Ich find ja immer sehr wichtig, Verantwortung für sich zu übernehmen, und sicher kann man vieles steuern und was tun um seinen Zielen näher zu kommen.
Trotzdem halte ich es für einen fatalen Irrtum, und sogar für einen religionsähnlichen Heilsglauben, zu meinen, man könnte durch die Kraft der Gedanken oder die richtige Einstellung das ganze Leben kontrollieren - ich finde, da steckt viel Angst dahinter, die man damit versucht zu bannen.
Vieles in meinem Leben hab ich mir erarbeitet oder sogar erkämpft - aber vieles kam auch ganz unerwartet und ungeplant auf mich zu, und anders wollte ich es auch gar nicht haben. Daher glaub ich auch nicht, dass man durch innere Bereitschaft irgendwen anziehen könnte - es finden sich doch genug Paare obwohl mindestens einer in dem Moment an alles andere gedacht hat als an eine Beziehung.
Insofern bin ich der absolute Verfechter des gegenseitigen Findens. Das hat für mich mit Loslassen können und Vertrauen ins Leben zu tun. Die Idee man könnte sich Liebe erarbeiten oder herstellen in dem man ganz statistisch und betriebswirtschaftlich handelt find ich eher unschön. Dahinter steckt für mich auch, dass der Partner irgendwie austauschbar ist, und wenn es den einen nicht mehr gibt könnt ich ihn ja problemlos durch den nächsten ersetzen, den ich mir dann ja nur suchen muss.
Und ich finde, man muss sehr aufpassen dass man sich nicht verliert wenn man so sehr auf der Suche ist.
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11.12.2015, 16:31Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
Geändert von Inaktiver User (11.12.2015 um 16:39 Uhr)
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11.12.2015, 17:15Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
Selbstredend ist der Mensch (welchen Geschlechts auch immer) austauschbar und man sieht es oft, wenn der/die eine kaum "beigekuhlt" ist, sitzt der/die nächste schon auf dem Soffa.
Vielleicht sollte man sich gedanklich einfach mal damit auseinandersetzen, dass Beziehung/Partnerschaft nur eine auf reine Bedürfnisbefriedigung ausgerichtete Zweckgemeinschaft ist
, denn so ist es von der Natur gewollt. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, haben sich Dichter und Denker über die "Liebe" im allgemeinen und besonderen ihr Hirn zermartert und genau die dichterliche schwülstige, alles ertragende, alles duldende Liebe schwirrt in unserem Kopf rum und wir vergessen komplett unsere eigentliche Daseinsberechtigung
.
Guckt man in gescheiterten Beziehungen hinter die Fassade, kommen immer enttäuschte Erwartungen und die Nichtbefriedigung von ureigenen Bedürfnissen zum Vorschein (brauche nur meine unter die Lupe nehmen
). Und ich betone, dass im Wort "Befriedigung" nicht nur das Bett gemeint ist, sondern alles, was uns Menschen ausmacht, angefangen von der Kommunikation, über Hilfestellung bei Problemen etc. pp. Die Achtsamkeit lässt mit den Jahren automatisch nach, weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass der Mensch eben nicht dazu geschaffen ist, ein lebenlang mit ein und demselben Partner zusammen zu sein. Die wenigen, die in Zuneigung und Achtung miteinander alt geworden sind, können wir mit der Lupe suchen und ein Großteil lebt mehr recht als schlecht nebeneinander her und da spielen andere Dinge eine Rolle, wie zB.: finanzielle Abhängigkeit oder nicht-allein-sein-können oder gar gesellschaftlicher Druck, so nach dem Motto: Lieber mit dem Paddel verheiratet als ledig durch die Gegend laufen etc. pp.
