Antworten
Ergebnis 441 bis 450 von 451
-
25.03.2017, 14:39Inaktiver User
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
-
25.03.2017, 15:37
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Ja, die gab es sicher, aber:
- für eine "Karriere" im heutigen Sinne war ein Parteibuch unabdingbar
- Geld war eher von untergeordneter Bedeutung: Es gab keine Anreize, mehr zu verdienen, da i. A. die meisten Dinge Mangelware waren. Luxuswaren gab es gegen Westwährung, der Umtauschkurs und die Menge waren wieder abhängig vom Beziehungs- und Parteistatus
So richtig einen Grund oder Anreiz ein "high performer" zu sein, gabs nicht.
Das auf keinen Fall, beides waren eindeutig Frauenangelegenheiten. Aber es gab auch bedeutend mehr eindeutige Männeraufgaben: Autoreparatur (konnte man noch selber) & Reparaturen im Haushalt, Feldarbeit für den Eigenbedarf, Besorgung & Installation des Westfernsehen, Materialbeschaffung zur Instandhaltung von Heim, Haus oder Hof, Dinge für den Urlaub (Zelt, Kajak oder so etwas war auch nicht einfach so im Laden, vieles war Eigenbastelei), Nachbarschaftshilfe beim Bau o.ä. usw. usf.
Viele dieser Sachen sind heute selbstverständlich oder obsolet oder werden dem Fachmann überlassen. Zu sagen: "Früher standen die Frauen nur am Herd, heute ist es besser" ist mMn zu einfach gedacht.
edit: Wobei meine Mutter immer gesagt hat, unser Vater hat viel mit uns unternommen. 16Uhr war Feierabend, manchmal sind wir ihn abholen gefahren - aber nach Feierabend & am Wochenende hat er sich - wenn nichts anderes anstand - mit uns beschäftigt oder uns dahin mitgenommen, wo es was zu tun gab. Ich weiß nicht, ob ich das mit meinem heutigen Arbeitspensum auch so hinbekäme.Geändert von Jannel (25.03.2017 um 15:42 Uhr)
-
25.03.2017, 19:20
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Jannel, ich habe auch eine Platte bekommen ohne Heirat.
Und den Anreiz, mehr zu tun, hatten die Frauen da nicht?
Ich schon: ich hab studiert und das war schwer, was technisches. Die "Belohnung" war mehr Geld.
Und immer dieses ewige Märchen, das wir dort alle schön rumgesessen haben, ich kanns nicht mehr lesen.
Beispiel einer Freundin hier: arbeitet im ÖD, Montag und Dienstag Homeoffice, weil ihr Sohn erst 13 jahre alt ist und man nicht verlangen kann, das sie jeden tag im Ministerium anwesend ist bis zum Alter von 14 (sie wird einen Ausnahmeantrag stellen, das sie auch weiterhin HO hat), das heißt, sie muß telefonisch erreichbar sein. Einige wenige Male klingelt das Telefon an den zwei tagen.
Mittwochs Englischkurs während der Arbeitszeit. Donnerstag und Freitag ins Büro (Gleitzeit), ein eigenes Büro für sich.
Sie hat eine normale lehre im ÖD hinter sich, ist seit über 20 jahren da.
Urlaubsgeld, leistungszulage in Höhe eines Gehaltes, das Gehalt an sich wirklich sehr sehr gut. Wenn sie krank würde über sechs Wochen, zahlt der Arbeitgeber den Ausgleich zum Gehalt.
Die Arbeit is eher locker, nicht streßig.
Und mir wird erzählt, die Menschen im Osten haben rumgesessen? Und das Arbeitsleben genossen????????
Meine Mutter war im Schichtdienst im Krankenhaus ihr gesamtes leben und hat Frauen bei der Entbindung beigestanden, auch Wochenenden, klar.
Mein Vater hat leider auch nie rumgesessen, sondern schwere Maschinenteile repariert. Montag bis Freitags, wenn am Wochenende oder abends/ nachts was kaputt war, raus ins Werk.
-
25.03.2017, 20:22
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Ich denke auch, das ist viel Geschrei um wenig Wolle. Und an sich kein großes Problem. Heißt ja nicht, daß die Frauen dann mit 60 auf einmal Kinder wollen, wenn sie sich schon das ganze Leben ohne eingerichtet haben. Das ist mehr so eine Versicherung gegen Torschlußpanik, an der Kliniken und Betroffenheitsblattverleger gut verdienen und mit der die üblichen Verdächtigen jammern können, daß Frauen mit ihren Körpern machen dürfen, was sie wollen.
