Hallo Community,
ich bin neu hier; eigentlich nicht, denn wie so viele habe ich hier schon ewig mitgelesen, viel gelacht, viele Gedankenanregungen bekommen...ich finde, diese Community ist ein sehr sympathischer Haufenund ich möchte gerne mitmischen (ich stell mich im passenden Fred gern demnächst näher vor).
Ich habe einiges, was mich aktuell beschäftigt und gern höre ich mir dazu mal ganz andere, neue Meinungen an.
Ich bin 37 und seit fast 4 Jahren alleinstehend, bis auf wenig ernsthafte Techtelmechtel zwischendurch. Das war für die Zeit in Ordnung, aber ich habe inzwischen wieder richtig Sehnsucht nach einer ernsthaften Partnerschaft; ich fühl mich manchmal regelrecht einsam, was ich gar nicht von mir kenne. Oft beklage ich mich, ich würde keine Männer kennenlernen, aber wenn man das mal ganz genau betrachtet, ist das gar nicht so; aber immer ist "irgendwas". Einen fand ich sehr attraktiv, aber ziemlich freaky (auf die unangenehme Weise): Er hat wahnsinnig viel geredet und hat sehr "interessante" Ansichten, z.B., dass die Amis in der Arktis irgendwas in die Luft schießen, um das Wetter zu manipulieren. Von mir aus soll jeder glauben, was er will, aber nichts für mich.
Aktuell weiß ich von einem Mann, dass er mich "sehr mag", er steht auf mich sozusagen; aber ich finde ihn total unattraktiv, auch wenn wir sonst vielleicht gut zusammen passen würden; aber so geht das irgendwie auch nicht für mich.
Andererseits komme ich durch eine entfernte Bekannte (Arbeitsumfeld) ins Nachdenken. Ich kann an ihrem "Fall" plakativ darstellen, worums mir geht: Sie ist zwei Jahre jünger; ich kannte sie wenige Stunden und sie fragte, ob ich einen Freund und Kinder habe, sie habe sich immer viele Kinder gewünscht, ihr Ex habe sie verlassen usw. usf...letztendlich hatte sie wenige Wochen später einen Typen aufgegabelt (ich kenn ihn auch), der auch verzweifelt war (nicht schnippisch gemeint-wenn das so weitergeht, bin ich ja auch bald soweit), was sie mit "Wir versuchen es halt mal" kommentierte; sie liebt ihn eben nicht, aber er war da und willig. Wenige Wochen später war sie -versehentlich- schwanger und beklagte sich bei mir, sie habe sich ja eigentlich nicht mit jemandem fortpflanzen wollen, der nicht studiert habe; noch dazu sei er ja auch kleiner als sie und habe sogar kleinere Füße. Vor kurzem traf ich sie zufällig mit dem Baby. Sie erzählte, sie sei froh, dass er wieder arbeitet (er hatte Elternzeit genommen) und sie jetzt mit der Kleinen alleine sei.
Ich find sowas regelrecht widerlich und wills unter meinen "Vorstellungen" eben nicht machen, ich möchte mich verlieben und lieben; aber vielleicht ist das Quatsch? Manchmal liest man von Ehepaaren 70+, die goldene Hochzeit feiern oder sowas und davon sprechen, sie hätten sich eben zusammengerauft...
Also, was kann man machen? Außer Licht aus bei fehlender Attraktivität...
Ich würde mich über einen Gedankenaustausch freuen
Jeanne
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 770
Thema: Die eigenen "Vorstellungen"
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04.03.2016, 18:29
Die eigenen "Vorstellungen"
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04.03.2016, 18:38
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Deine Freundin hat sich arrangiert. Sie hat ein Baby, der Mann geht arbeiten. Und das scheint ihr zu passen. Daran ist nichts widerliches.
Frau kann natürlich den edlen Ritter auf dem weißen Ross sich wünschen. Aber erfahrungsgemäß sind die schon vor Jahrhunderten ausgestorben.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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04.03.2016, 18:52
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Hm, gute Frage. Ich glaube, Liebe ist zum größten Teil Glückssache. Und die Bereitschaft, sie nicht an der Schuh- und Körpergröße des Partners fest zu machen.
Bei dem einen schaut sie im Leben vorbei. Und bei dem anderen nicht. Und ob man der eine oder der andere ist, zeigt das Leben. Ich wünsche dir, dass sie bei dir Einzug hält
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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04.03.2016, 19:08
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Anstelle des Ritters nehm ich dann lieber das Pferd.
Meine Bekannte ist nur ein gutes Beispiel für das Phänomen, dass es Leute gibt, die einen Plan haben, wie ihr Leben aussehen soll, die Person zur Erfüllung dieses Plans ist nebensächlich. Das finde ich abstoßend. Da tuts doch auch eine abendliche Bekanntschaft oder eine Samenspende.
