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  1. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    @ja- aber,
    Auch ich habe keine Kristallkugel, aber ob ich einen Mann begehre, gar verliebt bin, das spüre ich tatsächlich vorher....und daraus resultiert doch die Innigkeit, das Einlassen.
    Und es ist ja zuvor schon etliches körperliches zwischen den beiden passiert.

    Aber gut, Menschen ticken da unterschiedlich, sind auch in verschiedenen Lebensphasen, wo sie mal verschiedene Seiten an sich ausprobieren wollen.

  2. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Schwierig wird's, wenn dieses Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit in privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen greift.
    Denn die Aufmerksamkeit, Zuwendung oder Liebe eines Menschen kann man sich m.E.n. nicht wirklich erarbeiten oder verdienen.
    Man bekommt sie geschenkt, weil man "eben einfach ist, wer, wie, was man ist".
    Oder eben nicht.
    An dem Gedanken ist was dran...eigentlich sehe ich es auch so.
    "eigentlich" deshalb, weil ich mir gerade nicht sicher bin, ob ich auch wirklich danach lebe bzw liebe.

    Dem Wissen, wer und wie jemand ist, ist aber die Bereitschaft vorgelagert, überhaupt entsprechend eindringlich und lange hinsehen zu wollen, durch die (reine) Oberfläche hindruch, denn die wenigsten Menschen tragen ihr Innerstes (also das, worin man sich im Idealfall verliebt) auf einem Silbertablett, für jeden sichtbar vor sich her.

    Man muss sich also bewusst dafür entscheiden, jemanden (an)sehen zu wollen, noch (lange) bevor man Gewissheit haben kann, dass einem das Entdeckte auch gefallen wird.


    Ich persönlich habe die Maxime:
    "Leiste (tue/biete dies, unterlasse jenes), um geliebt zu werden."
    früher wrklich geglaubt und danach gehandelt.
    Nicht nur führte dies nicht mehrheitlich zum gewünschten Ergebnis.
    Es erwies sich sogar als kontraproduktiv, weil ich mich mehr mit den vermuteten oder tatsächlichen Bedürfnissen, Wünschen, Vorlieben Anderer befasst habe, als mit meinen eigenen, mit mir selbst.
    Irgendwann war der eigentliche Grund, mich zu lieben - ich selbst- mehr oder weniger verschwunden.
    Ich war nur noch für Frauen interessant, denen ich angenehm und nützlich war, und dies auch nur genau so lange, wie ich das war.

    Leider verbindet sich der m.E. unsinnige Drang nach Selbstwirksamkeit in der Verpaarung häufig mit dem Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit in Paarbeziehungen.

    Die Idee dahinter scheint mir diese zu sein:
    Je mehr ich leiste, um diesen Menschen als Partner/in für mich zu gewinnen, ihn/sie zu erobern,
    desto größer sind die Chancen, dass
    a) mir dies gelingt
    und
    b) es Anderen nicht gelingen wird, mir diesen Menschen dann wieder "wegzunehmen".

    Denn es hat ja nun mal nicht jeder Mensch die selben Ideen und Fertigkeiten wie ich - geschweige denn generell "bessere, erstrebenswertere" als ich.
    Es kann auch nicht jeder Mensch das Selbe leisten, was ich leisten kann - geschweige denn mehr oder "Besseres" als ich.

    Und selbst wenn ein anderer Mensch dies könnte, müsste er es ja auch wollen und dann tun, und das müsste meinem Wunsch-Partnermenschen dann ja auch noch besser gefallen als meine eigenen Ideen, Fertigkeiten und Leistungen.

    Angenehmer Nebeneffekt:
    Eine Beziehung mit jemandem, der/die "nicht leicht zu haben war", kann problemlos als besser, wertvoller, objektiv erstrebenswerter empfunden werden.
    Danke für das Teilen dieser Gedanken!

    Das beschreibt exakt jenes Muster, das mein Vater in all seinen Beziehungen (und Ehen) widerholt hat und weswegen er wohl nie um seiner Selbst willen geliebt wurde, sondern ausschließlich für das, was er geleistet hat.

    Er brauchte scheinbar diese Sicherheit, über die eigene Liebeswürdigkeit hinaus unverzichtbar zu sein...und hat sich damit zielsicher (und zeitlebens) die für ihn falschen Frauen ausgesucht.

    Fertig ist der Schlamassel.
    Ja

    Dabei ist es doch eigentlich wunderbar, wenn eine Frau, die ich diesbezüglich beenfalls spannend finde, für mich leicht zu haben und in meinem Leben zu halten ist, mein Leben für mich anstrengungslos schöner macht oder bereichert, wenn sich Jemand "mir schenkt"
    Ich jedenfalls habe beschlossen, leicht zu haben zu sein - aber eben nur für eine zu mir passende, für mich attraktive Frau, was inkludiert, dass sie meine Leichtigkeit zu schätzen weiss und mir grundsätzlich die Ihre zuteilwerden lässt.
    Falls sich das auf meinen Beitrag bezieht, so ist da, glaube ich, ein bisschen was durcheinander geraten:

    Ein Mann muss nicht schwer zu haben sein, damit er interessant für mich ist.
    Mir ging es ausschließlich um das Ergründen charakterlicher Tiefen, durchaus auch Abgründe...eine hügelige (verwilderte) Landschaft im Gegensatz zu einem ordentlich gepflegten Rasen.

