Dessen bin ich mir immer bewusst gewesen. Dennoch ist die Frage, ob ich mich darauf einlasse (wenn mir irgendwann wieder ein "falscher Mann" den Verstand zu rauben droht) nicht mehr wie früher eine Frage des Gefühls ("Ich konnte nicht anders!"), sondern eine bewusste Entscheidung ("Ich will das jetzt so!"). Ich bin ohnehin nicht der Meinung, dass Entscheidungen, einmal getroffen, für immer und ewig in Stein gemeißelt sind. Natürlich werde ich im Laufe meines Lebens alle möglichen Entscheidungen, Konzepte und Pläne überprüfen und ggf. über Bord werfen.
Alles was ich sagen wollte: für die Lebensphase nach "den wilden Jahren" war es für mich die richtige Entscheidung, mal einem erwachsenen Mann die Türen zu öffnen und die Vorzüge einer Beziehung kennen zu lernen, die jenseits dem Kampf mit den "verlorenen Seelen" liegen.
Mein Mann und ich sprechen ganz offen über die Chancen und Gefahren, die in unserer Kombination liegen. Das finde ich nämlich besonders wichtig, dass wir uns nie etwas vorgemacht haben.
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 159
-
29.08.2013, 13:49Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
-
29.08.2013, 14:28
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Ich bin der gleichen Meinung wie du. Und die Gründe dafür können ja sehr vielfältig sein. Selbst wenn nicht schwerste Trauma in der Kindheit oder akute schwerwiegende Probleme vorliegen, gibt es Menschen die zwar oberflächlich betrachtet lebenstüchtig sind, aber in einer Zweierbziehung z.B. nicht in der Lage sind, eigene Interessen zurück zu stellen, Kompromisse zu schliessen, andere generell gering schätzen. So jemand ist für meine Begriffe in dem Moment beziehungsunfähig.
Wenn er dies aber nicht als eigenes Problem erkennt, nicht daran arbeitet, bleibt er somit auch beziehungsunfähig? Oder gibt es für so jemand tatsächlich ein passendes Gegenstück?
Anderes Beispiel - sehr lieber Freund, der so hohe und vielfältige Ansprüche an eine mögliche Partnerin hat, dass ich bezweifle, dass er "seine Traumfrau" finden wird. Probiert sich seit Jahren immer wieder in Beziehungen, die aber nach mehreren Monaten scheitern, da er eben einen Menschen und keine Traumfrau als Gegenüber hat.
Und in diesen Beispielen ist "beziehungsuntauglich" ja kein Attest, dass sie sich selbst ausstellen, sondern eine Betrachtungsweise von aussen. Diese Männer wünschen sich ja eine Beziehung, scheitern aber aus für sie unerklärlichen Gründen immer wieder.
Okay, war mir bei der von mir überspitzt gewählten Formulierung nicht bewusst, dass es auch so aufgefasst werden können. Es war eher Ironie im Sinne von "warum glaubt jemand es besser als der Mann zu wissen wenn er nicht will" oder "Frau erkennt, der Mann tut ihr für ihre Bedürfnisse nicht gut und sie bildet sich ein, wenn sie ihn genug liebt, wird er sich anpassen"
Aber es trifft es trotzdem, ich empfinde es auch als eine Überheblichkeit, wenn sich Frau wider besseren Wissens und vielleicht auch Ratschläge anderer, anmasst, den Mann von sich überzeugen zu wollen und von Anfang an die Augen vor dem verschliesst, was nicht passt.
Und da kommen wir zur Definition von
Defizit bedeutet ja grundsätzlich Mangel und wird wohl eher subjektiv geprägt sein.
Beispiel: Ist Frau also jemand für die tägliches Melden und kleine Begrüssungsrituale (Küsschen, Umarmung) sehr wichtig sind und dem Mann unwichtig und er der Meinung ist seine Zuneigung auf andere Art und Weise zu zeigen, wird sie es als Defizit an ihm wahrnehmen und er an sich selbst eben nicht.
