Wie schön! - Romantisch!Zitat von Jogni
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Thema: Moment des sich Verliebens
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07.10.2007, 01:02
AW: Moment des sich Verliebens
"Die ist mit mir her gekommen!"
...
"Was rede ich denn da für'n Blödsinn!"
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07.10.2007, 01:13Inaktiver User
AW: Moment des sich Verliebens
Ach, das ist ja ein netter Strang, Murkami

Unsere Geschichte vom Kennenlernen ist in einem der für mich bedeutendsten Threads meiner Singlezeit dokumentiert. Ich habe mich in dem Moment verliebt, als wir zusammen auf der Decke am Strand lagen
Danke noch mal an Konstantina, die diesen Strang ins Leben gerufen und erhalten hat
Also wer sich dort durchkämpfen möchte, bitte..ist sehr empfehlenswert mit allen Höhen und Tiefen des Singlelebens
Liebe Grüße,
Mondschaf
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07.10.2007, 02:38
AW: Moment des sich Verliebens
Oooch! Nicht mal eine Zusammenfassung für uns?
Zitat von Inaktiver User
"Die ist mit mir her gekommen!"
...
"Was rede ich denn da für'n Blödsinn!"
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07.10.2007, 10:32
AW: Moment des sich Verliebens
30 Jahre, liebe Jogni......
Zitat von Jogni
Ich bin gespannt, was ich da noch alles vor mir habe.

