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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Ja kommentar, ich seit ein paar Jahren im Ausland, und wir reisen auch viel, und bin deshalb auch sehr vorsichtig. Und gerade so sachliche Ansagen, die etwas negatives beinhalten würden hier zum Beispiel sehr negativ gewertet. Anderswo wären Erklärungen vielleicht als Geschwafel ausgelegt worden. Deshalb habe ich die "ungebetenen Ratschläge" hier nie bemängelt, da Kinder einfach sowieso immer im Mittelpunkt stehen hier, das ist einfach so.
    Ich finde es gut , wenn man sich dazu Gedanken macht und sich um Höflichkeit bemüht ( das machen ja leider auch nicht alle) ist dies gut, aber selbst dann ist man leider nicht immer vor Fettnäpfchen gefeit.

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von kommentar Beitrag anzeigen
    Zunächst: ich mag deinen Stil, Sojourner, du vertrittst deine Meinung auch bei zum Teil ziemlich unsachlichem Gegenwind, dafür: Hut ab, ich mag Leute mit Rückgrat, auch wenn ich deine Auffassungen überwiegend nicht teile, soweit bis jetzt gelesen. :-)
    Vielen Dank.

    Vielleicht hat sich die Diskussion stellenweise in Formulierungen verfangen, die mißverständlich, weil unterschiedlich interpretierbar sind. Es geht hier um UNGEBETENE Ratschläge, nicht?
    Ja - wobei ich zwei Dinge festhalten möchte. Zum einen den "ungebetenen" Kommentar aus dem Ursprungsthread, bei welchem sich dann im Threadverlauf wie von mir vermutet herausstellte, dass er nicht aus dem "Nichts" heraus kam, zum anderen, das von mir genannte Beispiel mit der Dame der ich ungebeten den Rat erteilte, welches ebenfalls nicht aus dem "Nichts" heraus zustande kam. Dazu später mehr.

    Darunter verstehe ich zum Beispiel Bemerkungen aus Kolleginnenkreis, daß ich Süßes nicht essen sollte, weil meine Hüften eh schon ziemlich ausladend sind.
    Ja, das verstehe ich unter einem nicht nur unhöflichen, sondern in der tat "ungebetenen" Kommentar.

    Ich meine doch, mehrfach sehr deutlich geschrieben zu haben, dass ich nur meinen Freundinnen ungebetene Kommentare erteile - und es sich bei jener Dame um eine Ausnahme handele - die nicht unbegründet zustande kam.

    Mir ist nebst meinem Aussehen in der Tat gutes Benehmen wichtig, hierzu gehört für mich allerdings auch Folgendes:

    i) Man ist bemüht, die Contenance zu wahren. Das impliziert für mich: man thematisiert sich unter fast Fremden, bei welchen man zu Gast ist (um solche handelte es sich nämlich an jenem Abend) nicht permanent selbst, insbesondere nicht in einem selbstbemitleidenden und aufmerksamkeitsheischenden Tonfall, der anderen Gäste samt Gastgeber die um Höflichkeit bemüht sind, Komplimente aufzwingt und abringt, sowie zudem wiederholt Konversationen abschneiden lässt.

    ii) Man ist bemüht die Reaktionen der anderen in geselliger Runde wahrzunehmen, sprich: zu merken, wenn ihnen etwas sichtlich unangenehm ist, sowie ferner, sie nicht bloßzustellen. Dazu gehören nicht nur andere Gäste sowie die Gastgeber, sondern auch der eigene Ehemann - der für jeden ersichtlich, sehr peinlich berührt war und mehrfach erfolglos versuchte, sie zum Schweigen zu bringen.

    iii) Man bemüht sich darum Gastgeber, die einen (zum ersten Mal) eingeladen haben, nicht zu kritisieren. Dazu gehört für mich auch, nicht wiederholt sämtliche Gäste sowie die Gastgeberin darauf aufmerksam zu machen, dass das Essen zu kalorienreich sei - wo "frau doch abnehmen müsse". Mit "Frau" meinte sie übrigens alle anwesenden Damen - nicht müde werdend zu betonen, dass diese gewiss Sorge tragen müssten, nun zuzunehmen, und - was sie sehr amüsant fand - bestimmt bald "die Kleider platzen" würden. Alle anwesenden Damen waren deutlich schlanker als sie, und nicht eine hat darüber gelacht, obwohl keine von ihnen humorbefreit ist.

