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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von Marvel Beitrag anzeigen
    ... was nun ist, weil welches Verhalten gilt nun als reell?...
    Nun, ich denke, das Verhalten, das sie erlebt und in ihrem Eingangsposting beschrieben hat.

    Und ob du und Herr Gustave es nun Beziehung genannt habt oder nicht, frag ich mich doch wie ihr das in den 7 Jahren vor der Eheschliessung (was manche übrigens auch als ein überflüssiges Etikett ansehen) gehalten habt?
    Das frag ich mich auch. Wie haben wir das nur geschafft, so ganz ohne Etikett.

    Wenn man in die Situation kommt den "Lebensabschnittsgefährten" bei anderen vorzustellen z.B. da sagtest du dann nur schlicht "Das ist der Rolf" ohne Erklärung, ohne einen Gesamtzusammenhang??
    Ja.
    Wenn "Rolf" nicht selbst wüsste, wer er ist und was er MIR bedeutet, bevor er gesellschaftlich eingeführt wurde, dann wär's nicht "Rolf".

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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von Gustave Beitrag anzeigen
    Nun, ich denke, das Verhalten, das sie erlebt und in ihrem Eingangsposting beschrieben hat. ".
    Tja und da hat sie ja beschrieben, dass er sich je nach Ort unterschiedlich verhält ...


    Zitat Zitat von Gustave Beitrag anzeigen
    Das frag ich mich auch. Wie haben wir das nur geschafft, so ganz ohne Etikett.
    Es bleibt dir überlassen mich bewusst falsch zu interpretieren und sogar zu zitieren. Ich fragte nicht nach schaffen sondern wie ihr es in konkreten Situationen gehalten habt

    Ganz ehrlich, wenn das freigeistlich sein, sich bewusst von Spiessern abheben wollen oder was auch immer für ein Gedanke dahinter steckt, ist in z.B. Vorstellungssituationen die anderen im Unklaren zu lassen in welcher Beziehung jemand zu einem steht, dann mach das. Und mit Beziehung ist auch hier ausdrücklich keine 2er-Kiste gemeint! In meiner Welt erleichtere ich anderen Menschen gerne untereinander das Kennenlernen und stelle die Menschen die mit mir unterwegs gerne mit einem Bezug vor "meine Schwester Agathe", "mein Vater Bernd und seine Frau Claire", "Dieter, ein alter Studienfreund"...

    Und es geht mir ausdrücklich nicht um das festlegen eines Status oder ob "Rolf" weiss/nicht weiss wie er zu dir steht und du zu ihm, sondern nur um Alltagssituationen. Stelle ich mir anstrengend vor den anderen immer beweisen zu müssen, wie lässig, cool ich bin und wie egal sie mir sind und ich es deswegen nicht nötig habe freundlich und höflich zu sein und darum vermeide irgendeine Erklärung zu unbekannten Personen an meiner Seite abzugeben.

    Und da ich so etikettier-wütig bin krame ich jetzt mal den Aufkleber "Marvel, die Hausfrau" raus, klebe ihn auf die Stirn und gehe meiner Arbeit nach.

    Herzliche Grüsse, Marvel

  3. Inaktiver User

    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    @Marvel: Ganz bei dir!!

    @Marga3: Da ist viel in deinem Posting, das ich unterschreiben kann. Nur:

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Eine Frau, die genau weiß, was sie will und nicht nur pseudo-stark, sondern wirklich stark und in sich ruhend ist, wird vermutlich diese Aussage als genau das auffassen, was sie ist. Eine Aussage eines unsicheren Menschen ohne Festlegungstendenzen, der halt mitnimmt, was er angeboten bekommt. Aber mit dieser Aussage schon einmal präventiv jegliche Entwicklungstendenzen im Keim erstickt. Der potenziell ohnehin nur um sich selbst kreist und gar nicht weiß, wie sich Beziehung wirklich anfühlt. So eine Frau wird gar nicht lange über ihn hirnen, sondern ausschließlich für sich entscheiden, ob ihr dieses Geeiere nicht zuviel investierte Lebenszeit ist.
    Das ist rationell absolut richtig, aber selbst WENN man es rational erfasst, kann es immer noch sein, dass die Gefühle der Ratio den Vogel zeigen und ihr eigenes Ding drehen. Und: Es kann Phasen geben, wo man sich das dann trotzdem antut, weil man ja doch auch selbst etwas davon hat. Allerdings ist's wichtig, den Zeitpunkt für den Absprung zu erkennen. Und ich bleib dabei, da kann das helfen:

