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Thema: Sind alle Guten schon weg?
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14.11.2015, 13:32Inaktiver User
AW: Sind alle Guten schon weg?
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14.11.2015, 16:11
AW: Sind alle Guten schon weg?
Vielleicht bist du auch nicht so der typische Beziehungsmensch? Ich bin das nicht, das weiß ich. Ich sehe meinen Freund 2-3 mal die Woche und da bekomme ich schon Probleme, das zeitlich und mental zu organisieren. Ich weiß gar nicht, wie andere Menschen das machen, die mit ihren Partnern zusammenwohnen. Da ist ja ständiger Input von außen und wenn ich mir dann noch vorstelle mit Kindern, wann kommt man denn da mal zur Ruhe? Aber da hat wohl jeder so sein ganz eigenes Bedürfnis nach Input und Ruhe für sich selbst.
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14.11.2015, 16:23Inaktiver User
AW: Sind alle Guten schon weg?
Das verstehe ich total, aber ist das denn keine Beziehung, mit deinem Freund ?
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14.11.2015, 16:51
AW: Sind alle Guten schon weg?
Doch, natürlich. Aber halt nicht in dem klassischen Sinne. Ich habe eine Freundin, die verbringt jede Minute mit ihrem Freund. Da bin ich ganz anders. Wenn mein Freund das wollte, hätte ich ihn vermutlich im Laufe der Zeit längst umgebracht. Für mich ist es manchmal schwierig, meine Wünsche an eine Beziehung von außen gesehen so durchzuziehen, weil sie offensichtlich nicht dem gängigen entspricht. Ich bin da froh, einen Partner gefunden zu haben, der da ähnlich tickt, wobei ich glaube, dass ich es als Frau da auch leichter habe, da ich finde, dass Männer generell eher individuell orientierter sind, als dies bei Frauen der Fall ist.
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15.11.2015, 09:44
AW: Sind alle Guten schon weg?
Noch 2 (frühe) Gedanken hierzu:
Man lernt nur etwas, indem man es tut. Natürlich braucht es auch Ruhepausen, in denen das Gelernte sacken kann und es sich festigt. Aber diese Phase muss, möchte man weiterkommen, irgendwann auch wieder von der Praxisphase abgelöst werden. (Oder wie heißt es bei den Benediktinern so schön: Ora et labora. Ein Spruch, ein "Motto", der, das mir persönlich inzwischen immer wichtiger wird. Oder um mit Goethe zu sprechen: "Bücher können mich zwar gelehrt, aber nicht zu einem Menschen machen". Ersetze "Bücher" durch "Theorie" und Du hast das gleiche Sinnergebnis wie aus Spruch I).
Natürlich wirst Du jetzt einwenden: "Aber wenn da keiner ist, mit dem eine Beziehung möglich ist? Wie kann ich da in die Praxis kommen?"
Recht hast Du.
Aber nur, wenn Du tatsächlich davon überzeugt bist, dass da keiner ist.
Ich habe nun auch kein Rezept, wie Du das bekommst, was Du möchtest - d.h.- irgendwie scheint mir, dass momentan Dein (unbewusster) Wunsch, bzw. die Angst, in Beziehung zu gehen, den Wunsch nach Zweisamkeit noch übertönt. Du also durchaus das bekommst, was Du möchtest, bzw. was die Angst (und vielleicht auch die Trägheit, der Unwille in Dir) möchte(n).
Ich würde mir mal an Deiner Stelle Deine Überzeugungen, die Dich dazu bringen, blind für das, was möglich ist, zu sein,näher anschauen. Und gleichzeitig das Suchen nach dem perfekten Mann ("bloß keine weißen Socken in Sandalen!" -frei nach Michael Mary-) aufgeben. Und mich - durchaus weiterhin auf der Suche - eher auf das Zulassen von Beziehung konzentrieren.
Wenn Du das wirklich willst.
Ich denke, dass ein Rest Angst, sich im anderen in der Beziehung wieder zu verlieren, immer noch da ist.In den meisten meiner zurückliegenden fühlte ich mich fürchterlich abhängig von dem Mann, emotional gemeint. Es hat mich jedesmal unendlich Kraft gekostet, mich zurück auf mich selbst zu besinnen. Das ist heute vermutlich anders, seit ich weiß, dass ich allein sehr gut zurecht komme und eigentlich niemanden mehr so sehr brauche.