Hier kann sie nun eben Kompromiss eingehen, den "Mangel" stehen lassen oder sich der Aufgabe widmen ihn hier "umerziehen" zu wollen oder gleich zu Beginn festlegen, dass ist mir zu wichtig, da kann ich nicht darauf verzichten.
Anderes Beispiel: Der Mann zeigt sich generell anderen Mitmenschen und auch der Frau gegenüber wenig respektvoll und verachtend. Wenn er dies aber so nicht empfindet oder einsieht und daran arbeitet, dann wird dies wohl nicht nur von der Frau als ein Defizit an ihm wahrgenommen, sondern auch von seinem Umfeld.
Hier wäre nun der Denkfehler meiner Meinung nach, zu glauben "ihn durch Liebe heilen zu wollen" und an ihm festzuhalten, obwohl er frau nicht gut tut.
Defizit kann also nur von Einzelnen oder auch von Mehreren erkannt werden und wird wohl immer von irgendjemand gewertet werden.
Bin gespannt auf ein Beispiel von dir, dass du bei deiner Aussage "andere ohne Wertung zu sehen" im Hinterkopf hattest
-
29.08.2013, 14:33
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Hallo Lilly,
herzlichen Dank für deine Geschichte. Macht mir Mut, da ich mich in einigem wieder erkenne.
Seufz - ich hatte vermutlich gehofft ich bekomme einen Tipp wie "trink einen Kamillentee, dreh dich dabei 3 x um die eigene Achse und wirf den Würfelzucker über die linke Schulter - dann hast du ihn aus dem Kopf" ;-)
Aber da hilft wohl wirklich nur die Zeit und nicht das krampfhafte Wollen.
Herzliche Grüsse, Marvel
-
29.08.2013, 15:15
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Ich möchte Deinen Stolz auf das Selbst-Zugespitzte nicht kränken, aber die Frage:
"Darf ich retten?"
war meine zweite Frage, folgend auf die erste Frage nach der eigenen Motivation.
Ich habe bewusst keine Antworten angeboten, da es sich hier nicht um einen konkreten Fall handelt und zudem sowieso jede/r die eigenen Motive prüfen muss.
Daraus kann sich dann und wird sich in vielen Fällen ergeben, dass die Idee, jemanden oder etwas retten zu wollen, blanke Anmaßung und reinem Egoismus entspringen.
Nicht mehr zu tun, sich selbst und dem Gegenüber klare und stabile Grenzen zu setzen, ist aber schon sehr schwer.... Hilfe anbieten, wo es einem zukommt. Hilfe leisten, WENN sie nachgefragt wird. Und nur soweit, wie sie in meiner Macht, meiner Kraft und Kompetenz steht. Nicht mehr. ...
So ist es in der Theorie.... Und das Allerwichtigste: Ohne etwas im Resultat zu erwarten. Wie: Es muss doch jetzt besser werden, wo ich geholfen habe.
Dann kann etwas Positives geschehen. Mit der "Rettungs-Anmaßung" nicht.
Aber in der Theorie ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis meist meist kleiner als in der Praxis.

Praktisch kann ich sagen, dass es passieren kann (bei mir ist es jedenfalls regelmäßig vorgekommen), dass selbst erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe oder Rettung seltenst zu etwas Gutem für mich geführt haben.
Sondern dazu, dass die, denen ich erfolgreich geholfen haben, sich entweder von mir abgewandt haben, sobald ich nicht mehr helfen konnte, nicht mehr "nützlich war" oder mich mich nicht mehr "nützlich machen" wollte.
Die liebten also nicht allein oder vielleicht auch gar nicht mich als Person, sondern auch oder nur mich als Funktionsträger, als Helfer und Retter.
Oder sie haben mich, nach erfolgter Hilfe wieder erstarkt, bekämpft, meine Hilfe klein geredet, geschmäht, und durch Verdrehung ins Gegenteil in den Dreck gezogen, weil sie nicht mehr anerkennen oder wahrhaben wollten, dass und wie (Art, Ausmaß) ich ihnen geholfen habe.
Da wurden mir dann nachträglich die miesesten Motive für meine Hilfe unterstellt.