    Man würde meinen, nach einer gewissen Zeit merkt ein Mensch, wenn Witze nicht ankommen, der eigene Ehemann sichtlich berührt auf sein Essen starrt und nach einigen Stunden auf den zigfachsten Einwurf, der nächste Gang würde sie ja nun noch "dicker" machen (begleitet von Händen, die auf den Bauch klatschen), keine beruhigenden und beschwichtigenden Höflichkeitsfloskeln mehr folgen.

    Ich schrieb auch, dass an jenem Abend recht viel Wein floss, und ich einige Zeit darüber nachdachte, bevor ich sie letztenendes darauf ansprach, und dass ich sie zudem, sehr diskret zur Seite nahm. Sprich: ich habe sie nicht vor allen bloßgestellt - das hat sie selbst erledigt.

    Weshalb ich das tat? Ja, ganz richtig: ganz uneigennützig war es nicht, denn sie hatte meines Erachtens nicht nur erheblich die Stimmung an jenem Abend beeinflusst, sondern zudem auch die Gastgeberin, bei welcher es sich um eine gute Freundin von mir handelt, mehrfach beleidigt. Das alles ganz davon abgesehen, dass ich es schlichtweg nicht mehr ertrug, auf welche selbstkasteiende und selbst abwertende Weise sie über sich selbst (und die anderen anwesenden Damen sprach) - bei welchen sie übrigens der Meinung war, auf selbstverständliche Weise Witze auf Kosten von Frauen machen zu können, die offensichtlich figürlich besser gesegnet waren, als sie selbst.

    Wie man sieht - aus dem Nichts heraus, habe ich keinen ungebetenen Rat erteilt - meines Erachtens hat sie nach diesem gerade zu gebettelt. Ich hätte auch Schweigen können, das stimmt. Und womöglich wäre dies auch höflicher gewesen. Die Sache hätte sich spätestens auch dann von selbst erledigt sobald sie gemerkt hätte, dass sie kein zweites Mal eingeladen wird.


    Oder wie aktuell passiert nach meiner Diagnose: Ernährungsempfehlungen, die extrem widersprüchlich sind - vegan, basisch, ketogen als Maßnahme gegen Krebs. Mag ja gut gemeint sein, hilft nicht die Bohne wenn man mit dieser Diagnose erstmal versucht klarzukommen, ist nicht ein bißchen fundiert, weil Ernährung in Form von Glaubensrichtlinien ziemlicher Humbug ist (Paralleldiskussion zu diesem Thema muß nicht gestartet werden, ist lediglich ein ausgeführtes Beispiel).
    Ja, das kann ich nachempfinden, zumal es sich bei den meisten Menschen um medizinische Laien handelt und Krebserkrankungen sehr unterschiedlich sein können, samt entsprechenden Therapien. Bitte betrachte das lediglich als Information, und nicht als Rat, aber ich empfinde es in solchen Fällen als sehr hilfreich, sich an entsprechende Experten zu wenden, die genau in dieser Thematik fundiertes Wissen aufweisen (ernährungsbasierte Therapien bei Krebserkrankungen) und beratend zur Seite stehen. Hier gibt es (übrigens auch im deutschsprachigen Raum) Wissenschaftler und Ärzte, die sich hiermit befassen.

    Hier ist ungebetener Rat nach meinem Empfinden nicht nur übergriffig, sondern außerordentlich quälend und ich glaube nicht, daß das an mangelndem Selbstbewußtsein liegt.
    Das kann ich gut nachempfinden - ich gebe dir daher auch keinen Rat, sofern du mich nicht direkt (gerne auch per PM) anfragst.

    Ungebetener Rat - dein Beispiel mit dem mundgeruchgeplagten Kollegen paßt ganz gut. Ich würde in so einem Fall sehr direkt sagen: "Hat dir schon jemand gesagt, daß du ziemlich übel aus dem Mund riechst?" und dann sehen, wie er reagiert. Wird sicher auch nicht von jedem so weggesteckt, aber ich würde mich hüten, damit einen Rat zu verbinden (ungebetener Ratschlag), das steht mir nicht zu - die Information, daß etwas so ist, was andere als belästigend empfinden, reicht aus.
    Das Beispiel war von einer anderen Schreiberin, aber ich fand es sehr gut, weil es meines Erachtens gut aufzeigt, dass es hierbei gewiss nicht darum geht, sich über jemanden zu erheben, oder gar "klugzuscheissern".

