Die Überschrift für dieses Forum sollte doch Anlass geben, sich gute Tipps zu erhoffen oder doch zumindest über das eigene Verhalten im Vergleich zu anderen nachzudenken und auf diesem Weg zu einem positiven ergebnis zu gelangen.
Stattdessen: Probleme Probleme Probleme ...
Ist es wirklich so schwierig? Könnte nicht ein völlig "normales" Verhalten dazu führen, dass man Menschen kennenlernt, viele, interessante, vielschichtige, wohlmeinende, gute, aufregende ... Mitmenschen.
Signale begreift, so sie denn überhaupt gesendet und erfasst werden können.
Ich gehe durch die Stadt, schaue in Gesichter, begreife manchmal schon nach einer Sekunde ...
Abwesenheit, Einsamkeit, Verzweiflung .. gleichzeitig Sehnsucht und eine Fülle unerfüllter Wünsche.
Fast täglich gehe ich eine Strecke von etwa 2 km zu Fuß und wieder zurück. Ich starte in einem Wohngebiet. Man grüßt sich, auch wenn man sich nicht kennt. Dann kommt die Tankstelle, das Krankenhaus, der Bäcker, die Kneipe, das Bürogebäude. Man nimmt sich gelegentlich noch wahr, wünscht einigen anderen, dass sie gelegentlich wieder in der Lage sind wahrzunehmen, und dem Rest zum nächsten Smartphone als Gratiszugabe den Blindenhund, der sie sicher über die Bürgersteige ohne Kollision mit Menschen und Gegenständen führt. Auf dem dritten Wegeabschnitt tauche ich in die City ein. Viele Menschen - sie laufen isoliert aneinander vorbei, sie wissen nichts voneinander, nichts vom Glück und nichts von der Verzweiflung des Anderen.
Kennenlernen kann so einfach sein. Eine Sekunde lang ins Gesicht meines Gegenüber schauen, seine Bewegung und Haltung erfassen, in der zweiten Sekunde einen Eindruck gewinnen, in der dritten Sekunde die Spur eines Gleichklangs erahnen. Beim nächsten Treffen mit Blickerwiderung erahnen, ob man richtig gesehen oder sich mal wieder total geirrt hat.
Ich bin alt genug zu begreifen, dass sich Vieles in der gegenseitigen Wahrnehmung verändert hat. Früher war nicht alles besser, aber Manches einfacher. Die "Mechanismen" und emotionalen Regeln des Kennenlernens sind allerdings die gleichen geblieben.
Vielleicht sollten wir einfach mal wieder etwas mehr üben und dabei die überaus positive Erfahrung machen, dass gegenseitiges Kennenlernen gar nicht so schwierig ist ...
Keine Botschaft - vielleicht die Anregung nachzudenken und zu antworten.
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 60
Thema: Über das Kennenlernen
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13.03.2015, 21:12
Über das Kennenlernen
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13.03.2015, 22:09Inaktiver User
AW: Über das Kennenlernen
Interessante Anregung.
Was mir dabei komischerweise als erstes einfiel ... kennt man sich selber eigentlich wirklich?
Früher habe ich nie darüber nachgedacht.
Jetzt erst fällt mir (auch bei mir selbst) immer häufiger auf das man aus Mustern besteht, aus einer gewachsenen, verfestigten Sicht wie man selbst, die Welt und die Mitmenschen sind.
Was ich vermisse ist die Unbefangenheit, die Neugier und die Offenheit wie Kinder sie haben.
Ich glaube das ist ein großes Manko und ein Hindernis im Zwischenmenschlichen allgemein und auch im Kennenlernprozeß.
Das Leben hat Narben geschlagen, mal mehr mal weniger und es hat Spuren hinterlassen.
Und ich finde es ziemlich schwierig das alles abzulegen und z.b. einfach spontan auf jemanden zuzugehen, der einem vielleicht gefällt und - ohne zu taktieren, zu überlegen oder sich über irgendwelche Konsequenzen Gedanken zu machen - einfach mal seinem Gefühl (wenn man es überhaupt zulässt) nachzugeben.
Ich glaube man sperrt vieles ein, vergräbt es, unterdrückt es oder stellt die Ratio über das Gefühl.
Manchmal ist das nötig und sinnvoll, leider geht dabei aber auch viel Positives, Offenes verloren.
Man stumpft ab, lässt nichts mehr an sich ran.
Ja, vielleicht sollte man mal wieder üben.
Ich denke vor allem sollte man mal wieder dem Kind ganz tief drinnen die Chance geben sich zu zeigen und erkennen, dass diese Verkopftheit eines Erwachsenen nicht nur von Vorteil ist.
Nur so ein Gedanke ...Geändert von Inaktiver User (13.03.2015 um 22:51 Uhr)
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14.03.2015, 08:39Inaktiver User
AW: Über das Kennenlernen
Das liegt doch nicht daran, dass wir alle niemanden mehr kennenlernen, sondern WEN. Hier wird zumeist beschrieben, wie zäh es nach dem Erstkontakt wird oder welche seltsamen Typen einem in der Singlebörse über den Weg laufen.
Warum sollte hier allerdings auch jemand schreiben: ich hab einen tollen Kerl kennengelernt und es läuft super. Da ist einfach kein Diskussionsbedarf.
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14.03.2015, 09:12
AW: Über das Kennenlernen
Kein Diskussionsbedarf???