Mögliche Gründe, warum das passieren kann oder passiert ist:
Vielleicht haben sie es so empfunden, dass ich als der erfolgreiche Helfer/Retter mich über sie, die Geretteten, stelle: "Was Du bist bist Du nur durch meine Hlfe/Rettung geworden."
Oder sie haben es so empfunden, dass ich als erfolgreicher Helfer/Retter Anerkennung oder Dankbarkeit eingefordert habe, die diese Menschen vielleicht nicht geben können oder wollen, selbst wenn sie allen Grund dazu hätten.
Da kam es dann ja immer zu der lustigen Frage:
Habe ich das, wenn überhaupt, bewusst oder unbewusst getan?
Ja, wenn man das so genau wüsste oder feststellen könnte ...
Vielleicht hatten "die Geretteten" auch Angst davor, irgendwann mal etwas Vergleichbares für mich tun zu "müssen" (was sie entweder nicht zu können glaubten oder einfach nicht tun wollten).
Vielleicht brauchten sie den "Erfolg der Rettung" so sehr für sich allein, dass sie niemanden neben sich ertragen konnten, der einen Teil dieses Erfolges für sich hätte reklamieren können (unabhängig davon, ob diese Person (also ich) das dann tatsächlich tut).
Es reicht ja auch schon, wenn der Gerettete sich selbst wegen der in Anspruch genommenen und erfolgreichen Hilfe/Rettung als "schwächer, kleiner, bedürftiger, [you name it]" als den Retter empfindet.
Dies findet sich sehr häufig bei Menschen, die sich aus einer schwierigen Ausgangsposition unter hohem Einsatz viel erarbeitet haben - sei es materiell, sozial oder emotional, spirituell, also eben nicht-tangibel oder nicht klar messbar.
Ich filtere potentielle Beziehungspartnerinnen mittlerweile in extremer Weise, um nicht wieder in Beziehungen mit "zu Rettenden" oder "Hilfsbedürftigen" zu landen.
Das funktioniert als "Stellhebel" für schönere, stabilere Beziehungen aber nicht so gut.
Denn erstens haben diese "in Not befindlichen" oder "hilfsbedürftigen" Menschen ja neben dem Selbstwertstärkungspotential (das ist für mich kaum mehr wichtig) einen sehr besonderen, starken Reiz für mich:
Ich erhoffe mir bei Menschen, die selbst irgendwie "in Not" oder "hilfsbedürftig" sind, mehr Akzeptanz, Respekt, vielleicht auch Verständnis und Unterstützung für mich, der ich ebenfalls "in Not" und "hilfsbedürftig" bin. Ich erhoffe mir, bei ihnen schwach sein zu können.
Das ist zwar ein logische Vermutung und kluge Sehnsucht, aber so sind die meisten Menschen anscheinend nicht.
Auch ist es so, dass bei Menschen, die nicht irgendwie "in Not" oder "hilfsbedürftig" sind, oft wenig interessiert an "schwachen Partnern" sind. Was m.M.n. ihr gutes Recht ist, passt dann eben nicht.
Oder noch schlimmer, sie sind nur vermeintlich nicht "in Not" oder "hilfsbedürftig" - sie leugnen nämlich einfach, dass sie es sind.
Da stört ein Partner, der sich zu seiner Not und Hilfsbedürftigkeit bekennt, natürlich die Aufrechterhaltung solcher Lebenslügen. Auch die Habe und das Ausleben einer Lebenslüge ist m.E. das gute Recht jedes Menschen. Passt dann eben ebenfalls nicht.
Ich suche also nach einem Weg in die friedliche Resignation, die ich wie folgt ins Leinen sticken würde:
"Hilf Dir selbst, dann hilft Dir einer.
Dank Dir selbst, denn sonst macht's keiner."
Daraus leite ich jedoch (noch) nicht ab, dass ich ebenfalls niemandem mehr helfen würde/werde. Ich arbeite stark allerdings an meiner Art, zu helfen.
Und retten will ich außer mir selbst und meinen Kindern niemanden mehr vor gar nichts - hoffentlich halte ich das durch.
