Hallo zusammen
Ich lese hier schon eine Weile mit, aber habe mich heute, nach einer schlaflosen Nacht, hier angemeldet.
Ich bin etwas ratlos. Ich bin Mitte dreissig, sehe gut aus, habe eine gute Ausbildung, einen guten Job, den ich gerne mache, tolle Freunde, bin ziemlich sympathisch, denke ich, man kann mit mir lachen, diskutieren und Pferde stehlen und gleichzeitig bin ich treu und hingabefähig in einer Beziehung, ja vielleicht eher manchmal zu lieb, ich habe meine eigenen Interessen, bin also nicht irgendwie zu anhänglich - und doch gerate ich irgendwie seit einer Weile an die falschen Männer.
Ich verliebe mich, aus meiner Sicht, reinen Herzens, und dann stellen sich die Männer mit der Zeit als notorische Betrüger, als bindungsunfähige Abenteurer, als Haderer etc. raus. So waren die letzten zwei Beziehungen. Und nach der letzten Beziehung habe ich mich neu verliebt, und prompt ist es wieder seltsam abgelaufen, weil er sich als künstlerischer Abenteurer raus gestellt hat, der Tag und Nacht an seinen Kunstprojekten arbeitet und sich kaum Zeit für soziales Leben nimmt. Ich bin zum Glück aber nicht in einer Beziehung gelandet.
Und gewisse der Männer, die sich in mich verlieben, in die verliebe ich mich nicht - wenn sie zu "brav" sind, also zu häuslich, zu wenig Ecken und Kanten, zu wenig Profil, zu wenig eigene Interessen und Vorlieben. Einer hat um mich geworben, doch es kam irgendwie so wenig von ihm, was ihn ausmacht, was seine Interessen und Leidenschaften und seine Liebe zum Leben ist, die Kommunikation war so eingeschränkt und wir hatten wenig gemeinsame Interessen, ich habe da zu wenig gespürt.
Und jetzt hadere ich mit mir selbst. Wieso verliebe ich mich in die falschen Männer, in bad boys (obwohl diese gar nicht immer erkennbar waren, als ich mich verliebte; der eine, der mich notorisch betrügte, gab zu Beginn den gebildeten Saubermann) und nicht in "gute Männer"?
Ich wende mich an Euch, weil ich mir denke, dass hier sicher ein paar Frauen sind, die ähnliche Erfahrungen bereits hinter sich haben und es geschafft haben, ihr Beuteschema zu ändern.
Wie ändert man sein Beuteschema? Denn ich wünsche mir einfach eine erfüllte Beziehung, in der beide eigene Leidenschaften und Interessen haben, aber auch ein gemeinsames Wir mit Zukunftsplanung und Verlässlichkeit, Fürsorglichkeit herrscht. Gibt es denn diese Mischung nicht? Also Interessen, Leidenschaften, Diskussionslust, Entdeckungslust UND Verlässlichkeit in einer Beziehung? Ich würde mich ja selbst so bezeichnen und sehe auch einige wenige Paare in meiner Umgebung, die das beide haben.
Wie haben diejenigen von Euch, die etwas Ähnliches wie ich erleben, es geschafft, ihr Beuteschema umzudrehen? Habt Ihr bewusst andere Männer gedatet? Habt Ihr anders auf Eure Signale geachtet oder auf diejenigen der Männer? Hab ich zu hohe Ansprüche oder zu tiefe? Bin ich eine dieser Frauen, die am "oberen Rand" des Spektrums sind (akademische Ausbildung, guter Job, gut verdienend, selbständig) und deshalb schwer einen Mann finden?
Im Moment echt ratlos und ein wenig müde, ich hab inzwischen schon etwas Angst, mich neu zu verlieben, weil ich offenbar irgend etwas Falsches anziehe. Bin deshalb froh um jede Erfahrungsgeschichte, jeden Ratschlag! Danke.![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 670
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11.04.2016, 09:33
Wie ändert man sein Beuteschema?