Und dann unterläuft Dir der gleiche Fehler immer wieder: Du verwechselst "Brauchen" immer noch mit "Ausgeliefert sein". Sonst würdest Du nicht immer wieder darauf hinweisen, dass Du ja nun, in Deinem der inneren Perfektion entgegen gehenden Stadium, in dem Du den Zustand der Autonomie erreicht hast, keinen Mann mehr "brauchst".
Natürlich ist es gut, autonom zu sein. Manchmal muss man aber diese Autonomie auch aufgeben können, damit Hingabe und Beziehung möglich wird. Mit "Aufgabe von Autonomie" meine ich: man muss verletzbar - also nahbar - werden können, in der gleichzeitigen Gewissheit, diese Verletzbarkeit auch im Falle einer Enttäuschung aushalten zu können. Man muss also das Paradox, bei innerer Stärke sich freiwillig schwach und verletzbar zeigen zu können, leben und aushalten können.
Das war mein Wort zum Sonntag.Geändert von bruennette_2 (15.11.2015 um 10:01 Uhr)
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15.11.2015, 10:41
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15.11.2015, 21:28Inaktiver User
AW: Sind alle Guten schon weg?
Das ist für mich der größte Schmarrn überhaupt, Beziehung um der Beziehung willen, mit jemand zu dem man sich erst überreden muss.

Niemand sucht hier den "perfekten" Partner - aber im Leben hätt ich mich auf keinen eingelassen der mich nicht wirklich anzieht.
Sich jemand schönreden überlass ich gern anderen, ebenso wie die weisse Socken Träger.
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16.11.2015, 00:04
AW: Sind alle Guten schon weg?
Dein Ex-Mann ist weniger ein Geschichtsleugner als ein Geschichtenerzähler. Keine Ahnung, wie er auf das schmale Brett kommt, zu glauben, er würde Dich vergewaltigen, wenn ihr einvernehmlichen Sex habt.
Aber ich verstehe Deinen Punkt. Wenn man so eine Geschichte erlebt hat und erzählt, läuft man Gefahr, dass einige Menschen nur noch die Geschichte sehen und nicht mehr einen selbst.
Und sicher ist es legitim, die Geschichte nicht zu erzählen, wenn bzw. solange sie irrelevant ist, um die heutige schlaflos68 zu verstehen.
Wenn sie aber relevant wird, denke ich eben, musst Du Deine Geschichte erzählen (und ich meine und jede/r eben seine.)
Keine Ahnung, ob Du noch was lernen musst, bzw. müssen wir das nicht sowieso und immer zu alle - etwas dazu lernen?... Vielleicht muss ich da einfach auch noch Beziehung lernen? In den meisten meiner zurückliegenden fühlte ich mich fürchterlich abhängig von dem Mann, emotional gemeint. Es hat mich jedesmal unendlich Kraft gekostet, mich zurück auf mich selbst zu besinnen. ...
Spannend finde ich, dass Du Dich auf Dich zurück besinnen musstest. Warum bzw. inwiefern denn das, wo war Dein Sinn denn vorher und warum?
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16.11.2015, 00:05
AW: Sind alle Guten schon weg?
Nein. Darum geht es nicht. Es geht nicht darum, eine Beziehung der Beziehung willen zu führen.
Es geht nicht darum, sich zu etwas zu überreden, was man nicht will. Es geht nicht darum, sich jemanden "schönzureden".
Um all das geht es nicht.
Ich meinte was völlig anderes.
Ich kann das aber jetzt auch nicht mit anderen Worten erklären. Und will es auch nicht.
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16.11.2015, 09:43Inaktiver User
AW: Sind alle Guten schon weg?
Schade.
Für mich hat das "sich einfach mal einlassen" nämlich was total theoretisches.
Entweder fühlt man sich zu jemand hingezogen oder nicht - und wenn nicht, dann frag ich mich, wie man sich auf irgendwas einlassen könnte. Und wenn ja, spielen irgendwelche Kriterien doch gar keine Rolle mehr, weil man sich einfach wohlfühlt. Dann geht es aber auch nicht um weisse Socken oder irgendwelche anderen Peinlichkeiten, die man übersehen müsste.



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