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  1. User Info Menu

    AW: Ich und mein Prof

    Zitat Zitat von Rotweinliebhaberin Beitrag anzeigen
    Ich finde das extrem widerlich, wie er ganz selbstverständlich über dich verfügen möchte. Ich bin Uni-fern .. ist das verbreitet?
    Ich hatte als Studentin nie den Eindruck, aber jetzt als Doktorandin bin ich auch an so jemanden geraten, der sehr darauf bedacht ist, seine Macht zu demonstrieren und mir zu zeigen, dass ich machen muss, was er will. Ich weiß aber nicht, ob das anders ist als bei anderen Jobs und den Leuten in Führungspositionen.
    "Slow down, you're doing fine,
    You can't be everything you want to be before your time."

  2. Inaktiver User

    AW: Ich und mein Prof

    Zitat Zitat von Gedankenkarussell Beitrag anzeigen
    Ich hatte als Studentin nie den Eindruck, aber jetzt als Doktorandin bin ich auch an so jemanden geraten, der sehr darauf bedacht ist, seine Macht zu demonstrieren und mir zu zeigen, dass ich machen muss, was er will.
    Ich bin ja schon fast verleitet zu sagen "Willkommen im Uni-Betrieb"...

    @TE
    Du hast die Diss erst vor kurzem begonnen?
    In dem Fall würde ich dir dringend zu einem Wechsel raten.
    Erfahrungsgemäß werden solche Dynamiken eher schlimmer denn besser, und je mehr du zu verlieren hast, desto schwerer wird es dir fallen, Sanktionen gegen ihn durchzusetzen.

    Es ist nicht die Regel, dass sich Professoren auf diese Weise gegenüber ihren DissertantInnen verhalten... leider juckt das aber nicht wirklich jemanden, solange du sie nicht mit dem Kopf darauf stößt.
    Im Zweifel wird die Entscheidung aber ohnehin dir überlassen bleiben. Je früher du sie triffst, desto besser für dich.

    Viel Glück.

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    AW: Ich und mein Prof

    Ein Wechsel sollte völlig klar sein! Und zwar ziemlich prompt. Außerdem all die Vorschläge umsetzen: Frauenbeauftragte, SMS/Emails sammeln, Gedächtnisprotokoll seiner "Anträge" und alles was dir noch einfällt.

    Ich vermute seine Braterei ist nicht purer spontan-Verliebtheit geschuldet, sondern wurde schon bei vielen Probandinnen angewandt, die sich ehrfürchtig an den "Experten" wenden. Aus dieser fachlichen Bewunderung will er einfach noch ein bisschen mehr für sich herausholen ... dafür macht er wohl dankenswerterweise auch Hausbesuche. Ich schätze weiters, dass
    er bereits viele Mädels stolz und glücklich machte, weil der Herr Experte sich ausgerechnet in SIE verliebt hat ...
    vorläufig.

    Du wirst bestimmt auch mit jemand anders was Gutes machen können. Ist schließlich deine Arbeit und Wissen nicht mehr in Geheimbesitz einiger weniger. Ich bin nicht so wahnsinnig überzeugt vom Expertentum des oft recht abgeschotteten Beamtenuniversums der Unimenschen. Da wird gern mehr um sich selbst gekreist, als den Blick auf die Welt draußen zu richten. Außerdem ist am oberen Ende des Türmchens nicht viel Platz für Mädls ... wie fast überall, da hast du recht. Deswegen wohl auch die Reduzierung der Doktorandin als Flirtpartnerin und Körper. Nicht Kollegin, nicht Wissenschafterin.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

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    AW: Ich und mein Prof

    Ich denke auch Wechseln wäre das Beste.

    Du stehst am Anfang mit Deiner Arbeit, so dass das noch gut möglich sein wird und Du nicht viel Zeit verlierst. Je länger Du wartest, desto schwieriger wird das in allen Punkten. Mit vertaner Zeit und Arbeit, mit dem Erdulden seiner Anmache und der Situation. Wenn Du das länger hinnimmst und Dich später beschwerst, weil er Dich schlecht bewertet und / oder betreut und diese Anmache auf den Tisch kommt, machst Du Dich unglaubwürdig, wenn Du das schon Monate und Jahre hingenommen hast. Das wird dann als Retourkutsche gedreht. Du kennst doch die Standardarumente: wenn es ihr nicht gefallen hätte, hätte sie schon vorher was gemacht.

