Gerade deshalb, um das festzustellen, ob es Egozentrik, Gedankenlosigkeit, Nervosität, Verklemmtheit, ein bewusster gastfreundlicher Lebensstil, ausgeprägte Extrovertiertheit, Stolzes Vorstellen vor Freunden oder anderes ist, wäre es eine wohlwollende Option gewesen, sich auf den Abend einzulassen - da ja auch angekündet war, die Kumpeline würde nachher wieder gehen und auch wieder Platz für Zweisamkeit gewesen wäre.
Ich finde tatsächlich, er hätte besser kommunizieren können, hänge es aber nicht so hoch wie Du. Vor allem finde ich nicht, dass sie keine Wahlmöglichkeit gehabt hätte. Sie hätte sagen können, "ui Du, das ist mir grad noch ein bisschen Zuviel, ok wenn wir das später einmal machen? Da freue ich mich aber später einmal drauf!"So wie Du es andeutest und wie er es gehandhabt hat, hat er eine Entscheidung getroffen und der TE keine echte Handlungsalternative gegeben, sie hatte keine echte Wahl, bzw. noch schlimmer, er hat sie durch sein Agieren dazu gezwungen, Verantwortung für etwas zu übernehmen, was in seiner Verantwortung lag, nämlich dafür zu sorgen, daß sie, sein Primär-Gastsich wohlfühlt.
Das hat nichts mit Erklären irgendwelcher Regeln vom ersten und zweiten Gast und Gastvorrecht zu tun, sondern beide handhaben Gastfreundlichkeit, Extrovertiertheit, Introvertiertheit, Kennenlernen und so weiter anders.
Er hat nicht optimal kommuniziert, sie aber auch nicht. Natürlich hätte sie eine Wahl gehabt, die Situation selbstbewusster anzugehen - hätte ihr vielleicht auch besser getan als die nachträgliche Unsicherheit, die sie jetzt über ihr eigenes Verhalten hat?
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Thema: Sich nicht zu zweit treffen?
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21.06.2017, 12:39
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
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21.06.2017, 12:40Inaktiver User
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Serlina, ich kann Deine Gedanken verstehen und den Blickwinkel,
aber gleichzeitig kann man auch den wieder konträr sehen.
Hätte er nicht auch über seinen Schatten (der Gedankenlosigkeit) springen können und überlegen, wie so ein Zweier-Date-Umschmeißen zu einem Dreier-Date auf sein OdB wirkt und ob es ihr überhaupt recht ist?!
Es läuft immer wieder darauf hinaus, daß hier zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel sind.
Ich sehe ihn in der Verantwortung, die Verabredung umgeschmissen zu haben, die TE hat nur re-agiert,
so, wie es sich in diesem Moment für sie richtig anfühlte.
Raus aus der Situation, in die er sie ohne echtes Nachfragen gebracht hat.
Das stimmt, ich hoffe wirklich für die TE, daß sie erkennen kann, daß es eben zwei Verantwortlichkeiten gab.Nur wenn sie es aber irgendwie bedauert, denkt, eigentlich war da noch ne Neugierde auf diesen extrovertierten, spontanen Mann, dann ist es halt dumm gelaufen, ganz allein nur für sie selbst.
Und da bin ich halt nicht sicher was bei der TE überwiegt - mit sich und dem eigenen Verhalten im Reinen sein oder eben doch ein zumindest leises Bedauern, nicht hingegangen zu sein und vielleicht was verpasst zu haben.
Sein Agieren und ihr Reagieren.
Interessant finde ich, daß sie nun immerhin wieder telefoniert haben, ich hatte vollkommene Funkstille befürchtet.
Liebe TE, wer hat sich eigentlich zuerst gemeldet?
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21.06.2017, 12:41Inaktiver User
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
muss er nicht, aber er muss damit rechnen das andere Menschen - in diesem Fall die TE- andere Vorstellungen haben und nicht so reagieren, wie er es gerne hätte.
