Ich bin an sich eine recht erwachsene Frau (38) - also das würde man zumindest denken - und habe nun alle möglichen Beiträge zu potentiellen Arzt-Schwärmereien durchgelesen... Tja. Da mir das Kennenlernen mit einem Arzt aber nicht mehr aus dem Kopf geht, und das schon seit drei Monaten, schreibe ich trotzdem hier rein. Und hoffe auf objektive Rückmeldungen :-)
Ich habe den Mann - 50 - als kühlen, hochprofessionellen Chefarzt kennengelernt, der sich vor und nach meiner relativ kleinen OP angemessen viel Zeit genommen hat. Ich hatte ihn als zuständigen Arzt "erhalten", weil ich zu ihm überwiesen worden war und privat versichert (kleiner Beitrag) bin.
Seine Stellvertreterin - offenbar min. kurz vor dem Burnout - hat während meines Aufenthaltes im Spital ein riesengrosses, extrem unprofessionelles Theater veranstaltet, was u.a. mich als Patientin direkt betroffen hatte. Unter anderem wurde meine OP kurzfristig verschoben, denn sie hatte den ganzen Plan durcheinander gebracht. Ihm, dem Chefarzt, war das alles deutlich unangenehm.
Vor der verschobenen OP ging er mit mir dann noch die Analysen am PC im Personalzimmer durch - total nett und auf Augenhöhe; mich interessierte das alles auch sehr. Ich sass da also neben ihm und ein paar Mitarbeiter - besonders junge Frauen - sahen immer mal wieder grimmig zu mir hin... was ich nicht nachvollziehen konnte, da ich sein Verhalten als sehr professionell empfand.
Kurz vor meinem Weggang aus dem Krankenhaus führte ich mit ihm noch ein Gespräch über Verwaltungstechnisches im Krankenhaus - also über krasse Mängel, die alle Patienten betroffen hatten. Sogar dieses Gespräch war völlig auf Augenhöhe, und er meinte sogar, er wäre nicht unfroh, wenn ich mich bei der Verwaltung beschweren gehen würde, vielleicht käme dann ja mal irgendwas ins Rollen.
Nun, nach diesem Gespräch war ich komischerweise wirklich angetan von ihm. Er, der offenbar auf viele arrogant wirkt, liess sich von mir Paroli bieten und führte ein ernsthaft interessiertes Gespräch über Mängel im Gesundheitssystem mit mir. Auch meine Zimmernachbarin war ganz verdutzt- allerdings war sie das allein schon deshalb, weil ich überhaupt ohne rot anzulaufen mit ihm sprechen konnte...
Zur ersten Nachkontrolle dann war ich unglaublich motiviert, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Ich zog ein - schlichtes, aber oberhalb der Knie endendes - Kleid an und ging freudig zu dem Termin. Obwohl ich noch Schmerztabletten nehmen musste und nicht wirklich mobil war. Und erst danach wurde mir bewusst, dass das schon etwas speziell war. Denn noch während der Zeit rund um die OP hatte ich gar keinen Wert mehr aufs Aussehen gelegt.
Auf jeden Fall war die Kleidungswahl dann doch nicht so gut getroffen, weil mein Narbe am unteren Rückenbereich ist. Er stand also hinter mir und musste das Kleid hochziehen, was irgendwie komisch war - also es ist ganz anders, als wenn man einfach selbst die Hose etwas lockert und den Pulli ein kleines Stück weit hochzieht.
Und ich habe ihn da einfach bereits als attraktiven Mann empfunden, mit dem ich gerne in einem Raum bin.
Bei der nächsten und letzten Kontrolle - die ca. 30 Minuten dauerte - kamen wir zu 95 Prozent über Allgemeines wie Sport zu sprechen und er holte dazu auch wirklich aus, schien gar nicht unter Zeitdruck zu stehen. Dabei wusste ich, dass im Warteraum noch mehrere waren.
Ich erzählte ihm von meiner einige Monate zurückliegenden Kur und da liess er durchblicken, dass er sowas auch toll fände. Zeit für sich, Entspannen, täglich schwimmen gehen... ja, das wäre schon was, meinte er. Aber der Beruf würde es kaum zulassen... und die Kinder seien ja auch noch - und bei diesem letzten Satz sah er mich wirklich auffallend eindringlich an. Und zwar nicht glücklich dreinschauend, sondern irgendwie so, als sollte eine Message rüber kommen. Ich bilde mir das vielleicht ein, aber sein Blick dabei war wirklich auffällig.
Auf jeden Fall habe ich ihm dann unbeschwert zugeredet, dass er sowas trotzdem mal machen und auch mal auf sich schauen solle. Und dass er ja sicher noch lange gesund sein wolle etc. Er schwadronierte dann etwas daher, meinte: "Ja, vielleicht nimmt man sich immer zu wichtig. Wenn man stirbt, ist man ja auch nach drei Tagen ersetzt..."
Ich war bei dem Termin wirklich einfach ich selbst und selbstbewusst, und die ganze Konversation war wieder komplett auf Augenhöhe. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass er sich auch gerne mit mir unterhält.
Ich kann nicht sagen, dass ich mich in ihn verguckt hätte, aber ich würde ihn wirklich gerne wieder und öfters treffen. Er spricht mich als Person sehr an und ich fühlte mich beim Reden mit ihm irrsinnig wohl - und auch gefordert. Was mir sonst meistens fehlt. Nichtsdestotrotz hatte ich mir bei den Nachbehandlungen eingebildet, dass auch eine zumindest kleine erotische Komponente dabei war... Und ich bin mir bewusst, dass ich mir alles Gespürte vermutlich nur einbilde, aber bis dato hatte mein Bauchgefühl immer recht.