    Letzten Endes gibt jeder gerne Rat und möchte den dann auch geschätzt sehen (weiter oben schriebst du sinngemäß, daß nicht jeder Rat egoistisch motiviert ist - ich glaube, da sehen wir grundsätzlich etwas verschieden: selbst ein Seelsorger, der "selbstlos" anderen mit Zeit und offenem Ohr anderen zur Verfügung steht, tut das (hoffentlich!) weil er sich damit wohlfühlt, anderen zu helfen - er handelt also "egoistisch" - daran ist absolut nichts Negatives).
    Ja, absoluter Altruismus ist nicht nur selten, sondern gewiss auch nicht sehr menschlich - da stimme ich zu.

    Ich weiß nicht, wie alt du bist, deshalb spiele ich jetzt die alte Dame und stelle mich zumindest altersmäßig "über" dich: vor rd. 20 Jahren habe ich gerne und oft Leuten Ratschläge erteilt, sie waren meist auch gern gesehen, manchmal wirkten sie übergriffig. Ich konnte das damals nicht verstehen, weil ich in bestimmten Bereichen nun mal tatsächlich mehr Lebenserfahrung hatte und natürlich helfen wollte.
    Ich bin 31. Und mir durchaus im Klaren darüber, dass ein ungebetener Rat als übergriffig interpretiert werden kann - und hier finde ich, muss ein jeder das Risiko (der Reaktion) selbst abschätzen. Ich finde auch noch einen weiteren Aspekt wichtig, nämlich: es gibt auch Menschen, die erteilen nur jenen ungebetenen Rat, die sie gern haben.

    Hier brachte jemand (ich glaube, es war Brausepaul) das Beispiel ein jemandem zu helfen, der sich sichtlich "abmüht". Man könnte es weiterspinnen und überlegen, ob man einen Menschen, der einem eher unsympathisch ist, nicht einfach weiter "abmühen" lässt. ;-)

    Was ich damit aussagen möchte: die Zeit und Mühe, jemanden zu be-raten , macht man sich nicht selten nur bei Menschen, die einem wirklich nahestehen und die man gerne hat.

    Was ich damals nicht begriffen habe: einem Menschen kann ein Ratschlag auch signalisieren, er werde nicht so akzeptiert und gemocht, wie er ist. Egal, aus welchen Gründen (ihm dann mangelndes Selbstbewußtsein zu attestieren wäre dann die zweite Ohrfeige).
    Ja, und ich vermute mal, dass das auch der Grund ist, weshalb Frauen insbesondere was ihr Äusseres betrifft, ungern ungebetenen Rat hören. Ich bin kein unsensibler Mensch, ich käme nie auf den Gedanken einer Frau, von der ich weiß, dass sie nicht sonderlich selbstbewusst ist, ungebetenen Rat zu erteilen.

    Meine Freundinnen sind allerdings selbstbewusst - und das ist kein Zufall, weil ich Aufrichtigkeit und gegenseitige Hilfe sehr schätze. Und ich zudem im Laufe der Jahre die (persönliche) Erfahrung gemacht habe, dass es nicht selten insbesondere unsichere und oftmals eher unattraktive Frauen sind, die sich mit (erhaltenem) ungebetenem Rat bezüglich des Aussehens nicht nur eher schwer tun, sondern ihn insbesondere, selten erteilen.

    Kann man so machen, wenn einem die Reaktionen egal sind und die angebliche Intention, man wolle doch nur helfen (dazu gehört jemand, der diese Hilfe auch will) wirklich selbstlos ist. Aber eben: wenn man gegen den Willen der Beholfenen weiter großzügig mit Ratschlägen daherkommt, wär's vielleicht sinnvoll sich zu überlegen, warum man glaubt, jemandem "helfen" zu wollen. Im ursprünglichen Beispiel ging's glaube ich um Äußerlichkeiten - Kleidung, Mode usw.
    Ich schrieb mehrfach, dass ich das nur bei Freundinnen mache und grundsätzlich kein Interesse habe meinen ungebetenen Rat an Menschen zu verschwenden, die ihn nicht möchten. Weshalb, sollte ich das auch tun?