Geändert von Eulin (11.04.2016 um 09:49 Uhr)
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11.04.2016, 10:24
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Hallo Eulin!
Ich hatte längere Zeit ein ähnliches Problem - ich habe Männer angezogen, die mich verliessen, weil sie mich als zu stark und eigenständig empfanden.
Ich habe dann irgendwann gemerkt, dass ich Männer angezogen hatte, die ein niedriges Selbstwertgefühl hatten. Die ihr eigenes Leben nicht so richtig auf die Reihe kriegten und sich von mir Stärke erhofften, die sie dann aber gleichzeitig ablehnten.
Ich hab dann begonnen, auf Männer zu achten, die ein gesundes Selbstwertgefühl und ein geregeltes Leben zu haben schienen. Also meinen Fokus verändert. Manchmal dauert es eine Weile!
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11.04.2016, 10:24
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Ich kann Dir zwar leider nicht sagen, wie man sein Beuteschema ändert, aber ich kann versuchen Dir Mut zu machen.
Ich hab auch jahrelang die falschen Männer gegriffen, die mich nicht wirklich wollten, sondern nur ein bisschen Spaß, die mich betrogen haben, oder auch die "Strohfeuer-Modelle", die erst heiß entflammt waren, und dann nach kürzester Zeit auch ganz schnell wieder erkaltet und verschwunden waren.
Ich hatte nie ein wirkliches Beuteschema, es mußte halt irgendwas kribbeln, sonst wurde es nichts... und das waren recht todsicher die falschen Herren, auch wenn sie untereinander komplett verschieden waren.
Mittlerweile habe ich seit 2,5 Jahren jemanden an meiner Seite, der lieb, witzig, auf meiner Wellenlänge und absolut zuverlässig ist... und der Sex ist auch noch großartig
Ich hab keine Ahnung, was ich diesmal anders gemacht habe als sonst. Ich weiß nur, dass er zu einem Zeitpunkt auftauchte, als ich schon lange niciht mehr damit gerechnet hatte (ich war schon mitte 40...).
Vielleicht braucht man einfach Geduld, und irgendwann passiert es dann...
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg, verlier nicht den Mut
Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)
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11.04.2016, 11:11
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Danke Ihr Lieben für die ersten Kommentare...
Abendtau: Ja, den Fokus klarer stellen, das möchte ich auch.
Und doch muss es kribbeln, muss irgendeine Anziehung da sein.
senay, danke. Ich frage mich einfach, wieso es bei einigen Frauen in meinem Umfeld einfach klappt, und bei anderen nicht. Ich sehe da nicht immer klar, wieso das so ist.
Aber wenn es an irgendetwas liegt, was mich mache oder nicht mache, dann möchte ich schon auch meinen Teil beitragen.
Es stimmt mich schon nachdenklich, dass ich mich jetzt drei Mal in Männer verliebt habe, bei denen sich dann rausstellte, dass sie Probleme mit Alltagsbeziehungen haben; der eine ein Querkopf, der Mühe hat, sich in feste Systeme einzuordnen und aus Beziehungen ausbrechen will; der nächste ein Weltenbummler, der jede Beziehung nach 2 Jahren beendete und am liebsten an verschiedenen Orten leben würde, ein regelmässiger Fremdgänger und Auf-Distanz-Geher; der dritte ein Künstler, der praktisch ausschliesslich in seiner Kunst lebt und allgemein nicht viel Platz für seine sozialen Kontakte einräumt, seine letzte Beziehung ging auseinander, weil sie sich kaum sahen.
Von aussen war das aber zu Beginn nicht ersichtlich. Der erste war Jurist und hell begeistert von mir, was dann auf einmal verpuffte; der zweite Akademiker und gab explizit den feinfühligen Saubermann mit vielen guten Werten, stellte sich dann als das Gegenteil raus; der dritte ein Architekt, der nebenher ganz viel Kunst macht. Es war jetzt nicht so, dass man gleich von Beginn weg merkte, total unzuverlässig. Halt nach einer Weile.
