Ich plaudere mal aus meinem Schatzkästlein. Ich bin relativ oft verlassen worden und immer knallten mir die Kerls zum Abschied unter die Nase:Zitat von ChristianCH
"Du bist so 'ne starke Frau, du brauchst mich nicht."
das hat so weh getan, aber letztendlich glaub ich's fast selber.
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Thema: Generation Prinzessin
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27.11.2006, 18:38Inaktiver User
AW: Generation Prinzessin
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27.11.2006, 18:44
AW: Generation Prinzessin
Das ist einfach Quatsch. Viele Frauen brauchen diesen Spruch aber, damit sie die Verantwortung auf die Männer abwälzen können. Wie war das mit den "Ich bin zu toll für diese Welt"-Vorurteilen?
Zitat von Inaktiver User
Mich würde da mal interessieren, in welchem Wortlaut, in welchem Kontext, aus welchen Gründen, aus welchem Anlass und diese ganzen Details.meint Zeta, der in einigen Partnerschaften zuviel Selbständigkeit und Unabhängigkeit
vorgeworfen wurde (von unsicheren Männern)
Ich glaube, dass die meisten Frauen, die sagen "Ich bin einfach zu toll für ihn, hat er schließlich selbst gesagt" das einfach so interpretiert haben, weil sie es so interpretieren wollten. Der Spruch "Du bist einfach viel zu gut für mich, ich habe dich gar nicht verdient." wird von vielen nicht allzu schlauen Männern einfach als ein Satz angesehen, mit dem man für die Frau möglichst verletzungsfrei schlussmachen kann.
Meistens ist es aber so, dass die Frauen, die sich für intelligent halten, so verzickt sind und mit einer hammermäßigen Überheblichkeit auf den Rest der Welt herunterblicken, so dass kein Mann mit denen was zu tun haben will. Und dann sagt es sich natürlich leicht vom hohen Ross aus: "Hach, die haben einfach ein Problem, dass ich als Frau intelligenter bin als sie. Da bekommen die Männer ja sofort Komplexe."
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27.11.2006, 19:31
AW: Generation Prinzessin
@lorelei: gerade, weil ich die Intention hinter vielem hier geschriebenen Teile, habe ich mich erst nicht an diesem Wortlaut festgehalten. Aber als die Deutungen dann einhellig in die Richtung gingen, dass diejenigen, die etwas gegen das "brauchen" haben, ja nur der partnerkonsumierenden Spaßgesellschaft angehören könnten, da wurde es mir dann doch etwas zuviel.
Zitat von Inaktiver User
Man kann an diesen Wörtern weder beziehungswilligkeit noch -fähigkeit festmachen.
Grüße,
EdelherbDie Ente bleibt draußen.
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27.11.2006, 19:33
AW: Generation Prinzessin
Ich habe mich früher immer darüber empört, wenn mein Vater (mal wieder) gesagt hat, "die Menschen möchten nicht frei sein und die Wahrheit hören, sondern regiert und belogen werden." Heute fürchte ich, er hatte Recht!
Zitat von Newinswitzerland
Aber es spielt noch was anderes mit rein, was Du auch ansprichst:
Nämlich die - vielleicht verständliche, aber dennoch völlig bescheuerte - Vorstellung, man müsse sein Leben am Schluß irgendwie 'bilanzieren' und daher alles tun, um es zu 'optimieren'. Da das Leben aber recht komplex ist, sind wir als Menschen mit dieser planerischen Freiheit vollkommen überfordert - jedenfalls dann, wenn wir das nicht als lustvolles Potpourri mit einigen Risiken, sondern als Aufgabe ansehen, die nur bei optimalem Ergebnis als zufriedenstellend betrachtet werden kann.Könnte es nicht auch Unsicherheit sein - bevor ich was falsch mache, mache ich gar nix. Ich investiere nicht in eine Beziehung die mir zu unsicher erscheint, es könnte ja schiefgehen.
Perverserweise resultiert diese Verunsicherung ja gerade daraus, daß wir (fast) alles selbst entscheiden können - wenn was nicht gut läuft, sagt man sich 'ich bin selbst schuld, warum habe ich auch so und so entschieden', wo man es früher einfach auf die Umstände oder das Schicksal geschoben hätte - und versucht, das beste draus zu machen.
Vielleicht hat es auch was mit unserer 'Erziehung' als Konsumenten zu tun: Wenn ich schon viel Geld für ein Produkt ausgebe, dann soll es das beste vom besten sein, ich will keine Unzulänglichkeiten und auch nicht später was besseres kaufen müssen. Das wird dann auf Beziehungen etwa so übertragen: Wenn ich schon soviel Zeit und Energie in einen Partner/eine Partnerin investieren muß, dann soll er/sie aber bitte perfekt sein, sonst lohnt sich das ja nicht...
Das ist nicht nur Risikoscheu, sondern Paranoia.