    Da würde ich mir "Rat" aber sowas von verbitten, selbst von "besten Freundinnen" (so ich denn welche hätte), und das ganz bewußt und im Wissen, daß ich mich weder besonders gut noch geschmackvoll noch modisch kleide. Ich will das nicht und ich erwarte von Leuten, die sich in meinem Dunstkreis aufhalten, daß sie das akzeptieren ohne Wenn und Aber, so wie ich sie auch akzeptiere. Wenn mir dann jemand sagt: "Ich finde deine Jacke einfach Scheiße" - kein Problem, darf er. Aber einen "Rat" in der Art: "Zieh doch mal was Weicheres an" - wäre so eine Art Vorschrift, um die ich nicht gebeten habe, das käme bei mir sehr übergriffig an.
    Mh, interessant finde ich, dass du es in Ordnung findest wenn dir jemand sagt, deine Jacke wäre "scheisse". Das z.B. wäre allein schon vom Tonfall her für mich absolut inakzeptabel. Du akzeptierst das allerdings, findest aber einen Rat, eine "weichere" Jacke anzuziehen, anmaßend. Dabei ist die Mitteilung doch dieselbe: du "sollst" die Jacke wechseln.

    Was "peinliche Erlebnisse auf Arbeit" angeht (lach): ich war vor vielen Jahren mal Sekretärin in Anzug und Krawatte. Mir war's nicht peinlich. ;-)
    Das ist nicht peinlich, finde ich. Ich trage zwar keine Hosenanzüge, aber ich finde, sie stehen vielen Frauen. Mir hat ja zuletzt Lady Gaga im Anzug mit Krawatte sehr gut gefallen. So etwas, kommt wohl nie aus der Mode ;-)

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, nicht unbedingt, manchmal weiß man es tatsächlich einfach besser.
    Ich kann mich natürlich wortlos daneben stellen wenn sich jemand mit einer Sache herumplagt, die ich aufgrund meiner Erfahrung oder Ausbildung in zwei Minuten erledigt habe (bzw. besser beurteilen kann) oder ich sage ihm/ihr einfach wie es geht.
    An seiner/ihrer Stelle wäre ich jedenfalls ziemlich sauer wenn er mir keinen Tipp geben würde.
    Ja, so empfinde ich das auch. Und ich bin der Meinung, dass wenn man ein entspanntes Verhältnis zum Helfen und Sich-Helfen-Lassen aufweist, ein wenig leichter durch das Leben kommt.

    Wenn ich alles in meinem Leben immer noch so machen würde, wie ich von Anfang an dachte, dass es richtig und am besten sei, hätte ich ein sehr mühsames Leben.

    Ich glaube aber das es auch ein recht häufig auftretendes Kommunikationsproblem zwischen Männern und Frauen ist. Wenn ich einem Freund von einem Problem erzähle tue ich das in der Regel mit dem Hintergrund das er vielleicht eine Lösung hat. Es geht nicht darum es mir von der Seele zu reden, das nützt mir gar nichts. Ich will es gelöst haben.
    Frauen tun das oft mit einem anderen Hintergrund.
    Für sie hat es meist eine zwischenmenschliche Komponente ihre Sorgen und Probleme mit jemandem zu teilen.
    Männer denken oft eher lösungsorientiert. Das hat nicht unbedingt mit Bevormundung zu tun.
    Ja, das ist auch meine Erfahrung. Wobei ich empfinde, dass auch Frauen sehr lösungsorientiert sind, in dem Sinne, als dass sie in der Regel ebenfalls großes Interesse daran haben, dass eine Sache einfacher funktioniert.

    Meines Wissens wurden die allermeisten Haushaltselektronika von Männern konzipiert und entwickelt - ich kenne eigentlich keine Frau, die sich hiervon bevormundet fühlen würde und glaube auch nicht dass sie seinerzeit, als die ersten Waschmaschinen Einzug hielten, ihren Männern klarmachten, dass sie sich in puncto Wäsche waschen diesen Tipp mit dieser neumodischen Maschine verbitten ;-)

    Ähnlich ist es meines Erachtens im Berufs- oder Beziehungsleben. Frau kann sich bevormundet oder gekränkt (im schlimmsten Fall diskriminiert) durch ungebetene Hilfe seitens männlicher Kollegen/Partner fühlen, oder die Hilfe dankend annehmen und sich verbessern, sowie ihre Lebensqualität.

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von Sator Beitrag anzeigen
    Hallo Sojourner,
    ich mag deine fundierten und durchdachten Kommentare die noch dazu sehr freundlich auf die teils sehr unsachlichen und schlecht argumentierten Antworten [editiert] kommen.
    Hochachtung das Du Dich nicht provozieren lässt und immer sachlich bleibst. Ja und um auf die allgemeine Frage zu antworten, währe ich Deine Freundin würde ich erwarten das Du mir Ratschläge auch ungefragt gibst.
    Vielen Dank dir, Sator - und ich habe ebensolche Hochachtung vor deiner sehr souveränen Reaktion auf den für mein Empfinden unsensiblen Kommentar bezüglich deiner Rechtschreibung.