Bis jetzt war jede erfolgreiche (und GG-konforme) Initiative, Frauen dazu zu bringen, daß sie die Kinder so kriegen wie das Volk es will, darin basiert, es für Frauen einfach und vorteilhaft zu machen, es so zu tun.Geändert von wildwusel (27.03.2017 um 10:14 Uhr) Grund: besser formuliert (hoffentlich)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
27.03.2017, 08:42
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Ich sah letztens zufälligerweise beim Rumzappen eine Sendung zum Thema und da war auch ein Spezialist zum Punkt Eizellen einfrieren.
Auf mehrfache Nachfrage des Moderators, wie hoch denn die Erfolgsquote überhaupt ist, gab er stets nur sehr schwammige Antworten.
Es ist also keineswegs sicher, das dann aus meinen Eizellen auch etwas wird, denn schon das Auftauen überstehen wohl viele Zellen gar nicht.
-
27.03.2017, 08:58
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Die Sache ist so neu, das kann man doch noch gar nicht wissen.
Alle, die neue medizinische Techniken in Anspruch nehmen, bezahlen dafür, Versuchskaninchen zu sein. Und, noch schlimmer: die Kinder, die dabei entstehen, bezahlen mit.Es ist also keineswegs sicher, das dann aus meinen Eizellen auch etwas wird, denn schon das Auftauen überstehen wohl viele Zellen gar nicht.
Ich vermute, in fünfzig oder hundert Jahren wird's irgendwann aussergewöhnlich und ein Luxus sein, wenn man auf ganz normale Art zur Welt kommt. :-/
gruss, barbara
-
27.03.2017, 09:42Inaktiver User
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Mit solchen Technologien werden erst einmal nur die Möglichkeiten erweitert. Erfolg haben diese auch nur, wenn sie mittelfristig den Zeitgeist bestimmter Milieus treffen. Anbei eine Umfrage zum Thema (1/2016): Zwei Drittel sind Social Freezing gegenüber aufgeschlossen.
-
27.03.2017, 10:20
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Das heißt, sie sagen nicht "OhGottOhGottOhGott das Abendland/Morgenland/Antipodienreich geht unter weil Frauen sich "unnatürlich" verhalten."
Ist doch soweit gut.
Und ich wünschte wirklich, die Leute, die solche Umfragen machen oder verbreiten würden "Karriere" definineren. Jeder weiß, was ein Kind ist. Was ist "Karriere"? Mit 50 im Vorstand sitzen? Seinen Lebensunterhalt aus eigener Arbeit bestreiten können? Spaß am seinem Beruf zu haben? Was ganz anderes?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
27.03.2017, 10:30Inaktiver User
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Theorie und Praxis... Wie viele von den Frauen, die sich das theoretisch vorstellen können, dann auch praktisch mit (über) 50 noch Kinder bekommen wollen, wird sich ja zeigen. Wenn man auf das Thema Wetten abschließen könnte, würde ich einen höheren Betrag darauf setzen, dass auch in 20 Jahren die wenigsten Frauen scharf darauf sind, in dem Alter noch Mutter zu werden.
Aber ist es nicht völlig egal, was in ein paar Jahrzehnten vielleicht der Fall ist? Geht es nicht um die Gegenwart? Um das, was jetzt ist?
-
27.03.2017, 10:35Inaktiver User
AW: Gender, Frauenrollen, Frauentag - Outtakestrang
Den Begriff "Karriere" halte ich in solchen Umfragen auch für eine Nullnummer. Ich denke, es geht mehr um Lebensentwürfe. Wenn - wie hier geschehen - konstatiert wird, dass hauptsächlich Frauen die "Last" der Veränderungen tragen müssen, während sich Männer nur rudimentär anpassen und ansonsten ihren alten Stiefel durchziehen, dann geht dieses Denken von einem alten Rollenverständnis (und -wahrnehmung) aus.
Das mag zwar so in einigen Umgebungen noch so sein, aber eben nicht in allen Milieus. Ich nehme eine enorme Vielfalt wahr, die es so vor 25 Jahren noch nicht gab. Natürlich dauert das und nicht jede*r wird im Gleichschritt den Entwicklungen fröhlich entgegen winken. Aber es bewegt sich was, und zwar von beiden Seiten. Die Technologie ist dabei immer nur ein Hilfsmittel.



Zitieren