Cheers,
KKGeändert von Kistenkumpel (30.08.2013 um 00:11 Uhr)
-
29.08.2013, 15:59
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Zitat von Marvel

Um das Absurdum deutlich zu machen:
Es ist für mich nicht wichtig, ob Du mein "Hoffe, geholfen zu haben" mit einem klaren "Ja" beantworten kannst. Hoffnung lebt und stirbt allein im Hoffenden.
Du bist auch nicht in der Position, mir Hilfe oder Rat "abzuverlangen".
Insofern hast Du ungeschickt, aber im Themenkontext interessant formuliert.
Das ist aber kein Problem.
Ich denke, das ergibt sich einfach mit der Zeit.- den "Verstand die Oberhand bekommen lassen"
Denn der Mensch tut meist, was ihm nützlich oder angenehm erscheint - 15 mal mit dem selben Schwung gegen die selbe Wand zu rennen in der Hoffnung, den Kopf durch dieselbe auf die andere Seite zu bekommen, wird wohl kaum jemand auf Dauer als nützlich oder angenehm empfinden.
Abgesehen davon kannst Du diese "zu Rettenden" ja auch weiterhin ganz wunderbar finden. Nur musst Du eben genau überprüfen, welche Art von Beziehungen mit ihnen für Dich in schöner Weise lebbar ist, ohne dass Du sie "rettest".
"Beziehungsuntauglichkeit" gibt es m.e. faktisch nicht - ich halte das ein ideologisches Modewort.... und "gibt es Menschen die beziehungsuntauglich für alle sind" -
Jeder Mensch ist fähig, Beziehungen einzugehen und zu leben.
Es fragt sich bloß, wie diese Beziehungen dann aussehen und wie sie sich anfühlen.
Die Ideologie ist, nicht das Wesen und Verhalten eines Menschen erst einmal genau zu betrachten (wie ist jemand, was macht jemand - beobachtbar, wahrnehmbar?), sondern direkt Motive, Ursachen und Veränderungspotential zu deduzieren.
Die Absiucht dahinter ist, den betrachteten Menschen in seiner (Nicht-)Eignung für etwas ganz Bestimmtes, hier eine ganz bestimmte Form von Beziehung, zu bewerten.
(Dieselbe Ideologie blüht auch im Bereich der Ökonomie und der Arbeitswelt.)
Interesanterweise wird dies Bestimmte, hier eine ganz bestimmte Form von Beziehung, dabei meist nicht "bestimmt", nicht klar umrissen, nicht genau beschrieben. Damit ist es der Betrachtung entzogen.
Ich vermute, dies geschieht mit Absicht:
Niemand soll genau betrachten können, was ich mir unter einer "guten (Liebes-)Beziehung" vorstelle.
Denn dabei könnte ja herauskommen, dass ich selbst nicht bin, habe oder kann, was ein Mensch für diese Art von Beziehung idealerweise sein, haben oder können müsste.
Und/oder es könnte sich herausstellen, dass ich diese Beziehungsform zwar erstrebenswert finde, aber x-tausend Andere aus sehr guten Gründen nicht.
Den Begriff der "Beziehungsunfähigkeit" zu benutzen, ist meines Erachtens also dem Bedürfnis geschuldet, das Wesen und Verhalten einer Person zu bewerten, um diese Person dann im Vergleich zu anderen Personen auf- oder abzuwerten.
Dabei ist es egal, ob man selbst oder jemand Anderes die auf- bzw. abzuwertende Person ist. Diese Ideologie findet sich in allem denkbaren Permutationen.
Wie gesagt, ich halte das für eine wenig erfreuliche Mode, einen fatalen Mainstream.
Hoffe, angeregt zu haben.
KK
-
29.08.2013, 16:21Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Ist das eine logische und kluge Sehnsucht ?
Ich glaube nur aus dem Blickwinkel desjenigen, der genau eine solche Haltung /Thematik hat, wie du sie hier teils beschreibst.
Ich kann den Punkt im übrigem gut nachvollziehen, weil ich das Beschriebene von mir kenne.