Hallo Monschaf,
schön, dass Du hierher gefunden hast. Magst Du uns nicht den einen großen Moment erzählen, wo Du wusstest, Du verliebst Dich gerade in ihn oder vielmehr wo Du erkanntest, dass Du ihn liebst? Da schließe ich mich Adonis an: eine Zusammenfassung wäre bestimmt schön. Ich bin schon ganz neugierig!!
Nette Grüsse an Euch an diesem schönen Herbsttag,
Murkami
Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier
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07.10.2007, 11:48Inaktiver User
AW: Moment des sich Verliebens
Frühjahr 1986, ich bin 18 Jahre alt.
Es ist Samstag, und ich fahre mit einer Freundin in eine Diskothek in der Nachbarstadt. Ich habe eigentlich keine Lust aufs Ausgehen, meine Freundin hat mich überredet, und noch weniger Lust habe ich auf Männer - sowieso alles Idioten.
Die Musik ist gut, und ich tanze, denke einfach an gar nichts, spüre nur den Rhythmus und meinen Körper. Und dann sehe ich ihn. Er steht zwei, drei Meter entfernt und schaut mich an, seine Augen leuchten. Ich schaue zurück, grünblaubraune Augen versinken in eisgrauen. So geht das eine ganze Weile, bis er irgendwann von der Tanzfläche verschwindet und sich an den Rand stellt. In der Hand hält er einen Autoschlüssel, mit dem er spielt. Ich strecke die Hand danach aus, er lässt den Schlüssel in meine Handfläche plumpsen, grinst mich an, und wir gehen, als hätten wir das so verabredet, gemeinsam ins Foyer, wo er zur Feier des Tages das Bier, das ich mir bestelle, und auf einer schmalen Brüstung abstelle, von selbiger fegt. Es ist ihm sehr peinlich.
Wir reden und lachen, und die Zeit fliegt. Plötzlich steht sein Freund neben ihm, der gern nach Hause möchte. Wir verabschieden uns und tauschen Telefonnummern und Adressen aus, er kündigt an, mich am nächsten Tag zwischen 13 und 15 Uhr anrufen zu wollen.
Ich fahre mit meiner Freundin nach Hause, und als ich in meinem Bett liege, kommt aus dem Nichts plötzlich das Gefühl, so eine Art innere Stimme: Das isser!
Ich denke:
, und beschliesse resolut, erst mal an der Matratze zu horchen.
Am nächsten Tag bin ich aufgeregt. Bestimmt ruft er nicht an! Es wird 13 Uhr, wir essen zu mittag. Nichts. Gegen 14 Uhr spüle ich mit meiner Mutter das Geschirr. Ich bin fahrig, und lasse eine Tasse fallen. Nichts. Um Punkt 15 Uhr, ich habe gerade beschlossen, den Rest des Tages auf unzuverlässige Typen schimpfend bei meiner Freundin zu verbringen, klingelt das Telefon. Er ist dran, und wir verabreden uns, er wird mich abholen. Später soll ich erfahren, dass er extra bis 15 Uhr gewartet hat, um nur ja nicht zu eager zu erscheinen - Coolness ist mit 18 schliesslich alles!
Als er klingelt (nicht ohne vorher, von mir beobachtet, noch sorgfältig seinen damals ultra hippen Popperschnitt mit einer Skelettbürste in Form gebracht zu haben), und noch kurz einen Moment in unsere Wohnung kommt, sehe ich, wie meine Mutti über beide Wangen strahlt. Ich denke: Oh no! Das fängt ja gut an. Bitte bloss nicht Muttis Liebling!
Der Nachmittag verläuft spassig, wir necken und ärgern uns unablässig, und genau dieses Muster behalten wir in den nächsten 14 Tagen bei. Wir fahren zusammen nach Holland, ich lerne seine Freunde kennen, wir unternehmen viel zusammen - aber er küsst mich nicht, er legt nichtmal den Arm um mich.
Ich bin längt über beide Ohren verliebt und ratlos. Warum zum Henker küsst er mich nicht? Ich denke: Nee, die gute Freundin Nummer iss nicht, die Kurve kriege ich nie und nimmer, und beschliesse: Unsere nächste Verabredung muss die Entscheidung bringen - entweder, es passiert was, das eindeutig nicht rein freundschaftlich ist, oder ich breche den Kontakt ab.
Es ist Samstag, D-Day. Ich habe mir extra für diesen Abend von meinen allerletzten Talern ein Kleid gekauft - wenn er mir so widerstehen kann, muss er schwul sein! Wir fahren zusammen nach Düsseldorf in die Altstadt. Der Himmel hat ein Einsehen und färbt sich von strahlendem Blau in düsteres Grau, als wir auf dem Weg sind. In Düsseldorf angekommen regnet es in Strömen, und wir haben nur einen winzigen Taschenschirm. Es geht gar nicht anders, er MUSS den Arm um mich legen.
Nur wegen des Regens, iss klar.
In einer Bar steht er sehr dicht neben mir, während ich auf einem Barhocker sitze. Er fragt, ob ich mit ihm zu einem Konzert nach London fahre. Ich sage spontan zu, obwohl ich keine Ahnung habe, wie ich das finanzieren soll, und mir meine Eltern die Hölle heiss machen werden, schliesslich steht das Abitur kurz bevor, aber: er strahlt.
Wir essen einen Happen, und der unvermeidliche "Wolle Rose kaufen?" Inder/Pakistani schleicht durch die Reihen der Tische.
"Er" kauft drei Rosen zu einem inflationären, echten Düsseldorfer-Altstadt-Preis, den er sich - selbst Abiturient, also in einer ähnlich prekären finanziellen Situation wie ich - ganz bestimmt nicht leisten kann.
Und dann, es ist längst dunkel, und wir sitzen eng nebeneinander in einer typischen Altstadtkneipe, passiert es endlich.
Er küsst mich, und es fühlt sich genau richtig an.
Das tut es im übrigen noch heute, fast 22 Jahre und etliche stürmische Krisen später.
Es war schon immer so: Dieser seltsamen inneren Stimme kann ich vertrauen. Wenn die sagt: Das isser!, dann issers auch
.
Grüssle
Seawasp
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07.10.2007, 12:03Inaktiver User
AW: Moment des sich Verliebens
Liebe Murkami, lieber Adonis

