Die Fragen nehme ich mir mit zum Nachdenken. Die letzten beiden waren Väter. Der Störfaktor bei dem einen war nicht, dass ihm die Kinder wichtiger waren als ich, sondern dass er selbst es so formulierte: er "kann" nicht mit telefonieren oder sich mit mir treffen, wenn es sein könnte, dass ein Kind ihn braucht. Das "kann" bewusst in Anführungszeichen, weil den Kindern dieser Umstand meines Wissens nach nicht bekannt war. Er hatte die Angst, seine Kinder zu verlieren, wenn er sich quasi offen zu mir bekennt. Die Kinder wussten von mir, sie wussten aber nicht, wann er mit mir zusammen ist, haben ihn also auch mal besucht oder angerufen, wenn ich mit ihm zusammen war. Regelmäßig ist er dann aufgesprungen und gegangen oder hat aufgelegt, wenn sie in den Raum kamen oder hat Verabredungen mit mir nicht eingehalten, wenn ein Kind zu ihm kam (ohne Absagen). Das fand ich störend, ja. Ich hatte kein Problem mit den Kindern, hätte es gern so gehabt, dass die einfach wissen, was läuft, so war den halt meistens gar nicht klar, dass Papa nicht verfügbar war. Und er war immer nur mit halbem Hintern bei mir, mit dem Auge auf dem Telefon. Aber ja, er hat das so empfunden, als sei ich eifersüchtig auf seine gute Beziehung zu den Kindern. Wobei ich gern erwähnen möchte, dass meine Kinder damals 7-12 Jahre alt waren und seine 15-22.
Bei dem letzten hat das Kind keinen Einfluss auf das Wohl und Wehe der Beziehung gehabt.
Das schnell und viel ging in diesem Fall nicht von mir aus, sondern von ihm. Ich hab mich da mitreißen lassen. Und ich sehe mittlerweile Eure Kritik total ein, gar keine Frage. So schnell, wie er in mein Leben gerauscht ist, so schnell war er auch wieder weg. Das mit dem Überstürzen stimmt aber wohl schon, das hatte von Anfang an eine sehr heftige Dynamik drin, das will ich auf keinen Fall wieder so machen.
Nein, am liebsten möchte ich einen Mann für mich. Ich finde es aber auch schwierig, einen sagen wir mal Fünfziger zu finden ohne eigene Kinder, der damit umgekehrt leben kann, dass hier zwei Kinder sind. Zumal ich eben noch recht eingebunden bin in die Kinderaufzucht. Beim letzten bot sich das an, dass man dann eben was zusammen unternimmt (das war so 8-9x der Fall) - oder vor allem, dass er dann auch mal hier übernachtet, während meine Kinder im Haus sind. Ich suche eigentlich nicht nach einer kompletten Familie, ich glaube aber, dass der letzte Mann sowas gesucht hat, damit konnte ich leben.
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Thema: Fassadenmenschen?
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18.11.2015, 12:22Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
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18.11.2015, 14:04Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
Was ist das Ziel deines Hinterfragens? Willst du ein perfekter Mensch werden? Kannst du mit phasenweisem Stillstand leben?
Du hattest es schon im anderen Thread von dir angesprochen. Anstrengend wird es aus meiner Sicht, wenn jemand nicht schweigen kann, wenn jemand meint, durch Aktionen Nähe zu simulieren. Wenn jemand zu sehr will.
Im Gegensatz zu Promethea würde ich mich nicht fragen, wo ich in x-Jahren mit einem Mann sein will, sondern mir entspannt sagen, in 5, 10 oder 15 Jahren werde ich schon irgendwo sein. Aus meiner Sicht ist es eine Art Tiefenentspanntheit, die du im Umgang mit Zeit, mit Menschen lernen solltest. Nach meinem Gefühl bist du zu sehr im Bilanzmodus unterwegs.
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18.11.2015, 14:12
AW: Fassadenmenschen?
Deine Kinder sind nun fast erwachsen und gehen ihre eigenen Wege - fast. Damit wäre Zeit für dich und einen Liebhaber.
Vielleicht siehst du das unter diesem Aspekt.
Ihr unternehmt zu zweit schöne Sachen und vergnügt euch miteinander.
Kinder und Exen bleiben außen vor. Nicht dass du deine Kinder grundsätzlich verheimlichst. Es ist für dich am Anfang wesentlich leichter, wenn deine Kinder ihm erst einmal nicht begegnen. Damit trennst du innerlich bewusst Familie und Liebhaberei voneinander.
Wie oft kannst du ihn unter der Woche sehen, wie oft möchtest du ihn sehen? Mit diesen zwei Fragen steckst du deinen "Toleranzradius" ab. Täglich ist zu viel, einmal in der Woche schon etwas wenig. Irgendwo dazwischen sollte es sein.
Wenn das Kennenlernen im ersten halben Jahr nicht leicht und locker ist, dann überprüfe deine Haltung zum Mann und zu einer Beziehung im Allgemeinen.
