Hallo WTurner,
Weise WorteMir bedeutet Liebe viel, sehr viel. Doch eines steht darüber: meine Zufriedenheit.
Beides ergänzt sich idealerweise, aber im Zweifel ziehe ich meine Zufriedenheit der Liebe vor. Auch wenn ich bereit bin, für die Liebe extrem viel zu tun, so habe ich meine Grenze da, wo sie mich aufzehrt, wo sie mir mehr nimmt als gibt.. Ich liebe ganz, mit Haut und Haaren, tief und innig und ich gebe gerne, so wie ich es bei Dir auch lese. Aber dazu gehört für mich auch immer eine Portion Egoismus, das stimmt. Es muss mir selber auch gut gehen, sonst ist die Liebe keine Erfüllung mehr.
Darf ich fragen, WO Du genau diese Gräben siehst? Wo ist Euer Problem, Turner?Es gibt Verliebtheit, Vertrauen, Harmonie und Sehnsucht. Da sind aber eben auch Gräben und beide fragen wir uns, ob diese zu überwinden sind oder ob wir uns da etwas vormachen.
benutze ich ausnahmsweise dieses Ding, welches zwischen meinen Ohren sitzt und verhindert, dass es in meinen Hals rein regnet.Hach, die Liebe lässt einen manchmal vergessen, dass man einen Schalter hat, an dem man das Ding wieder anknipsen muss.
Herzliche Grüsse
Murkami
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 76
Thema: Wert der Liebe
-
03.01.2007, 13:55
AW: Wert der Liebe
Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier
-
03.01.2007, 14:00
AW: Wert der Liebe
Dauerhaft bin ich nicht bereit, mehr zu geben. Eine asymmetrische Liebe kann nicht funktionieren, weil sie einen der Partner auf Dauer auslaugt. Wer nicht gerade unter Masochismus leidet, wird sich einen Partner wünschen, der seine Liebe in ähnlichem Maße erwidert. Es geht auch nicht um eine Aufrechnung, wer wann mehr geliebt, gegeben und wann genommen hat.
Zitat von Ente
Bei mir ist es dann Liebe, wenn ich mir diese Frage eben nicht stelle, wenn keine Zweifel aufkommen."Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
-
03.01.2007, 14:04Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
@murkami,
Zitat von Murkami
ertappt...
verstehe dein posting besser als du vielleicht ahnst. ich dachte nur, hier geht es um die praktische durchführung.
lg
lady_julia
-
03.01.2007, 14:06
AW: Wert der Liebe
Aber wie Du schon selbst sagtest: Für Liebe ist es noch zu früh -> Was bist Du bereit zu tun bis es soweit ist?
Zitat von WTurner
bzw. was tust DU um IHR zu zeigen, dass Du sie liebst?Vergiß die Nadel - Nimm den Heuhaufen
-
03.01.2007, 14:16
AW: Wert der Liebe
welch liebevoller Widerspruch...
Zitat von WTurner
aber ich glaube ich verstehe dich ein klein wenig... wenn ihr Beiden, statt euch zu genießen, vermeintliche Probleme und Lösungen sucht, um eure Geschichte nun endlich mal auf einer beiderseitigen zufriedenen Ebene zu starten, dann entfernt ihr euch voneinander anstatt einen Anfang zu wagen, vielleicht weil eure Vorstellungen zu weit auseinander klaffen?
wenn ich verliebt war, wenn es kribbelte, dann habe ich mich selten gefragt wo ich mit diesem Gefühl und ob ich überhaupt landen werde. Frei nach Goethe: Am Anfang steht die Tat und nicht das Reden darüber...
Es kommt wie es kommt


Es ist ein großer Vorteil morgens aufzuwachen!
-
03.01.2007, 14:19Inaktiver User
AW: Wert der Liebe
@WTurner
Zitat von WTurner
dein erster satz hat mich etwas erschreckt. meintest du tatsächlich "zufriedenheit" oder war das wort einfach nur unglücklich gewählt, weil dir gerade kein besseres einfiel?
ich glaube, ich ahne aber, was du meinst. in gewisser hinsicht würde ich dir zustimmen, aber ich würde es anders ausdrücken:
liebe darf nicht so sein, dass ich mich als mensch dafür verbiegen muss. ich muss mir selbst treu bleiben dürfen. die gradwanderung zwischen persönlicher veränderung und sich-selber-treu bleiben ist für mich das problem. ich darf nicht das gefühl haben aufgefressen zu werden. letztendlich weiss ich nicht, ob das auch meinem partner dient.