    Noch ein Nachtrag: ein trotziges Flirten mit andere Männern, weil man sich und ihm ja beweisen will, dass man ihn nicht braucht, halte ich zum einen für nicht erwachsen und reflektiert, weil es ja nur beweist, dass man immer noch gedanklich um ihn kreist. Zum anderen ist meine Erfahrung, dass man sich hinterher keinesfalls besser fühlt. Sinnvoller finde ich es zu versuchen, den vielleicht schmerzhafteren, aber heilsameren Weg zu gehen und die Gefühle auszuhalten, statt sie mit Aktivität zu überdecken.
    Erstens trete ich, wie oben ausgeführt, den Gegenbeweis an: Es kann helfen, jawohl. Intimität mit jemand anderem, so sie nicht völlig miserabel ist (DANN wäre es kontraproduktiv) wirkt einfach zumeist ein Spüüüürchen relativierend hinsichtlich des "Einen, Wunderbaren", so dass es einem erleichtert, bye-bye zu sagen.
    Dass er sich vielleicht ein bissi ärgert, ist dann der zusätzliche Bonus, und es mag unerwachsen sein, aber sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? Die Psyche funktioniert nicht so, dass man sich nicht irgendwann durch so eine langandauernde Schieflage gedemütigt fühlen würde. Bei mir war es damals so, als hätte ich ein kleines Mikrofutzerl von dieser Demütigung retour gegeben, und damit war ich eeeendlich "ready to move on".
    Ich sage: Einen Versuch ist's wert - es tut dem Ego auch einfach gut *real* abzuchecken, dass man durchaus nicht auf den einen Burschen da angewiesen ist. Oder soll sie jetzt monatelang ins Kloster gehen und "zu sich finden", womöglich noch auf die Esoterische? Nö. Auf das Leben kontert man mit Leben.

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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich sage: Einen Versuch ist's wert - es tut dem Ego auch einfach gut *real* abzuchecken, dass man durchaus nicht auf den einen Burschen da angewiesen ist. Oder soll sie jetzt monatelang ins Kloster gehen und "zu sich finden", womöglich noch auf die Esoterische? Nö. Auf das Leben kontert man mit Leben.
    Ich denke, hier muss man immer die jeweilige psychische Konstitution der Betroffenen in Erwägung ziehen. Ich rate hier auch aus einer jahrelangen eigenen Erfahrung heraus, quasi im "Endstadium" bestimmter Erfahrungen, in der Retrospektive. Und meine persönliche Retrospektive hat ergeben, dass ich mich nach solchen Trotz-Erotika nicht mehr ich-selbst, sondern billig und missbraucht gefühlt habe. Ich hatte mir erotische Ablenkung aus einem tiefen Gefühl der Verzweiflung heraus geholt und nicht aus selbstbewußtem Trotz heraus. Das Ergebnis war destruktiv. Kommentar meines One-Night-Stands damals: "warst wohl doch eher auf der Suche nach jemandem zum Anlehnen als zum F...". Nee, gut für das Ego war das nicht.

    Die TE kann da ähnlich wie du gepolt sein. Sollte sie aber aus dem, was ich beschrieben habe, Anteile bei sich entdecken, würde ich ihr dringend abraten von solchen Selbstversuchen.

    Es bleibt ihre Aufgabe, sich selbst zu beobachten und zu erforschen, wo sie gerade steht - auch in psychischer Hinsicht - den oft "sucht" man sich entsprechende Partner auch unbewusst deshalb, weil sie ein eigenes Defizit spiegeln. Das hatte ich versucht zu beschreiben.

