Tennung, die Chance für einen lastfreien Neubeginn und Öffnung für’s tolerante Kennen lernen ? Oder macht Trennung und Trennungsschmerz verbittert, anstatt stark und offen für eine neue Herausforderung ?
Mit der Bitte um konstruktive Meinungen.
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13.11.2006, 11:02Inaktiver User
Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
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13.11.2006, 11:28Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
Da bin ich etwas zwiegespalten, da meine Trennung noch "relativ" (2 Monate) frisch ist. Die Verbitterung kann man schwer abstellen, aber ich hoffe, dass die Offenheit für Neues überwiegen wird.
Auch schlechte Erfahrungen sind letztlich für den Reifungsprozess notwendig und gut und öffnen einem auch die Augen, Fehler hoffentlich nicht nochmals zu begehen.
Es bringt allerdings nichts, immer nur Vergleiche zu ziehen und zu misstrauisch zu werden. Jeder Mensch ist ein Idividuum und sollte als solches wahrgenommen und behandelt werden. Sicher gibt es Verhaltensmuster, die sich immer wieder wiederholen und man kann schon eine gewisse Typisierung vornehmen. Man sollte sich auch bewußt machen, dass man niemanden ändern kann. (Allerdings muss ich ehrlicher Weise sagen, dass diese klugen Sprüche bisher nur meinen Verstand berührt haben, vom Herzen her bin ich leider noch nicht ganz so weit
)
Also ich hoffe, die Trennung macht mich stark und nicht verbittert - allerdings hoffe ich genauso, nicht wieder auf den gleichten Typus reinzufallen
Schaun wer mal
. Es wird an mir liegen, diesem Motto gerecht zu werden.
Crazy
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13.11.2006, 11:45
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
Hi,
ich denke, Trennung macht stark -vorerst !
Wenn man dann aber am Laufenden Band "Schrott-Typen" kennenlernt, dann wird man wohl irgendwann verbittert und so kämpft man immer zwischen Himmel und Hölle...denn der Verstand sagt ja immer wieder: Verliere den Glauben nicht, es sind ja nicht alle so etc" ...aber dann ist da noch das Gefühl und sie kämpfen bis an ihr Lebensende ;-))
Aber grundsätzlich bin ich dafür, dass Trennung stark macht...man lernt daraus und sieht aus der Distanz dann die Fehler und gewinnt neue Erkenntnisse.
LG
santafee
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13.11.2006, 12:05
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
Gibt´s eigentlich noch andere als "Schrotttypen"? (Böser Spruch, ich weiß)
Zitat von Santafee
Irgendwie scheinen nur noch Männer als Single rumzulaufen die schon auf den ersten Blick nicht in Frage kommen und solche die einen für dumm verkaufen wollen.
Ich weiß nicht ob Trennung stark macht, aber für mich ist die Frage "Trennung oder nicht" keine bei der ich eine echte Wahlmöglichkeit sehe. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Meine beste Freundin ist das genaue Gegenteil. Seit sieben Jahren hängt sie an ihrem Freund der zwar süß aussieht aber sonst keine Eigenschaft hat auf der man eine Beziehung aufbauen könnte. Sie trennt sich zweimal im Jahr von ihm aber nimmt ihn nach drei Tagen auch immer wieder auf. Sie hätte es nicht nötig, aber sie kommt nicht los von ihm. Wenn ich unsere diesbezüglichen Krisengespräche zusammenzähle kann sie unmöglich glücklich sein. Für mich ist das Anschauungsunterricht um nicht dengleichen Fehler zu machen.
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13.11.2006, 12:28Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
@all
ich habe hier ein zizat zum begriff altruismus hineinkopiert und denke, dass dieses erklärungsmodell auch auf die gestellte eingangsfrage übertragbar ist.
Altruismus:
Die Tatsache, dass wir an uns selbst und auch an anderen Individuen altruistische Eigenschaften beobachten können, ist aus der Genetik heraus zu verstehen, die eben nicht das einzelne Gen isoliert betrachten kan, wie es die Vorstellungen über das sogenannte selfish gene (R. Dawkins) nahelegen. Der gene pool einer Art muss immer als ganzes System an Erbinformationen gesehen werden. In diese Erbinformation gehen zweifellos auch Verhaltensweisen ein, die beispielsweise Verhältnisse wie Mutter / Vater / Kind, etc. regeln. Ebensowenig wie ein Genom, eine Zelle oder ein Organ in einem höheren Organismus wirklich egoistisch sein kann, kann dies ein Individuum in einem gesellschaftlichen System. Das kann natürlich nicht bedeuten, dass z.B. nicht jede Zelle eine Reihe von existentiellen Bedürfnissen hat, die erfüllt sein müssen. Trotzdem gibt es genetisch festgelegte Situationen, in denen diese Zelle ihr Leben für das System aufgibt, so wie das Leben von Menschen genetisch eindeutig mit einer oberen Grenze von rund hundert Jahren befristet ist. Die Frage, wie es die Natur erreicht hat, diese Grenze im Sinne eines Räube-Beute-Modells für jede Art optimal zu lösen, kann nur auf dieser Ebene einer überindividuellen Genetik verstanden werden und sicher nicht auf der Basis egoistischer Gene.