Wenn überhaupt habe ich für mich die Losung gefunden, dass es nur über die sog. Ergänzung geht. Ergänzt man sich im Alltag und in der Freizeitgestaltung, ist das schon mal die halbe, wenn nicht sogar die ganze Miete! Und auch hier schreibe ich es nochmal: Ich lasse mich auf keinen sog. "Abschleifungsprozess" in einer Beziehung ein! Ich bin ich und er ist er und das soll auch bitte schön so bleiben und entweder ergänzen wir einander oder gehen lieber getrennte Wege
. Ich will an keinem mehr herumerziehen und "schleifen", bis es für mich passt und auch ich will nicht erzogen oder geschliffen werden (wird eh keinem gelingen
). Wer sich jedoch darauf einlässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er eines schönes Tages in den Spiegel guckt und sich nicht (mehr) wiedererkennt
.
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11.12.2015, 17:30Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
Also im Grunde genommen fühle ich mich wie ein leeres Blatt.
Wie sollte das mich finden aussehen? Ich will da schon aktiv sein.
Unter anderem weil es mir Spass macht. Es muss ja nicht sein.
Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben....
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, gerade wenns am schönste mit sich selber ist
schlägt das Schicksal zu - und zwar in form eines potentiellen Mannsbilds....
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11.12.2015, 17:58Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
@ Amboise

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11.12.2015, 18:00Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
Das kann man so leben, muss man aber nicht. Ich kenne so eine Haltung eher bei denen, die suchen weil sie dringend einen Partner wollen, und nur wen suchen der die Rolle ausfüllt - und gar nicht von jenen, die sich in einen bestimmten Menschen verlieben, egal ob das nun grad passt oder geplant war.
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11.12.2015, 18:06Inaktiver User
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11.12.2015, 19:11Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
Da wär ich mir nicht so sicher
.
"Aufhebens" darum machen, muss man auch nicht, aber in Anbetracht der Tatsache, dass in Deutschland mittlerweile nahezu jede 2. Ehe geschieden wird und ein Großteil der Restverheirateten ihr Amüsement anderweitig suchen und in Parallelwelten leben und wiederum davon ein erheblicher Teil "sich irgendwie arrangiert" hat, lässt mich nicht zu der Einsicht gelangen, dass wir von Langzeit-Liebes-Turtel-Ehepaaren nur so umzingelt sind
.
Unser Alt-Kanzler-Ehepaar Schmidt hat in einem Interview mal geantwortet (auf die Frage, wie man es schafft, soooo lange (glücklich?) verheiratet zu sein, dass man es schaffen muss, Freunde zu werden
. Das fand ich trefflich formuliert!
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11.12.2015, 22:12Inaktiver User
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11.12.2015, 22:17Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
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11.12.2015, 22:27Inaktiver User
AW: Wunsch nach einer Beziehung - suchen oder finden lassen?
... und dann sollte man sie solange genießen, wie sie da ist
. Ist der Hormonnebel erst einmal verraucht und der Blick aufs Wesentliche wird frei, siehts schon wieder anders aus
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Mich würde mal interessieren, was hier meine MitschreiberInnen überhaupt unter "Liebe" verstehen? Dieses Wort geistert durch alle entsprechenden Stränge. Selbst habe ich mir meine Gedanken darüber auch gemacht (und mache ich noch heute) und komme doch immer wieder zu dem Ergebnis, dass es eine Art hormonelle "Fatamorgana" ist, die sich bei Näherkommen (sprich: auf Dauer kann der Körper dieses Hormon-Niveau ja bekanntlich nicht aufrechterhalten) in Luft auflöst und man starrt ins Leere (mal bildlich gesprochen).
Ist dieses "Gefühlshoch" für viele Liebe?
Wenn dann ein Grundgefühl von z.B. großer Sympathie (flachere Ebene?) übrig bleibt, könnte das auch noch Liebe genannt werden?
Oder spalten wir das Wort Buchstabe für Buchstabe auf, wie zB.:
L - wie Leidenschaft
I - wie Individualität des Einzelnen
E - wie Empathie
B - Bereitschaft, für den anderen da zu sein und schlussendlich
E - wie Eigenheiten des anderen akzeptieren?
Ach, das ist jetzt bestimmt OT und ich werde gleich aufgefordert, nen eigenen Strang aufzumachen
.
Aber vielleicht können wir das ja mal im "kleinen Kreis" so entre nous fix abhandeln.
Bin auf die Posts wirklich mächtig gespannt.


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