oooh, interessanter punkt für mich als hobby philosophen. darüber könnt ich tage und nächte lang diskutieren.
ich glaube das dieses obsessive verlangen nach selbstbestätigung ist ein symptom des digitalen zeitalters/social media. es gab keine selfies vor dem digitalen zueitalter. man hat kaum langweilige dia shows von urlauben (aus rücksicht und gnade an seinen bekannten und freunden) und schon gar nicht fotos vom weihnachtskeksebacken geteilt. man hat vielleicht in einer abendrunde bei wein über urlaubserlebnisse gesprochen oder seine gebackenen kekse in der nachbarschaft verteilt. da kommt das feedback dann ja unmittelbar und selbstverständlich (oh, lecker die kekse / ja tolle bedingungen zum surfen an der atlantikküste).
heute teilt man oft nicht die kekse sondern nur ein foto davon. andere können dann bequem "like" klicken.
jedes like ist irgendwie auch ein "ich mag DICH und nicht ich mag dein bild) wird zumindest glaub ich so von vielen un oder bewusst so verarbeitet. rundum oberflächlich. oberflächlich weil man nicht kekse zusammen ist sondern jemand zeigt. kekse zum angucken sind wertlos. wenn man dann auch noch liked ist das feedback genau so oberflächlich. was liked man den? mehl verstreut in der küche? das jemand teig machen kann? nichts relevantes. also eine kommunikation in der sender und empfänger die belanglosigkeit ihrer kommunikation ausgehandelt haben. problem dabei, warden diese erwartungen entäuscht wird aus dem belanglosen plötzlich Ernst.
der 2. punkt ist das diese social media die eitelkeit in jedem menschen stimuliert und durch belohnungssysteme (follower, likes) fördert. diese eitelkeit ist aber auch oberflächlich und deren stimulation genau so oberflächlich. man definiert sich nach einem fragilen, oberflächlichem system. dadurch wird man selbst fragil. die vermeindliche stabilität dieses geschwächten egos wird nur durch einen konstanten flow an oberflächlichen belohnungen zeitweise aufrecht gehalten. bricht der flow (luftzufur) ab, fällt die gummipuppe in sich zusammen und verliert die form.
es gibt aber noch menschen die keine lust haben ohne hoffnung auf stabiles ergebnis tag ein tag aus luft zu pumpen. sie verwenden lieber ihre zeit und energie in nachhaltigere tätigkeiten.
sorry für die rechtschreibung ;-D
der thread ansich ist ja nicht so interessant. meine aussage dazu als 40 jähriger ist, wenn ich eine beziehung suche dann spielt stabilität bei mir dabei eine wichtige rolle (u.a.)
da würde ich mich bei der thread starterin nach dem start schon fragen ob ich bei ihr richtig aufgehoben bin wenn sie gleich jetzt schon so überreagiert. da hätte ich dann die sorge das auch nach 5 jahren gutter beziehung plötzlich für sie das ende wegen einer banalität und unvorhersehbar eintreten könnte.
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08.03.2017, 13:03Inaktiver User
AW: 12 Jahre älterer Mann - anderes Meldeverhalten
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08.03.2017, 14:03
AW: 12 Jahre älterer Mann - anderes Meldeverhalten
Flow... Gummipuppe - was für ein genialer Vergleich, Dude, das muss ich mir unbedingt aufschreiben, äh, und natürlich liken



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