Betrachtet man die Eingangsfragestellung aus einem altruistischem Zusammenhang heraus, dann stellt sich die frage, inwieweit die symbiose in unserer beziehung, soweit es eine solche gegeben hat, die eigenschaften und das arrangement, das gegenseitige vertrauen (optimismus) förderte, die anfangs von beiden seiten in die beziehung eingebracht worden sind. haben sie sich nur am anfang der beziehung gezeigt? wurden sie gegenseitig verstanden und gefördert oder missverstanden und auf dauer unterdrückt?
unser bedürfniss nach einer dauerhaften glücklichen beziehung gewinnt nicht durch das vorhandensein einiger glücklicher vorraussetzungen oder einiger wesentlicher charaktermerkmale an sicherheit und optimismus.
unser gegenseitiges vertrauen wird nur durch eine altruistische grundeinstellung der partnerschaft gegenüber weitergefördert, sie als ganzes zu sehen, als lebenserhaltend im sinne der fähigkeiten, die eigentlich nicht (nur) wir selbst sondern (auch und besonders) unser partner hat. die devise lautet: erkenne die qualitäten deines gegenübers genau (zumindest auf einem anfangsstand, mit dem du leben kannst) und lass ihm und dir die zeit, die deinen zu erkennen. glücklich macht mich nicht allein das lob und die anerkennung sondern die antwort auf meine wünsche, sehnsüchte, der dank für mein verständniss und arrangement durch meinen partner ohne dass ich das einfordern muss... das ausgewogene verhältniss zwischen arrangement und entgegenkommen von seiten der partner und die ständige wiederholung dieser erfahrung für alle beiden seiten ist, was der beziehung das leben gibt und erhält. übt man das am anfang einer neuen beziehung, so werden sich spätere konflikte (im hinblick auf den anfang) auch mit grösserer wahrscheinlichkeit beseitigen lassen.
ohne die einsicht in altruistische zusammenhänge bzw. selbstkritik und das eigene arrangement wird keine neue beziehung mit optimismus erlebt und wenn, so hält dieser optimismus auch niemals lange vor.
gruss
lady_juliaGeändert von Inaktiver User (13.11.2006 um 12:39 Uhr)
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13.11.2006, 13:17Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
@shelly78
sorry, aber was hat dein Beitrag mit der Gefühlswelt nach einer Trennung zu tun ? Könntest du dir vorstellen, dass Singlemänner das gleiche von Singlefrauen denken ?Gibt´s eigentlich noch andere als "Schrotttypen"? (Böser Spruch, ich weiß)
Irgendwie scheinen nur noch Männer als Single rumzulaufen die schon auf den ersten Blick nicht in Frage kommen und solche die einen für dumm verkaufen wollen.
@lady_julia
halte ich genauso wie du für wesentlich. Aber zur Eingangsfrage: Haben dich Trennungen stark gemacht, nicht gefühlskalt ? Hast du deinen Optimismus behalten ?ohne die einsicht in altruistische zusammenhänge bzw. selbstkritik und das eigene arrangement wird keine neue beziehung mit optimismus erlebt und wenn, so hält dieser optimismus auch niemals lange vor.
@all
Die "Trennung" den Begriff möchte ich erweitern um, Verlust, Abschied, Abschiebung. Trennung ist einseitig oder gegenseitige Trennung. Trennung ist aber auch unvorhersehbarer Verlust, zwangsweise Trennung durch Tod, etc.
Zitat Hermann van Veen: "Signale"
Die Liebenden aus Ost und West,
die man nicht zueinander läßt,
die Wolken ungehindert ziehn,
von Ost nach Westberlin.
Die Liebenden, die aus Apartheitswahn,
sich erst im Gefängnis wiedersahn.
etc.
Trennung von Kindern, die zur Adoption freigegeben werden.
Trennung durch Tod und Unfall.
etc.
Oft geht Trennung mit einer tiefen Depression einher. Kennt ihr das ? Wie habt ihr, wenn ihr es erlebt habt, euch wiedergefunden und seid ihr nun stark genung wieder einer möglichen Trennung hinzugeben ?
