Hallo liebes Forum,
ich bin in diesem Unterforum sicherlich falsch, aber ich hielt es für das beste bezüglich meiner Thematik.
Ansonsten kann der Strang auch gerne verschoben werden.
Kurz zu mir: ich bin Mitte 30, verheiratet, zwei Kinder. Und tatsächlich glücklich ;-)
Ob ich mein Anliegen in einem öffentlichen Forum niederschreibe, darüber denke ich nun schon seit Jahren nach und heute wage ich den Schritt. Warum gerade heute? Ich habe nun zweimal fast in Folge von ihm geträumt und offensichtlich beschäftigt er mich wieder.
Wer ist "er"?
Mit ihm war ich vor etwa zehn Jahren über ein Jahr zusammen. Eine große Liebe, die tragisch endete. Er trennte sich von mir und ich war am Boden zerstört. Ich war damals seine erste Freundin (er war knapp 30). Er hatte immer wieder große psychische Probleme, was ich aber erst viel später erfuhr. Das war wohl auch der Grund für die Trennung. Er konnte offensichtlich keine Nähe zulassen.
Nach Jahren trat er wieder in mein Leben. Wir hatten eine Aussprache, weil er sich damals Knall auf Fall getrennt hatte und einfach plötzlich aus meinem Leben verschwunden war. Es bahnte sich etwas an, aber diesmal war ich diejenige, die den letzten Schritt nicht gehen wollte. Es kam also zu keiner Beziehung. Er konnte mich verstehen. Seine psychischen Probleme waren nicht weniger geworden. Anfangs kämpfte er etwas um mich und ich zog mich zurück, sodass wir keinen regelmäßigen Kontakt mehr hatten. Wir hörten aber immer wieder voneinander. Ein paar Monate später trafen wir uns wieder. Allerdings freundschaftlich. Ein weiteres Treffen sollte folgen, ich war dann allerdings krank. Das Treffen haben wir nie wieder nachgeholt und der Kontakt brach ab. Anfangs schrieb ich ihm noch, weil ich mir ernsthaft Sorgen machte, dass ihm was passiert war. Ich bekam nie eine Antwort.
Ich weiß, dass ihm nichts zugestoßen ist.
Bis heute verstehe ich nicht, was passiert ist. Warum er den Kontakt nicht mehr wollte. Und vor allem, warum er einfach so verschwunden ist. Ohne Erklärung. Von einem Tag auf den anderen und auf meine SMS nicht mehr geantwortet hat. Er hätte ja erklären können, dass ich ihn verletzt habe oder dass er keinen Kontakt mehr will. Er hätte auch keine Gründe nennen müssen. Ich hätte es nur einfach gerne gewusst.
Warum ich hier schreibe? Weil ich gerne von Außenstehenden wissen würde, was der Grund sein könnte. Es beschäftigt mich einfach immer wieder mal.
Danke!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 52
Thema: Funkstille
-
18.10.2015, 22:21
Funkstille
-
18.10.2015, 22:41
AW: Funkstille
Hallo Mascha,
das kann viele Gründe haben. Er hat psychische Probleme. Er hat Angst vor Nähe. Das sind schon zwei Gründe, die erklären können, warum er sich so verhält.
Er wird sich schnell "erdrückt" fühlen, ist schnell überfordert, und dann zieht er sich ganz zurück, ohne zu erklären oder reden zu wollen.
Liebe Grüße, J.
-
18.10.2015, 22:52
AW: Funkstille
Danke für Deine Antwort.
Du magst Recht haben. Aber warum war er dann bei unserem Wiedersehen (ein paar Jahre nach der Trennung) so offen und verständnisvoll?
Vielleicht, weil er damals in der offenen Psychiatrie (oder wie man das nennt) war und ihn danach der Alltag wieder überfordert hat?
Aber warum meidet er mich dann wie der Teufel das Weihwasser?