Im übrigen finde ich es schon seltsam zuerst amouröse Andeutungen und Verheißungen zu machen, die TE geht drauf ein, und dann plötzlich einen Kumpelabend zu veranstalten. Wobei ich das Kumpelige der Kumpeline noch immer fragwürdig finde. Warum wusste sie nicht von selbst, dass sie überflüssig ist, wenn schon er so stoffelig ist, das nicht zu behirnen?
Magdalena
Edit: Welcher Mann, der scharf ist auf eine Frau, lädt sich einen Kumpel oder eine Kumpeline zum ersten date zu Hause ein?
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21.06.2017, 12:43
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Ich find das nicht so absurd. Absurder ist es doch zu denken, ein Mann bringe zu einem Kennenlernen eine Kumpeline mit, von der er insgeheim was will oder die insgeheim von ihm was will. Das wäre doch wirklich absurd.
Ich kann mir vorstellen, dass er meinte: "Wenn Kumpel dabei, dann passiert halt so Männerabend-Zeugs, das für ne Frau doof ist." Nicht dass ich das finde, aber so in etwa verstand ich seine Bemerkung.
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21.06.2017, 12:44
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Genau.
Zu einer normal begabten Persönlichkeit gehört es auch, ein Gefühl für Timing entwickelt zu haben und sich auch daran zu erinnern, was man der anderen Person gegenüber zärtlich angekündigt hat.
Wenn sie sich ein Ding leistet, so wie er, dann muss sie auch mit einer ebensolchen Reaktion rechnen.
Schöne Zusammenfassung
Da kommen wir uns doch schon ein wenig näher. Der Mann hat einen Bock geschossen. Gerade in emotionalen Dingen hinsichtlich einer Liebesanbahnung sind Menschen sehr empfindlich. Das ist schon eine ziemlich heftige Irritation.
Du bezeichnest es als Überreaktion. Ich frage mich, ob sie nicht einfach stumpf ehrlich war und sehr konsequent ihrem Gefühl gemäß gehandelt hat. Ich z.B. hätte mich nicht getraut und wäre treudooflieb hingefahren.
Deshalb finde ich es gut, wenn jemand aus einer Situation aussteigt, die ihn enttäuscht hat.
Der erste Punkt ist für mich für die Kernaussage.
Der zweite Punkt kan noch keine Rolle spielen. Weil die beiden noch gar nicht in der Phase sind, wo man einander herzeigt. Die beiden sind ja noch nicht auf der Ebene angekommen, wo man jemanden schon vorstellt, weil man ja noch in einer Beziehungsanbahnung ist und noch nicht einmal weiß, ob es wirklich was wird.
Dafür sind ja auch Dates da.
Ich weiß es nicht. Wäre ich die von früher, wäre ich wahrscheinlich trotz Enttäuschung und Unterdrückung meiner Gefühle hingefahren. Und genau diesem Verhalten hat mich schon in blöde Situationen gebracht.
Heute hoffe ich, dass ich mehr zu meinem Bauchgrummeln stehen würde, es äußern und dementsprechend handeln.
Und wenn ich ganz tough gewesen wäre, hätte ich gesagt: "Ach, nee. Das ist mir noch ein wenig zu früh, deine Freunde kennenzulernen. Ruf mich an, wenn deine Kumpeline aufgegessen hat und wir können uns dann in der Stadt in der Bar XY treffen, ist doch o.k., oder?"
Damit hätte ich mich entzogen und sein Verhalten gespiegelt: Nicht so, wie du geplant hast. Hier eine Alternative. Ist doch nicht schlimm oder?
Toll, Stecher.
Ich kann mir das auch nicht vorstellen. Wenn man richtig verknallt ist, ist jeder andere Mensch zu viel, der voneinander ablenkt.
NIemand unterstellt ihm böse Motive, aber Motive muss er ja gehabt haben, kurzfristig die Date-Prämissen zu ändern und aus einem Rendezvous ein Treffen zu dritt zu machen.