Dabei bin ich doch gerne in Beziehungen und teile auch gerne Nähe? Wieso ziehe ich diese Männer dann an?
Was ich sagen kann, ja, ich mag gerne reisen, lange Abende um die Häuser ziehen, Kunst, Gespräche über Gott und die Welt - aber ich mag doch auch verlässliche Beziehungen und gebe dies selbst auch zurück.
Und momentan habe ich das Gefühl, ich ziehe nur die eine Seite an - also die abenteuerliche, künstlerische. Schliesst sich das denn komplett aus? Ich selbst habe ja auch beide Seiten.
Und wenn man sein Beuteschema ein bisschen ändern möchte, wie macht man das?
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11.04.2016, 11:16
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Wer sein Bedürfnis nach Zweisamkeit als Jägerin nachgeht, muss damit rechnen, dass Beutetiere bei Angriff fliehen, ganz schnell.Und wenn man sein Beuteschema ein bisschen ändern möchte, wie macht man das?Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.04.2016, 11:18
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Liebe Eulin,
ich kenne das von dir beschriebene sehr gut!
"Meine Beute" mußte obendrein noch besonders attraktiv sein, was ich auch in Singlebörsen so formuliert habe.
Ich lernte dann einen Mann kennen, der Vieles davon mitbrachte, aber am Ende wollte er mich nicht genug.
Danach wurde es noch schlimmer, weil ich dann noch ein optisches Model hatte
Das ging über viele Jahre schief!
Danach kam dann eine sehr große gegenseitige Liebe, die nicht im Alltag funktionierte.
Und seitdem bleibe ich allein, bin kuriert.
Die Schmerzgrenze war erreicht, mich auf Idioten einzulassen, soviele passende Männer laufen einfach nicht rum, mein Beuteschema ließ sich schlicht nicht ändern , die Sucherei kostet unglaublich Energie und die habe ich nun frei für mich und das Leben was mir guttut.
Für mich absolut in Ordnung, ich fühle mich ein bisschen wie von mir selber befreit
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Aber ich glaube, diese Erkenntnisse muß man er-leben, kann sie nicht vom Kopf entscheidenEs wird Zeit für eine neue Signatur
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11.04.2016, 11:19
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Jetzt fühle ich mich etwas falsch verstanden. Ich benutze hier einen Begriff, den ich selbst auch nicht toll finde, der aber geläufig ist: "Beuteschema". Ja. Aber es ist doch verständlich, was gemeint ist?
Ich will nicht jagen. Ich war auch schon mal in einer sehr langen Beziehung. Seit dieser scheine ich aber die falschen Männer anzuziehen.
Die Frage nach dem "Beuteschema" ist nichts anderes als die Frage, wie ich mich in "andere" Männer verlieben kann, also nicht solche, die sich nach einer Weile als notorische Fremdgänger, unstete Weltenbummler, unerreichbare Künstler erweisen.
Bitte mich hier also nicht an einem Wort aufhängen, der inhaltliche Rat wäre mir wichtig! Und nein, ich will nicht jagen, ich sehne mich nach einer funktionierenden Alltagsbeziehung mit einem passenden Mann! Nur scheine ich den nicht anzuziehen.
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11.04.2016, 11:32
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Also bei mir ist das nicht mal der Fall. Der eine der Männer, die ich beschrieben habe, sah eher durchschnittlich aus und ich fand ihn "trotzdem" attraktiv und anziehend. Der zweite, der Fremdgänger, war sehr attraktiv, ja. Und der dritte sieht nicht schlecht aus, ist jetzt aber auch nicht überdurchschnittlich schön.