dass ein mensch unter extremen vorraussetzungen nicht immer so reagieren/agieren kann, wie er handeln würde, hätte nur seine eigene vernunft darüber zu entscheiden, kann geschehen, wenn in einer beziehung zuviel psychostress erwächst (partner setzen sich unter druck, verbaler terror usw....). auf dauer bringt mich soetwas um und das ist in einer viel früheren beziehung auch geschehen.
wenn dir "zufriedenheit" mehr wert ist als liebe, kann ich dir nur antworten: wann endlich wirst du dir selber zuviel ? nämlich am ende deiner zufriedenheit. dafür brauchst du keine partnerin.
lg
lady_juliaGeändert von Inaktiver User (03.01.2007 um 14:55 Uhr)
-
03.01.2007, 14:25
AW: Wert der Liebe
Zählt treudoof kucken, ihr die Lieblingsschokolade kaufen, mit ihr rumzualbern, ihr zuzuhören und nachts 250KM zu fahren, weil es ihr beschissen geht?
Zitat von Ente
"Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
-
03.01.2007, 14:33
AW: Wert der Liebe
Zufriedenheit ist genau das richtige Wort. Sie ist kein Zustand, sondern eine Handlung (habe ich gerade vom ollen Aristoteles gelernt
Zitat von Inaktiver User
). Ich arbeite auf sie hin und Liebe kann der Weg sein, sie zu erlangen, sie muss es aber nicht.
Ich suche die Erfüllung nicht in der Liebe, ich will sie mit der Liebe. Nur wenn ich mich selbst anerkenne und wertschätze, so weiß ich auch einen anderen Menschen zu schätzen und zu lieben. Würde ich aber merken, dass die Liebe mir immer mehr meiner Zufriedenheit nimmt, so gäbe ich sie auf.
[Philosophieexkurs Ende]
Geändert von WTurner (03.01.2007 um 14:53 Uhr)
"Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"
-
03.01.2007, 14:43
AW: Wert der Liebe
Daher habe ich oben "weise Worte" gesagt, Turner- ich hatte es genau so verstanden und pflichte Dir bei. Wir scheinen die gleiche Sprache zu sprechen.Zufriedenheit ist genau das richtige Wort. Sie ist kein Zustand, sondern eine Handlung (habe ich gerade vom ollen Aristoteles gelernt
). Ich arbeite auf sie hin und Liebe kann der Weg sein, sie zu erlangen, sie muss es aber nicht.
Ich suche die Erfüllung nicht in der Liebe, ich will sie mit der Liebe. Nur wenn ich mich selbst anerkenne und wert schätze, so weiß ich auch einen anderen Menschen zu schätzen und zu lieben. Würde ich aber merken, dass die Liebe mir immer mehr meiner Zufriedenheit nimmt, so gäbe ich sie auf.
philosophische Grüsse
MurkamiWenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier
-
03.01.2007, 14:44
AW: Wert der Liebe
Um dem Ganzen etwas mehr Realität zu verpassen.
Es geht vor allem um unsere unterschiedlichen beruflichen Vorstellungen. Beide studieren wir noch, beide arbeiten wir nebenher und doch trennt uns etwas. Sie gibt ihrer Arbeit die absolute Priorität, strebt eine Karriere an, die schon jetzt von 14-Stunden Tagen geprägt ist. Freizeit findet nur dann statt, wenn sie keinen Druck verspürt und das ist selten. Oft kann sie sich nicht fallen lassen und ich weiß genau, dass in einer Partnerschaft mit ihr Zeit das kostbarste Gut wäre.
Nun bin ich aber völlig anders. Zwar ist auch mir ein Ehrgeiz inne, doch nicht wie ihrer. Ich arbeite um zu leben und bei ihr glaube ich oft, dass sie lebt um zu arbeiten.
Hinzu kommt, dass uns räumlich 250KM trennen, sie einmal im Monat im Ausland ist, dazu noch Vorsitzende einer Politikorganisation ist, welches ebenfalls ein WE pro Monat verschlingt. Ich frage mich da, wo ich bleiben soll, ob ich dann nicht nur ein Platz in ihrem Terminkalender wäre.
Hinzu kommt, dass sie launisch ist, mal sehr anhänglich, dann wieder distanziert. Ich, der überdies schnell beleidigt bin, wenn ich mich vernachlässigt fühle, werde dann streitlustig, was sie wiederum auch auf die Palme bringt. Ergebnis: Ein lustiger Streit und später Versöhnung.
Beide schrecken wir nun vor unserer eigenen Courage zurück. Ich weiß nicht, ob mir eine Freundin, die ich vielleicht einmal im Monat sehen könnte genügt, sie weiß nicht, ob sie bereit ist, etwas zurückzustecken und mehr Zeit für mich zu haben. Keiner weicht zurück und so stehen wir lauernd voreinander."Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!"


Zitieren