Und es stimmt, ich kann mich nicht arrangieren, jedenfalls nicht gleich so von vorne weg; der Preis dafür sind dann wohl eben Einsamkeitsgefühle.
Ja, ich denke auch, es gehört viel Glück dazu. Da mir das Glück schon Hold war habe ich Hoffnung, und was die Schuhgröße angeht habe ich keine Vorstellungen
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04.03.2016, 19:16
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Deinem Ratschlag folgend wäre Deine Bekannte eine Singlemutter. Sie hat eine Familie, auch wenn sie den Vater des Kinds es nicht sonderlich liebt. Und eine Singlemutter hat noch weniger Chancen einen neuen Mann kennenzulernen.
Ich habe manchmal den Verdacht, dass "Liebe" absolut überbewertet wird. Wie lange geht denn Liebe gut? Drei Monate allemal, da ist man/frau schließlich im Hormonrausch. Auch der größten Liebe droht bald eine Ernüchterung. Männer und Frauen passen in der Regel nicht sonderlich gut zusammen. Irgendwann arrangiert man sich - und sobald Kinder im Anmarsch sind, verändert sich jede Beziehung ganz gewaltig.Geändert von Opelius (04.03.2016 um 19:24 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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04.03.2016, 19:20
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Mit Glück hat das überhaupt gar nichts zu tun, sondern mit Menschenliebe, Toleranz und Kompromissen. Die meisten Frauen sind zu Recht so lange Single !!! Die können gar keine Liebe mehr geben. Die sind egoistisch und suchen nur ein Accessoire.
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04.03.2016, 19:24
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04.03.2016, 19:26
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Verliebtheit und Liebe sind ganz unterschiedliche Phänomene, nach dem Hormonrausch rauft man sich zusammen, ja. Aber wenn ich von vornherein merke oder weiß, dass ich den oder die eigentlich gar nicht will, dann finde ich das echt schräg. Ein geldverdienendes Accessoire eben. Mich erschreckt einfach, wieviele Frauen, Männer natürlich auch, das noch so durchziehen.
Meine Frage ist aber auch, ob man diese fehlende Übereinstimmung oder Anziehung oder wie auch immer anfangs vielleicht noch überwindet? Daher mein Beispiel mit den ganz ganz langjährigen Paaren. Ich glaub da nicht so richtig dran.
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04.03.2016, 19:28
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Das klingt ja sehr bitter und ernüchtert!

Liebe JeanneD, ich verstehe, dass du keine faulen (!) Kompromisse eingehen möchtest. Natürlich ist es nicht verkehrt, gelegentlich mal seine eigenen Ansprüche zu hinterfragen. Willst du was utopisches? Oder sind deine Ansprüche erfüllbar und du in manchen Dingen durchaus kompromissbereit?
Ich denke, es gibt da draußen Männer, die für dich attraktiv sind und auch in persönlichen Dingen zu dir passen. Und das in einem Grad, der auch dir ausreicht, um mit diesem Mann dein Leben zu verbringen. Ich wollte auch keinen Mann, der unattraktiv ist und dem ich nichts zu sagen hätte.
Mein Partner ist jetzt z.B. kein Adonis, aber für mich der schönste Mann auf Erden. Und er ist auch nicht in allen Punkten perfekt (also so, wie ich mir einen Mann backen würde), aber eben so phantastisch auf seine Art, dass mir seit unserem Kennenlernen viele Punkte einfach egal geworden sind, die ich auf meine "wichtig-Liste" geschrieben hätte, vor ihm. Und so bleibt´s auch spannend, weil er eben er ist und wir uns lieben und reiben können. Die Liebe war übrigens nicht nach drei Monaten vorbei - so früh gibt´s noch gar keine Liebe, die wächst doch erst langsam nach der ersten Verknalltheit.
Also: prüf mal, wie hoch deine Ansprüche wirklich sind und wenn du denkst, sie sind grundsätzlich erfüllbar und nicht vollkommen irre, dann mach es nicht darunter. Auch wenn du vielleicht etwas länger auf den für dich tollsten Kerl auf Erden warten musst.Das größte Glück der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.
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04.03.2016, 19:29
AW: Die eigenen "Vorstellungen"
Frag Deine Großmutter, ob sie den Mann, mit dem sie verheiratet war, liebte.
Ich mache keineswegs den Vorschlag, es mit dem erstbesten Mann zu versuchen.
Und alle, die sich einmal unsterblich in einen Kerl verliebt haben und sich nichts Sehnliches gewünscht haben, diesen auch zu ehelichen, werden schon ein Jahr später von der Beziehung ein anderes Bild haben.
Und eines ist ebenfalls klar: je älter Mann/Frau wird, desto anspruchsvoller und kritischer wird man. Das ist so. Das gilt ja nicht nur in der Liebe so, es gilt auch im Bereich der Freundschaften.Geändert von Opelius (04.03.2016 um 19:36 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


und ich möchte gerne mitmischen (ich stell mich im passenden Fred gern demnächst näher vor).
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