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13.11.2006, 13:19
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
Trennung und die Erlebnisse davor und danach können stark machen und gleichzeitig das Kennenlernen verhindern. Man, oder besser ich selbst, fühle mich (mehr oder weniger) stark bei allem, was das Leben als alleinerziehende Mutter von mir verlangt. Aber ich fühle mich auch stark, dieses Leben ohne Partner zu führen, denn die Erfahrung, die ich mit Ex-Ehemann und der „Beziehung danach“ gemacht habe, halten mich stark davon ab, mich wieder auf eine Lebenspartnerschaft einzulassen.
Das geht soweit, dass ein guter Bekannter mir neulich sagte, ich würde den Eindruck machen, gar keinen neuen Partner zu suchen. Womit er Recht hat. Ich möchte mich nicht wieder verletzen lassen, mich nicht wieder aufrappeln und von vorn anfangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Partner sich anders verhält und mich nicht niedermacht, ist mir einfach zu gering.
Allerdings gingen die Trennungen, die mich stark machten, nicht von mir aus. Und da ist dann sicher auch noch ein Unterschied, ob man stark ist oder verbittert fürs Kennenlernen. Wer selber geht, ist ja meistens schon stark und will wahrscheinlich sogar jemand Neues treffen.
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13.11.2006, 13:33Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
@gerbera
Du hast genau mein Gefühlsleben beschrieben.
Nach Scheidung der langjährigen Ehe, Scheitern einer nachfolgenden Beziehung und Kennenlernen von Männern, die nicht in Frage kamen, habe ich mich jetzt auch "zurückgezogen". Ich suche nicht mehr. Das Verrückte war, der Mann, mit dem ich wieder eine Beziehung eingegangen war, zeigte bei der Trennung ein ähnliches "Muster" wie mein Ex-Mann. Fazit: Ich lass mich immer wieder ausnutzen (finanziell und auch sonst). Aber damit ist jetzt Schluss! Ich bin jetzt glücklicher Single und mir gehts gut damit.
Was die Verbitterung betrifft: Ja, ich glaube ich bin verbittert und finde das eigentlich nicht gut. Aber es ist auch eine Art Selbstschutz.
Was die Stärke betrifft: Ja, ich bin stärker geworden. Bei der Trennung von meinem Mann bin ich ganz tief gefallen, hab mich wieder aufgerappelt und mein Leben komplett selbst in die Hand genommen.
Heute trau ich nur noch mir selbst über den Weg! ... und da kommt wieder die Verbitterung durch.
LG, Pusteblume
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13.11.2006, 13:39Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
Trennung macht stark, wie ich finde.
Zwar nicht unmittelbar, aber langfristig.
Unmittelbar (bzw. u.u. über monate oder bei manchen auch jahre) macht trennung eher schwach, bedürftig, drückt das selbstbewusstsein, weil man viel an urvertrauen in die dinge verloren hat, desillusioniert von den menschen und vom leben an sich ist.
Langfristig gewinnt man aber die erkenntnis, dass man autark ist und unabhängig, weil man sieht: "es geht auch allein".
Ich hatte nur eine wirklich schlimme trennung in meinem Leben und die wichtigste erkenntnis aus dieser erfahrung ist für mich, dass ich nie wieder auf diese art lieben werde, wie ich den mann geliebt habe (was nichts über die qualität einer neuen liebe aussagt). Ich werde aber auch nie wieder SO leiden, wenn es mit einer neuen liebe wiederum zuende gehen sollte. Eben weil ich weiß, dass ich es erneut schaffen, erneut drüber wegkommen werde. Dieses bewusstsein macht einen gelassener, entspannter und stärker.
Zu den hier benannten "schrottypen", die frau angeblich nach trennungen kennen lernt und mit denen jeder neuanfang zwangsläufig scheitern müsse, auf dass frau dann immer misstrauischer werde und nie wieder richtig "beziehungsfähig":
Wenn man selbst eine alte beziehung/trennung noch nicht verarbeitet hat, zieht man m.e. nach partner an, die ebenso wenig offen sind. Dass das dann nicht klappen kann, finde ich ziemlich einleuchtend.
Lg von K.
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13.11.2006, 13:46Inaktiver User
AW: Macht Trennung stark oder verbittert für’s Kennen lernen ?
@gerbera59 & Pusteblume41
Ist eure "Verbitterung" und Selbstbeschränkung auf eine mögliche heterosexuelle Beziehung beschränkt, oder habt ihr das Gefühl euch auch aus dem Rest des Lebens etwas mehr herausgezogen zu haben ?
Ich bin aus meinen Trennungen/Abschieden nach tiefem fallen stark, sehr stark herausgekommen. Ich liebe dieses Leben, ich liebe den Moment in dem man fällt (sich fallen lassen in andere Arme), weiß aber, dass es nicht immer für Dauer ist, bis zum richtigen Moment. Wer läuft, sich bewegt, auf andere zugeht, kann stolpern und auf die Nase fallen. Wer verharrt bereitet sich meiner Ansicht nach auf den Tod vor und wird sich vor ihm fürchten.


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