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    Wer nimmt denn eine wie mich?

    Hallo, Bri-Community!

    Wo ich schon seit Jahren fast täglich hier in den Foren lese und dort viel Kluges, Hilfreiches, Tröstliches, manchmal Herzerwärmendes gelesen habe, habe ich mich soeben angemeldet und möchte hier nun einmal selber um Rat fragen.

    Meinen Titel habe ich bewusst provokant formuliert; dieser Satz kommt mir manchmal in den Sinn, wenn ich wieder einmal traurig bin, weil ich mich außen vor, einsam, ungeschätzt fühle.

    Ich bin 35, habe nur noch meinen Bruder, keinen Partner, wenige Freunde. Eine schlimme Familiengeschichte, ein von einem Studienabbruch geprägter Ausbildungsweg, zu viele Jahre in einer Stadt, in die ich nicht 'passte', meine erfolglose Partnersuche sowie kaputtgegangene Freundschaften gipfelten vor drei Jahren in der Diagnose einer unheilbaren, chronischen, fortschreitenden Krankheit. Der anschließende Jobverlust war der Anlass, mir eine Therapeutin zu suchen. Ich konnte nicht mehr, ich merkte, dass ich endgültig Hilfe brauchte.
    Diese letzten, dramatischen Ereignisse fanden statt, nachdem ich umgezogen war in die Stadt, in der ich mich nun endlich wohl fühle.

    Mittlerweile geht es mir sehr viel besser. Ich habe mein Studium wieder aufgenommen, wieder Arbeit gefunden, habe einen Kreis von guten Ärzten und meiner Therapeutin um mich, die ebenfalls dazu beitragen, dass ich wieder stabiler stehe.

    Privat geblieben sind mir mein ein Jahr jüngerer Bruder, für den ich stets mehr Mutterersatz als Schwester war und der immer hilflos bis vorwurfsvoll reagiert, wenn ich ihn einmal brauche. Außerdem mein bester Freund, mit dem ich seit 25 Jahren befreundet bin. Eine Handvoll gute Bekannte, vielleicht irgendwann mal Freunde in dieser neuen Stadt und außerdem mein Ex-Freund.

    Mit ihm war ich eineinhalb Jahre lang zusammen. Wir lernten uns kennen, als meine Krise auf ihrem Höhepunkt war. Er aber ließ sich nicht abschrecken, sondern stand mir ganz toll bei. Leider stellte sich heraus, dass uns eigentlich nie mehr als eine gute Freundschaft verband. Er stand wohl einfach nicht auf mich. Außerdem hatten wir ein sehr unterschiedliches Nähebedürfnis. Wir hatten nie Sex, geschweige denn 'liebevollen' Sex und noch bevor wir uns je so nahe gekommen wären, wie ich es mir wünschte, stellte er wieder Abstand her.
    Ich war sehr glücklich, als ich ihn traf, weil ich hoffte, in ihm vielleicht meinen Lebenspartner gefunden zu haben. Einen, der vor meiner Geschichte nicht zurückschreckte, sondern 'mich' meinte. Vielleicht wäre es 'vernünftig' gewesen, mit ihm zusammenzubleiben. Denn er war fürsorglich und verlässlich. Doch ich wurde in der Beziehung immer unglücklicher, da mir so vieles fehlte.

    Jetzt bin ich also wieder alleine. Was bleibt, ist Enttäuschung.

    Auch darüber, dass ich seit vielen Jahren schon Single bin. Es gab immer wieder mal Beziehungsversuche, bei denen ich hoffte, dass da mehr draus würde. Doch alle Männer zogen sich immer mehr zurück, je mehr ich ihnen von meiner Geschichte erzählte. Das war jedes Mal sehr schmerzhaft und machte mein Selbstvertrauen natürlich nicht größer. Mein Ex-Freund zog sich jedoch nicht zurück, was für mich anfangs einem Wunder glich. Nur leider stellte sich ja im Laufe der Zeit heraus, dass wir doch keinen gemeinsamen Weg vor uns hatten.