Okeeey, aber nur eine kurze Fassung
Ich bin im August 2006 allein auf eine Ostseeinsel gefahren. Bereits am ersten Tag am Strand entdeckte ich eine Gruppe Rockertypen, von denen mich einer immer beobachtete. Ich dachte so "nett", weil ich sowieso als glücklicher Single nur Flirten im Kopf hatte. Smste dies unterdessen an eine Freundin.
Am nächsten Tag bin ich ihm allein morgens am Strand begegnet und aus Schüchternheit hab ich mich etwas weiter weg gesetzt und in meine Bücher vertieft. Irgendwann kam er auf mich zu und fragte, ob wir mal was zusammen trinken gehen wollen. Er hat sich neben mich in den Sand gesetzt und wir unterhielten uns ganz gut. Später gingen wir noch Kaffee trinken und abends ein Bier.
Für den nächsten Tag haben wir uns wieder am Strand verabredet. Er erzählte mir ein bisschen aus seinem Leben und dass er einen Sohn hat. Vermutlich erwartete er, dass ich das nicht so gut fand. Aber im Gegenteil. Seitdem fasste er irgendwie mehr Vertrauen und fragte, ob ich mich auf seine Decke komme. Es war eine herrliche Atmosphäre, Wind im Haar, Sonne auf der Haut... Wir cremten uns gegenseitig ein, ich legte Muscheln auf seinen Rücken, wir schauten uns oft in die Augen (seine schönen grünen...). Ich glaube, in dem Moment habe ich mich in ihn verliebt
Wir haben uns dann auch geküsst, auf der Decke und im Meer.. Wir haben dann den Rest des Urlaubs viel miteinander unternommen und uns dann 2 Wochen danach wieder gesehen. Glücklicherweise kommt er aus der gleichen Stadt wie ich, wohnt aber woanders. Das muss Schicksal gewesen sein
Wann ich begonnen habe, ihn zu lieben, weiß ich nicht mehr. Das stellt sich doch schleichend ein. Aber es muss an einem Sonntag Morgen kurz nach dem Aufwachen gewesen sein, denn diese Momente sind am schönsten und innigsten.
Liebe Grüße,
Mondschaf
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07.10.2007, 12:04
AW: Moment des sich Verliebens
Hallo allseits,
tja, nicht immer kann man diesen einen Moment genau benennen, denn, wie schon gesagt wurde, jede Liebe ist anders.....!
Doch an diese Eine Begegnung werde ich mich auch gaaannnz sicher noch im Altenheim erinnern......ich traf ihn (tatsächlich) auf der Tanzfläche, immer wieder in die Augen gesehen. Es war ganz natürlich das wir miteinader redeten, in einer ruhigen Ecke. Wir erzählten uns unser Leben und es war völlig klar, ihn zu umarmen, Hand in Hand zur Tanzfläche zu gehen, zu tanzen.....Beim Verabschieden rannte er förmlich weg von mir und im selben Moment wußte ich, diese Begegnung hat was zu bedeuten. Das war das einzige, was ich wußte, es hat was zu bedeuten. Wir sahen uns erst nach 3 Monaten wieder. Er stand einfach vor mir und fragte mich, wo ich gewesen sei........
Wir hatten ein halbes Jahr intensiven Mailkontakt, gelegentliche Treffs und trotz aller Unerreichbar- und Schwierigkeit (er ist gebunden) eine große emotionale Nähe. Nie werde ich dieses Bild vergessen: er auf der Treppe sitzend, lesend, auf mich wartend, weißes Hemd, außerhalb jeder Zeit. Gerne hätte ich ihm noch ein halbes Leben dort zugesehen........
Auch wenn diese Geschichte letztendlich kein Happy End hatte, es ist unbeschreiblich sowas mal zu erleben und darüber bin ich sehr, sehr froh
M.
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07.10.2007, 15:16
AW: Moment des sich Verliebens
@ Malampati, das war hoffentlich nicht alles an Liebe, was Du erlebt hast? - Ich überlege auch noch weitere Geschichten zu erwähnen, aber für mich hatte jene eine unbeschreibliche Magie, daher die Erste.
@ Mondschaf, Danke!, hat sich doch gelohnt!
"Die ist mit mir her gekommen!"
...
"Was rede ich denn da für'n Blödsinn!"
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07.10.2007, 18:05
der zweitschönste erste Kuss
neulich auf meinem Balkon. Ich und R., mein date, schauen den Vögeln nach
R.: bist du gut zu Vögeln?
Knäcke: nun, ich denke schon. Wieso??!!
R.: *extrem breites grinsen*
Knäcke (total verärgert): Du bist zu bescheuert!!!
R.: dann muss ich mich wohl gebührend entschuldigen
nimmt mein Gesicht in die Hände und küsst mich seehr lange und innig
das war doch schön!!
Sommer of love 2007

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07.10.2007, 20:52
AW: der zweitschönste erste Kuss
Vielen Dank, liebe Seawasp für diese schöne Geschichte!! Als ich sie las, erinnerte ich mich richtig an meine Zeit 1986...Schön!
Mondschaf, lieben Dank auch Dir und natürlich allen anderen, die hier so fleißig schreiben.


<---- für die Dancing Queens hier
Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier


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