ich fang jetzt einfach mal von ganz vorn an..
Anfang Dezember habe ich auf einer Feier einen Mann kennen gelernt, mit dem ich mich den ganzen Abend gut unterhalten habe. Als ich mich verabschiedete fragte er nach meiner Nummer, kurz drauf meldetet er sich auch schon.
Wir hatten sieben Dates (kletter, Therme, DVD, kochen..), von denen die meisten von ihm aus gingen.
Nach dem siebten Date übernachtete ich dann auch bei Ihm, alles war ganz normal. Zwei Tag später schrieb er mir eine Nachricht in der Stand dass er mich total toll findet und super gern mit mir Zeit verbringt aber er mich in nichts mit hineinziehen will, momentan im seinem Leben alles schief läuft und er ein Langweiler ist ohne Lust und Antrieb.
Ich lies nicht locker und wollte wissen was los ist. Daraufhin gestand er mir dass er an Depressionen/Burnout leidet und schrieb mir dann in einer Nachricht wie es dazu kamm und dass er mich nicht damit belasten will.
Daraufhin nahm ich mir einen Tag Auszeit um mir zu überlegen wie es weiter gehen soll. Mir ist klar dass es eine schreckliche Krankheit ist und es mit Sicherheit nicht einfach ist aber was soll man dagegen machen wenn man sich bereits verliebt hat. Deshalb schrieb ich Ihm eine Nachricht in der ich ihm sagte dass ich ihm nicht aus dem Loch heraus helfen kann, jedoch werde ich Ihn unterstützen soweit ich kann und ich es versteh dass er erst wieder mit sich im reinen sein will bevor er sich auf eine Beziehung einlässt. Ich hatte aber das Gefühl als würde er mir dass nicht glauben. Was ich wiederum verstehen kann, da er sehr enttäuscht wurde (seine EX ist mit ihrem Chef durchgebrannt).
Deshalb wollte ich es Ihm beweisen dass ich für ihn da bin. Packte meinen Hund ein kaufte Schokolade und fuhr zu ihm ohne Ankündigung. Er war total baff. Ich stand dann einfach vor der Tür und fühlte mich wie eine Verrückte. Als er die Tür öffnete sah man ihm die Freude an. Wir gingen eine kleine Runde spazieren, danach fuhr ich wieder Heim. Zum Abschied sagte er "komm her ich muss dich drücken", was mich richtig freute. Zwei Tage später schrieb ich Ihm ob er etwas unternehmen möchte, da er sich aber zu schwach dafür fühlte fuhr ich einfach zu ihm und wir schauten zusammen Fernsehe. Ohne dass ich eine Anspielung machte fing er an über seine Krankheit zu sprechen und wie es dazu gekommen ist. Für mich was das ein Beweis dass er mir vertraut.
Wir unterhielten uns sehr lange darüber. Er erzählte dass er einfach gerne wieder in die Arbeit gehen würde aber einfach keinen Antrieb hat, sich Aufgaben vornimmt und nichts draus wird, dass die Therapie nicht so läuft wie er sich dass vorgestellt hat, er nicht weiß wie sein Leben weiter laufen soll. Ich hab ihm gesagt dass es gut ist Hilfe anzunehmen und ich es gut finde dass er seine sozialen Kontakte pflegt, auch wenn er sagt es ist für ihn eine Überwindung.
Am nächsten Tag schrieb ich ihm was er so macht bei dem Wetter (es regnete aus Eimern). Daraufhin antwortete er wieder sehr mit Selbstzweifel "lieg nur an Sofa rum, wie immer.. was soll ich sonst machen". Ich schlug ihm vor dass wir eine Runde spazieren gehen, er kann dann zu mir und wir gingen eine Stunde spazieren und unterhielten uns über banale Dinge. Zum Abschied nahm er mich wieder in den Arm und sagte "bis zum nächsten mal" ich bilde mir ein dass er versanden hat dass ich es ernst meine Ihm beizustehen.
Was sagt Ihr zu der Situation? Hat es Sinn?
Ich wenn gleich beim kennenlernen davon gewusst hätte, hät ich Abstand genommen. Weil ich schon mehrere Erfahrungen mit Depressiven gemacht habe und ich ein sehr feinfühliger Mensch bin der sich alles sehr zu Herzen nimmt. Jetzt habe ich ihn aber schon so gut kennen gelernt dass ich ihn eigentlich nicht mehr loslassen möchte und ich die Zeit die wir zusammen verbringen sehr genieße.
Vielleicht habt ihr ja auch schon solche Erfahrungen gemacht und könnt mir darüber berichten?
Ich habe schon endliche Foren und Internetseiten durch, beschäftige mich fast Tag und Nacht damit.
Wobei ich auch gut Abstand zu dem ganzen finden kann wenn ich meinem Hobby nachgehe.
Vielen Dank im Voraus!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 19
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12.01.2016, 10:56
Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Geändert von Analuisa (13.01.2016 um 13:56 Uhr) Grund: Zwecks besserer Lesbarkeit Absätze eingefügt
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12.01.2016, 11:05
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Guter Anfang, wenn Du das aushalten kannst dass Du auch mit Zurückweisung leben kannst, wenn es ihm zu viel wird mach das genauso wie Du es als richtig empfindest.
Burnout, ist ein Erschöpungszustand, eine Form von Depression nichts anderes.
