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    Der Witwer und ich...

    Hallo an alle!

    Bin im Moment etwas ratlos und würde mich gerne ein wenig austauschen...
    Ich habe vor gut eineinhalb Jahren einen Mann kennengelernt. Genau genommen besitzt er eine Baufirma, die ich damals erstmalig beauftragt habe. Seitdem haben wir immer wieder beruflich miteinander zu tun.
    Wir sind uns von Anfang an sympathisch gewesen und kommen gut miteinander aus.
    Irgendwann hat er mir erzählt, seine Frau sei unheilbar an Krebs erkrankt. Die beiden haben mir sehr leid getan. Ich habe seine Frau allerdings nie persönlich kennen gelernt. Wenige Monate später ist sie an ihrer Krankheit gestorben. Sie ist nur 39 Jahre alt geworden.
    Er erzählte mir, dass die Krankheit entdeckt wurde, als sie beschlossen haben, ein Kind zu bekommen und es nicht klappen wollte. Sie wurde untersucht und dabei wurde die verheerende Diagnose erstellt. Ein 18 cm langer Tumor, der bereits auf verschiedene Organe gestreut hatte...
    Die beiden waren insgesamt 3 Jahre verheiratet. Offenbar sehr glücklich. Ich hatte insbesondere das Gefühl, dass sie nicht nur Mann und Frau waren, sondern auch beste Freunde und gegenseitige Vertraute.
    Das ganze liegt nun 7 Monate zurück. Wir haben seither weiterhin viel miteinander zu tun gehabt und so habe ich ihn auch in der Zeit unmittelbar nach dem Tod seiner Frau mit erlebt.
    Seine Art mit dem Verlust umzugehen hat mich anfangs sehr erstaunt.
    Man hat ihm so gut wie nichts angesehen. Er hat sich komplett in seine Arbeit gestürzt und immer mehr Aufträge angenommen, bis er sich irgendwann selbst etwas übernommen hat.
    Gleichzeitig hat es immer wieder sehr subtil zwischen uns geknistert... Jaaa... ich weiss...es ist verrückt, das in diesem Zusammenhang zu sagen! Aber so war es. Wann immer er mich erblickt hat, haben seine Augen angefangen zu strahlen. Es waren nur Blicke und Gesten und mit der Zeit auch ein paar hoffnungsvolle SMS. Allerdings alles sehr subtil. Bis heute ist genau genommen nichts zwischen uns. Außer, dass wir uns auf einer freundschaftlichen Ebene näher kommen.
    Ich will ihn keineswegs überrumpeln und denke, dass er alleine das Tempo vorgeben muss. Nicht weil er der Mann ist, sondern weil nur er wissen kann, inwieweit er was und wieviel zulassen kann.
    Mein Gefühl sagt mir, dass uns etwas verbindet....aber da ist nichts was man greifen könnte.
    Ich empfinde eine ganz besondere Zuneigung für ihn, bin aber jetzt nicht kopflos verliebt. Kann mir mehr vorstellen. Habe aber auch gleichzeitig Angst, mich auf mehr einzulassen, nur um dann feststellen zu müssen, dass er doch noch nicht so weit ist.
    Was könnt Ihr mir raten? Wie soll ich mich verhalten?
    Irgendwie traut er sich offenbar auch nicht, weiter zu gehen. Warum auch immer. Vor einiger Zeit hat er mal ein gemeinsames Abendessen in Aussicht gestellt. Es danach jedoch nicht wieder erwähnt. Alles sehr ambivalent....

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    AW: Der Witwer und ich...

    Zitat Zitat von Seegang Beitrag anzeigen
    Irgendwie traut er sich offenbar auch nicht, weiter zu gehen. Warum auch immer. Vor einiger Zeit hat er mal ein gemeinsames Abendessen in Aussicht gestellt. Es danach jedoch nicht wieder erwähnt. Alles sehr ambivalent....
    Das hat nichts (!) mit sich "nicht trauen" zu tun.
    Der Mann hat immer noch seine verstorbene Frau im Kopf. Seine große Liebe. Die ihm genommen wurde. Die Beiden haben sich ein gemeinsames Leben mit Kind und Kegel usw. vorgestellt.

    Ich gebe diesen Rat nicht gerne - stehe aber dazu: Nichts und Niemand könnte mich je dazu veranlassen, mich mit so einem Mann einzulassen! Selbst, wenn der das wollte (wozu dein Männe hier ja noch nicht mal bereit wäre).