-
18.10.2015, 23:16
AW: Funkstille
Hallo Mascha,
da ich weder ihn noch Dich kenne, schreibe ich mal ein paar Ideen auf, so ins Blaue hinein, vielleicht passt ja was:
er meidet Dich vielleicht, weil er grundsätzlich überfordert ist damit, von jemandem Gefühle zu spüren, die an ihn gerichtet sind.
Er könnte auch , je nach Krankheitsbild, gerade Medikamente bekommen, die ihn sehr gefühlsarm machen.
Was es auch ist, nimm es nicht persönlich, das ist immer der größte Fehler, den Angehörige oder Partner von psychisch Kranken machen.
-
18.10.2015, 23:49
AW: Funkstille
see you on be friends online!
-
19.10.2015, 00:16
AW: Funkstille
Sehr geehrte Mascha1980,
wenn der Mann positive Erinnerungen mit Ihnen und der damaligen Zeit verbinden würde,
dann hätte er warscheinlich den Kontakt zu Ihnen aufrechterhalten oder wieder gesucht.
Denkbar ist auch, daß es ihm nicht so gut und er schämt sich vor Ihnen. Sie haben einen neuen Mann, Kinder, eine glückliche Bilderbuch-Ehe bekommen. Er liegt womöglich seit Jahren am Boden und findet keinen Ausweg.
Erstaunlich ist es schon, daß Sie noch an einen Mann denken, mit dem Sie vor 10 Jahren
für ein Jahr zusammen waren. Die Liebesbeziehung scheint sehr intensiv gewesen zu sein.
Ich rate Ihnen, träumen Sie weiter von ihm, am besten im Halbschlaf (morgens, abends, Nachmittagstief). Spielen Sie darin eine Begegnung mit dem Mann durch und visualisieren Sie die damalige Zeit.
Ihr übermächtiges Unterbewusstsein findet dann einen Weg oder eine Botschaft für Sie.
Gruß,
MANNsicht_Geändert von MANNsicht_ (19.10.2015 um 00:50 Uhr)
-
19.10.2015, 07:51
AW: Funkstille
Ich danke euch allen ganz herzlich für eure Ideen.
Warum ich an ihn noch denke, obwohl alles so lange her ist? Zum einen war es eine wirklich große (wenn auch unglückliche) Liebe. Ich war oft so traurig, weil ich mich ungeliebt fühlte. Ich erfuhr ja erst viel später, dass er psychische Probleme hatte und erkannte, dass er einfach nicht anders konnte. Dass er mir nicht sagen konnte, dass er mich liebt oder dass ich ihm wichtig bin. Dass er einfach keine Nähe zulassen konnte.
Zum anderen ist das letzte Treffen ja "erst" etwa sieben Jahre her und ich frage mich, ob ich damals falsch gehandelt habe. Ich wusste ja, dass er gerade in der Psychiatrie war und traf mich trotzdem mit ihm und es lief auch was mit ihm. Aber ich war halt selbst so hin-und hergerissen. Im Nachhinein glaube ich, dass ich die alte Zeit einfach wieder zurückwollte. Und dennoch hätte ich standhaft bleiben müssen. Ich überlegte auch lange ernsthaft, ob ich mit ihm eine neue Beziehung beginnen wollte, entschied mich aber dagegen. Ich wusste, dass ich Familie und Kinder wollte und konnte mir das mit einem manisch-depressiven Mann nur schwer vorstellen.
Im Übrigen melde ich mich immer mal wieder bei ihm. Vielleicht einmal im Jahr (wenn's hochkommt).
Das letzte Mal schrieb ich, dass ich weiß, dass auf meine Mails nichts von ihm kommt und dass ich einfach will, dass er weiß, dass ich ihm all das Beste Wünsche und einfach nur von Herzen hoffe, dass es ihm gut geht.
Und das ist es wirklich: ich will, dass es ihm gut geht, er ein glückliches Leben führen kann.