Also ich glaube, das ist bei mir nicht sooo extrem, dass ich da einen äusseren fixen Typ im Kopf habe, nein, die sahen alle sehr verschieden aus. Gefallen muss er mir natürlich, aber das hängt ja nicht nur mit der äusserlichen Attraktivität zusammen.
Eigentlich suche ich ein bisschen mein Pendant.. Stabil im Alltag und gerne in Nähe und Beziehung und Austausch, und dennoch auch ein bisschen eine andere Seite, ab und zu zusammen Pferde stehlen, an Kulturanlässe gehen, kleine Reisen.
Ich scheine aber entweder das eine oder andere anzuziehen, also entweder einen Mann, der vor allem durch Verlässlichkeit besticht, aber nicht so viele Interessen mit mir teilt oder allgemein eher sehr häuslich ist, oder dann den Mann, der viele Interessen hat, offen für die Welt ist, aber null verlässlich in Beziehungen...
Ich frag mich, ob man das zusammen kriegt oder was ich falsch mache. Jedes Mal, wenn ich mich verliebt habe, war es wirklich einfach von tief innen, nicht gejagt oder bedürftig, sondern einfach passiert, teilweise sogar in Situationen, wo ich gar nicht dringend eine Beziehung wollte... Also die Bedürftigkeit kann es irgendwie nicht sein.
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11.04.2016, 11:51
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Eulin, "Beuteschema" bedeutet ist mich auch nur der allgemein gängige Begriff .
Und die Attraktivität war mir halt auch noch sehr wichtig.
Aber unterm Strich wollte ich erklären, wie schwer es ist!
Und die Liebe/Verliebtheit ist eh nicht zu "machen".
Es gibt durchaus Paare, die sich mit "nur mögen und im Alltag passend" zufrieden geben.
Da muß man sich selber gut einschätzen, mit was und wem man sich zufrieden geben mag und kannEs wird Zeit für eine neue Signatur
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11.04.2016, 11:56
AW: Wie ändert man sein Beuteschema?
Hi Eulin
Also ich kann mir vorstellen, dass einige Frauen hier solche Erfahrungen hinter sich haben und Dir auch noch antworten.
Die Frage ist auch für mich interessant, weil die letzte Beziehung bei mir zu einer von Deinen Ähnlichkeiten hatte: Gegen aussen sehr kultivierter, belesener, kluger Mann, stellte sich dann als absolut unzuverlässig, untreu, zerrissen und hadernd heraus. Zu Beginn gab es da auch nur ein paar winzige Signale, die man hätte sehen können, aber wer sieht die, wenn er/sie richtig verliebt ist?
Auch ich habe mir die Frage gestellt, wieso ich diesen Mann so sehr angezogen habe. Und jetzt - ich habe inzwischen wieder begonnen zu daten - ist das immer noch ein Typ, der mich sehr anzieht: Ein Mann, der etwas belesenes, kultiviertes hat, sich für Bücher und Kultur interessiert. Gleichzeitig fällt mir auch auf, dass ich immer wieder - nicht nur, aber regelmässig - Haderer oder Befürworter von offenen Beziehungen, Fremdgänger anziehe und frage mich auch, ob das einfach so ist oder ob es mit mir zu tun hat.
Ich habe keinen wirklichen Rat, ausser den, Dich selbst gut kennen zu lernen und gegen aussen auch zu zeigen, wer Du bist. Und lernen, auf die Signale zu achten, die Männer von Beginn aussenden und auch schnell die Konsequenzen ziehen, falls es nicht stimmt. Auf Deine Grenzen achten. Ich glaube, bei mir hat es auch damit zu tun, dass ich teilweise zu lieb, zu offen, zu verständnisvoll bin, und sich da gewisse Männer offenbar gerne bedienen wollen.
Da muss ich immer wieder drauf achten. Also "zu offen" zieht auch Männer an, die das ausnützen möchten.
Und bin gespannt auf weitere Antworten.


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