Antworten
Seite 6 von 52 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 512
  1. User Info Menu

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und sobald dann Einer des Weges daher kommt, bei dem es plötzlich schnackselt, ist der so hoch geschätzte Vernunftspartner zumeist ganz schnell abgeha(c)kt.
    Das ist die Antwort!

    Die einzige, die es so genau trifft, wie es ist übrigens.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  2. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist in Wirklichkeit ein Mosaik an banalen Ursachen, das dafür verantwortlich ist, dass wir uns verknallen - und es wird nicht "göttlicher" dadurch, dass wir nicht in der Lage und nicht willens sind, über diese nüchtern zu reflektieren.
    Ist das für dich so? Dann fände ich das allerdings befremdlich.

    Ich selbst verliebe mich dann, wenn ich mich mit jemand wirklich wohlfühle und ihn gern um mich habe, ein ähnliches Weltbild da ist, ähnliche Werte, ähnliche Vorstellungen wie man sein Leben gestaltet - wenn ich also eine schöne Zeit mit ihm habe. Was genau soll daran banal sein - oder: was wäre ein tauglicheres Kriterium deiner Meinung nach?

  3. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Ozean_ Beitrag anzeigen
    Warum werden immer diese 16-jährigen Teenager als Beispiel für dann letztendlich das scheitern des Ideals von romantischer Liebe genommen?

    Weil sie jeder kennt.
    Und weil Shakespeare es gut auf den Punkt gebracht hat, was die Essenz der romantischen Liebe ist, genau genommen sogar, bevor sie eigentlich erst später "erfunden" wurde: die Sehnsucht der Liebenden steht im Mittelpunkt und weniger die Erfüllung.

    Die Geschichte der beiden wäre wohl nicht erzählt worden, wenn sie sich irgendwo auf einem Fest kennen gelernt & sich verliebt hätten, später Familiengründung usw.

    DAs Problem ist ja nur, wenn man diese Leidenschaft will, die da drin steckt - UND auch die Beständigkeit und Sicherheit einer "Vernunftbeziehung".
    Das kann schon zusammengehen - aber bestimmt nicht einfach so und nur, weil man ja so verliebt ist.
    Geändert von Inaktiver User (27.11.2013 um 18:33 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Ich möchte übrigens nichts sagen gegen das verknallt sein.
    Ist ein schöner Zustand und ich wäre auch mal gern wieder so richtig verliebt... *seufz*

  5. User Info Menu

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil sie jeder kennt.
    Und weil Shakespeare es gut auf den Punkt gebracht hat, was die Essenz der romantischen Liebe ist, genau genommen sogar, bevor sie eigentlich erst später "erfunden" wurde: die Sehnsucht der Liebenden steht im Mittelpunkt und weniger die Erfüllung.

    Die Geschichte der beiden wäre wohl nicht erzählt worden, wenn sie sich irgendwo auf einem Fest kennen gelernt & sich verliebt hätten, später Familiengründung usw.

    DAs Problem ist ja nur, wenn man diese Leidenschaft will, die da drin steckt - UND auch die Beständigkeit und Sicherheit einer "Vernunftbeziehung".
    Das kann schon zusammengehen - aber bestimmt nicht einfach so und nur, weil man ja so verliebt ist.

    Die Erfüllung bei Romeo und Julia wird durch ein Missverständnis im Außen zerstört und nicht weil sich die beiden ihrer Liebe im Innern nicht sicher wären.

    Ich verstehe nicht, was dass damit zu tun hat, dass ihre Geschichte nicht erzählt worden wäre, wenn sie glücklich ausgegangen wäre. Mein Verständnis von romantischer Liebe ist nicht die Tragik, und nicht vorallem Sehnsucht und keine Erfüllung. Unerfüllte Sehnsucht tötet die Liebe, bringt ein Paar auseinander.

    Sicherlich funktioniert das zusammengehen von Leidenschaft und Beständigkeit nicht einfach nur so, aber ohne die Grundlage des verliebt seins funktioniert es halt überhaupt nicht, weil die Leidenschaft ja dann bereits am Anfang fehlt.

    Du hattest noch geschrieben:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Finde ich auch. Doch was ist die Konsequenz?
    Anerkennen, dass die leidenschaftlich-romantische Liebe eben endlich ist und, sofern sie keine Reifung und damit Transformation erfährt, schon das Drama für ein würdiges Ende impliziert (siehe Literatur: Romeo und Julia etc. pp.)?
    Sich verabschieden vom Ideal, welches auch noch für immer sein soll?
    Das gilt meiner Meinung nach nicht nur für die leidenschaftliche Liebe, sondern auch für andere Formen der Liebe.

    mondmaid, Du hast mich durch Deine Antwort nochmal sehr zum nachdenken gebracht, was für mich diesen Begriff "romantische Liebe" ausmacht. Danke dir

    Und ganz klar, für mich ist eine Vernunftbeziehung völlig ausserhalb meiner Vorstellung. Das würde bei mir überhaupt nicht funktionieren.