    Du wirst m.E. immer die Nr. 2 sein. Denn die Ex, die in Zeiten der "großen Gefühle, der großen Liebe und der Kinderplanung" verstorben ist, wird er Zeit seines Lebens als "DIE EINE" hochstilisieren. An die kommst du niemals ran.

    Dies ist nur meine persönliche Meinung. Natürlich kannst du dran bleiben und es weiterhin Monatelang versuchen und dich zaghaft ranrobben....... vielleicht wird er dich irgendwann ja sogar als die Nr. 2 akzeptieren. Keine Ahnung. Meins wäre es nicht. Ich bin da ganz ehrlich. Für mich gibt es keine Witwer. Und vor allem keinen, der seine Frau so früh und dazu noch in der ersten Verliebtheitsphase verloren hat! Never!!

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    AW: Der Witwer und ich...

    Zitat Zitat von Seegang Beitrag anzeigen
    Außer, dass wir uns auf einer freundschaftlichen Ebene näher kommen.
    Sei sehr sehr vorsichtig.

    Seine Augen mögen ja strahlen, wenn er dich sieht .... aber sein Hineinstürzen in die Arbeit bis zum Kollaps und überhaupt, 7 Monate erst .... der ist noch lange nicht durch mit seiner Trauer um die große Liebe!

    Ich denke, ich würde mich zurückziehen und nichts erwarten, schon gar nicht einen freien Mann, der sich auf dich einlassen kann.
    see you on be friends online!

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    AW: Der Witwer und ich...

    Hmm... danke Euch beiden für Eure Meinung... Mich macht das alles ja auch sehr nachdenklich.
    Und trotzdem möchte ich ihn nicht pauschal und radikal aburteilen.
    Er mag noch nicht soweit sein. Die Zeit ist noch zu kurz. Aber ich weiss, dass er nach vorne schaut, schauen will. Vielleicht eben auch WEIL er noch so jung ist und eben WEIL er leben will und all das, was ihm durch den frühen Tod seiner Frau plötzlich genommen wurde, trotzdem noch erleben will?
    Sein Leben ist doch noch nicht vorbei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 40-jähriger Mann, trotz des großen Verlustes, den er erlitten hat, nicht versuchen wird, wieder glücklich zu werden.
    Er hat mir von seiner Frau erzählt und auch von den Gesprächen, die sie noch führen konnen. Sie hat sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, dass er nicht alleine bleiben soll und dass er versuchen soll, umzusetzen, was sie sich gemeinsam erträumt hatten.
    Findet Ihr nicht, dass es etwas unfair ist, Verwitweten gegenüber solche Vorurteile zu haben? Zumindest weiss ich, dass er sich schon einmal einlassen konnte, dass er geliebt hat und dass er somit beziehungfähig ist.
    Es gibt in der Liebe keine Rangordnung. Ich könnte niemals mit einer Toten in Konkurrenz treten. Sie wird immer Teil seines Lebens bleiben. Aber auf einer anderen Ebene. Ein Mensch kann wieder lieben, auch wenn jede Liebe anders ist.
    Und nur mal so dahingesponnen... Angenommen aus uns würde tatsächlich ein Paar werden.... und angenommen wir wären irgendwann 10, 15, 20 Jahre zusammen. Glaubt Ihr nicht, dass die Jahre - wenn es glückliche Jahre sind - ins Gewicht fallen? Seine Frau wird sicherlich immer einen Platz in seinem Herzen haben...aber sein Leben kann er doch nur mit einer lebenden Frau teilen..?

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    AW: Der Witwer und ich...

    @ Seegang:

    Ich verstehe deine Gedanken.
    Und sicherlich hast du Recht: Ein so junger Mann wird sich irgendwann wieder eine neue Frau suchen und probieren, mit dieser glücklich zu werden und vielleicht auch Kinder zu bekommen.

    Allerdings sehe ich momentan da jetzt dich - und diesen Mann, 7 Monate nach dem Tod seiner Frau.
    Der ist noch gar nicht bereit für was Neues. Momentan würdest du höchstwahrscheinlich nur als Übergangs- oder Tröst-Frau herhalten.

    Ich sage es nochmal: Tu dir das nicht an! Der Mann ist noch lange nicht bereit für eine neue Frau, er signalisiert dir das auch sehr deutlich.

    Lass ab!! Wenn (!?) dieser Typ irgendwann wieder bereit sein sollte für eine neue Frau, dann sicherlich nicht für dich und jetzt (sorry) - da muss noch viel Wasser den Rhein runterfließen. Und selbst dann kannst du nicht sicher sein, dass die Ex nicht auf Ewig glorifiziert wird.