    Nun ist es so, dass ich langsam die Hoffnung verliere, jemals einen zu mir passenden Mann zu finden. Ich sehe gut aus, habe Ausstrahlung, hatte schon Zeiten, wo ich auf offener Straße von sympathischen Männern angesprochen wurde. Ich bin liebevoll, herzlich, warm, mit mir kann man lachen und weinen. Ich bin treu und zuverlässig, nicht auf den Kopf gefallen, weiß wer ich bin und was ich kann und was ich nicht kann.
    Ich bin, trotz allen Haderns mit den Verlusten, vertaner Zeit, verpassten Chancen, falschen Entscheidungen, mit mir weitestgehend im Reinen. Kurzum: Ich (und auch alle die, die mich schätzen und schätzten) finde mich eigentlich einen liebenswerten, interessanten Menschen, mit dem man gerne Zeit verbringt.
    Tja, und doch bin ich so lange schon alleine. So viele Menschen sagen gerne von sich, dass die inneren Werte für sie zählten, doch ich habe den Eindruck, dass das am Ende doch bei den allerwenigsten wirklich so ist.
    Ich scheine eine zu unsichere Kandidatin, um mit mir ein Leben zu planen: Ich habe keine Ursprungsfamilie mehr, keinen großen Freundeskreis, kein 'gewachsenes Leben', keine abgeschlossene Ausbildung, kaum Geld und zudem diese Krankheit, von der niemand weiß, wie sie fortschreiten wird.

    Also: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, was ihr dazu denkt. Und wenn hier die (oder auch der ;) ) eine oder andere von euch mir Mut machen kann und eine Geschichte zu erzählen weiß, wo jemand unter vergleichbaren Umständen dennoch seinen Lebenspartner gefunden hat.

    Vielen Dank für's Lesen, ich freue mich auf eure Antworten.

    LG, Eliotta

  2. Inaktiver User

    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Hallo und erstmal willkommen bei uns..

    Nur kurz , ich bin auf dem Sprung meine ersten Gedanken:

    dein Bruder nimmt gern deine Hilfe in Anspruch ist aber nicht für dich da...


    Dein Ex....hmm kein Sex? 1,5 Jahre nicht? Wieso nicht.... Beziehung würde ich das nicht nennen..


    Dir gehts gerade gut, du bist glücklich, stabil.... ein neuer Mann in deinem Leben muß nicht sofort ausführlich über dich informiert werden - bleib bedeckt, geheimnisvoll bis ihr euch viel besser kennt...manches muß er vielleicht nie wissen....


    Mach dich nicht zu bedürftig, bleib eigenständig!

    Später mehr -

  3. Inaktiver User

    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?


    Das Leben war für dich sicherlich bis jetzt nicht einfach.
    Wenn dann eine Krankheit diagnostisiert wird ist es sicherlich noch schwieriger einen Partner zu finden.

    Was hälst du von Selbsthilfegruppen. ?
    Suche doch eine für dich passende und vielleicht lernst du da jemanden kennen, der dich besser versteht.


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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Liebe Eliotta,

    deine Geschichte hat mich ein wenig an den Lebenslauf einer Freundin erinnert, deshalb möchte ich dir etwas Positives berichten

    Meine Freundin hat seit ihrer späten Jugend eine chronische Krankheit, die sie im weiteren Verlauf ihres Lebens arbeitsunfähig machte; bis heute hat sie auf Grund dieser Krankheit etwa 30 Operationen und unzählige Behandlungen hinter sich. Sie hat zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung, bezieht aber nun schon seit vielen Jahren Rente.

    Trotzdem ist sie ein optimistischer, lebenslustiger Mensch, sie ist sehr hübsch, selbstbewusst, rein äußerlich gesehen ein Männermagnet. Mir scheint, die Krankheit hat sie stark gemacht (oder sie war schon immer so - ich kenne sie erst seit wenigen Jahren).

    Jedenfalls hatte sie immer mal wieder Beziehungen, doch nach dem Ende der letzten Liaison war sie etwa vier Jahre allein; trotz unzähliger Beziehungsversuche stellte sich bei den anfangs sehr begeisterten Männern immer wieder schnell heraus, dass sie mit ihrer Krankheit und Krankengeschichte nicht wirklich zurecht kamen.