Bis dato haben mich um so viele Jahre ältere Männer aber nie angesprochen. Und wenn es um den Arztberuf gehen würde, gäbe es einige jüngere, die alleine optisch sehr ansprechend sind.
Mich interessiert aber dieser Mann, und ich frage mich, wie ich ihm - als Person allg. - näher kommen könnte. Zu allem, was ohnehin schon gegen ein Kennenlernen spricht, ist er ja auch noch ein anerkannter Experte auf seinem Gebiet, mit entsprechender Position...
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Ergebnis 1 bis 10 von 199
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14.03.2019, 00:08
Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
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14.03.2019, 00:28
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
So toll er als Mann ist - er ist dein Arzt und muss, solange du Patientin bist, Abstand halten.
Du kannst ihm höchstens näher kommen, wenn du ihm irgendwo anders über den Weg läufst, z.B. in einer Kneipe oder beim einkaufen. Und selbst dann solltest du damit rechnen, dass er mit dir nur reden mag und an nichts weiter interessiert ist.
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14.03.2019, 00:28
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Komm wieder runter. Du steigerst dich in etwas rein.
Auch was er so zu dir gesagt hat... finde ich völlig normal und blabla.
Und selbst wenn du irgendwelche ominösen Schwingungen gespürt hast, kann ja sein.
Passiert vielleicht bei einm Mann in der Midlife-Crisis. Aber in seiner Position hat er es sicherlich nicht deswegen dorthin geschafft, weil er sich mit Patientinnen eingelassen hat.
Ein Profi lässt sich nicht auf so etwas ein.
Außerdem: Krankenhaus-Ärzten begegnet man im Allgemeinen dann, wenn man sie braucht.- Im Krankenhaus. Wie solltest du sonst in Kontakt mit ihm kommen, außer du schreibst ihm oder belästigst ihn privat.
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14.03.2019, 04:44
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Oh je - schlag‘ es Dir aus dem Kopf. Wo willst Du denn außerhalb des Krankenhauses in Kontakt kommen mit ihm?
Ich kann das auch ein wenig nachvollziehen, ich begegne seit Januar ständig einem neuen ‚Halbgott in weiss‘ , weil ich viel im Krankenhaus bin, und da gibt es auch flotte Exemplare (der flotteste ist ausgerechnet der Anästhesist, der einen einschläfert sozusagen 😂😂😂). Aber das hört sich sehr irreal und einseitig an und ich würde wahrscheinlich meinem Arzt nicht mehr professionell trauen, wenn er sich mit Patientinnen einlässt. Lass‘ es sein.
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14.03.2019, 05:33
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Vielleicht war seine "Message " bei dem.Satz mit den Kindern " Ich habe eine Familie, hören Sie auf mich anzubaggern"
Du hast Dich in eine Schwärmerei reingesteigert, mehr nicht.
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14.03.2019, 05:52Inaktiver User
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Jepp. Das unterschreib ich mal.
... und...
was daran "hochprofessionell" sein soll, dass er offenbar sowohl vor Patienten Personalinterna ausquatscht (seine Assistentin kurz vor dem Burnout und bringt OP Pläne durcheinander?) und mit Patienten in Anwesenheit anderer (die wahrscheinlich ihre Pause in Ruhe verleben wollten, daher die "grimmigen Blicke"...) im Personalzimmer deren Krankenakte durchgeht, erschließt sich mir übrigens auch nicht wirklich....
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14.03.2019, 05:59
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Wenn man bei der Geschichte mal Arzt durch Anwalt, Biologe oder Chemiker ersetzt - und daher noch die Episode mit dem Kleid streicht - muss sie ihn sich dann auch aus dem Kopf schlagen?
Er hat Kinder, vermutlich nicht mehr klein.
Bedeutet das zwingend, dass er verheiratet ist?
Ich sehe nur:
Da ist ein Mann, den Tuesday spannend findet. Lebensumstände unbekannt.
Also ran an den Speck. :)
Die Frage nach einem Kaffee ist nicht lebensbedrohlich und er kann ablehnen, wenn etwas dagegenspricht.
Würden die meisten Männer in ähnlicher Situation das Handtuch werfen, ohne ihr Glück überhaupt zu versuchen?
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14.03.2019, 06:05Inaktiver User
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Der Doc war freundlich und spricht mit dir...wow - so wie mit jedem Patienten vor dir und nach dir.
Er hat Kinder, und wahrscheinlich die dazugehörige Frau, die dem großen Chefarzt den "Rücken" frei hält, während Patientinnen wie du glauben er ist Freiwild...
Das du nicht rot wirst beim Reden mit einem Arzt finde ich lustig - wieso sollte man das?
Witzig finde ich, wie oft Frauen glauben ihr Arzt interessiere sich nur für sie...nur weil er freundlich ist. Die Herren in weiß haben einen Ruf zu verlieren darum sind sie selten unfreundlich zu ihren Patienten und zudem gehts auch um das Krankenhaus für das sie arbeiten....
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14.03.2019, 06:07Inaktiver User
AW: Klischee oder nicht - von Arzt angezogen
Geändert von Inaktiver User (14.03.2019 um 06:12 Uhr)
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14.03.2019, 06:10Inaktiver User


- allerdings war sie das allein schon deshalb, weil ich überhaupt ohne rot anzulaufen mit ihm sprechen konnte...
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