    Vergeude deine Zeit nicht mit so einem Mann, ich rate dir das eindringlich!!

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    AW: Der Witwer und ich...

    Aber wie kannst Du das so bestimmt wissen?
    Ich setze ihn doch keineswegs unter Druck, unternehme von meiner Seite auch keinerlei Annäherungsversuche.
    Alles was bisher war hat er alleine initiiert.
    So hat er beispielsweise irgendwann begonnen, mich beim Vornamen zu nennen.
    Oder seine Nachrichten an mich, via SMS mit einem Kuss zu beenden.
    Oder eben vorgeschlagen, mal für mich kochen zu wollen. Selbst da bin ich nicht sonderlich darauf eingegangen.
    Zu einer späteren Gelegenheit, als er mir einen Gefallen getan hat, um den ich ihn gebeten hatte, meinte er spielerisch, dass nun ich ihm ein Abendessen schulde. Worauf ich ebenfalls nur mit einem erstaunten "Ich??" geantwortet habe :-)
    Will sagen..ja, er trauert natürlich noch. Wäre ja auch unnatürlich, wenn nicht.
    Aber er kapselt sich nicht ab und hat auch seinen Sinn für Humor nicht verloren. Und er selbst sagt ja auch, dass er nach vorne schauen will und dass es weiter gehen wird.
    Und da ist noch etwas... Klar sind 7 Monate nicht lange. Aber seine Frau war eineinhalb Jahre krank und es war sehr früh klar, dass kaum Hoffnung besteht. Ich glaube, dass man sich da ganz anders mit der Situation auseinander setzt, als wenn seine Frau "plötzlich und völlig unerwartet" gegangen wäre. Beide konnten sich aussprechen über die Zeit "danach". Ich glaube, das kann gegebenenfalls eine große Hilfe sein, wenn es dann soweit ist. Und ja, sie waren mitten in der Familienplanung als die Diagnose Krebs kam und alles zerstörte. Und dennoch... es waren eben doch "nur" 3 Jahre. Ich will das nicht geringschätzen. Aber es ist eben eine recht überschaubare Zeit. Die beiden waren nicht 30 Jahre verheiratet und komplett voneinander abhängig. Es waren 3 Jahre. Wenn der Mann 85 Jahre alt werden sollte, ist das ein relativ geringer Prozentsatz seines Lebens. Vielleicht zu wenig, um zu verhindern, dass er sich nicht doch nochmal einer neuen Liebe völlig öffnen kann?!

  7. gesperrt

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    AW: Der Witwer und ich...

    Zitat Zitat von Seegang Beitrag anzeigen
    So hat er beispielsweise irgendwann begonnen, mich beim Vornamen zu nennen.
    Oh Mann, das tut mir schon beim Lesen weh.

    Ich habe dir dazu meine Einschätzung geschrieben.
    Sicher, der Mann wird nicht die nächsten 40 Jahre ohne Frau bleiben.

    DU bist derzeit aber maximal Übergang. Vielleicht ändert sich das, willst du jetzt wissen - nein, ich glaube das nicht.

    Wie gesagt - du musst ja auch nicht auf mich hören! Aber du hast nach Einschätzungen gefragt, und hier ist meine. Du wirst es nie für ihn sein.

    Sorry.

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    AW: Der Witwer und ich...

    Okay, dann bedanke ich mich an dieser Stelle für Deine Einschätzung auch wenn sie nicht ganz mit meiner konform geht.
    Weisst Du, um eine derartige Aussage zu treffen, wie " Du wirst es niemals für ihn sein!" - müsstest Du sowohl mich, als auch ihn persönlich kennen...und selbst dann wäre es vermutlich etwas anmaßend :-)
    Ansonsten würde ich seine verstorbene Frau auch niemals als seine "Ex" bezeichnen. Das ist sie nicht und das wird sie nie sein.

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    AW: Der Witwer und ich...

    Zitat Zitat von Seegang Beitrag anzeigen
    Ansonsten würde ich seine verstorbene Frau auch niemals als seine "Ex" bezeichnen. Das ist sie nicht und das wird sie nie sein.
    Ich hoffe es für dich!!

    Weißt du, ich will dir doch nicht weh tun. Ich muss das nicht leben, sondern du.

  10. gesperrt

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    AW: Der Witwer und ich...

    Zitat Zitat von Seegang Beitrag anzeigen
    Weisst Du, um eine derartige Aussage zu treffen, wie " Du wirst es niemals für ihn sein!" -
    Nein, dafür muss ich nicht euch beide kennen - es reichen die Umstände.

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