Trag dein Herz nicht auf der Zunge, aber sei auch nicht komplett verschwiegen. Ein gesunder innerer Abstand zum Mann tut anfangs gut. Denn du kennst ihn noch nicht. Okay, Staatsgeheimnisse wirst du nicht verraten können. Halte dich zurück bei Ratschlägen, weil diese schnell als Einmischung und Bevormundung gesehen werden.
Sieh bei den auszuwählenden Männern genau hin: Wie viele Kinder sind da? Wo wohnen sie? Wie viel Zeit verbringt der Vater mit ihnen? Danach leitest du ab, wie viel Zeit er für dich hat. Ist das zu wenig, kommt außer gelegentlichen Treffen auf ein Glas Bier nichts weiter in Frage. Frage auch nach Stabilität in seinem Leben: Wie oft pflegt er seine Hobbys? Hat er sein Leben im Griff? Trifft er seine Freunde?
Und sorge dich vor allem um dich: Lass es dir gut gehen. Triff dich mit Freundinnen, treib Sport, geh alleine weg und habe Spaß am Leben. Und wenn du Körperkontakt brauchst, hilft eine Massage erst einmal ganz gut über eine männerlose Zeit hinweg.
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18.11.2015, 14:28
AW: Fassadenmenschen?
Mein Eindruck ist weniger, dass Du so "super anstrengend" bist, sondern die Männer (die doch alle der Fassade nicht standhalten konnten?!) dies als guten Grund vorschoben, um sich nicht auseinander setzen zu müssen.
Könnte das nicht eher hinhauen?
Mal ehrlich, Schweigen und Rückzug, Sprüche und Stichelei zeugt nicht von besonders viel eigenem Selbstwertgefühl, geschweige denn von Respekt Dir gegenüber.
Könnte es nicht möglich sein, dass Du Dir doch immer wieder den "selben Kerl" rauspickst, trotz Deiner Verknalltheit die feinen Antennen nicht austricksen kannst, dann ansprichst was Dir auffällt/missfällt und statt daraus die Konsequenzen zu ziehen, wartest, bis er die Flucht ergreift?
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18.11.2015, 14:33
AW: Fassadenmenschen?
Hut ab vor Deiner Fähigkeit zur Selbstkritik !
Ich denke schon, dass es anstrengend ist wenn Du Dich ständig selbst hinterfragst. Zum einen strahlst Du damit Unsicherheit aus und zum anderen ist es extrem anstrengend wenn man jemanden ständig über sich selbst "lamentieren" hört.
Du musst keine Bemerkungen schulterzuckend wegzucken, Du kannst ruhig zu Deiner eigenen Verletzlichkeit stehen. Es gibt natürlich Menschen, die gerne provozieren und die Schwachstellen anderer bewusst ausnutzen. Diese Menschen solltest Du meiden, sie tun Dir nicht gut. Andererseits könnte es aber auch sein, dass Du extrem empfindlich bist. Du sagst, Du kannst selber frech sein - nimmst Du denn dabei wirklich immer auf die Befindlichkeiten anderer Rücksicht ? :)
Um selber beziehungsfähig zu sein, solltest Du aber wirklich erst einmal in Dir ruhen und dazu gehört eben auch, dass Du lernst Dich so zu akzeptieren, wie Du bist. Glaub mir, dann bist Du auch nicht mehr anstrengend :)
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18.11.2015, 14:54Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
Respekt entwickeln und halten.
Für dich selbst.
Du ackerst dich unfassbar ab und strengst dich gleich von Anfang an viiiieeel zu sehr an (so habe ich die Stränge zu deinen letzten beiden Beziehungen in Erinnerung). Wenn du übereifrig über jedes Stöckchen springst und alles tust, was von dir erwartet wird, verlieren Männer - korrigiere, Menschen insgesamt - den Respekt vor dir.
Und zwar nicht, weil du "zu gut/nett" bist, sondern weil du es aus den falschen Motiven bist. Ich glaube, sie spüren, dass du in erster Linie unbedingt geliebt werden willst. Das hat in den Augen der Männer etwas sehr Unpersönliches, denn es geht dir damit letztlich nicht darum, diesen individuellen Mann zu lieben, sondern um dich bzw. deine Sehnsucht, angenommen zu werden. Im Grunde willst du eine Beziehung (und damit die Bestätigung, dass mit dir alles in Ordnung ist) mehr als den Mann selbst. Dafür haben Männer feine Antennen, ob man wirklich sie meint. Und es ist für einen Mann genauso verletzend wie für eine Frau, nicht als Individuum, sondern als Gesamtpaket mit Gütesiegel gesehen zu werden.
Ich denke da besonders an die letzte Geschichte mit dem Witwer. Du kanntest ihn doch kaum, da hast du schon für euch alle alles mitgedacht.
Nicht "Kann ich ihm auch genug bieten?", sondern ein entspannt-spielerisches "Mal sehen, wie viel Spass wir zusammen haben werden."
Nicht "Juhu, ich bin endlich in einer Beziehung und damit vollwertig" sondern "Er ist so verdammt sexy, und ich liebe die Gespräche mit ihm!"
