Mmh, interessante Gedankengänge.
Das mit der Schüchternheit könnte man auch so sehen, jedenfalls ist der Aspekt dabei.
Man zeigt sich nicht, kann also nicht verletzt oder abgelehnt werden, aber man gibt auch nichts. Das stimmt.
Meinst Du, dass Tanzen und Musizieren nur eine Facette der Persönlichkeit zeigen oder dass man sie auch als Fassade benutzen kann?
Ich denke, wer professionell spielt oder tanzt, kann dieses perfektionierte Können auch als Fassade benutzen, aber Hobbymusiker - oder Tänzer können sich nicht so gut verstellen.
Da hört man sofort, wie derjenige drauf ist - das sage ich jetzt als Musikprofi...
Und ich glaube auch deshalb, dass man als Hobbymusiker deshalb unwillentlich seine ganze Persönlichkeit einbringt, weil man technisch einfach nicht so versiert ist, etwas anders zu machen als es einem spontan entspricht. Verstehst Du was ich meine?
Antworten
Ergebnis 701 bis 710 von 2707
Thema: Gar nicht mehr suchen ?
-
07.08.2015, 13:06
AW: Gar nicht mehr suchen ?
-
07.08.2015, 13:18
-
07.08.2015, 13:19Inaktiver User
-
07.08.2015, 14:03
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Wieso "oder"?
Das Eine schliesst das Andere definitiv nicht aus.
Auch Amateure benutzen Kunst als Fassade, als Selbstinszenierung. Warum auch nicht? Ich selbst lege darauf sogar gesteigerten Wert. Natürlich bin ich auf einer Bühne (am Lagerfeuer, auf der Strasse, bei einer Party) nur ein mehr oder weniger großer Teil von mir, übertone dies und verschweige jenes, inszeniere eben.
Aber Amateure tun eben nicht immer das, was ihnen spontan einfällt, sondern zu oft das, was sie (auch) mit Blick auf die Aussenwrikung mühsm und akribisch einstudiert haben.
Bloß nichts falsch machen, Cover-Band mit Notenpulten auf der Bühne, die "amtliche" Gitarre, der "amtliche" Amp, der "amtliche" Sound. Bis hin zum mittlerweile kahlköpfigem Hardrock-Gitarrero, der ironiefrei mit Perücke auftritt, weil's sonst "falsch aussieht"
Profis, tja, manche können das besser. Aber ich sehe oft genug welche, die wirklich toll spielen und klingen, aber eben entweder mit todesverachtender Leichenbittermiene oder so situationsunsensibel aufgesetztem "Do you feel alright? Lasst mich eure Hände sehen.", dass es mich schüttelt. Unecht eben, passt nicht zu den Musikern, passt nicht zum Publikum, passt oft genug nicht zur Musik.
Worum es mir ging, ist die Facette. Dass ich Musik mache, schreibe, humorvoll bin und leidlich intelligent, manchmal sogar unausgebildet tanze, male oder schauspielere, also eine Menge freudvoll Konsumierbares oder intellektuell bzw. emotional Berührendes, Wertvolles "habe", ändert nichts an der Tatsache, dass ich auch bloss ein Mench bin, mit Fehlern, Macken, Schwächen, Schwierigem. Und auf Letzteres reagieren die, die von Leichtkonsumierbarem so stark angezogen, dann eben stark ablehnend. Die wollen eben bloss das Tolle und hassen es, dass es das nur im Paket mit dem weniger Tollen gibt.
-
07.08.2015, 14:06Inaktiver User
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Ja, hier in den USA durchaus. Sind jedoch ebenfalls Ausnahmen.
Ist halt mal etwas ganz anderes. Was ich damit sagen will: Es gibt sehr viele tolle Dinge im Leben, für die ich absolut keine Frau brauche. Das bedeutet nicht, dass ich Frauen nicht mag.