    Das ist nicht die Art ungebetener Rat, von dem ich hier sprach, zumal er auch nicht sonderlich diskret herangetragen wurde noch mit der Absicht, dem Gegenüber eine Blossstellung vor anderen zu ersparen.

    Aber ein jeder, wie er kann.

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von kommentar Beitrag anzeigen
    Darum geht es in solchen Diskussionen und ich fänd's gut, wenn das hin und wieder mal ins Bewußtsein rückt: wir leben schon lange nicht mehr in Zeiten, in denen es reicht, die Bibel und das 1 x 1 des guten Tons auswendig zu lernen und zu beherzigen. Verhaltensnormen und -erwartungen haben sich im Zuge der Globalisierung, der höheren Mobilität, der breitgefächerteren Medien sozusagen "gestreut", das war noch vor 30, 40 Jahren deutlich anders. Da wußte "man", wie "man" sich zu verhalten hat, um allgemein akzeptiert zu werden. Heutzutage kann man im besten Glauben, alles richtig zu machen, agieren und tritt damit oft ganz unversehens einem anderen gewaltig auf die Füße, weil er das als unerträglich schlechte Manieren, Arroganz oder was auch immer empfindet. Wir haben heute sehr viel mehr Spielraum und Freiheiten, aber mit ihnen klarzukommen müssen wir anscheinend noch lernen, wir verhalten uns immer noch so als hätten wir alle die gleichen "Verhaltensnormen" erlernt.
    Weshalb es meines Erachtens sehr wichtig ist, für sich selbst einen Verhaltenskodex zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, ungeachtet des Umfeldes, in welchem man sich bewegt. Es versteht sich sicherlich von selbst, dass es kulturelle Unterschiede gibt, sowie unterschiedliche Sozialisierung - allerdings war das früher meine ich, auch nicht anders.

    Verhaltensnormen sind meines Erachtens auch nicht alles - in dem Sinne, als dass sie nicht zwingend Aufschluss über die Werte und Moral eines Menschen geben, sowie deren Authentizität. Hier kommt der Charakter ins Spiel - ist dieser gefestigt, sind "gute" Manieren eine logische Folge - andersherum, wird es schon schwieriger.

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von Sojourner Beitrag anzeigen
    Verhaltensnormen sind meines Erachtens auch nicht alles - in dem Sinne, als dass sie nicht zwingend Aufschluss über die Werte und Moral eines Menschen geben, sowie deren Authentizität. Hier kommt der Charakter ins Spiel - ist dieser gefestigt, sind "gute" Manieren eine logische Folge - andersherum, wird es schon schwieriger.

    Natürlich nicht. Und ich erlebe gerade das genau andersherum wie von dir geschildert (was vielleicht auch unseren persönlichen Prioritäten in Sachen Benimm geschuldet ist): gutes Benehmen ist für mich noch lange kein Indikator für einen mir angenehmen Charakter, ich habe im Lauf der Jahre genug Leute kennengelelernt, die mit besten Manieren, indigniert hochgezogener Augenbraue und angewidertem Blick einen ihrer Meinung unpassenden Mitmenschen zu ihren Füßen verbluten ließen.

    Dein letzter Satz ist (wieder ) natürlich eine Provokation, aber dieses Thema beginnt mich zu langweilen, deshalb schlendere ich nach diesem Beitrag mal weiter. Du hast mehrfach darauf hingewiesen, daß du schon mehrfach xxx geschrieben habest. Empfindest du diesen Thread als Tribunal großen Stils über dich?

    Ich habe noch immer nicht das Ursprungsthema gelesen und es interessiert mich auch nicht. Ich habe mich ein bißchen in diesen Strang mit einer allgemein gefaßten Überschrift eingelassen. Und hier erteile ich nun wirklich ungebetenen Rat: geh innerlich 'nen Schritt zurück und erwarte nicht, daß die Leute über DICH diskutieren, selbst wenn sie sich auf "dich" (die virtuelle Person Sojourner) beziehen, selbst wenn etwas aus deiner Tastatur der Auslöser für dieses Thema ist. Die wenigsten werden nachforschen, wie es sich entwickelt hat und kaum jemand wird sich übermorgen überhaupt an diese Diskussion erinnern.

