Ist Liebe dann besonders viel wert, ist sie dauerhafter, beständiger, wenn sie unter großen Schwierigkeiten entsteht, wenn nur wenig Leichtigkeit dabei ist, wenn man sich kennen lernt?
Oder sind Konflikte, Streits und misstrauisches Abtasten nur die Vorboten eines generellen Unverständnisses, weil man sich zwar mag, aber doch nicht miteinander kann?
Gehören große Harmonie und Verliebheit zwingend zum Beginn einer Partnerschaft oder können Probleme auch reinigen, weil man bei diesen den anderen abseits der rosaroten Brille mit mehr Vernunft sieht, quasi das Ende der Verliebtheit und die ersten Streitigkeiten vorweg nimmt?
Bin auf eure Erfahrung und Meinung gespannt.
Turner
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Thema: Wert der Liebe
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03.01.2007, 01:07
Wert der Liebe
"Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
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03.01.2007, 09:38Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Hallo WTurner,
mal abgesehen davon dass Leben keine Regeln und kein Rezeptbuch kennt sondern höchstens Wahrscheinlichkeiten:
im besten Fall ist eine hohe Verliebtheit am Anfang sowas wie ein Energiepool aus dem die - zwangsläufig erfolgende - Realitätsphase gespeist wird. Aus dem die Kraft geschöpft wird auch negative Eigenschaften des Partners, Inkompatibilitäten, abweichende Ziele aushalten zu wollen.
Und alles andere ist sowieso eine Frage der involvierten Persönlichkeiten. Mit gutem Willen, Arbeit daran und vernuenftiger Kommunikation geht so gut wie alles - vorausgesetzt es ist beiderseitig.
Genauso wie eine noch so grosse "Liebe des Lebens" schnoede an den ersten Belastungen scheitern kann.
Insofern sehe ich da bei Liebe an sich keinerlei Parameter aus denen zwingend irgendwas vorhersehbar wäre. Hängt doch viel mehr von den handelnden Personen ab was daraus wird.
Hiesse dann dass der Wert der Liebe bei der Frage obs ne langfristige Beziehung werden kann oder nicht zu vernachlässigen ist.
Viel spannender ist doch die Frage: willst Du mit dieser Person ne Beziehung aufbauen oder nicht. will sie das auch. Kriegt ihr das miteinander gebacken auch wenn grundlegende Vorstellungen voneinander abweichen.
Pragmatisch gesehen muss es ja nen Grund geben sich ständige Grundsatzauseinandersetzungen liefern zu wollen. Verliebtheit (und um mehr kanns bei der Kennenlernphase nicht gehen) motiviert diese einzugehen. Nicht so dolle Verliebtheit läßt dann wohl eher ne nuechterne Überlegung "warum tue ich mir das eigentlich an?" zu.
gruss
mirca
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03.01.2007, 09:45Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Konflikte, die im Gegenüber begründet liegen, wären für mich eher ein Indiz dafür, dass es nicht passt. Sind es die äußeren Umstände, die den Beginn einer Liebe schwierig gestalten (z. B. weil einer der beiden Partner in Scheidung lebt o. ä.) und man meistert die daraus resultierenden Probleme gemeinsam, hat man unter Umständen eine gute Basis geschaffen...
Ansonsten - Verliebtheit gehört für mich unbedingt dazu, weil es die Gefühle sind, die man später abrufen kann, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, einmal eng werden sollte. Schließlich ist es die Verliebtheit, die Menschen zusammenführt...
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03.01.2007, 09:52
AW: Wert der Liebe
Könnte Verliebtheit nicht eine Art "Kindchenschema" sein, um die ersten gemeinsamen Konflikte überhaupt anzugehen - anstatt sich sofort wieder zu trennen?
spekuliert
Kraafaufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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03.01.2007, 09:56Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Verstehe ich nicht. Was hat Verliebtheit mit Kindchenschema zu tun oder umgekehrt
fragt verwundert
Morcheeba
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03.01.2007, 10:06
AW: Wert der Liebe
Na, Kindchenschema macht blind für Probleme...
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03.01.2007, 10:08
AW: Wert der Liebe
Nicht klar?
Kindchenschema: Kindchen darf auch nächtens wie verrückt plärren und doch schmeisse ich es nicht an die Wand.
Verliebheit und der ganze Rausch der tanzenden Hormone: bin ich da gleich bei der ersten Auseinandersetzung frustiert und fliehe?
Wie gesagt, nur so ein Gedanke.
nettes Grüssle
Kraafaufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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03.01.2007, 10:09Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Noch mal sorry, aber Kindchenschema bezieht sich auf die Physiognomie und nicht Psychologie...
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03.01.2007, 10:12Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Das Wort Kindchenschema steht in Kraafs Beitrag quasi mit Gänsefüsschen da. Er meint, so wie man den Blick aus grossen unschuldigen Kinder-Kulleraugen empfindet, empfindet man auch den Blick aus den Augen des Menschen, in den man verliebt ist. Man verzeit einfach kleinere Übel, die mit "nüchternem" möglicherweise nicht hingenommen werden.
Zitat von Inaktiver User
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03.01.2007, 10:14Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
Ich weiß, was Du meinst, Kraaf, der Begriff "Kindchenschema" hat mich irritiert. Dennoch - ich sehe es anders. Gerade in der Anfangsphase wird man ein plärrendes Kind eher an die Wand schmeißen, als später, wenn die Gefühle stärker und intensiver sind. Übrigens - sowohl auf das real plärrende Kind bezogen als auch auf die Metapher, die Du gewählt hast...


Turner
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