Kann man aber tatsächlich so beobachten, nicht nur auf Partnerschaft, sondern aufs Leben allgemein bezogen. Ich bin z.B. etwa 8 Jahren aus BaWü nach Hamburg gezogen, weil sich das beruflich so ergeben hatte (ich hätte es auch ohne Schaden ablehnen können). Ich kannte in Hamburg niemanden. Viele Leute in meinem Alter (ich war damals Ende zwanzig) äußerten sich bewundernd bis schockiert, wie mutig das doch sei, einfach so in eine fremde Stadt zu ziehen
Das fand ich total abartig... als würde ich mein Leben damit riskieren oder mir für immer 'die Zukunft verbauen'. Mir hat's in HH letztendlich nicht gefallen und ich bin nach drei Jahren sehr gerne wieder nach Süddeutschland gezogen - aber waren die 3 Jahre in HH deshalb verschwendet?!?
Et moi je cherche après l'âme sœur
Et moi je cherche dans l'ordinateur :-)
(Guy Béart, "Escalier B")
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27.11.2006, 19:39
AW: Generation Prinzessin
*beifallklatsch und stuhlzertrümmer*
Zitat von Lukulla
Et moi je cherche après l'âme sœur
Et moi je cherche dans l'ordinateur :-)
(Guy Béart, "Escalier B")
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27.11.2006, 20:02
AW: Generation Prinzessin
Inwiefern ist Selbstständigkeit ein Stacheldrahtzaun?
Zitat von Lukulla
Ich brauche niemanden, ich brauche es auch tatsächlich nicht, gebraucht zu werden. Gebraucht, werde ich in meinem Job und gebraucht werde ich von meinen Kindern werden, wenn sie denn mal geboren sind. Aber von einer Frau, will ich nicht gebraucht, sondern gewollt und begehrt werden.Wer niemanden braucht, braucht auch nicht gebraucht zu werden.
Ich finde es viel schöner, wenn mir eine Frau sagt: "Ich will dich", als wenn sie sagt "Ich brauche dich".
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27.11.2006, 20:10
AW: Generation Prinzessin
Das ist auch meine Sicht des Brauchens. Würde mein Mann morgen sterben, ich würde natürlich weiterleben können, aber ein Teil von mir würde fehlen.
Zitat von Inaktiver User
Als ich vor einigen Monaten nach einer schweren Krankheit aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hatte ich am Enlassungstag morgens eine SMS meines Mannes auf dem Handy. Da stand u. a.: ich freue mich, dass ich dich heute wieder nach Hause holen kann... ich brauche dich! Kann es etwas Schöneres geben?
meint Zeta, der in einigen Partnerschaften zuviel Selbständigkeit und Unabhängigkeit vorgeworfen wurde (von unsicheren Männern)
Mich lassen die unsicheren Männer nicht los. Vielleicht wären sie gar nicht so unsicher, wenn man sie Männer sein ließe?
Und es gibt auch jede Menge unsicherere Frauen, die sich um jeden Preis emanzipiert zeigen wollen, jedenfalls nach ihrer eigenen Definition von Emanzipation. Da hat der Mann oft keinen Platz mehr. Die klassische Rollenverteilung wurde quasi ausgehebelt, ich bin mir aber sicher, dass sie, zumindest ansatzweise, in uns verankert und richtig ist. Es gibt nun mal mehr als nur körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau. Vielleicht ist die Identitätssuche das eigentliche Problem der Prinzen und Prinzessinnengeneration.
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27.11.2006, 20:26
AW: Generation Prinzessin
Das finde ich wunderschön ausgedrückt.
Zitat von ReginaM
Und bin vermutlich aus eurer Sicht trotzdem eine Prinzessin, denn ich lebe seit 2 Jahren alleine und komme klar. Natürlich fehlt mir eine Beziehung und ich wünsche mir wieder eine, aber deswegen bin ich doch in der Lage meine Leben zu meistern. Ist es so schlimm sich nicht aus lauter Verzweiflung von einer Beziehung in die nächste zu stürzen, nur um nicht alleine zu sein?
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27.11.2006, 20:37
AW: Generation Prinzessin
Nein, im Gegenteil. Ich denke, eine echte Beziehung kann man erst dann führen, wenn man auch alleine zurecht käme.
Zitat von Kaninchenfrau
Es kommt bei einer Beziehung, aus meiner Sicht, darauf an, sich völlig auf den anderen einzulassen, zu vertrauen, das ist überhaupt das allerwichtigste. Und dieses Vertrauen in den anderen, das fehlt oft....... leider oft zurecht.
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27.11.2006, 20:56
AW: Generation Prinzessin
Das erste ist Sex oder Leidenschaft, das zweite Liebe oder Freundschaft.
Zitat von Vyras
Du suchst Sex. (Was ok ist.)Ich hatte Lust, in das rohe Fleisch eines Fisches zu beißen, mit meinen Ohren in die Symphonie der Welt einzutauchen, zu schauen, um wirklich zu sehen, mich vom Licht blenden zu lassen, meine Hände in die warme Erde zu tauchen und die feuchte Schnauze der Wölfe zu berühren.
Hélène Grimaud


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