Und das ist schon mE nach einer der 'Klassiker' in der Motivation als 'Retter' aufzutreten.
Ich habe das aber Jahre nur sehr versteckt bei mir erlebt, hat lange gedauert bis mir das bewusst geworden ist.
Weil: ich bin nicht gerne eine 'Retterin' und sehe mich auch nicht so.Zumindest was das Seelenheil/Beziehungsglück etc pp. anbelangt....wenn es um einen Partner geht.
Ich lasse andere gerne teilhaben an meinen Sichtweisen, ich mache gerne etwas für mir liebe Menschen,gebe auch gerne mal die Hand, höre gerne und interessiert zu...das alles stört mich gar nicht.
Aber 'retten' - neee.
Das erhöht auch in meinen Augen wieder nur eine erhebliche Distanz/Machtgefälle zwischen Zweien.Ob gewollt oder unbewusst.
Kann kein Ziel sein - zumindest für mich nicht- in einer Partnerschaft.
Ich kenne das Thema teils auch aus manchen Beziehungen.Allerdings sogar sehr direkt vom Gegenüber formuliert und allermeist auch schon sehr zu Beginn. Ein plötzlich ausgsprochenes 'hilf mir'....und ich guck verdutzt mein Gegenüber an...diesen starken Kerl...der bislang wenig hilfsbedürftiges für mich hatte und wo das 'hilf mir' auch nur unkonkret im Raum stehen blieb.
Oder ein ganz klares 'ich habe von dir erwartet, das du mich aus meiner miesen Beziehung rettest'.
Um mal zwei sehr plakative Momente zu nennen.Beim zweiten Beispiel bin ich direkt und prompt in die Flucht geschlagen gewesen und sämtliche Liebesambitionen waren meinerseits tod.
War aber auch das letzte und für mich heftigste und absurdeste Erlebnis.
Wo ich mich anfing zu fragen, wie das Gegenüber auf solche absurden Gedanken bei mir kommen kann.Wie es überhaupt sein kann, das jemand auf der Ebene bei mir 'Anschluss' sucht.
Inhaltlich kam da das oben zitierte bei mir raus.Das war auch nicht aus Berechung gedacht, sondern ich glaubte ...genau so : 'logische Konsequenz' ....derjenige versteht mich dann bestimmt auch.
In meinen Fällen musste ich festellen: ganz und gar nicht.Im Gegenteil.
Und wenn mir wie in neuerer Zeit schnell bewusst schwante: weia, da droht ne 'Helferrrolle' und ich mich schnell davon abgrenzte- war das Interesse an mir ratzfatz vorbei.
Ist aber so gesehen- auch eine 'logische Konsequenz' ;-)
Ich glaube schon, das manche Ursache da von alten Prägungen/frühkindlichen Erfahrungen her stammt.Ich kenne das zumindest bei mir.
Ich finde das heute für mich- und meine letzte Konfrontation damit hat es mir gezeigt- völlig unattraktiv.
Kommen sofort Fluchtgedanken, auch wenn ich das mir hätte für mich bis vor einiger Zeit nie vorstellen können.
@ Marvel
Das so meine Gedanken dazu.Es gibt übrigens auch ein interessantes Märchen dazu...wenn man auf solche 'Tiefenpsychologische Deutungen' steht...bzw meine ich natürlich jene Deutung auf der Basis zu dem Märchen
Es ist der Froschkönig.Da geht es um das Thema 'retten'.Vllt interessiert es dich/ passt davon etwas.Von so einem Paartherapeuten...ich meine Jellouscheck ( wird das so geschrieben ? ) sogar ein recht bekanntes Buch.
Lange, bevor mir das Thema jemals bewusst gewesen ist habe ich Jahre davon immer mal wieder geträumt.
So in meinen Bildern.Und wusste nie, ob ich der Frosch oder die Prinzessin bin.
Der Traum brach an der Stelle mehr oder minder ab, als der Frosch an die Wand geworfen wird....