    Vielleicht ist es so, wie Silberklar vermutet. Dann wird er nicht locker lassen. Vielleicht ist er wirklich furchtbar verliebt in Dich. Dann wird er auch nicht so leicht locker lassen.

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    AW: Ich und mein Prof

    Guten Tag an alle,

    und vielen Dank für die Meldungen und Ratschläge! das Problem ist tatsächlich, dass ich, wie Gedankenkarussell schreibt, in gewisser Hinsicht von ihm abhängig bin. Eine Frauenbeauftragte gibt es bei uns leider nicht, wohl aber einen Beratungsservice - das Problem ist, dass ich mich frage wie vertraulich das dort tatsächlich ist. In dem Moment in dem ich meinen Namen sage kann ja herausgesucht werden, wer "mein Problem" ist. Und ich möchte da nichts lostreten, irgendwie hoffe ich doch, dass sich die Situation wieder beruhigt.

    Wechseln ist auch ein wenig ein Problem. Zunächst: "Er" benotet mich nicht, das System ist hier (Ausland) etwas anders. Ich werde zwei Prüfer haben wenn es soweit ist, einen von meiner Universität, einen von einer anderen Universität. Mein Betreuer hat, da er mein Betreuer ist, bei meiner Benotung nichts zu sagen. Da er allerdings Fachmann auf dem Gebiet ist würde er, würde ich wechseln, mit großer Wahrscheinlichkeit dann mein interner Prüfer werden. Und die Uni wechseln wäre halt ein Riesenaufwand: neu bewerben, neue Referenzen erbitten und natürlich auch die Frage beantworten, warum ich eigentlich wechseln möchte - nachdem ich hier an einer der "besten" Universitäten, mit einem der besten Betreuer und einem Stipendium bin.

    Am meisten ärgre ich mich über mich selbst, dass ich den Kontakt überhaupt so zugelassen habe, allerdings habe ich mit so was wirklich nicht gerechnet. Eine Mitstudentin, die gerade bei ihm fertig geworden ist, sagte übrigens, er sei der "verheiratetste Mann den sie überhaupt kenne", ich weiss also nicht, ob das eine Masche von ihm ist. Ist ja aber eigentlich auch nicht so wichtig. Ich fühle mich dabei so blöd, denke ich, weil der Mann mein "Mentor" sein sollte - im besten Wortsinn, jemand der anleitet, bei Veröffentlichungen hilft und so weiter und so fort. Und ich weiß eben nicht, ob er das nun noch so tut und kann. Und ohne dass, ohne diese Hilfe beim Start in die Wissenschaften, ohne ein Netzwerk, was maßgeblich vom Doktorvater abhängt, ist der Doktor sinn- und witzlos.

    Ich denke, ich werde zunächst versuchen mit ihm zu reden, und ihm zu sagen, dass ich die Situation so wie sie ist unerfreulich finde und mein Vertrauen in ihn ziemlich den Bach runtergegangen ist, und ihn fragen wie er die weitere Zusammenarbeit sieht. Ach, Mist. Ich bin halt extra wegen ihm hierhergekommen, und war so begeistert zum Anfang ....

    Vielen Dank noch mal!

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    AW: Ich und mein Prof

    Kannst Du nicht irgendeine Jugendliebe erfinden, die jetzt plötzlich wieder in Dein Leben getreten ist und der Du Deine Zeit jetzt widmen möchtest?
    Wenn er sich wieder privat treffen möchte, könntest Du sagen wie verliebt Du jetzt seist, er sei ja auch verheiratet und es sei bestimmt am besten für die Gesamtsituation, den Kontakt nur aus fachlichen Gründen zu pflegen. Da würdest Du Dich allerdings immer freuen ihn zu sehen und Dich glücklich schätzen, ihn als Betreuer zu haben.

    Dieser diplomtische Eiertanz scheint mir einen Versuch wert zu sein. Wenn er ein einigermaßen anständiger Mensch ist, müsste er eigentlich Deinem Wunsch nachkommen.

    Wenn das nicht klappt, müsste man sich eine neue Strategie überlegen.