  6. User Info Menu

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Finde ich auch. Doch was ist die Konsequenz?
    Anerkennen, dass die leidenschaftlich-romantische Liebe eben endlich ist und, sofern sie keine Reifung und damit Transformation erfährt, schon das Drama für ein würdiges Ende impliziert (siehe Literatur: Romeo und Julia etc. pp.)?
    Sich verabschieden vom Ideal, welches auch noch für immer sein soll?
    Wäre vielleicht ein guter Anfang. Ich glaube, je länger man sucht, desto abstrakter werden die Erwartungen und die Ansprüche. Und ich glaube, wir vergessen alle von Zeit zu Zeit, dass es im Leben weder fair zugeht, noch, dass es Garantien für irgendetwas gibt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was hier gerne als "Vernunftbeziehung" dargestellt wird, empfinde ich eher als anderen Einstieg in eine Beziehung.
    Auch Paare, die sich eher aufgrund rational empfundener Übereinstimmung, Sympathie und Fairness zusammen gefunden haben, können Leidenschaft für einander empfinden. Eben erst in dem Zusammenhang, wie sich die Beziehung vertieft.

    Das ist nicht besser und nicht schlechter - nur anders.
    Es kann immer aus allem möglichen etwas entstehen. Es gibt einfach keine Garantie, siehe oben. Eine leidenschaftliche Verliebtheit kann verpuffen und eine tolle Vernunftbeziehung entfacht nie ein Feuer. Wie man es eben mag, ist Ansichtssache. Ich persönlich brauche diese Verliebtheit. Ich brauche die Erinnerung daran und ich mag es, dass sie noch immer anhält, untergründig schwelt um dann und wann zu entfachen und wieder zu lodern.

    Eine "von hinten aufgezäumte Vernunftbeziehung" - da stehe ich staunend davor und denke immer: wie haben die das gemacht?
    Jemand, für den ich freundschaftliche Gefühle habe, hat bei mir sein Etikett weg. Freund eben. Da entfacht sich keine Leidenschaft.
    __________________________________________________

    Go ask Alice.
    I think she'll know.

    White Rabbit - Jefferson Airplane

  7. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ojeh, was fuer ein Quatschbeitrag. So kann man doch wirklich nur reagieren wenn man als Erwachsene noch nicht begriffen hat, das man Dinge, gerade auch kulturelle, kritisch hinterfragen kann und soll. Und wenn man sich selbst als Nabel der Welt sieht und in seiner Beschraenktheit nicht auf die Idee kommt, dass Dinge vielleicht auch mal anders waren ….

    Schrat: wunderbares Thema, danke!

    Meiner Ansicht nach wird Verliebtheit auch viel zu hoch bewertet wenn es um Dinge wie Lebensplanung geht, und dass Vierliebtheit die Basis ist, ist ja auch ein relativ junges Phaenomen, menschheitsgeschichtlich betrachtet. Das kam im 18., 19.Jahrhundert auf (wo ist die Userin, die Judith Butler bemueht hat? Die weiss sowas sicher genau. Und: mein Beileid fuer Bulter-lesen-muessen - der Schreibstil der Frau ist ein Alptraum. Finde ich. ), und ganz interessanterweise war die ideale Liebe die die man NICHT haben konnte. Man schmachtete jemanden total unerreichbares an (Dante + Beatrice, Romeo und Julia), heiratete und lebte aber mit jemandem, der eher nuechtern ausgesucht wurde.
    Wie kann man nur so sachlich sein, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht ?
    Da spielen auch immer Gefühle eine Rolle.
    Dass ich nun mit diesem einen Menschen, gerade mit diesem, eine Beziehung aufbauen will, kommt ja nicht von ungefähr. Weil ich ihn genügend analysiert habe, welches Potential er hat ?

    Man könnte den "Aufbau" einer Beziehung mit einem Projekt vergleichen. Am Anfang steht die Idee. Wie setzt man diese Idee in die Tat um ? Es gehört auf jeden Fall eine LEIDENSCHAFT dazu, sonst kann man es gleich sein lassen.
    Denkt an Forscher, an Entdecker, an Erfinder. Die sind mit Hingabe drauf los gesteuert und von irgendwelchen Schwierigkeiten haben die sich nicht schrecken lassen. Das ist durchaus mit Verliebtheit zu vergleichen, finde ich.
    Erst später setzt dann die Vernunft ein: wie organisiere ich das Ganze, welche Mittel brauche ich usw. usf. Aber im Hintergrund steht doch immer die anfängliche Verliebtheit, dann die Liebe zum Projekt.