Damals kannte ich aber noch keinerlei Deutung, Psychologie etc dazu
Lara
-
29.08.2013, 16:43
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Nein,
Logische Vermutung, weil es logisch wäre, dass jemand, der eine Not selbst kennt und in derselben Hilfe in Anspruch nehmen möchte, dieselbe Not bei anderen zumindestens (an-)erkennen und respektieren können und wollen würde."...eine logische Vermutung und kluge Sehnsucht ...
Es könnte allerdings ebenso logischerweise sein, dass eine solche Person viel zu sehr in Not oder bedürftig ist, um auch nur Respekt und Akzeptanz für die Nöte Anderer leben zu können, vom selbst helfen mal ganz zu schweigen.
Kluge Sehnsucht, weil es klug ist, sich wie ich als zuweilen schwacher Mensch eine Partnerin zu wünschen, die auch mit dieser Schwäche gut umgehen kann. Mit (und von) meinen Stärken konnte ja jede gut leben.
Was Du beschreibst, sind Menschen, deren Verhalten den Schluss nahelegt, dass sie Deine Stärke benutzen bzw. Deine Hilfe ausnutzen wollten. Du spielst dabei dann nur eine Rolle als Funktionsträgerin.
Da ist Flucht allerdings geboten.
Von derlei Schnorrern und Vampiren sprach ich aber nur beiläufig und bin selbst kein solcher (ok, Selbstbild
).
Geändert von Kistenkumpel (30.08.2013 um 00:10 Uhr) Grund: Smiley zum Smilen gebracht
-
29.08.2013, 17:05
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Moin Kistenkumpel,
darüber bin ich gestolpert. Mir fällt keine Konstellation ein, in der ich die Rollen (Helfer und "Geholfenwerder") in einem Beziehungsgeschehen so klar zuschreiben und voneinander abgrenzen könnte, wie das in Deiner Beschreibung vorliegt. Ein Zusammenleben (in allen Alltagszusammenhängen) also, in dem ich mich klar und durchgängig (!) als helfend/"rettend" und mein Gegenüber als klar und durchgängig hilfesuchend/rettungsbedürftig erlebt hätte. Wie funktioniert ein solches Selbstbild ("Ich rette")? Bzw. wie kann ich den anderen in einem solchen Bild ("Er/sie wird von mir gerettet") über längere Zeit hinweg gedanklich und gefühlt 'halten'?
Würde es Dir was ausmachen, diese erlebten Fälle, von denen Du sprichst, ein wenig konkreter zu machen? Vielleicht hilft mir das auf die Sprünge.
Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
-
29.08.2013, 17:31Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Gut, dann zur korrekten Formulierung:
Ich las dich so, als würdest Du ersteres als eine logische Vermutung annehmen.
Dem stimmte ich zu bzw ich kann dazu sogar für mich noch eines drauf setzen: ich dachte wirklich zutiefst emotional mal eine Weile, das sei mal einfach so....zumindest wesentlich häufiger als-
deine zweite Ausführung, was ebenso sein könnte.
Jene zweite Vermutung ist jedenfalls das, was ich in Beziehungen dann real eher antraf.
Nur nicht so schnell gesehen bzw eine Weile gar nicht gesehen.
Okay, Da ich persönlich davon ausgehe, das jeder Mensch starke und schwache Seiten hat, ausnahmslos- und das es eher eine Frage ist (in einer Partnerschaft) inwiefern sich die jeweiligen Schwächen/Stärken ergänzen ...und wie/ob überhaupt Stärken und Schwächen gesehen/angenommen werden- sicher, so gesehen eine kluge Sehnsucht.Kluge Sehnsucht, weil es klug ist, sich wie ich als zuweilen schwacher Mensch eine Partnerin zu wünschen, die auch mit dieser Schwäche gut umgehen kann. Mit (und von) meinen Stärken konnte ja jede gut leben.
Stimmt.Allerdings bin ich da eher Jahre waghalsig in den Kampf gezogen.Das mit der Flucht hat eben gedauert.Was Du beschreibst, sind Menschen, deren Verhalten den Schluss nahelegt, dass sie Deine Stärke benutzen bzw. Deine Hilfe ausnutzen wollten. Du spielst dabei dann nur eine Rolle als Funktionsträgerin.