Und klar: ich hätte gerne ein Lebenszeichen von ihm. Aber wenn er mir das nicht geben kann oder will, dann ist es eben so.
-
19.10.2015, 09:24Inaktiver User
AW: Funkstille
Ich würde versuchen, selbst einen Abschluss zu finden und den Mann ansonsten in Ruhe zu lassen. Das ist Luftschloss, was Du da machst, gedanklich, nicht Realität. Versuche, es abzuhaken und es als Erinnerung an die Vergangenheit loszulassen.
Ich habe auch so einen Freund, der ist nicht krank und hat sich dennoch sang- und klanglos verabschiedet, inzwischen auch virtuell, ich hab zufällig gesehen, dass er sich nicht nur entfreundet, sondern mich auch blockiert hat. Ich hab da versucht nicht dran zu zahnen, ich hab ihm - so wie Du Deinem - nichts getan, ganz im Gegenteil. Er hat seine Gründe, sich von mir fernzuhalten. Das muss nichts mit "Teufel und Weihwasser" zu tun haben, kann auch einfach mal vernünftig sein. Ich hab meinen Frieden damit gemacht, denke ab und zu mal an die netten Momente und denke mir dann: Pech, lieber Freund, Du verpasst was. Auch für mich ist das vielleicht gut, genau wie es für Dich gut sein könnte, den so kommt niemand in Versuchung, die aktuelle Beziehung für ein was-ware-wenn auf's Spiel zu setzen.
Wobei klar ist: wer sich so verabschiedet, ist wohl nicht für eine Beziehung geeignet.
-
19.10.2015, 09:49
AW: Funkstille
Hm .. ich glaube, das ist - psychische Probleme hin oder her - kein so seltenes Verhalten. Hab ich auf jeden Fall auch schon erlebt. Interessant finde ich die Frage, was du mit ihm verbindest. Was verbindet dich mit ihm, dass du, nachdem er dich verlassen hat, noch befreundet sein wolltest? Dass du dich immer noch bei ihm meldest, obwohl er nicht reagiert?
Es gibt ja so Menschen, die etwas wie .. hm .. Projektionsfiguren (?!) werden in einem Leben - gerade, weil sie den realen Kontakt meiden. Das Fragezeichen setze ich deshalb, weil der Begriff so pseudopsychologisch / -analytisch daher kommt - mir aber gerade kein anderes Wort einfällt. Ich finde es auch nicht schlimm - sondern mehr interessant. Dass man manchmal so "Schattengestalten" hat in seinem Leben - die irgendeine Funktion haben. (Welche?)
Hattest du andere Beziehungen, mit denen du ähnlich den Kontakt aufrecht erhalten hast/wolltest - oder ist er der einzige, mit dem das so ist?
Du hast nach Gründen gefragt.. ich könnte mir vorstellen, dass es die einzige Möglichkeit ist für ihn, Nähe und Distanz zu regulieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er das Gefühl hat, dass Kontakt dir oder ihm nicht gut tut. Oder dass er ihm deine eindeutigen Nähebezeugungen (unabhängig von Beziehung oder nicht) zu viel sind. Oder dass es ihm nicht so wichtig ist und er sich deshalb nicht die Mühe macht zu reagieren. Oder dass er es einfach verdrängt, weil 1., 2., 3. oder 4.
Oder dass er ein sozialinkompetenter Idiot ist (der zufällig auch noch psychische Probleme hat).
Da fällt mir noch eine Frage ein: würdest du andere Männer (innerlich und äußerlich) auch so behandeln, die KEINE psychischen Probleme haben?
Liebe Grüße!
-
19.10.2015, 09:51
AW: Funkstille
Danke, ja-aber. Du hast absolut recht.
Hätte mich trotzdem über eine abschließende Mail gefreut.
Aber ist halt so. Ich werde damit leben können.


Zitieren
