Dazu würde ich gern nachfragen: Zusammenbleiben - egal was passiert? Ist es Deine Auffassung, dass heute zu viele zu schnell ihre Ehe oder feste Beziehung aufgeben, die "schlechten Tage" eher zur Flucht führen?
Ich bin auch der Meinung, dass man nicht zu schnell aufgeben sollte und dass durchlebte Krisen ein Paar auch miteinander wachsen lassen, aber es gibt sicher auch einen Punkt, an dem es dann einfach keinen Sinn mehr macht, es weiterhin gemeinsam zu versuchen.
Die Bandbreite, wie lange schwierige Zeiten ausgehalten werden, scheint sehr weit zu sein. Allein wenn man hier in der BriCom liest, scheint es, als würden manche (wenige) schon bei Kleinigkeiten das Weite suchen, andere (subjektive Einschätzung: sehr viele) harren in "Dauer-Krisen-Beziehungen" sehr lange - oft viele Jahre - aus.
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Thema: Welcher von beiden?
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11.01.2015, 12:17
AW: Welcher von beiden?
Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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11.01.2015, 12:36
AW: Welcher von beiden?
Er sagt, er hatte es vor. Die Frage ist nur wann. Wahrscheinlich hat er durch seine Lüge damit dann alles zerstört. Manchmal ist es halt einfach zu spät. Es würde mir schon was anderes übrigbleiben: ihm einen Vertrauensbonus geben. Ich bin ein Mensch, der nicht sehr nachtragend ist - kommt darauf an. In diesem Fall ist wohl zuviel kaputt.
Nein, sie wollte das er bleibt. Er sagt, er will das nicht mehr. Es ist vorbei dort. Das Trennungsjahr/Scheidung wurde eingereicht.
Kann sein, daß er jetzt zu mir stehen würde. Das werde ich wahrscheinlich nicht mehr rausbekommen.
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11.01.2015, 12:57
AW: Welcher von beiden?
Ich denke nicht, daß man zusammenbleiben sollte, wenn es einfach vorbei ist.
Das man nicht sofort in schlechten Zeiten die Flucht ergreift ist selbstverständlich. Aber manchmal ist es einfach vorbei.
Von meinen Eltern ist es mir vorgelebt worden. Obwohl schon lange nicht mehr glücklich miteinander haben sie es bis zum Schluß miteinander durchgezogen. Aus Vernunft sollte niemand zusammenbleiben.
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11.01.2015, 20:11
AW: Welcher von beiden?
Andererseits ist es doch Vernunft, die dich darüber nachdenken lässt, eure Ehe zu retten, obwohl dein Herz noch bei diesem anderen Mann hängt und du diesen Thread als "Welcher von beiden" titulierst.
Der Punkt ist, dass viele Ehen sich erst dann auflösen, alsbald ein neuer potenzieller Partner auftaucht - er wird dann zum Katalysator dafür, dass man sich entscheidet, die sowieso nicht perfekt laufende Ehe, aufzugeben.
Ich würde die Entscheidung, ob du deiner Ehe eine weitere Chance geben möchtest grundsätzlich von einer Sache abhängig machen: der Ehequalität an sich.
Der andere Mann ist erstmal sekundär. Er hat mit eurer Ehe, nicht wirklich etwas zu tun. Grundsätzlich sollte es gleichgültig sein, ob er sich für oder gegen dich entscheidet, ob du für ihn etwas empfindest, oder nicht, ob er sich nun von seiner Frau trennt, oder nicht.
Du bist verheiratet, du hast einen Ehemann. Ob es wirklich "vorbei" ist, werdet ihr beide selbst am besten wissen und erspüren können, und wichtig ist sicherlich der (gemeinsame) Wunsch, die Ehe weiter zu führen. Meines Erachtens verdient eine Ehe zumindest, dass diese in dem Umfang priorisiert wird, als dass man diese zumindest erst dann auflöst, wenn für die Beziehung zwischen den Eheleuten keinerlei Zukunft mehr abzusehen ist.
Trennungsgrund sollte (meinem Empfinden nach) kein "anderer" Mann sein sondern die Erkenntnis, dass für den Ehemann nicht ausreichend Gefühle noch Vertrauen mehr vorhanden sind. Fest steht: dein Ehemann hat zu dir gehalten.
Du schreibst von dem mangelnden Vertrauen, das du dem anderen Mann gegenüber hast, davon, dass zuviel vorgefallen sei. Das sind meinem Empfinden nach alles auch Faktoren, die dein Ehemann an dich herantragen könnte. Es ist viel vorgefallen, und gewiss ist auch Vertrauen in Mitleidenschaft gezogen worden.
Der andere Mann hat seine Frau scheinbar nicht verlassen, bis dass er es - der umständehalber, da dein Ehemann wohl seine Frau einweihte - musste. Mir erscheint das keine solide Basis, genauso, wie das sinnieren darüber, wie und ob dieser Mann nun wohl zu dir stehen würde, und ob du ihm noch vertrauen könntest.
Die Baustelle sollte meines Erachtens die eigene Ehe sein - ob und wie sie weitergeführt werden könnte (sofern erwünscht), und zwar unabhängig davon, ob ein weiterer Mann im Leben existiert.
Alles Gute jedenfalls.



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