    Um durch diese Landschaft hindurch gehen zu können bedarf es aber natürlich der Bereitschaft des Mannes, ihn "haben" zu dürfen. Anders geht das ja nicht bzw. komme ich andernfalls gar nicht nahe genug an ihn heran, um mir all das zu erschließen, was ihn ausmacht.


    Ich weiß nicht, ob jetzt klarer wurde, was ich ursprünglich zum Ausdruck bringen wollte.

  3. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    Zitat Zitat von Ferdinand_der_Stier Beitrag anzeigen
    Ich kann mir unter gutem Sex, der nicht innig ist, nicht so richtig was vorstellen. Wie kann Sex gut sein, wenn er nicht innig ist?
    Er war "nicht schlecht", trifft es vermutlich besser....aus dem Grund, weil er sehr aufmerksam, zärtlich und kein bisschen egositsch war. Es war gut, wenn man es (rein) technisch betrachtet.
    Und dass wir uns überhaupt nicht nahe waren, stimmt so auch nicht...es war nur nich so nah und innig, wie ich es mir im Vorfeld erhofft hatte.



    Und dann finde ich es auch überzogen, gleich bei der ersten Begegnung nach nur kurzer Bekanntschaft diese Innigkeit zu erwarten. Wenn man das tut, sollte man dann doch vorher etwas länger warten.
    Ja, kann sein...
    Ich bereue es jedenfalls selbst, nicht länger damit gewartet, oder besser, es gar nicht erst ausprobiert zu haben - damit bin ich mir in gewisser Weise nämlich selbst "untreu" geworden.
    Nun kann ich es aber nicht mehr rückgängig machen...
    Und zumindest weiß ich nun, dass mit ihm höchstwahrscheinlich nicht das möglich sein wird, was ich mir von einem Mann wünsche...und diese Klarheit ist ja auch was wert, oder?


    Ich muss jetzt ein Pause machen...

  4. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...... (Und nein, dabei fühle ich mich kein bisschen von Mutter-Theresa beseelt, sondern mir ist absolut bewusst, welche Egozentrik diesem Gedanken u.a. innewoht, sein Gegenüber "heilen" zu wollen und können.)
    Ob das egozentrisch ist weiß ich nicht, es scheint aber eine sehr große Bedeutung für dich zu haben.

    Wo es nichts zu heilen gibt, ist keine attraktive Tiefe für dich.
    Es ist diese bestimmte Form der Komplexität, die Wunde oder die Narbe in Verbindung mit dem verletzen weichen Kern, die dich reizt.
    Sicher macht das alles auch eine Persönlichkeit aus.
    Wenn dieses aber so bedeutend für dich ist...... Hm, ja dann hat dir F. offensichtlich nichts/nicht genug zu bieten mit seiner unbekümmerten Art.

    Ob er tatsächlich "flach" im Sinne von "ohne Tiefgang" ist, das vermutest oder erahnst du wohl eher.
    Das wunderte mich dann doch, dass es mit ihm dann überhaupt so weit gekommen ist (Sex).
    Als hättest du noch eine Bestätigung deiner Theorie über ihn gebraucht.

    Weil print die Frage gestellt hat, worum der Kern soviel verlockender erscheint, wenn er erst unter einer harten Schale (mühsam) freigelegt werden muss:
    es fühlt sich einfach nur gut an...wie der größte Lohn überhaupt.

    Eine bessere Antwort habe ich momentan leider nicht
    Ja dann... schade!

    Mir fällt auf, wie offen du das alles erkennst und ausdrücken kannst - und das doch auch gleich bewertest und verurteilst.
    Als wärst du dann doch nicht ganz im Reinen damit.

    Wie dem auch sei: ich gehe davon aus dass du es ihm schonend beibringen wirst.

  5. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wenn ich selbst beschreiben müsste, was mich an Männern bislang immer besonders angezogen hat, wofür ich sozusagen sehr empfängliche Antennen habe, so ist dies im Gegenteil sogar Verletzlichkeit....gepaart mit einer harten Schale, um eben diesen weichen, sensiblen Kern zu schützen.
    ...
    Dieses Zeigen und Offenbaren empfinde ich als mit das Größte, (Be)rührendste und Intimste, was zwischen zwei Menschen möglich ist.
    ...