    Bewerten kann nur der Betroffene es für sich.

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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen

    Es bleibt ihre Aufgabe, sich selbst zu beobachten und zu erforschen, wo sie gerade steht - auch in psychischer Hinsicht - denn oft "sucht" man sich entsprechende Partner auch unbewusst deshalb, weil sie ein eigenes Defizit spiegeln.
    Das verstehe ich einfach nicht. Von welchen Defiziten ist hier die Rede?

    Man hat doch immer Defizite, insofern man unvollendet, lebendig ist.
    Es fängt ja allein schon damit an, dass das Weibliche zum Männlichen strebt und andersherum. Das sagt jetzt natürlich was darüber aus, dass mir das Männliche fehlt. Das wird es auch immer, ich kann es nicht kompensieren und nicht in mir finden. Auch wenn das Primat der Autarkie gerade Trend ist und viele versuchen, auch das Männliche/Weibliche in sich selbst zu generieren, um auf niemanden mehr angewiesen zu sein und sich selbst zu genügen (Stichwort >metrosexuell<).
    Das gibt es aber meiner Meinung nach nicht - völlige, ganzheitliche Autarkie. Das wird uns nur noch mehr voneinander und von uns selbst entfremden.

    Ist es nicht schön und Sinn von Beziehungen, wenn das Gemeinsame die Defizite beider ausgleicht?

    Führt das nicht eher zu einer Entwicklung beider Persönlichkeiten als das Vermeiden von Menschen, die scheinbar Defizite spiegeln und ergo nicht gut für mich sind? Wir brauchen doch alle einen Spiegel, der uns mit unserem Selbst konfrontiert und es voranbringt.

    Oder wie ist das mit den Defiziten gemeint?
    Der Gipfel des Wahnsinns ist es, auf Veränderungen zu hoffen, ohne etwas zu verändern. A. Einstein

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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von rosalack Beitrag anzeigen
    Führt das nicht eher zu einer Entwicklung beider Persönlichkeiten als das Vermeiden von Menschen, die scheinbar Defizite spiegeln und ergo nicht gut für mich sind? Wir brauchen doch alle einen Spiegel, der uns mit unserem Selbst konfrontiert und es voranbringt.

    Oder wie ist das mit den Defiziten gemeint?
    Von Vermeidung hatte ich nicht geschrieben. Denn jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, es wäre eine Illusion zu glauben, es gäbe den "perfekten" Partner - diese Denkweise führt nur allzu häufig zum Prinzessinnen-und-Prinzen-Gedanken, der sich nie erfüllt.

    Ich halte es aber für eine Frage der eigenen (Lebens-)Erfahrung, inwieweit man schon selbst reflektieren kann, warum einem etwas "passiert". Denn genau dieses Passieren ist meist kein zufälliger Vorgang - zumindest nach meiner Erfahrung - sondern eine Momentaufnahme der eigenen Entwicklung im Leben. Passiert mir beispielsweise ein bestimmter Typ Mann (oder Frau) immer wieder und macht mich dies nachhaltig ratlos und unglücklich, habe ich zwei Möglichkeiten. Ich kann über das jeweils andere Geschlecht hadern und es für unmöglich halten. Oder ich kann mich selbst hinterfragen und ergründen, warum mich dieser Typ Mensch anzieht.

    Ich selber habe Jahre gebraucht, das zu begreifen. Vorher habe ich mich immer wieder gefragt, warum es nie "gut" ausgeht für mich. Bis ich begriffen habe, dass meine eigene Ausstrahlung zumindest förderlich dafür ist, diesen bestimmten Typ Mann (in meinem Fall den wankelmütigen, der sich nie für mich entscheiden wollte) anzuziehen. Wenn man das verstanden hat, hat man meiner Meinung nach schon viel dazu getan, dieses Muster aufzubrechen. Dann kann es entweder sein, dass man diesen Typ Mann nicht mehr für passend empfindet. Oder man merkt, dass man ihm zu viel der eigenen Anteile aufgeladen hat und mit einer Verschiebung der eigenen Perspektive durchaus eine Chance auf Fortbestand bestünde.