Alles richtig.
ABER: Alles zur passenden Zeit, auch das Gefühl für Timing ist wichtig und auch mal daran zu denken, was man angekündigt hat.
Das Bild mit dem Blumenstrauß, Shingen, super, genau das. So fühlte es sich für mich auch an.
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21.06.2017, 12:47
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Du bringst einfach überall Deine eigenen Wertungen rein.
Die amourösen Andeutungen waren doch sicherlich ernst gemeint und wie schon oft geschrieben wurde, hatte der Mann geplant, dass die Kumpeline nach dem Abendessen verschwindet - damit man noch Zweisamkeit hat. Also wären die amourösen Andeutungen dann zum Tragen gekommen.
Dieses "entweder Kumpel-Abend" oder "Sex" will mir einfach nicht in den Kopf und habe ich in meinem realen Leben nicht so erlebt. Ich hatte auch schon Sex, nachdem man mit Freunden zusammengesessen ist, und ja, auch schon in der Kennenlernphase. Geht doch beides prima zusammen!
Und wie oben geschrieben, finde ich es absurd, davon auszugehen, ein Mann würde in der Kennenlernphase eine Kumpeline mitbringen, die was von ihm will.
Und die Kumpeline pflegt eben vielleicht auch einen anderen Lebensstil der ungeplanten Gastfreundlichkeit als Du. Und ich muss hier nicht dazu schreiben, dass Dein Lebensstil seltsam ist und ihn damit implizit abwerten. Ich lass einfach stehen, dass Du vielleicht eine andere Art der Planung, Gastfreundlichkeit hast als ich oder der Mann hier.
Kannst Du das auch?
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21.06.2017, 12:48Inaktiver User
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Sie hätte sagen können, dass sie das nicht ok findet (ich wiederhole mich). Der Mann hätte dann noch die Wahl gehabt, die Freundin "auszuladen". Auf ihre (Über)Reaktion, das Date abzusagen, hat er das natürlich nicht getan...auch klar.
Grundsätzlich gar nicht schwer, aber es ist nun mal anders gelaufen...daran lässt sich jetzt auch nix mehr ändern.Was wäre z.B. so schwer an einem aufrichtigen Satz gewesen:
Du Kumpeline ist gerade zufällig noch da,
bitte sage mir ehrlich, ob es für Dich ok ist, daß sie noch kurz zum Essen bleibt, ansonsten komplimentiere ich sie selbstverständlich gerne noch schnell raus.
Es geht nicht um ältere Rechte, sondern darum, seine Bedürfnisse klar zu äußern. Die TE wollte ursprünglich den Abend mit diesem Mann verbringen, und das hätte sogar noch klappen können, wenn sie die ganze Sache anders angegangen wäre. So aber ist sie verärgert nach Hause gefahren und hat den Abend mit Freunden verbracht. Ich halte das für nicht zielführend, aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung...Findest Du wirklich, daß man als geladener Exklusiv-Gast seinem Gastgeber dann verklickern muß, warum man die "älteren Rechte" hat.Geändert von Inaktiver User (21.06.2017 um 13:02 Uhr)
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21.06.2017, 12:50
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21.06.2017, 12:53Inaktiver User
AW: Sich nicht zu zweit treffen?
Und wir haben unsere Freunde erst Monate nach unserem eigenen Kennenlernen vorgestellt. Dafür gab es schon viel zu früh Sex und beim vierten Date sind wir zusammen in den Urlaub gefahren.
Richtig, es gibt keine Regeln. Und wenn zwei so unterschiedliche Sichtweisen wie hier bei der TE aufeinanderprallen, könnte es eben einfach ein Indiz sein, dass es nicht passt.
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21.06.2017, 12:55
AW: Sich nicht zu zweit treffen?



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Eindeutig die bessere Erklärung als "Er ist doch nicht so scharf auf mich."
