Weil mir nur Verliebtsein zeigt, dass ich mich von jemanden angezogen fühle. Alles andere sind rationale Kriterien, die selbst wenn sie zu 100% erfüllt sind null und nichts darüber sagen, ob ich auch nur 5 Minuten mit jemandem verbringen möchte, weil ich mich in seiner Gegenwart wohlfühle und er mir lieber ist als x andere mit den gleichen Eigenschaften.
Wobei ich Verliebtheit aber nicht gleichsetze mit Rosaroter Brille und HinundWegsein, für mich geht es da mehr um Wellenlänge und Wohlfühlen. Und letzteres entwickelt sich für mich auch nicht, das spüre ich oder ich spüre es nicht.
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 512
-
27.11.2013, 09:44Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
-
27.11.2013, 10:16
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Ich seh's so:
Sich-Verlieben ist nicht die Basis einer Beziehung, sondern der Anlass des späteren Versuchs.
Zudem fürchte ich, in einer Beziehung ohne anfängliche Verliebtheit kann man dieses Gefühl auch später nicht wachrufen - da ist es aber manchmal ganz "nützlich"...
Wobei Verliebtheit einen ja nicht unbedingt urplötzlich überfallen haben muss, sondern sich langsam entwickelt haben kann.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
-
27.11.2013, 10:47
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Das kann ich so unterschreiben.
Für mich ist Verliebtheit nicht die Basis einer Beziehung, sondern der Grundstein einer Paarbeziehung. Aus Verliebtheit entwickelt sich bei mir die Liebe gepaart mit Leidenschaft und sexuellem Verlangen. Ich kann Liebe empfinden ohne vorherige Verliebtheit, aber dann habe ich kein sexuelles Verlangen.
Natürlich sollte das nicht alles sein, sondern
gehören natürlich auch dazu. Und ganz wichtig für mich sind gleichgerichtete Ziele und ein Weg welcher in die gleiche Richtung führt.
Zitat von Inaktiver User
Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
-
27.11.2013, 10:48Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Ojeh, was fuer ein Quatschbeitrag. So kann man doch wirklich nur reagieren wenn man als Erwachsene noch nicht begriffen hat, das man Dinge, gerade auch kulturelle, kritisch hinterfragen kann und soll. Und wenn man sich selbst als Nabel der Welt sieht und in seiner Beschraenktheit nicht auf die Idee kommt, dass Dinge vielleicht auch mal anders waren ….
Schrat: wunderbares Thema, danke!
Meiner Ansicht nach wird Verliebtheit auch viel zu hoch bewertet wenn es um Dinge wie Lebensplanung geht, und dass Vierliebtheit die Basis ist, ist ja auch ein relativ junges Phaenomen, menschheitsgeschichtlich betrachtet. Das kam im 18., 19.Jahrhundert auf (wo ist die Userin, die Judith Butler bemueht hat? Die weiss sowas sicher genau. Und: mein Beileid fuer Bulter-lesen-muessen - der Schreibstil der Frau ist ein Alptraum. Finde ich.
), und ganz interessanterweise war die ideale Liebe die die man NICHT haben konnte. Man schmachtete jemanden total unerreichbares an (Dante + Beatrice, Romeo und Julia), heiratete und lebte aber mit jemandem, der eher nuechtern ausgesucht wurde.
-
27.11.2013, 11:27
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
-
27.11.2013, 11:28Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Genauso sehe ich das auch, hätte es nicht besser umschreiben können!
Man hat es ja oft nicht in der Hand, in wen man sich verliebt oder eben nicht, wobei ich auch schon daran gedacht habe, mit einem langjährigen Freund eine Beziehung einzugehen, auch wenn ich keine Verliebtheitsgefühle bei ihm hatte...bin aber nun froh, es nicht getan zu haben. Ich will einen Mann gut riechen können, mich wohl bei ihm fühlen und einfach die Sehnsucht spüren, wenn er nicht da ist...jemanden den ich nicht vermisse, wenn ich ihn längere Zeit nicht gesehen habe, käme sowohl als Freund oder als Partner nicht in Frage...
...wobei ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, dass Verliebtsein auf den ersten Blick überhaupt keine Aussagekraft hat, ob eine Beziehung mit demjenigen möglich bzw. lebbar ist...also die Hormone können einen auch im negativen Sinne vernebeln...trotzdem wird man süchtig nach diesem Hormonrausch...auch wenn danach der kalte Entzug steht
-
27.11.2013, 11:56
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Klar ist das ein "junges" Phänomen. Versorgungsehen werden dieser Tage nicht mehr gebraucht und älter werden die Menschen auch - also die Zeit, die man mit dem nüchtern erwählten Partner verbringt, kann sich ganz schön ziehen, wenn beide über 80 werden...
Nie hatten wir mehr Freiheit, was die Partnerwahl angeht, wenn man an unwichtig gewordene gesellschaftliche Konventionen denkt, als heute.
Aber gerade diese Freiheit würde es uns doch theoretisch erlauben, die Partnerwahl auch unter ganz anderen Gesichtspunkten zu betrachten und birgt auch die Frage, ob denn das Ideal "ein Partner bis der Tod uns scheidet" wirklich noch aktuell ist oder ob sich Partnerschaft als kurzlebigere Lebensform schon längst etabliert hat?
Je älter wir werden und je wechselhafter unsere Lebensumstände sind, desto schwieriger wird es doch, den einen Menschen zu finden mit dem man sich gemeinsam entwickelt. Eigentlich finde ich das sogar ziemlich utopisch.__________________________________________________
Go ask Alice.
I think she'll know.
White Rabbit - Jefferson Airplane
-
27.11.2013, 12:21
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Das ist der Punkt den ich einfach nicht verstehe. Verliebtheit macht mich nicht blind.
Ich glaube schon, dass es genau diese Verliebtheit ist, die später Liebe wird, die diesen Menschen überhaupt erst erträglich macht im Alltag, so dass man ihn mit seinen Macken Tag für Tag aushalten kann und diese Macken womöglich auch noch für liebenswert hält
. Ich glaube, die meisten Freundschaften würden das nicht überstehen.
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
-
27.11.2013, 13:05Inaktiver User
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?

Verliebtsein ist eben eine spezielle Anziehung auf geistiger, seelischer und körperlicher Ebene, die einen auch durch schwierigere Phasen trägt. Wie das mit jemandem funktionieren soll, den ich rein rational als guten Menschen achte weiß ich nicht. Da bliebe für mich immer die Frage: wieso dann der und nicht ein anderer der auch diese Eigenschaften hat??
-
27.11.2013, 13:24
AW: Ketzerische Frage: Wieso soll Verknalltheit die Basis einer Beziehung sein?
Um in einer WG mit jemanden zu leben brauche ich nicht die sogenannte LIEBE, ist völlig O.K. auch nicht um eine Familie zu gründen, aber um eine Familie zu machen, wäre das Gefühl schon förderlich damit die körperliche Liebe einfach schön ist....
Schmetterlinge verschwinden irgendwann sowieso, aber ohne Liebe rein rationell aufgrund der charakterlichen Eigenschaften reicht noch nicht einmal für Freundschaft, ist eher kollegial...
Also irgendein Gefühl der Nähe muss schon da sein,.... Aber die Schmetterlinge reichen nicht um harmonisch miteinander Leben zu können, am Ende zählen da ganz andere DingeGeändert von Veranoazul (27.11.2013 um 13:27 Uhr)
Das Leben macht was es will und ich auch!




Zitieren
