Hallo zusammen,
ich habe jetzt länger mit mir gehadert, ob mein Thema wichtig genug ist um einen eigenen Strang zu eröffnen. Möchte aber auch keinen anderen dafür "missbrauchen" und habe gerade einfach das Bedürfnis nach ein paar Außenstehenden Meinungen und Tipps und würde mich freuen, wenn ihr mir helft.
Ich bin nämlich recht gut darin, Dinge als Außenstehende zu analysieren, also solange nur mein Verstand gefragt ist, sobald ich aber selbst involviert bin, vertraue ich meinem Verstand nicht mehr richtig bzw. habe immer Angst, dass meine Emotionen das ganze verklären. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich aufgrund meiner letzten Trennung, auch wenn sie verarbeitet ist, erst wieder lernen muss meinem Bauchgefühl zu vertrauen.
Ich hatte die Situation in einem anderen Strang schon mal angedeutet, aber hier noch mal (sorry, ich glaub das wird recht lang):
Ich, Mitte 30, getrennt seit etwa 3 Jahren. Ich verliebe mich nicht schnell, bzw. ich entwickel sogar nur sehr schwierig überhaupt Interesse für jemanden. Seit der Trennung ist es im Grunde das erste Mal, dass ich es mir überhaupt wieder bei einem Mann vorstellen kann, für ihn Kompromisse einzugehen.
Er, Mitte 30, bzgl. der letzten beiden Punkte ähnlich gestrickt, zuletzt eine sehr nervige Erfahrung mit einer extrem aufdringlichen und klammernden Frau.
Grundlegend geht es uns beiden als Single soweit gut, wir wollen die gewissen Freiräume (nicht sexuell gesehen) auch nicht für "irgendwen" aufgeben, ein grundlegender Wunsch nach einem Partner in crime ist aber vorhanden - wenn es wirklich passt!
Er ist der beste Freund des Partners meiner besten Freundin und lebt ca. 200 km entfernt in der Heimatstadt des Partners.
Meine Beste möchte uns, auch wenn sie das nicht zugibt, "verkuppeln" (auf eine nicht zu penetrante Art). Er war vor einigen Wochen zu Besuch hier und wir haben zu 4. etwas unternommen. Wir haben uns ziemlich gut verstanden und konnten in unterschiedlichen Konstellationen und in unterschiedlicher Tiefe Gespräche führen. Auch wenn meine Beste nicht aktiv gekuppelt hat, schwebte aber doch das "Damoklesschwert" die ganze Zeit über uns. Es war nicht wirklich krampfig, aber irgendwie war es einfach spürbar. Ich hatte das Gefühl, dass er denkt, dass ich da schon richtige Hoffnungen reinlege bzw. der "Verkupplungswunsch" von mir ausging und deshalb zurückhaltender war. Meine Beste hatte kurz danach noch mal mit ihm telefoniert (die beiden sind halt auch befreundet über die Jahre) und es kamen Andeutungen vonwegen "Angst falsche Hoffnungen zu machen, weil er nicht weiß was es werden kann" - und er eben bei der letzten damit schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Ich habe ihm dann, weil es mir auf die Nerven ging, wie viele Spekulationen da im Raum standen und mir das keine Ruhe gelassen hat, und ich auf dieses krampfige keine Lust habe, etwa eine Woche nach dem Treffen geschrieben und ihm meine Sichtweise erklärt, sinngemäß: Ich lerne gern ergebnisoffen neue Leute kennen, es kommt selten genug vor, dass ich einen Menschen interessant finde und wenn man einfach offen zu mir ist bin ich die letzte die sich falsche Hoffnungen macht.
War dann auch alles super. Seitdem schreiben wir hin und wieder mal, Initiative geht meistens von mir aus, er antwortet aber ausführlich, interessiert, mit Gegenfragen und das Ende des Gesprächs geht mal von ihm und mal von mir aus. Meine Beste sagt, dass das schon ungewöhnlich ist, weil er nicht der große WA-Schreiber ist und meinte (ich habe mal durch den Chat gescrollt, damit sie die Gesprächsverteilung sieht, ohne ihr die Inhalte zu zeigen), dass das für ihn ziemlich viel ist. Nun ist sie aber ja auch daran interessiert, dass das mit uns was wird, weshalb ich nicht weiß wie neutral sie da ist
Inhaltlich sind die Gespräche von / bis, eigentlich das gesamte Spektrum, von beruflich über Autokauf bis hin zu philosophischen Themen und auch einfach nur blöden Sprüchen (wir haben einen ähnlichen, recht sarkastischen Humor).
Jetzt ist es so, dass er am WE wieder herkommt und wir Samstag zu 4. was unternehmen wollen.
Und obwohl ich eigentlich relativ entspannt bei der ganzen Situation bin, während unseres zwischenzeitlichen Kontaktes, merke ich doch wie es mich beschäftigt wie es jetzt wohl wird, wenn er wieder hier ist. Ich bin interessiert ihn kennenzulernen. Ich kann mir auch vorstellen, dass er mehr als ein platonischer Freund werden kann, so wie ich ihn bisher kennengelernt habe glaube ich, dass wir in wichtigen Punkten ziemlich kompatibel sind.
Was will ich jetzt eigentlich von euch.
Ich glaube, etwas "moralischen Beistand"
Eine Einschätzung der Lage, von euch als Außenstehende, ohne den Wunsch dahinter, wie bei meiner Besten, dass aus uns ein Paar wird.
Einen Rat, wie ich ihm vllt. klarmachen kann, dass ich Interesse habe, ihn weiter kennenlernen und bei positivem Verlauf das Ganze durchaus auch intensivieren bzw. die sexuelle Ebene heben möchte und aber gleichzeitig, dass ich ihn deshalb nicht gleich heiraten will und 24/7 mit ihm aufeinander hocken will. Das kann ich ihm zwar sagen, aber im Grunde muss er es selbst merken.
Vllt hat ja jemand Lust, seine Gedanken dazu mit mir zu teilen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 257
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02.08.2018, 17:36
Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
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02.08.2018, 18:28Inaktiver User
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Hallo Bliblablupp,
du willst ne ehrliche Meinung?
Also für mich klingst du verknallt. Und er „will keine falschen Hoffnungen machen“ und RE-agiert vor allem auf dich. Lau auf seiner Seite. So liest sich das für mich.
Ist sicher nicht das, was du lesen willst und kann sich ja auch noch ändern, wenn du mal den Fuß vom Gas nimmst und nicht gleich über „ich will ihn ja nicht gleich heiraten“ nachdenkst. (Denke nicht an einen rosaroten Elefanten!) Denn genau das steht da zwischen den Zeilen: ein verknalltes „Mann meines Lebens?“.
Also tief Luft holen, zurück lehnen und mal schauen, ob er dich genau so klasse findet wie du ihn offensichtlich.
Also Füßchen still halten und ihn mal auf dich zukommen lassen!
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02.08.2018, 19:08
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Nicht gut. Gerade vor dem Hintergrund, dass er eine zu klammernde Frau seine Ex nennen darf...
Wenn du clever bist, lässt du IHN ab jetzt die Initiative übernehmen. Dann gewinnt er für sich Sicherheit, dass du keine Klammertante bist. Und du gewinnst ein Gefühl dafür, ob er dich auch unabhängig von deiner besten Freundin auch so kennen lernen will.
Meiner Meinung nach muss das "Babysitting" durch die beste Freundin ab jetzt aufhören. Denn genau mit dieser Aktion fühlt er sich erinnert an die klammernde (nicht selbst klar kommende) Ex.
Damit du das "Babysitting" von deiner besten Freundin möglichst schnell los wirst, würde ich es so machen:
Nur kurz zu 4 treffen. Dann Treffen beenden (nach 2 Stunden? nach 3, wenn ihr was esst?). Und dann entweder nur mit deiner besten Freundin alleine losziehen, zwinkernd "So, wir Mädels machen uns jetzt nen schönen Abend. Ciao".
Oder du sagst, du seiest noch anderweitig verabredet - und verschwindest (das müsstest du aber mit deiner besten Freundin abklären, damit die das versteht).
So bist du 2 Probleme (beste Freundin führt das Ganze + Typi denkt, du bist vielleicht auch klammerig) schlicht los.
Du solltest wissen, was du von ihm willst: a) Echtes Kennenlernen mit dem Blick auf "Beziehung" oder
b) Seichte Sommerliebe, mal sehen, flirty, spontaner Sex, wenn er sich danach nicht meldet, auch ok.
Von einem Mix aus beidem rate ich ab. Willst du b) dann ist es egal, wie du dich verhältst. Willst du eher in Richtung a) müsstest du erstmal die Schiss aus ihm heraus kriegen, dass du klammerig bist. Das schaffst du, indem du IHN machen lässt und selbst NICHTS (!) mehr tust.
Viel Spaß und viel Glück!
(genug Einschätzung der Lage fürs Erste?
)
BlueBe a voice not an echo.
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02.08.2018, 20:03Inaktiver User
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Der hat Angst wieder eine klammernde Frau zu finden... solange sollte jede Frau die Finger von ihm lassen! Gibt nur Probleme! Ist er sexy dann schnapp ihn dir fürs Bett aber mehr würde ich da nicht machen
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02.08.2018, 20:28Inaktiver User
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Ich bin da diesmal bei Blue. Ich würde das Treffen kurz halten und entweder mit der Freundin alleine oder eben „was alleine machen“. Wenn er sich nicht rührt, hat er nicht angebissen. So könntest Du ihm zeigen, dass Du selbstständig bist und nicht klammerst.
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02.08.2018, 21:03
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Nur fürs Bett ist gar nicht meins. Das fällt raus. Wenn ich mich auf etwas einlasse, dann ganz oder gar nicht, bzw. am Anfang muss zumindest für mich die Aussicht da sein, dass ich es mit vorstellen kann, dass es etwas „für immer“ wird. Alstom definitiv Option a)
Verknallt so mit Schmetterlingen und allem bin ich nicht. Ich bin interessiert, definitiv. Da das aber bei mir schon was besonderes ist, ist diese „Sache“ auf jeden Fall etwas, was mir wichtig ist. Und genau an der Stelle gehen bei mir häufig die Probleme los, insofern, dass ich zu verkopft agiere.
Bsp. das mit dem Schreiben. Zunächst mal sollte ich die Aussage „ Initiative geht meistens von mir aus“ in Verbindung mit der potenziellen (wirklich wissen ob er da Angst vor hat, tue ich ja nicht) etwas näher erläutern. Das bedeutet nicht, dass ich ihm ständig schreibe und / oder rumstresse wenn er nicht antwortet. Es gab immer irgendeinen Anlass wenn ich geschrieben habe, z.B einen Bezug zu einem Thema über das wir gesprochen hatten oder eine berufliche Frage oder sowas und nicht einfach nur so dieses: hey wie gehts dir, was machst du etc. und wir sprechen da von alle 1-2 Wochen, also wenn Gesprächspause war.
Die Sache mit dem machen lassen.... habe ich natürlich auch schon drüber nachgedacht. Dann aber im Umkehrschluss auch wieder den Gedanken gehabt, wenn ich in einem bestimmten Moment an ihn denke weil es z.b. einen Bezug zu einem Gesprächsthema gibt, würde ich mir bei einem platonischen Freund auch nicht drüber nachdenken und einfach schreiben. Ist es in dem Moment nicht schon eins dieser Spielchen, wenn ich nicht schreibe und mich rar mache?
Das wir uns grundsätzlich von dem Babysitting lösen müssten ist mir auch bewusst. Würde ich auch gern, ist nur leider nicht ganz so easy. Er wohnt wie erwähnt etwas weiter weg, so dass man sich nicht „mal eben so“ treffen könnte - sonst wäre das vermutlich schon lange mal passiert. Oder ich hätte es zumindest versucht ;) wir haben also aktuell nur die Chance uns zu sehen, wenn er herkommt um die beiden zu besuchen, denn das man nicht mal eben 200 km fährt um jemandem auf nen Kaffee zu treffen kann ich auch verstehen. Würde ich aktuell, trotz Interesse, auch eher nicht machen.
Meine Idee war, sofern wir uns Samstag gut verstehen einfach mal zu fragen ob er Sonntag bevor er zurückfährt noch nen Eis essen gehen oder so. An der Reaktion würde ich vermutlich erkennen, wie es um sein Interesse bestellt ist. Das er nicht, zumindest noch nicht, total entflammt für mich ist, ist mir durchaus bewusst. Da ich nicht unbedingt der Typ bin, der dem Mann die gesamte Initiative überlässt sondern durchaus auch zugreife wenn ich etwas will, wäre das zumindest authentisch. Und wenn er das dann schon als Klammern empfinden würde, dann hat er entweder ein größeres „Problem“ in der Hinsicht als ich vermute, oder wir passen halt nicht. Was meint ihr dazu?