  8. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von uppla Beitrag anzeigen
    Wäre vielleicht ein guter Anfang. Ich glaube, je länger man sucht, desto abstrakter werden die Erwartungen und die Ansprüche. Und ich glaube, wir vergessen alle von Zeit zu Zeit, dass es im Leben weder fair zugeht, noch, dass es Garantien für irgendetwas gibt.



    Es kann immer aus allem möglichen etwas entstehen. Es gibt einfach keine Garantie, siehe oben. Eine leidenschaftliche Verliebtheit kann verpuffen und eine tolle Vernunftbeziehung entfacht nie ein Feuer. Wie man es eben mag, ist Ansichtssache. Ich persönlich brauche diese Verliebtheit. Ich brauche die Erinnerung daran und ich mag es, dass sie noch immer anhält, untergründig schwelt um dann und wann zu entfachen und wieder zu lodern.

    Eine "von hinten aufgezäumte Vernunftbeziehung" - da stehe ich staunend davor und denke immer: wie haben die das gemacht?
    Jemand, für den ich freundschaftliche Gefühle habe, hat bei mir sein Etikett weg. Freund eben. Da entfacht sich keine Leidenschaft.
    Genau.


  9. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von Ozean_ Beitrag anzeigen
    Die Erfüllung bei Romeo und Julia wird durch ein Missverständnis im Außen zerstört und nicht weil sich die beiden ihrer Liebe im Innern nicht sicher wären.
    Richtig. Ich wollte damit auch nicht sagen, die beiden hätten sich nicht geliebt.

    Ich verstehe nicht, was dass damit zu tun hat, dass ihre Geschichte nicht erzählt worden wäre, wenn sie glücklich ausgegangen wäre. Mein Verständnis von romantischer Liebe ist nicht die Tragik, und nicht vorallem Sehnsucht und keine Erfüllung. Unerfüllte Sehnsucht tötet die Liebe, bringt ein Paar auseinander.
    Für mich ist es eine besondere Geschichte, weil die beiden den Alltag eines Paares nie kennengelernt haben (nie kennen lernen mussten.)
    Zu viele Abende vor der Glotze und herumliegende Socken können die Liebe auch ganz schön in Gefahr bringen....

    Sicherlich funktioniert das zusammengehen von Leidenschaft und Beständigkeit nicht einfach nur so, aber ohne die Grundlage des verliebt seins funktioniert es halt überhaupt nicht, weil die Leidenschaft ja dann bereits am Anfang fehlt.
    Das lese ich hier oft - dass die Leidenschaft von Anfang an da sein muss, sonst kommt sie gar nicht.
    Ich bin mir da eben nicht so sicher, dass das so sein muss.
    Ich kann mir auch vorstellen, dass Leidenschaft durch eine Vertiefung der Beziehung entstehen kann. Ich meine jetzt nicht unbedingt nur die erotische Leidenschaft (aber schon auch).

    mondmaid, Du hast mich durch Deine Antwort nochmal sehr zum nachdenken gebracht, was für mich diesen Begriff "romantische Liebe" ausmacht. Danke dir
    Gern geschehn.
    Danke auch für deine Gedanken!


    Und ganz klar, für mich ist eine Vernunftbeziehung völlig ausserhalb meiner Vorstellung. Das würde bei mir überhaupt nicht funktionieren.
    Das ist logisch: was du dir nicht vorstellen kannst, wird auch nicht funktionieren....

  10. Inaktiver User

    AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

    Zitat Zitat von uppla Beitrag anzeigen
    Eine "von hinten aufgezäumte Vernunftbeziehung" - da stehe ich staunend davor und denke immer: wie haben die das gemacht?
    Jemand, für den ich freundschaftliche Gefühle habe, hat bei mir sein Etikett weg. Freund eben. Da entfacht sich keine Leidenschaft.

    Nun, ich hab da leicht reden - weil ich jemand bin, der nicht so schnell verliebt ist oder verknallt.
    Also: ich flirte z.B. gerne und genieße auch den gewissen Kitzel dabei... aber bis ich mein Herz reinhänge, dauert es schon eine Weile.
    Wenn ich dann alle Männer in die Wüste geschickt hätte, in die ich nicht sofort (oder nach den ersten 5 Treffen/nach ein paar Wochen) total verliebt gewesen wäre, wäre ich nie verliebt gewesen in meinem Leben.

Antworten
Seite 6 von 52 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •