Das möchte ich den Männern, die sich sehr um mich bemühen, wirklich ersparen, weil ich weiß wie mies sich das anfühlt.

    Hachja, einfach mal ein bisschen ausheulen, tut auch gut. Gerne auch umkommentiert lassen. Aber vielleicht weiß einer Rat. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch wenn ich inzwischen immer mehr die Überzeugung gewinne, dass die Liebe nur zu einigen (wenigen) Glücklichen findet und andere danach ein Leben lang vergeblich suchen. Vielleicht ist das ja das wahre Geheimnis, welches nur keiner zugeben möchte.

  2. Inaktiver User

    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Liebe Scarlett,

    Du wirst in diesem Thread noch viele Male lesen: "Das wird noch. Du bist ja jung, und das Leben liegt noch vor Dir."
    Gleiches sage ich Dir auch.

    Allerdings liegt hierin:
    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    [...], auch wenn ich inzwischen immer mehr die Überzeugung gewinne, dass die Liebe nur zu einigen (wenigen) Glücklichen findet und andere danach ein Leben lang vergeblich suchen. Vielleicht ist das ja das wahre Geheimnis, welches nur keiner zugeben möchte.
    auch ein Funken Wahrheit.

    Ich (Ü50) kenne mehrere (tolle) Gleichaltrige, die ihr Leben lang vergeblich nach einer erfüllten Beziehung gesucht und durchweg schmerzlich vermisst haben, und bei denen auf den ersten Blick keine offensichtlichen Gründe dafür vorliegen. Auffällig ist, dass außer dem Beziehungsthema ihre anderen Lebensbereiche zumeist bilderbuchmäßig laufen, ohne dass sie hier auch nur annähernd so viel Aufwand reingesteckt hätten wie in die Beziehungssuche.
    Ich glaube hierbei nicht an unglückliche Zufälle.
    Sondern: Dass es zu vielen Menschenleben gehört, dass es eine Sache gibt, die einem sehr wichtig ist, die man aber aufgrund eines [Arbeitsbegriff:] "blinden Fleckes" lebenslang nicht auf die Reihe kriegt, so sehr man sich auch aktiv daran abarbeitet, während die anderen Bereiche meist Selbstläufer sind.
    Lebensbaustellen-Klassiker: Beziehung. Arbeit. Kinder(losigkeit). Gewicht.

    Outing: Bei mir ist es das Thema Arbeit. Zwar konnte ich bisher mein Auskommen erwirtschaften, aber habe es bis heute nicht auf die Reihe bekommen, einen für mich wirklich passenden Job zu finden. Für fast alle meine Jobs war ich die suboptimale Besetzung und habe sie nicht gemocht; die, die ich gerne gehabt hätte, habe ich nicht bekommen, und in die Lösung dieser Frage habe ich Energie ohne Ende gesteckt, das Thema hoch- und runter-analysiert. Ergebnisse dieser Analysen wie auch Ratschläge Wohlmeinender, Feedbacks, Coaching, Lektüre ohne Ende, etc. haben daran bis heute nichts geändert.
    Mir ist bewusst, dass es sich nicht um eine grundsätzliche Job-Inkompatibilität handelt, sondern dass ich auf diesem Gebiet einen merkwürdigen blinden Fleck habe bzw. den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.
    Gleiches denke ich über die ewig erfolglos Partner-Suchenden.
    Einerseits weiß ich keinen konkreten Rat, was sie anders machen könnten, andererseits spüre ich deutlich, dass es kein Zufall ist, sondern eine Art mentale Blockade.

    Eine solche lebenslange Aufgabe verwandelt sich allmählich von "den richtigen Job (bzw. Partner, etc) finden" zu "das beste aus dem Status Quo machen & Akzeptanz".
    Ein echtes Umsteuern gelingt vermutlich nur in jüngeren Jahren.

    Eine "Tragik" sehe ich hier übrigens nicht, sondern mehr so etwas wie eine Lebensaufgabe.

  3. Inaktiver User

    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich (Ü50) kenne mehrere (tolle) Gleichaltrige, die ihr Leben lang vergeblich nach einer erfüllten Beziehung gesucht und durchweg schmerzlich vermisst haben, und bei denen auf den ersten Blick keine offensichtlichen Gründe dafür vorliegen. Auffällig ist, dass außer dem Beziehungsthema ihre anderen Lebensbereiche zumeist bilderbuchmäßig laufen, ohne dass sie hier auch nur annähernd so viel Aufwand reingesteckt hätten wie in die Beziehungssuche.
    Ich glaube hierbei nicht an unglückliche Zufälle.
    Sondern: Dass es zu vielen Menschenleben gehört, dass es eine Sache gibt, die einem sehr wichtig ist, die man aber aufgrund eines [Arbeitsbegriff:] "blinden Fleckes" lebenslang nicht auf die Reihe kriegt, so sehr man sich auch aktiv daran abarbeitet, während die anderen Bereiche meist Selbstläufer sind.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einerseits weiß ich keinen konkreten Rat, was sie anders machen könnten, andererseits spüre ich deutlich, dass es kein Zufall ist, sondern eine Art mentale Blockade.
    Das ist ein sehr interessanter Gedanke!
    Aber eine solche Blockade wäre doch in Deinem Fall beispielsweise durch die Coachings deutlich und vielleicht behebbar geworden, oder?