Ihm gegenüber habe ich übrigens natürlich nicht so kommuniziert wie hier, also mit den Begriffen, bezogen auf das Thema „ich will ihn ja nicht gleich heiraten“. Der Hinweis ist absolut berechtigt. Ich glaube aber, dass der Eindruck ein wenig täuscht, weil ich versucht habe es möglichst prägnant zu beschreiben.
Ich werde einfach den Gedanken nicht los, dass der Einstieg unter einem schlechten Stern stand, obwohl wir uns ja gut verstanden haben. Aber das er einige Dinge die ich gesagt oder gemacht habe, vllt. Anders interpretiert hat als sie gemeint waren. Während ich mir nix dabei gedacht habe, hat er diese Sachen mit dem Hintergedanken: die will mit mir verkuppelt werden vllt anders verstanden und missinterpretiert. Wieder das Thema: mit welcher Umstellung man rangeht beeinflusst das Ergebnis der Gedanken.
Was letztlich sein Problem wäre. Ist mir klar. Aber ich würde das zumindest irgendwie „klarstellen“.
Ich möchte auf jeden Fall ehrliche Meinungen. Und ich habe auch damit gerechnet, dass die meisten von euch sagen werden, halt die Füße still und lass ihn kommen.
Ich käme damit klar wenn er nicht will. Womit ich nicht klarkäme wäre die Ungewissheit, ob das vllt. Was richtig gutes hätte werden können, wir aber aufgrund der Umstände nicht zurande gekommen sind. Ist das irgendwie nachvollziehbar?
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02.08.2018, 21:13
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Achso, und eine Sache noch. Das mit dem „keine falschen Hoffnungen machen“ ist so nicht gefallen. Ich vermute es geht darum, dass er bedenken hat, wenn wir uns jetzt treffen würden und es wird nichts, dass ich dann angepisst bin und am Ende die Beziehung zu unseren gemeinsamen Freunden oder zumindest zu meiner besten gestört wäre.
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02.08.2018, 21:25
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Der Satz hätte von mir sein können!


Es ist immer gut, wenn man genau weiß, was man will!
Aber dann übernimmst du doch schon wieder die Initiative. Lass iiiiiihhhhhn doch auch mal iiiiiiiiiiiirgendwas anfangen.
Es muss mindestens ein Ping - Pong sein. Er - du - er / wieder du - dann wieder er / dann du vielleicht auch mal nicht, weil abc - dann er eben ein zweites Mal / - verstehst du: Es muss eine wechselseitige Dynamik entstehen, damit er sich auch gefordert fühlt.
Es ist auch ungünstig, dass deine beste Freundin da so derart eingeschritten ist, weil: Er wird sich auch denken, boah, wieso ist die überhaupt angewiesen auf Hilfe der besten Freundin, die ihr einen Typen empfiehlt, der viele Kilometer weit weg wohnt...
Dieses 4er-Treffen allein ist doch schon hingekrampft!
Weißt du, was mein allererster Impuls war? Dir zu raten: Sag das 4-er-Ding ab!!!!
Lass es platzen! Weil: Es geht doch um euch! Wenn er BOCK hat, dich zu sehen, soll er doch allein kommen!
Und deine beste Freundin, die ist doch auch die Beste, wenn ihr euch jetzt mal nicht seht, oder?Be a voice not an echo.
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02.08.2018, 21:58
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Interessierte Männer sind durchaus schon mal 200km gefahren für ein- ok nicht Kaffee, aber zum Beispiel ein Abendessen. Das habe ich schon öfter erlebt. Warum denn nicht?
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02.08.2018, 23:41
AW: Das schwierige Unterfangen mit dem Kennenlernen...
Jaaaaaa, du hast ja recht mit der Initiative. Das würde ich ohnehin nur machen, wenn von ihm „Zeichen“ kämen, sonst würde ich mich das gar nicht trauen

Mein eigentliches Ziel ist es, ihn so von mir zu überzeugen, dass er mich fragt
Absagen kann ich das Treffen nicht. Es ist anlässlich ihres Geburtstags. Die Idee kam auch dieses Mal streng genommen von ihm. Sie hat ihm gesagt, er könne ja mal wieder kommen und der Geburtstag wäre doch ein guter Anlass. Und er meinte dann, ich würde sie ja sicher auch sehen wollen, ob wir nicht was zu 4. machen wollen.


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