Da ist Flucht allerdings geboten.
Ist auch etwas dürftig, sich selbst in der Rolle einer 'Funktion' zu sehen und nicht als Teil von etwas.Bzw traurig.
Wenn es denn so ist.
Ich bezog mich auch hauptsächlich auf das von mir zitierte.Weil mir das so bekannt vorkam.Von derlei Schnorrern und Vampiren sprach ich aber nur beiläufig
Der Rest war grob ein paar Beispiele meinerseits, die mir dazu einfielen.
Zur Thematik.
Und in jenem post gab es noch so zwei, drei Beispiele welche mir nicht ganz fremd schienen.Auch wenn ich mir denke, das meine Perspektive dazu eine andere ist.
Ich habe mich nie als 'Retterin' gesehen - das beschreibst du anders, zb:
oderOder sie haben mich, nach erfolgter Hilfe wieder erstarkt, bekämpft, meine Hilfe klein geredet, geschmäht, und durch Verdrehung ins Gegenteil in den Dreck gezogen, weil sie nicht mehr anerkennen oder wahrhaben wollten, dass und wie (Art, Ausmaß) ich ihnen geholfen habe
Das lese ich so, als das Du du dich wirklich als 'Retter' - siehst, gesehen hast, empfunden.Vielleicht haben sie es so empfunden, dass ich als der erfolgreiche Helfer/Retter mich über sie, die Geretteten, stelle: "Was Du bist bist Du nur durch meine Hlfe/Rettung geworden."
Oder sie haben es so empfunden, dass ich als erfolgreicher Helfer/Retter Anerkennung oder Dankbarkeit eingefordert habe, die diese Menschen vielleicht nicht geben können oder wollen, selbst wenn sie allen Grund dazu hätten
Das habe ich so nie gesehen bzw empfunden.Ich habe nur gemerkt: für mich kommt dabei nix bzw wenig zurück bzw ich lief da eine Einbahnstrasse entlang.
Ich traf nur gehäuft auf Menschen, die mir das Bild- sei meine 'Retterin' bewusst oder unbewusst und mehr oder minder deutlich....immer wieder gerne überziehen wollten.
Und da ich das lange gar nie gemerkt habe...sehen wollte/konnte....mich nicht zeitig abgegrenzt habe ...gibt's da offensichtlich ein Problem bei mir.
Das für mich treffendste hatte ich kommentiert.
Anyway, ich denke anderseits auch, das es ganz unterschiedliche Motivationen, Erlebnisse, Prägungen gibt, die sich letztlich im weitem Feld des Thema's 'Retten & Co' bewegen werden.
Lara
-
29.08.2013, 17:34Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
.Dennoch ist die Frage, ob ich mich darauf einlasse (wenn mir irgendwann wieder ein "falscher Mann" den Verstand zu rauben droht) nicht mehr wie früher eine Frage des Gefühls ("Ich konnte nicht anders!"), sondern eine bewusste Entscheidung ("Ich will das jetzt so!"). Ich bin ohnehin nicht der Meinung, dass Entscheidungen, einmal getroffen, für immer und ewig in Stein gemeißelt sind. Natürlich werde ich im Laufe meines Lebens alle möglichen Entscheidungen, Konzepte und Pläne überprüfen und ggf. über Bord werfen.
Jetzt sind wir bei der Diskussion des freien Willens angelangt; zudem gewürzt mit einer zur Schau getragenen Flexibilität, die sich wirklich nicht echt anhört und in Anschluss an erstere Aussage sämtliche philosophische Ansätze klären will. Und all das in einem Frauenforum, das für sich beansprucht, besonders durchdacht zu sein.
Dazu gehöre ich im Übrigen auch, aber ich hüte mich vor solchen Verallgemeinerungen, wie Du sie im obigen Abschnitt von Dir gibst. (Außer, ich habe grad Lust auf : Ich beanspruch jetzt mal für mich die Weisheit sämtlicher Philosophen)



Zitieren