Ja, aber ...
ist es nicht gerade diskussionswürdig, den tollen Kerl kennengelernt zu haben und vielleicht sogar zu schildern, wie schön, wie befriedigend und auf welch gar beglückende Weise dies geschehen ist? Möglicherweise gar zur Nachahmung empfohlen ...
Stattdessen: Beschreibung einer individuellen Situation, ohne dass hier irgendwer sich lediglich nach schriftlicher Schilderung auch nur annähernd in den "Berichterstatter" hineinversetzen könnte. Dennoch: Ratschläge über Ratschläge, gut gemeint, aber auch nur insoweit tauglich, gelegentlich rührend naiv, die Aussichtslosigkeit und Verzweiflung nur noch betonend. Therapeutisch immerhin wirksam in dem Sinne: Den anderen geht es noch schlimmer als mir ...
Brausepaul möchte nachdenken, fühlt sich an seine Kindheit erinnert, versucht die andere Blickweise.
Danke für die Resonanz. Genau und mindestens diese beiden Blickrichtungen hatte ich mir mit meinem Beitrag erhofft.
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14.03.2015, 09:31Inaktiver User
AW: Über das Kennenlernen
Ich wünsche mir genau das, durch die Stadt, durchs Leben gehen und Menschen neugierig in die Augen schauen.
Aber versuch das mal. Ich seh hauptsächlich Menschen die auf ihr Handy glotzen, oder starr vor sich hinschauen und niemandem Gelegenheit geben sie anzusehen, und selbst im Freizeitbereich ist das nicht so einfach, da sind alle in ihren Freundeskreisen und schaun nicht nach aussen.
Ja und angesichts all dessen gelingt es mir dann auch oft nicht, meinen freundlichen, neugierigen Blick (hat mir mal eine Frau gesagt) zu zeigen, angesichts so viel Ablehnung oder Desinteresse.
Mir passiert das nur extrem selten daß ich von einer Frau einen neugierigen, interessierten Blick bekomme, nie beim Ausgehen, am ehesten noch in öffentlichen Verkehrsmitteln.
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14.03.2015, 09:41Inaktiver User
AW: Über das Kennenlernen
mich würde mal interessieren, wie viele leute du denn bei deinen täglichen 2-km-wegen tatsächlich kennenlernst, syrahnoir.
dass man auf diese art netter lebt, finde ich auch, aber was hat das mit der partnersuche zu tun?
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14.03.2015, 10:08Inaktiver User
AW: Über das Kennenlernen
Nein, dann habe ich keinen Diskussionsbedarf. Warum denn sollte ich mein Glück zur Diskussion stellen?
Das, was Du hier schreiben würdest in so einem Fall, das würde mich als Leserin in einem Diskussionsforum abstoßen: denn es klingt nach Selbstgerechtigkeit - Ihr habt es nur noch nicht *richtig* gemacht, also: so wie ich.
Ich poste hier, um meine Sicht auf anderer Leute Dinge zu schreiben (und nicht, um Rat zu geben), und manchmal frage ich auch selbst etwas, aber eben dann, wenn ich nicht weiß, wo meine Position in der Sache ist.
Das finde ich richtig anmaßend und arrogant, so über andere Postings zu urteilen. Passt aber zu dem Eingangsposting, in dem Du darstellst, wie weltoffen Du angeblich bist und wie verschlossen all die anderen. Du (ver-)urteilst pauschal.
Das ist nicht mein Ding.
Interessieren würde mich dennoch, wie viele glückliche Beziehungen Du durch Deine Spaziergänge gestartet hast.
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14.03.2015, 12:02
AW: Über das Kennenlernen
Danke für die Rückmeldung. Ich fühle mich auf merkwürdige Weise bestätigt.
Du kennst mich nicht, weißt aber, dass ich selbstgerecht und arrogant bin. Dabei habe ich doch nur schildern wollen, dass man offen und aufmerksam durch die Welt gehen kann. Das mir das Schildern meiner Gefühle, wie vielen hier, heftig misslungen sein dürfte, zeigt wie schwierig "kennenlernen" sein kann.
Vielleicht habe ich auch nicht richtig verstanden, dass es hier vordergündig um das Kennenlernen zum Zweck der Partnerschaft geht. Gerade das ist natürlich von äußerst hohem Anspruch geprägt.
Und ich wollte doch nur mal gerade eben über das Kennenlernen philosophieren...
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14.03.2015, 12:11
AW: Über das Kennenlernen
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
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Moderatorin für:
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14.03.2015, 13:49
AW: Über das Kennenlernen
Aber ist nicht das was die TE anspricht generell Vorraussetzung um einen Partner zu finden? Wäre es nicht eh sinnvoll eine offene Haltung gegenüber seinen Mitmenschen zu haben, um so überhaupt interessante Frauen und Männer zu entdecken die dann eventuell auch mögliche Partner wären?
Dementsprechend passt das Thema der TE eben doch hier hin - aus meiner Sicht.
Für mich muss eine Frau mir erstmal als Mensch auffallen und gefallen, ich muss sie spannend finden - und ja, das kann durchaus bei Alltagsgängen zum Supermarkt oder dem gemeinsamen Stehen an der Bahnhaltestelle geschehen - bevor ich mir irgendwann später Gedanken über eine mögliche Beziehung/Liebe/Partnerschaft mache.
Ich finde es auch schade, dass in D zweckfreie Freundlichkeit gegenüber Fremden nicht so hoch im Kurs steht."Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...


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