    Dann aber, vor etwa 1,5 Jahren, lernte sie beim Ausgehen einen Mann kennen, mit dem sie heute zusammenlebt. Er ist ein sympathischer, humorvoller, beruflich erfolgreicher Kerl mit zwei Kindern, und es passt super zwischen den beiden. Beide sind jetzt Ende 30.

    Du siehst also - es ist wichtig, dass du offen bleibst, nicht verzagst, eine gewisse Zufriedenheit mit deinem Leben ausstrahlst. Dann denke ich, dass die Chancen dafür, dass du deinen Lebenspartner findest, relativ hoch sind.

    Alles Liebe
    Hayley

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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Hallo Eliotta,

    das ist wirklich eine traurige Lebensstory.

    Leider kann ich dir keinen Rat geben, nur Mut zusprechen.

    Vergiss nie, irgendwo gibt es den passenden Deckel

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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Hallo zusammen!

    Zuerst einmal danke für eure Antworten. Ich gehe mal der Reihe nach auf sie ein.

    @Dharma:

    - Zu meinem Verhältnis zu meinem Bruder ist zu sagen, dass wir aufgrund unserer gemeinsamen schweren Geschichte natürlich ziemlich eng verbunden sind, aber auch komplizierte Dynamiken miteinander haben. Ich ringe seit langen um ein Verhältnis auf Augenhöhe, doch wenn nur einer das tut, funktioniert's nicht...
    Und ich habe ja auch meine uralten Muster, die ich nicht so einfach ablegen kann. Letztlich habe ich für mich begriffen, dass ich mich nur abgrenzen kann.
    Er hat mir zwar immer wieder gesagt, dass er immer für mich da sein wolle. Doch wenn ich ihn dann brauchte, hat er sich stets zurückgezogen. Allenfalls finanziell hat er mir während meiner Arbeitslosigkeit einige Male sehr geholfen. Ich glaube, mehr kann er nicht. Ich versuche es positiv zu sehen, denn schlimmer wäre es, wenn auch er nicht mehr da wäre...

    - Zu dem Nicht-Sex mit meinem Ex ist zu sagen, dass wir natürlich irgendwie "Sex" hatten. Jedoch total krampfig, irgendwie 'aneinander vorbei'. In diese Beziehungskiste fast ohne Sex reingeraten bin ich, weil wir uns kennenlernten, als meine Krankheit grade sehr präsent war und ich zwischendurch sogar im Krankenhaus lag.
    Als ich aus dem Krankenhaus entlassen war und es sexuell zwischen uns immer noch hakte, und ich mit ihm darüber redete, vertraue er mir seine Missbrauchsgeschichte an und bat mich um Zeit, woraufhin ich verständnisvoll reagierte. Ich dachte halt wirklich, er müsse Vertrauen gewinnen. Erst im Laufe der Monate begriff ich, dass er mich gar nicht begehrte. Er stand zwar auf meinen Körper und mein Aussehen, aber nicht auf meine 'Performance', sprich, wir sprachen nonverbal nicht die selbe Sprache.
    Ja, Dharma, "Beziehung" würde ich sowas auch niemals mehr nennen.

    @Teracotta

    - Die Idee mit der Selbsthilfegruppe finde ich grundsätzlich eine gute. Ich bin ansonsten auch sehr aktiv, treibe Sport, bin in Freizeitgruppen und mehreren Vereinen und auch sonst viel unterwegs. Ich war auch schon zwei Male probeweise in einer Selbsthilfegruppe. Einmal kurz nach meiner Diagnose, einmal zwei Jahre später. Beide Male jedoch war ich danach trauriger als vorher. Denn dort hatten einige der Mitpatienten Angehörige (Partner, Kinder, Geschwister und eine gleichaltrige Mitpatientin sogar ihre Mutter) mitgebracht. Da fühlte ich mich noch 'alleiner' als sowieso schon. Keine Ahnung, vielleicht unternehme ich irgendwann noch einmal einen Anlauf...


