Das ist so ein Dogma unserer Zeit, das ich einfach nicht verstehe. Ich kann verstehen, dass man, wenn man einen heißen amour fou erleben möchte, auf der Basis von Verknalltheit agiert.
Aber wenn man jemanden für etwas Dauerhaftes sucht, evtl. sogar das Thema Familiengründung im Hinterkopf hat: Wieso zum Henker wird da Verliebtheit als Muss gesehen? Ich empfinde Verliebtheit da eher als hinderlich denn als förderlich, verleitet sie einen doch oft dazu, faule Kompromisse einzugehen und den/die andere/n via rosa Brille zu idealisieren, statt realistisch einzuschätzen, ob man mit diesem Menschen eine Basis für etwas Längerfristiges haben könnte.
Dazu kommt, dass viele von uns sich nach sehr ungesunden Mustern verlieben. Die Männer, in die ich klassisch verknallt war, wären für eine Beziehung nicht in Frage gekommen.
Viele überschätzen den Wert von Verliebtheit, weil sie sich so intensiv anfühlt. Rasend intensiv sogar - aber das kann eine saftige Ohrfeige z.B. auch und ist dennoch im Ursprung banal.Es ist in Wirklichkeit ein Mosaik an banalen Ursachen, das dafür verantwortlich ist, dass wir uns verknallen - und es wird nicht "göttlicher" dadurch, dass wir nicht in der Lage und nicht willens sind, über diese nüchtern zu reflektieren.
Also erklärt's dem Schrat: Warum eine Beziehung auf Verliebtheit aufbauen?![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 512
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26.11.2013, 22:24Inaktiver User
Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
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26.11.2013, 22:38
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Öh, zufälligerweise befasse ich mich damit auch mehr oder minder. Jedenfalls denke ich, dass ein Teil auf jeden Fall mit kultureller Interpretation zu tun hat. Es gibt in der 'heterosexuellen Beziehungsmatrix' (von Butler ist das, glaub ich) nicht so viele Möglichkeiten, wie sich etwas anzufühlen 'hat' und in dem Rahmen wird dann gewissermaßen interpretiert, wie das, was da im Bauch oder im Kopf oder im Herzen ist, sich anfühlt. Natürlich gibt es da heute auch vielfältige Neuinterpretationen, aber der Mainstream funktioniert immernoch so.
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26.11.2013, 22:43
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Gegenfrage: Was soll denn sonst deiner Meinung nach die Basis sein?
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26.11.2013, 22:46Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
als basis für so eine lebensbeziehung würde ich verliebtheit auch nicht sehen.
aber sie kann doch der ausgangspunkt sein, von wo sich dann die eigentliche basis - liebe - entwickelt?
und für mich ist sex ohne verliebtheit nicht vorstellbar.
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26.11.2013, 22:54Inaktiver User
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26.11.2013, 22:55Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Ojeh, was für eine Quatschfrage.
Die muss man doch nur stellen, wenn du als Erwachsene nicht begriffen hast, dass Verliebtheit die Chance beinhaltet, rauszufinden, ob sie vorbeigeht oder du andere Werte mit deinem Schatz erleben kannst, wie Vertrauen, Zugewandtheit, gemeinsames Lachen und Interesse, vereinbare Lebensanschauungen und -ziele, welche dann die Basis, das Fundament einer Beziehung bilden,
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26.11.2013, 22:57
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Ich kenne Frauen, die haben andere Prioritätenals das Verliebtheitsdingens und ich denke, die sind genau so glücklich oder unglücklich wie die anderen. Kommt wohl auf das an, was man im Leben will oder meint zu wollen.
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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26.11.2013, 22:58
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26.11.2013, 22:59Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
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26.11.2013, 23:00


Es ist in Wirklichkeit ein Mosaik an banalen Ursachen, das dafür verantwortlich ist, dass wir uns verknallen - und es wird nicht "göttlicher" dadurch, dass wir nicht in der Lage und nicht willens sind, über diese nüchtern zu reflektieren.
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