    Mein eigener Vater war nämlich ein solcher Mann, den ich schon als Kind mit meiner Liebe zu heilen (und "erweichen") versucht hatte.
    Teilweise mit Erfolg...er war aber schon recht alt als ich auf die Welt kam (Mitte 40) und die Muster, mit denen er sich bislang über Wasser zu halten gelernt hatte, zu stark in seinem Wesen verwurzelt, d.h. er blieb ein in seinen Grundzügen unglücklicher und (emotional) gehandicapter Mann...
    Same here.
    Mit dem interessanten Dreh, dass mein Vater die wirklich böse Angewohnheit hatte, absichtlich zu manipulieren, indem er Angelesenes aus psychologischer Literatur an Menschen ausprobierte. Nicht an mir (glaub ich jedenfalls), aber an meiner Mutter und anderen Frauen.

  6. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    @Vaiana
    Ehrlich mal, was ist denn jetzt los? Ihr habt euch jetzt das dritte (oder vierte?) Mal getroffen - dreimal davon warst du erkältet und unfit.
    Und jetzt war der Sex nicht innig genug?

    Meiomei... ich glaub, das Wort ist „exaltiert“...

    Wahrscheinlich ist der Mann einfach wirklich zu nett für dich.

  7. Inaktiver User

    AW: Dates aus dem Netz und Real Life - Erfahrungsaustausch und Diskussionen Teil fünf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ein Mann muss nicht schwer zu haben sein, damit er interessant für mich ist.
    Mir ging es ausschließlich um das Ergründen charakterlicher Tiefen, durchaus auch Abgründe...eine hügelige (verwilderte) Landschaft im Gegensatz zu einem ordentlich gepflegten Rasen.

    Um durch diese Landschaft hindurch gehen zu können bedarf es aber natürlich der Bereitschaft des Mannes, ihn "haben" zu dürfen. Anders geht das ja nicht bzw. komme ich andernfalls gar nicht nahe genug an ihn heran, um mir all das zu erschließen, was ihn ausmacht.


    Ich weiß nicht, ob jetzt klarer wurde, was ich ursprünglich zum Ausdruck bringen wollte.

    Tja, da wird es knifflig.

    Die Männer, die dich zügig in ihre Tiefen und Untiefen blicken lassen, kannst du eben NICHT unbedingt "haben".

    Entweder weil sie aus sicherer Entfernung agieren (und auch dort bleiben) oder nur mal die Tür auf- und dann schnell wieder zu machen. Und dann bleibt die auch zu, da kannst du dir beim anklopfen die Knöchel blutig hauen.
    Ich habe auch eine Ahnung warum das so ist, aber das führt zu weit hier.
    Ist aber ausdrücklich : meine Lebenserfahrung und von der Sorte habe ich genug.

    Ich wünsche dir da mehr Erfolg denn ich kann auch nicht behaupten immer alles richtig gemacht zu haben - nur so gut ich es eben konnte und das hat leider nie gereicht um so eine spannende Landschaft so lange erleben zu dürfen wie ich das gerne wollte.

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... Ich ... gehe ... jetzt erst mal in einer schönes Konzert.
    M.E. sowieso immer und insbesondere bei Liebeskummer eine hervorragende Idee.

    Die Wissenschaft erklärt uns die Welt,
    die Kunst aber versöhnt uns mit ihr.

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    An dem Gedanken ist was dran...eigentlich sehe ich es auch so.
    "eigentlich" deshalb, weil ich mir gerade nicht sicher bin, ob ich auch wirklich danach lebe bzw liebe.
    Hier fehlt das Zitat von Nicolo,, auf das du geantwortet hattest: "Denn die Aufmerksamkeit, Zuwendung oder Liebe eines Menschen kann man sich m.E.n. nicht wirklich erarbeiten oder verdienen. Man bekommt sie geschenkt, weil man "eben einfach ist, wer, wie, was man ist". Oder eben nicht."

    Ich würde eher sagen, man sollte sie geschenkt bekommen. In der Realität bekommt man natürlich oft positive Reaktionen bis hin zu Zuwendung und Liebe, wenn man sich so verhält, wie andere es sich wünschen. Das fängt schon beim Kind an, das von den Eltern belohnt wird, weil es etwas richtig gemacht hat. Und sicherlich verliebt sich auch manch Einer in jemanden, weil er bemerkt hat, dass das Gegenüber zugeneigt ist und auch auf verschiedene Art und Weise attraktiv wirkt.
    Von daher finde ich es nicht abwegig, wenn du nicht danach lebst.

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wo es nichts zu heilen gibt, ist keine attraktive Tiefe für dich.
    In den Männern sucht das verzweifelte Kind den Vater...wie Vaiana selbst erzählt hat - einfach ein Muster.
    In dem Moment, wo man denkt, man müsse den Mann gegenüber "heilen", erhöht man sich selbst über den "Kranken" und gibt die Krankenschwester. Zumal dominiert man sich auf recht perverse Weise dem anderen gegenüber: Wenn ich fähig bin, den anderen "zu heilen", dann bin ich auf allen Ebenen mächtiger und überlegen.

    Der Partner bleibt ein Kranker. Ich habe die Macht.

    Eine sehr giftige, schwierige Konstellation, auf der Augenhöhe per se nicht möglich ist.
    Be a voice not an echo.

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