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    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von kommentar Beitrag anzeigen
    Dein letzter Satz ist (wieder ) natürlich eine Provokation, aber dieses Thema beginnt mich zu langweilen, deshalb schlendere ich nach diesem Beitrag mal weiter. Du hast mehrfach darauf hingewiesen, daß du schon mehrfach xxx geschrieben habest. Empfindest du diesen Thread als Tribunal großen Stils über dich?

    Ich habe noch immer nicht das Ursprungsthema gelesen und es interessiert mich auch nicht. Ich habe mich ein bißchen in diesen Strang mit einer allgemein gefaßten Überschrift eingelassen. Und hier erteile ich nun wirklich ungebetenen Rat: geh innerlich 'nen Schritt zurück und erwarte nicht, daß die Leute über DICH diskutieren, selbst wenn sie sich auf "dich" (die virtuelle Person Sojourner) beziehen, selbst wenn etwas aus deiner Tastatur der Auslöser für dieses Thema ist. Die wenigsten werden nachforschen, wie es sich entwickelt hat und kaum jemand wird sich übermorgen überhaupt an diese Diskussion erinnern.
    DANKE!

    You made my day!
    „Das Sinnen und Gedankenmachen hat keinen Wert, und man tut ja auch nicht, wie man denkt, sondern tut jeden Schritt eigentlich ganz unüberlegt so, wie das Herz gerade will.“
    (Siddhartha)

    „Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.“
    (Meine Erinnerung an Knulp)


    „Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen.“
    (Heimat)

    Hermann Hesse

  8. Inaktiver User

    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von kommentar Beitrag anzeigen

    Empfindest du diesen Thread als Tribunal großen Stils über dich?
    Ist das nicht die Erwartung eines jeden „Einmischers in fremde Angelegenheiten“?

    Liebe Sojourner, im Grunde bestätigst du meine Erfahrungen mit Menschen, die gerne und ausgiebig ungebetene Ratschläge verteilen: du redest jeden tot!
    Damit nimmst du dem anderen die Chance einer gewünschten Abgrenzung von deiner Dominanz.

    Ich frage mich die ganze Zeit, wie du wohl darauf reagieren würdest, wenn sich eine deiner Freundinnen gegen deine Ratschläge verwehren würde?
    Würdest du ebenso lange und ausdauernd auf sie einhämmern (wie hier auf die user), nur um DEINE POSITION zu stärken?

    Diese Frage ist nicht polemisch gemeint.
    Mir fällt nur auf, dass du ungute Gefühle bei anderen wenig gelten lässt.
    Und das ist eben die magengrummelnde Erfahrung, die ich bisher immer mit selbsternannten Heilsbringern gemacht habe: sie kämpfen um irgendwas, das ganz alleine mit ihnen selbst zu tun hat.

    Dabei bleiben dann die Empfindungen anderer vollkommen auf der Strecke.

    In diesem Fall hilft tatsächlich nur noch die innere Abschalt-Taste

  9. Inaktiver User

    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von HQking Beitrag anzeigen
    Du gibst mir also einen Ratschlag mit dem Zusatz dass er hinfaellig ist weil keiner so bloed oder verlottert ist so rumzulaufen wie ich es beschrieb.
    Ja, Danke.
    Wo liest Du das raus ? Du hat eine sehr phantasievolle Lese- bzw. Interpretationsweise.

    Ich schrieb, das ICH niemand kenne, der in 30 Jahre alten zerlöcherten Klamotten, die er sich mit 14 gekauft hat, rumläuft. Auch nicht bei Leuten, die wenig verdienen.

    Wenn Du - wie Du schreibst - es tust, ist mir das völlig schnurz.

  10. Inaktiver User

    AW: Ungebetener Rat: Hilfreich? Übergriffig? - Outtake

    Zitat Zitat von kommentar Beitrag anzeigen
    Hier ist ungebetener Rat nach meinem Empfinden nicht nur übergriffig, sondern außerordentlich quälend und ich glaube nicht, daß das an mangelndem Selbstbewußtsein liegt.
    Das glaube ich, und ich würde mir so etwas SEHR deutlich verbitten.

    Was ich damals nicht begriffen habe: einem Menschen kann ein Ratschlag auch signalisieren, er werde nicht so akzeptiert und gemocht, wie er ist. Egal, aus welchen Gründen (ihm dann mangelndes Selbstbewußtsein zu attestieren wäre dann die zweite Ohrfeige).
    Das trifft den Pudels Kern exakt !

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