    @Hayley

    Danke auch Dir für Deine mutmachenden Zeilen. Es tut wirklich sehr gut, von so einer Geschichte zu lesen. Ja, noch sind mir mein Optimismus, meine Lebensfreude und meine positive Ausstrahlung nicht verloren gegangen...


    LG, Eliotta

  7. Inaktiver User

    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Liebe Eliotta, deine Geschichte hat mich berührt.

    Ich kann mich als 1. Dharma09´s Gedanken anschließen. Ich sehe es auch so.
    Eliotta, es gibt viele Lebensgeschichten, die nicht einfach sind, ich weiß es.

    Und ich denke auch, du musst nicht jedem neuen sofort alles um dich beichten.
    Und manches muss ein Neuer vielleicht auch nie erfahren! Zu viel Belastendes, kann auch eine Beziehung belasten. Nicht jeder kann mit dem Wissen umgehen!

    Schwierige Familie, keine Familie oder so gut wie keine, geschieden, alleinerziehend, x Beziehungsversuche, und immer wieder die die geht bin ich. Lieber allein, als unglücklich zu zweit und allein zu sein stört mich immer weniger. Freunde gibt es zum Glück.

    Gib nicht auf, schaff dir Ausgleich und Freude. Alles Liebe und lass dich mal drücken.
    Und nimm dich !!! Nimm dich an so wie du bist. Alles andere findet sich dann.
    Geändert von Inaktiver User (07.09.2013 um 11:36 Uhr)

  8. gesperrt

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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    Mir passiert das ab und an mal bei Bekannten (nicht oft, ich müsste überlegen, aber ich kenne das Gefühl von daher muss das schon passiert sein), dass ich die noch nicht lange kenne und rel. viel über ihre Leidensgeschichte erfahre.


    Um ehrlich zu sein, mich schreckt das ab. Aus mehreren Gründen:

    -wenn die Person gleich zu Anfang so derart ins Detail geht, wirkt das auf mich als bestünde ein deutlich größeres Interesse an ihr selbst als an mir. Von jemandem, der gerade versucht, mich kennenzulernen (und dann auch noch romantisch), erwarte ich aber was anderes, zumal das Schildern der eigenen Leiden effektiv verhindert, dass noch irgendwer anders sagen kann "mir geht es gerade schlecht, weil schlecht geschlafen" oder so, denn was der andere erlebt hat, ist ja viiieeel schlimmer.
    Ich finde, wenn ich vom Leid der anderen höre bevor ich sie so gut kenne dass ich abschätzen kann wie sie wollen dass man mit diesem Leid umgeht, belastet das die Beziehung im Vorhinein.


    - je nachdem, wie es vorgebracht wird, KANN es so rüberkommen,als ob der andere einen Retter sucht und nein, das ist dann keine Augenhöhebeziehung mehr.

    Und noch etwas ganz anderes:


    Die ersten Themen, über die man sich unterhält, sind doch, neben Eckdaten, (denke ich zumindest) oft Themen, für die man sich gemeinsam interessiert. Gemeinsame Hobbies, evtl. Herumphilosophieren über Interessantes.....Dinge, bei denen ich annehme, dass da auch während einer Freundschaft oder Beziehung häufig darüber geredet wird, weil es der Person wichtig ist.
    Naja, entweder der andere betrachtet sein Leiden als "Eckdaten", die man wissen muss um ihm zu kennen - fände ich persönlich eher abschreckend, aber kann ich noch irgendwie nachvollziehen.

    Oder es ist so wichtig, dass da auch während der Beziehung/Freundschaft ständig drüber geredet wird, und nein, da würde ich auch überlegen, ob ich jemanden näher ranlasse, wenn ich davon ausgehen kann, dass eine Krankheit nicht einfach nur immer präsent ist (ist sie, wie auch nicht), sondern dass auch noch erwartet wird, dass ich so häufig darüber rede als wäre es das heißgeliebte Haustier.