Nicht "Hoffentlich schaffe ich es, dass mein Kind X und sein Kind Y beste Freunde werden.", sondern "Wie kriege ich am besten die Kids am WE aus dem Haus, so dass wir endlich Zeit für uns haben?"
So ungefähr.
LG Wilhelma
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18.11.2015, 15:19Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
Hi Ja-Aber,
Du führst eine Handelsbeziehung. Das geht schief. Die einzige Lösung ist erstmal eine liebevolle Beziehung zu Dir selbst aufzubauen in der Du Dir Deine ganzen Bedürfnisse erstmal bewußt machst und auch erfüllst. Damit gibst Du Dich in einer Beziehung nicht mehr auf.
Und dann läufst Du auch nicht mehr hinterher weil Du geliebt werden möchtest.
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18.11.2015, 15:41Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
Ich finde Eure Anmerkungen hier total hilfreich. Vielen Dank :-)
Ja, irgendwie ein Konglomerat von zu viel Euphorie, zu wenig Selbstbewusstsein, zu viel "Perfektionismus"... ich finde mich da schon wieder. Ich glaube, ich bin da tatsächlich zu unkritisch unterwegs...
Und das mit der Selbstkritik nehm ich mit, zu viel Herz auf Zunge kann durchaus auch nerven, ja.. seh ich ein, knirsch...
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18.11.2015, 15:52Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
ich finde, das ist echt schwierig. Also liebevoll zu mir bin ich, denke ich. Aber in einer Beziehung bin ich schnell "zu überzeugen", weiß gar nicht, wie ich das sagen soll. Was weiß ich, ich find blau gut. Mein Partner sagt GRÜN, nur grün, viel Grün, Grün ist so toll. Die ganze Welt sollte grün sein. Und ich steh da und denk, hm, blau? Oder doch eher türkis? mint? So schlecht ist grün eigentlich gar nicht, warum nicht mal grün ausprobieren...
Ich hab aus all den Beziehungen viel "Grün" mitgenommen, sozusagen. Und das finde ich gar nicht mal schlecht. Ich hab meinen Horizont erweitert und viel gelernt. Aber irgendwie vergesse ich mein Blau dabei, ich bin so neugierig und wissbegierig und voller Freude am Grün. Und dann kommt der Punkt, früher oder später, wo ich mitten ins Grün ein bisschen Blau reintu, und das Blau find ich gar nicht so blöd im Grün. Aber dann ist der Punk los, so empfinde ich das. Mein kleines Stückchen Blau wird gemobbt, kritisiert, wenn schon blau, dann doch nicht SO eins. Und überhaupt, die ganze Zeit wär Grün doch voll okay gewesen, warum ich da jetzt plötzlich mit Blau um die Ecke komme. Und dann reagiere ich vielleicht trotzig und pack noch mehr Blau dazu. Oder fang an, die Lust an Grün dann doch zu verlieren, weil ich merke, die Lust an Blau teilt er so gar nicht.
Besser wäre es wohl, das Blau nie aus den Augen zu verlieren und zu sagen: Du magst Grün, ich mag Blau, ich schau mir Grün an, und Du schaust Dir Blau an, aber wir können beide damit leben, dass wir uns nicht einig sind. Ich suche wohl zu viel Nähe durch Anpassung. Wenn ich Dich richtig verstehe.
Hier war es z.B. so ein Bio-Aufstrich, den hat er mal mitgebracht und ich fand den genial. Da bin ich ins Biokaufhaus und hab mir mehr Sorten geholt und mich begeistert durchs Sortiment gefuttert. Das war sein Grün. Und ich fand's klasse. Find ich auch immer noch gut. Aber dann hatte ich einen Frischkäse bei mir (den ich sehr mag), und er kritisierte da voll dran rum, dies war doof und das war doof, Marke, Herstellung. Und was hab ich gemacht, statt zu sagen, ich mag den, basta? Ich hab ihn nicht mehr auf den Tisch getan, wenn wir gemeinsam gefrühstückt haben. Und ja, ich hab mich geärgert, aber trotzdem so gehandelt. Mein geliebter Frischkäse hat so einen Beigeschmack bekommen, ich fing tatsächlich an zu grübeln, hat er recht, stimmt die Kritik...
Wie meinst Du das mit der Handelsbeziehung? Geben und Nehmen? Wenn ich in Vorleistung "gebe", dann hab ich "Ansprüche"?
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18.11.2015, 15:58Inaktiver User
AW: Fassadenmenschen?
Liebe ja- aber, ich habe dir leider nichts besonderes schlaues zu sagen, nur finde ich es toll wie selbstkritisch du bist und auch deine Anteile erkennst..meine Vermutung wäre, dass du dir eher immer die falschen Männer bzw Menschen aussuchst, wo du dich abarbeiten musst, um geliebt zu werden..was evtl eher aus deiner Kindheit rührt....tut mir leid, dass du traurig bist und fühle dich mal gedrückt
es ist schon niet einfach, wenn man ein sehr emotionaler Mensch ist und sein Herz auf der Zunge trägt..kenne ich von mir selbst zu gut



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