Er ist am Boden, aber aufstehen muss er alleine, wenn Du ihm gut tust kann ihm das in der eigenen Reflektion helfen, denn soziale Kontakte sind in jedem Lebensabschnitt wichtig.Das Leben macht was es will und ich auch!
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12.01.2016, 11:18Inaktiver User
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Und das ist das Problem. Du wirst irgendwann genervt von ihm sein und ihn verlassen. Das wird ihn in seiner Genesung meilenweit zurückwerfen. So wie jetzt der Kontakt zu Dir auch nicht gut für Ihn ist. Du verbrauchst seine Ressourcen, die er braucht um sich zurück ins Leben zu arbeiten. Es hat Dir gesagt was Sache ist, Du hast es nicht ernst genommen und Dein Ding durchgezogen. Ich finde das nicht gut. Er ist im Moment nicht in der Lage kluge Entscheidungen zu treffen.
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12.01.2016, 11:28Inaktiver User
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Lass es sein...
Ich habs mit meinem 1. Ehemann durch - da waren wir aber schon 8 Jahre zusammen..
Ist er in Behandlung?
Er zieht doch jetzt schon mit runter....
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12.01.2016, 11:46Inaktiver User
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Du gibst dir gerade selbst die Antwort. Du hast bereits Erfahrungen mit Depressiven, die dir offensichtlich nicht gut getan haben.
Ich würde es lassen, bevor du sich zu sehr darin verstrickst. Die Gefahr, dass du in die Rolle einer Therapeutin geschoben wirst (die du nicht übernehmen kannst), ist zu groß.
Schon jetzt ist offensichtlich: Du machst und tust, unterstützt ihn, munterst ihn auf, kannst damit aber nicht wirklich was erreichen, denn er fällt immer wieder in die Depression zurück. Tu dir das nicht weiter an, es kostet dich nur Energie und du wirst irgendwann erschöpft und enttäuscht aufgeben.
Das klingt sehr gut, mach es!
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12.01.2016, 21:07
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Ich finde das es sehr schwer zu beurteilen ist. Einfach wird es sicher nicht aber das scheint dir bewusst sein. Depression ist nicht gleich Depression. Ich kann dir nicht ab raten und auch nicht sagen: Mach es!! Meine Therapeuten haben meinem Mann absolut abgeraten,mit mir ne Beziehung ein zu gehen! Wir sind jetzt 10 Jahre zusammen und haben 2 Kids! SAG ihm er soll sich ne Thera suchen! Drueck dir die Daumen!!! Und erzähl mal wie es läuft!
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13.01.2016, 06:42Inaktiver User
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Nun bist Du also schon mitten drin im Spinnennetz und kommst nicht mehr einfach so heraus

Ich sag Dir was- Dich ziehen offenbar "solche Menschen" an und sie werden Dir etwas geben, was Du suchst.
Vielleicht ist es tatsächlich die Ablehnung und der Schmerz und daran gerne gekoppelt das Gefühl DU wirst alles wieder gut machen können, wenn Du nur genug........machst, tust, fühlst, etc......
Was es genau ist, wirst nur Du sagen können- klar ist aber, dass Du schon jetzt nicht mehr einfach so gehen kannst und damit dann wenigstens in der Zeit nun ganz bewusst auf Dich schauen und Dich kennen lernen.
Dir klar werden, WAS Dich konkret anzieht bei solche Menschen.
Ich finde das nun viel wichtiger als das, was Du nun als nächstes tust.
Letztlich wird sich der Weg mit und ohne Nachdenken ergeben und vielleicht hilft Dir ja nun auch eine gewisse Reflektion, Dich nicht ZU tief einzulassen.
Es sind immerhin Deine Gefühle und nicht seine
und man kann durchaus damit jonglieren.......
Versuche doch ein wenig mit Abstand das alles zu beobachten. Raum geben.....und schau nur zu, wie er sich verhält und was er kann oder nicht.
vielleicht erkennst Du ja worum es Dir tatsächlich geht- was Du suchst- und kannst dann besser mit allem umgehen.
alles Gute
kenzia
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13.01.2016, 06:54
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
das wäre für mich der Grund es zu lassen. So lange jemand in dieser Situation nicht wirklich eine Anlaufstelle hat, mit der er konstruktiv zusammen arbeitet, und damit die Erkrankung ein Stück weit aus der Beziehung heraus gehalten werden kann - von mir ein klares NEIN.
Zitat von Rock
Außerdem klingt das alles für mich so, als würde er vieles mit den äußeren Bedingungen rechtfertigen: Frau ist mit Chef weg (ja warum denn wohl? So was kann auch an ihm mit gelegen haben. Selbstreflektion?), Therapie ist nicht so, wie er sich das vorstellt (was hat er sich denn vorgestellt), bei so was wäre ich gaaanz vorsichtig, lass dich da nicht so einseifen.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.01.2016, 14:30
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Hallo Rock,
und willkommen hier im "Kennenlernen", ich denke, das Thema Beziehung anbahnen ja oder nein ist hier im Kennenlernen gut aufgehoben.
Ich wünsche dir hier einen regen Austausch!
Margali/ Moderation
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
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Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
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13.01.2016, 14:36
AW: Depression/Burnout und Beziehungsaufbau möglich?
Rock Freundin werden, Partnerschaft kann alles werden, aber aufpassen, Du bist nicht die Therapeutin ....
Das Leben macht was es will und ich auch!


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