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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    hallo eliotta,



    Zitat Zitat von Eliotta Beitrag anzeigen
    ...Wer nimmt denn eine wie mich?...
    in erster linie: du dich selbst

    wer sonst kennt sich selbst am besten, kann für sich da sein wenn es ihm nicht gut geht und verlässt einen niemals nie?

    die selbstannahme kann ein sehr langwieriger prozess sein, aber es lohnt sich. hab mut und gehe weiter deinen weg. am ende wirst du den wichtigsten menschen auf diesen planeten finden.
    Sometimes...the first step to forgiveness is realizing, that the other person...is batshit crazy.

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    AW: Wer nimmt denn eine wie mich?

    hallo Eliotta,

    Saetien hat einen Satz geschrieben, der mich bei deinem Eingangspost auch immer wieder angesprungen hat:

    je nachdem, wie es vorgebracht wird, KANN es so rüberkommen,als ob der andere einen Retter sucht und nein, das ist dann keine Augenhöhebeziehung mehr.
    Egal um welche Art von Beziehung es sich handelt und welches Geschlecht mir da gegenüber sitzt, aber so was schreckt mich auch ab und ich flüchte. Nicht aus persönlicher Ablehnung, sondern weil ich weiss, dass damit niemandem gedient ist, wenn ich diese Rolle übernehmen würde. Das ist einfach nicht das, was viele Menschen i.d.R. in Beziehungen und Freundschaften suchen. Jeder hat ein Päckchen, sicher nicht so schwer wie deins. Aber jeder will i.d.R. mit seinem Päckchen gesehen und anerkannt werden, das geht nicht nur dir so. Und wenn da einer ein sehr großes und schweres Päckchen in einem Stück und womöglich recht früh auf den Tresen hieft, dann kann das schon die Sicht auf den Träger in seiner Ganzheitlichkeit versperren und sich erdrückend anfühlen.

    Zu deiner Frage: wer nimmt so eine wie dich?

    Du hast in deinem Post auch etwas geschrieben, das ich immer wieder beeindruckend und sehr berührend finde (inzwischen auch in meiner eigenen Geschichte übrigens): Dein Weg aus dem Sumpf in eine bessere Lebensqualität. Das ist eine echte Stärke, die es dazu braucht. Und es gibt viele Menschen, die diese Stärke entwickeln mussten und zu ihrem Wohl benutzt haben. Die gibts auch unter den Männern

    Mich verbindet so was in der Art mit meinem Freund, mit dem ich jetzt seit 4 Jahren zusammen bin. Wir müssen zwar immer achtsam mit uns selbst und mit uns gegenseitig umgehen, aber durch unsere eigenen Prozesse und Geschichten haben wir immerhin das Bewusstsein und die Sprache dafür. Ganz wichtig ist aber, dass wir beide zusammenkamen, als wir schon vieles an Handwerkszeug für unsere Baustellen hatten, so dass das Schöne und die Leichtigkeit die tragende Basis sein kann, neben dem Verständnis füreinander, das dann auch bei Konflikten hilft. Man kann mit Päckchen sich gegenseitig unterstützen und es sich trotzdem (oder auch deswegen) gut gehen lassen. Wichtig ist zu lernen, dass es zwischen Stützen und Unterstützen einen Unterschied gibt, genauso wie zwischen Mitgefühl und Mitleid.

    Die Frage ist, ob du wirklich schon so weit bist oder doch eher noch auf der Suche nach einer Stütze bist?! Die holst du dir dann wirklich besser bei Selbsthilfegruppen und Therapeuten. Eine Beziehung entbindet von dieser (Selbst-)Hilfe sowieso nicht, im Gegenteil. Die stellt nochmal Herausforderungen, die u.U. dann auch professionelle Hilfe wieder ins Gespräch bringen könnten. Der Partner kann alte Wunden nicht heilen und es ist auch nicht seine Aufgabe. Wenn in einer Beziehung nicht das Positive, Schöne überwiegt, sondern das gemeinsame Leiden, dann ist es meiner Meinung nach eine Komplizenschaft und keine Liebesbeziehung. Aber das ist nur meine Meinung.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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