    Die Frage der eigenen Autonomie ist in dem Zusammenhang für mich sehr spannend, wobei ich hier nie in Richtung Metrosexualität gedacht habe. Sondern eher in Richtung Vermeidung von Nähe-Aufbau aus der Angst heraus, wieder verletzt zu werden. Quasi als Reaktion auf schlechte Erfahrungen und nicht als echter Wunsch nach autonomem oder einsiedlerischem Leben. In diese Richtung geht es hier eher. Metrosexualität definiere ich für mich eher als Menschen, die beide Anteile, männlich und weiblich, optisch widerspiegeln. Ob da eine Lebenseinstellung in Richtung Autonomie dahintersteckt, glaube ich persönlich eher nicht, denn diese Menschen sind meist doch recht extrovertiert?
    Geändert von Marga3 (06.10.2013 um 13:30 Uhr)

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    AW: Zwei Beziehungsängstliche treffen aufeinander

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Oder ich kann mich selbst hinterfragen und ergründen, warum mich dieser Typ Mensch anzieht.
    Ist das nicht illusorisch zu glauben, man könne herausfinden, was genau die Rezeptur der Anziehung ist?

    Ok, wenn es so offensichtliche Muster sind, die sich wiederholen, wie z.B. immer ist er ein Suchtkranker oder einer, der sich als beziehungsunfähig erklärt ... aber dann muss ja auch nicht mehr viel analysiert werden, da es in den Himmel schreit, was hier bei einem selbst das "Defizit" ist: mangelnder Selbstwert, der sich als Rettungsinstinkt tarnt oder so ähnlich.
    Aber wie ist das bei den weniger offensichtlichen Mustern?



    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Die Frage der eigenen Autonomie ist in dem Zusammenhang für mich sehr spannend, wobei ich hier nie in Richtung Metrosexualität gedacht habe. Sondern eher in Richtung Vermeidung von Nähe-Aufbau aus der Angst heraus, wieder verletzt zu werden. Quasi als Reaktion auf schlechte Erfahrungen und nicht als echter Wunsch nach autonomem oder einsiedlerischem Leben. In diese Richtung geht es hier eher. Metrosexualität definiere ich für mich eher als Menschen, die beide Anteile, männlich und weiblich, optisch widerspiegeln. Ob da eine Lebenseinstellung in Richtung Autonomie dahintersteckt, glaube ich persönlich eher nicht, denn diese Menschen sind meist doch recht extrovertiert?

    Ich denke, dass Extrovertiertheit und Autonomie sich sehr gut ergänzen. Erst wenn ich für mich vollständig und unabhängig bin, kann ich gelöst und locker auf andere zugehen ohne die Angst zu haben, dass sie mir mein "Ich" klauen oder angreifen oder ins Wanken bringen.

    Metrosexualität wird ja unterschiedlich definiert. Ist ja noch nicht so alt der Begriff ...
    Ich verstehe darunter die zu beobachtende Tendenz, dass Rollenerwartungen nicht mehr selbstverständlich erfüllt werden wollen und sich Frauen oft in Sexfragen wie Männer verhalten (z.B. Promiskuität als lifestyle) und Männer sich oft auch primär mit dem weiblichen Geschlecht assoziierte Verhaltensweisen zugestehen (z.B. lange Haare, Schminke, Küsschen-Küsschen mit dem Bro etc.).
    Ich hab mir das jetzt mal so erklärt, dass das u.a. mit dem Autonomie-Bestreben des Individuums zusammenhängt - es geht soweit, dass man sich vom anderen Geschlecht freimachen will, indem man es integriert. Ob das glücklich macht oder gelingen kann, ist eine andere Frage.
    Der Gipfel des Wahnsinns ist es, auf Veränderungen zu hoffen, ohne etwas zu verändern. A. Einstein

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