  4. Inaktiver User

    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist ein sehr interessanter Gedanke!
    Aber eine solche Blockade wäre doch in Deinem Fall beispielsweise durch die Coachings deutlich und vielleicht behebbar geworden, oder?
    Hm. Kommt drauf an, woher sie kommt und wie stark sie ist, vielleicht auch, wie früh man sie angeht.
    Ich komme ja durchaus zurecht und arrangiere mich mittlerweile mit der Situation, ziehe das Positive raus, habe viel mangelnde Job-Erfüllung durch Aktivitäten und Schwerpunkte außerhalb des Jobs kompensiert, usw... - nur wird eben der Gesamteindruck bleiben, dass ich in meinem Leben beruflich unter meinen Möglichkeiten geblieben bin.

    Bogen zurück zum Strangthema: Meine Aussage ist, dass bei Nicht-Erreichen von etwas Gewünschtem über einen langen Zeitraum das meist weder am Zufall noch an grundsätzlichem Unvermögen liegt, sondern an einer mentalen Blockade.

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    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Ohwei, das klingt ja gar nicht gut :( Aber ein bisschen Zeit habe ich tatsächlich- das ist schon richtig. Am Ende bleibt ja immer noch die Möglichkeit sich mit einem der zunächst unerwünschten Verehrern zusammenzutun. Meine Voraussetzung wäre lediglich, dass ich ihn halbwegs attraktiv finde und ich ihn ganz gut im Alltag ertragen kann :-D Wobei das ja gerade trotzdem unerreichbar scheint... ich hatte mal einen sehr guten Freund (d.h. wir sind immer noch befreundet), der sich ca. 2 Jahre um mich bemüht hat, mir wirklich die Welt zu Füßen gelegt hat... Da war ich Anfang 20 und dachte immer, es käme noch jemand anderes :-D

    Damals hat mich seine fehlende Attraktivität am meisten gestört. Aber eigentlich hätten wir charakterlich schon recht gut zusammen gepasst. Ich setze ein bisschen drauf, dass ich so einen Ähnlichen (vielleicht ein klitzeskleines bisschen attraktiver) vielleicht doch noch finde.

    Und vielleicht ist es im Moment auch wirklich gut, dass ich eher etwas pessimistischer bin. Der große Reinfall letztes Jahr hat sich auch dadurch ereignet, dass ich zu optimistisch war, obwohl es wohl keinen Anlass dazu gab. Irgendwie dachte, es sei diesmal anders. War es aber nicht- es war wieder genau derselbe Mist. Richtig veräppelt kam ich mir dann vor, als er mir mehr oder weniger zu verstehen gab, dass seine Idealvorstellung von einer Beziehungsanbahnung eine lange Phase des Kämpfens ist, wo die Frau am Anfang nicht will und dann nach langem Kampf sich überreden lässt

    Hab mich selten so veräppelt gefühlt. Zumal ich mich selbst fragte, wie er denn die unwillige Dame trotz seiner vollständigen Unerfahrenheit im sexuellen Bereich (männlich, Jungfrau, 30 sucht :-D) und seiner totalen Verunsicherung in diesem Bereich verführen möchte...

    Und ich Idiot dachte, es sei eine gute Idee, nicht so abweisend wie sonst zu sein, um ihm mehr Sicherheit zu vermitteln

    Wieder was gelernt :-D Ich bleibe also bei meinem Eisprinzessinendasein. Es gibt nichts Besseres als wenn ein Mann einem die Welt zu Füßen legt

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    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Hallo,
    Bin in versuchung mit dir zu schimpfen, unterlasse es aber 🙂

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    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Haha, warum ? :-D

  8. Inaktiver User

    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    ... Da war ich Anfang 20 und dachte immer, es käme noch jemand anderes :-D

    Damals hat mich seine fehlende Attraktivität am meisten gestört. Aber eigentlich hätten wir charakterlich schon recht gut zusammen gepasst. Ich setze ein bisschen drauf, dass ich so einen Ähnlichen (vielleicht ein klitzeskleines bisschen attraktiver) vielleicht doch noch finde. .....

    Wieder was gelernt :-D Ich bleibe also bei meinem Eisprinzessinendasein. Es gibt nichts Besseres als wenn ein Mann einem die Welt zu Füßen legt
    Naja, da ist entwicklungstechnisch schon noch Luft nach oben

    Gut möglich dass du irgendwann im Herzen spürst was wichtig ist beim konkreten Gegenüber.
    Dann ist dir der nicht ganz so attraktive Mann, der aber sonst gut zu dir passt und dich umwirbt ein Glücksfall und nicht mehr 2. Wahl...

    Oder du begegnest dem perfekten Mann, wer weiß. Das Leben ist unberechenbar.

  9. Inaktiver User

    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Haha, warum ? :-D
    Darum wohl:
    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Am Ende bleibt ja immer noch die Möglichkeit sich mit einem der zunächst unerwünschten Verehrern zusammenzutun. Meine Voraussetzung wäre lediglich, dass ich ihn halbwegs attraktiv finde und ich ihn ganz gut im Alltag ertragen kann.
    Das machen viele so, v.a. wenn sie ein Kind wollen und die Uhr tickt.
    Was Du damit bekommst, ist Freundschaft plus Sex plus Exklusivität. Dass einem das reicht - das muss man können. (Ich könnt's nicht.)
    Geändert von Inaktiver User (26.04.2019 um 20:18 Uhr)

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    AW: Und täglich grüßt das Murmeltier Teil II

    Naja, das ist ja schon eine ganze Menge :-D So über ein ganzes Leben verteilt.

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