Ich denke jedoch, dass es vielleicht wesentlich entspannter wäre, wenn er mal nicht betört, oder etwas nur ausübt, um damit seine Chancen bei Frauen zu erhöhen.Dabei ist doch schon seit Freud (auch ein Wiener!) bekannt, dass Kunst und Musik die klassische Sublimierung ist, nichts liegt also näher, als sich bis zum Auftauchen der Rothaarigen dort zu perfektionieren.
Schon seit dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (ein Lautenspieler!) ist jedem halbwegs gebildeten Menschen klar, dass Gesang und Musik erfolgreich eingesetzt werden können um das weibliche Geschlecht zu betören!
Geändert von Inaktiver User (07.08.2015 um 14:18 Uhr)
-
07.08.2015, 16:28Inaktiver User
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Du schreibst wirklich weise Dinge.
Ich habe schon einige Bücher zum Thema Schüchternheit, soziale Ängst und dergleichen gelesen, dachte mir dabei meist daß das alles nicht auf mich zutrifft.
Dieser Satz paßt allerdings ganz gut. Wenn mich das auch einer "Lösung" nicht unbedingt näher bringt.
Meine Zurückhaltung beim Gitarrespielen (vor Publikum) und auch beim Tanzen hängt mit meinem eigenen Qualitätsanspruch zusammen, ich würde noch nichtmal meiner Freundin etwas vorspielen.
Anders ist es bei dem DJ Ding das ich jetzt schon einige male gemacht habe, da weiß ich daß das gut ist, deshalb kein Problem.
-
07.08.2015, 16:31Inaktiver User
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Na wie schon erzählt, in der Tanzszene die ich mir ausgesucht habe gehts sehr wenig um Erotik, daran denkt dort vermutlich kaum eine Frau, auch wenn der Mann noch so gut führt.
Oje, das klingt nach anspruchsvoller Tangotänzerin, die haben ja wenig Humor, konnte ich hier schon beobachten.Geändert von Inaktiver User (07.08.2015 um 17:09 Uhr)
-
07.08.2015, 16:32
-
07.08.2015, 17:13
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Ich finde es sehr traurig, dass du ansonsten nie mal glücklich warst.
Ich würde das ein ganz armseliges Leben finden, wenn ich nur in den Armen eines a Mannes glücklich wäre.
Da bekäme ich Depressionen und könnte meinen Leben auch gleich ein Ende setzen.
Ich finde, dafür dass du von einer Frau soviel erwartest, hört sich das aber an, als würdest du wenig dafür geben wollen (eigene Wohnung, jeder macht weiter seine Hobbies, als Paar wird eben ab und zu etwas gemeinsam gemacht, ...).
Irgendwie passt das nicht zu diesen engen Symbiosekram, finde ich.
-
07.08.2015, 17:20Inaktiver User
AW: Gar nicht mehr suchen ?
Das finde ich nicht. Eine gemeinsame Wohnung z. B. hat ja nicht nur was mit Geben zu tun, sondern ist ein Geben und Nehmen. (Es sei denn, es ist sehr unfair verteilt, so dass wirklich einer mehr gibt als er nimmt, aber das ist ja wieder ein anderes Thema.) Und ich glaube ja, dass es auch sehr viele Frauen gibt, die kein Bock mehr auf das Zusammenleben mit einem Mann haben. (Vor allem jene, wo es vorher unfair verteilt war und sie mehr gegeben als bekommen haben...) Diesen Punkt sehe ich echt nicht als Problem.
Ich würde es aber anders formulieren: Dafür, dass er nur in den Armen einer Frau glücklich ist, will er erstaunlich wenig Zeit mit ihr verbringen. Er wäre dann ja trotzdem noch sehr viel allein und in dieser Zeit dann wieder unglücklich. Oder würde das Wissen, dass es diese Frau gibt, dann schon für's Glück ausreichen und all die anderen Tätigkeiten würden plötzlich dann doch glücklich machen? Zumindest glücklicher als jetzt?
Komplizierte Sache, das.



Zitieren