    Ich würde ihm nicht sagen, wie unangenehm ich die jetzige Situation finde und ihn auch nicht fragen, wie er sich das Weitere vorstellt. Das löst nur unangenehme Gefühle, vielleicht auch Scham, in ihm aus. Es ist meiner Meinung nach wichtig zu sagen, für die Gesamtsituation sei es am besten nur noch fachlichen Kontakt zu pflegen. Das wirkt deutlich distanzierter und damit professioneller.
    Geändert von Raratonga (25.11.2013 um 13:14 Uhr)

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    AW: Ich und mein Prof

    Diese Situation wirst du nicht drei Jahre lang durchstehen, und je länger du mit einem Wechsel wartest, umso mehr Zeit hast du verschwendet. Ich würde dringend den Betreuer wechseln, und meine Zeit und Energie auch nicht in das Sammeln von "Beweisen" verplempern. Spätestens wenn du diese, in welcher Form auch immer, auf den Tisch legst, wird Euer Verhältnis unumkehrbar zerrüttet sein.
    Schon allein deine Ablehnung kratzt an seiner Ehre. Er wird es gewohnt sein, zu bekommen, was er will. Und sollte dem nicht so sein hat er 100 Möglichkeiten, dir zu schaden, von gar nicht kümmern bis hin zu dich gezielt auf eine falsche Fährte locken. Du bist von ihm abhängig und in einer sehr schwachen Position. Du kannst nur verlieren, in dem Fall deine wertvolle Zeit.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich und mein Prof

    Zitat Zitat von Problema Beitrag anzeigen
    Ganz so einfach ist das nicht. Ich habe ja gerade erst angefangen, also noch drei Jahre (wenigstens) mit ihm vor mir. Und ich fühle mich ein wenig wie eine Löwen-Dompteuse. Für mich sieht es so aus, als kriege ich nicht die Betreuung, wenn ich nicht "einwillige", bzw. er macht eben Andeutungen, dass er an eine andere Uni geht, etc. ich bin einfach wahnsinnig unsicher hier.
    Weißt du, du bist doch kein Teenie mehr.... der Kerl droht dir an eine andere Uni zu gehen? Na für mich wäre es das schon gewesen und ich bin ziemlich sicher, dass du deine Promotion auch mit einem anderen Prof machen kannst - so behandeln lassen muß sich keine Frau -. ich frage mich ob er das mit jüngeren Studentinnen auch so macht? (Arsch!)

    Und es heißt: mein Prof und ich! *g*

    Tritt ihm in den Hintern - was bildet der sich ein...

  9. Inaktiver User

    AW: Ich und mein Prof

    Hallo Problema!

    Ich würde alles nicht so schwarz sehen wie manche Vorschreiberin: ja, er verhält sich unprofessionell, aber bisher kann ich hier keinerlei sexuelle Belästigung noch andere Schikane erkennen. Von daher wäre ich vorsichtig mit Frauenbeauftragter und Co...

    Und, so aus eigener Erfahrung: die meisten Profs riskieren NIX bei/mit ihren Studentinnen. Viel zu gefährlich. Also ob er wirklich ein widerlicher, amoralischer Schwerenöter ist... da wäre ich doch vorsichtig mit solchen Zuschreibungen! Vielleicht ist er auch wirklich verliebt in Dich...

    Trotzdem würde auch ich den Betreuer wechseln. Groß begründen mußt Du das m. E. nicht. Und wenn, würde ich ausweichend begründen und euch beide nicht in den Schlamassel reiten. Ja, es wird etwas Aufwand werden - aber drei Jahre so weiter machen? Bloß nicht! Eine Doktorarbeit ist anstrengend genug!

    Sin

  10. User Info Menu

    AW: Ich und mein Prof

    Zitat Zitat von Problema Beitrag anzeigen
    Ich denke, ich werde zunächst versuchen mit ihm zu reden, und ihm zu sagen, dass ich die Situation so wie sie ist unerfreulich finde und mein Vertrauen in ihn ziemlich den Bach runtergegangen ist, und ihn fragen wie er die weitere Zusammenarbeit sieht.
    Das würde ich nicht machen. Das ist wieder so intim. Und schwach irgendwie: ihn zu fragen, wie er das findet, ja wozu? Er ist nur dein Bewerter, nicht dein Definierer und nicht Gott! Damit lieferst du dich irgendwie aus. Besser ist es, bestimmter aufzutreten.
    see you on be friends online!

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