Okay, selbst wenn ich es intellektuell voll erfasse - wie geht man damit um?
Praktische Tipps?
@flirtingwithdesaster
Robin Norwood habe ich als Teenager gelesen und mir eingebildet nun bin ich auf Beziehungen vorbereitet und habe dennoch sämtliche Fehler begangen.
üben, üben, üben - und wie?
Wie bekomme ich den Kopf leer? Ich wollte die jetzige Phase ohne Beziehung, ohne Gefühlswirrwarr annehmen und geniessen.
Und wider mein besseres Wissen spukt ein unpassender Mann durch meinen Kopf.
Und ich möchte ihn auch nicht - wie in der Vergangenheit passiert - "retten". Es passt definitiv nicht. Nur scheinen da irgendwelche Synapsen nicht richtig zu schalten![]()
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Ergebnis 11 bis 20 von 159
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28.08.2013, 16:37
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
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28.08.2013, 16:59Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Ja auch das. Die Frage ist doch erstmal, was genau ist denn "Unerreichbarkeit" in Marvels Fall? Und wenn "ihre" Männer für sie unerreichbar sind dann ist es doch völlig egal warum sich diese Männer so verhalten, oder?
Sie tun es und das hat ihre Gründe, genausogut könnte es aber auch sein, daß Marvel ein Klammertyp an Frau ist und meint Männer müssten parat stehen wenn sie es für richtig hält, auch diesen Frauentypus gibt es.
Es gibt noch einen wichtigen Grund warum Männer so sind wie sie sind und das hat mit der Erziehung und der Sicht auf die Rollenverständnisse zu tun. Vor nicht allzulanger Zeit wurde der deutsche Mann gedrillt keine Gefühle zu zeigen, hart wie Kruppstahl zu sein um in den Kriegen das Vaterland zu verteidigen, in die Arbeit zu gehen und auch da zu marschieren.
Dann kam die Zeit wo das ganze in Frage gestellt wurde, die Frauen warfen den Männern vor, sie würden keine Gefühle zeigen, klar wurde auch ihnen abtrainiert, vor allem auch von den Müttern und mit Härte bestraft durch die Väter, die es ja selbst nicht anders gelernt hatten. Jetzt haben wir so die Generation Stuhlkreis wo alles durchdiskutiert wird und wo sämtliche Rollenverständnisse aufgebrochen wurden. Etliche bleiben im alten Rollenverhalten, andere trauen sich was neues auszuprobieren werden aber auch da schief angeschaut. Kurzum solche gesellschaftlichen Umbrüche gehen nicht von heute auf morgen, das dauert ein paar Generationen lang bis sich ein gemeinsamer eingeschwungener Zustand bildet und jeder weiß wo sein Platz ist.
Die Generation, die gerade in der Umbruchsphase ist hats eigentlich am schwierigsten, die muss erst den Boden bereiten für die nachfolgenden Generationen, so dieser Prozess nicht wieder gestört wird, beispielsweise Kriege.
Aber wie gesagt, es ist ja für Marvel unerheblich warum sich diese Männer so verhalten, denn die sind nix für sie, sie stellt schon die richtigen Fragen für sich, denn nur sie selbst kann sich ändern und dann kommen auch die Männer in ihr Leben, die mit ihr können und mit denen sie kann ohne da jemanden retten zu müssen.
Ah nochwas, ein weiterer Grund warum man jemanden retten will ist auch noch ein Gefühl der Wertlosigkeit oder auch das Gefühl, daß man einen inneren Dämon bändigen muss. Rettet man andere fühlt man sich besser.
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28.08.2013, 17:01
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Das ist leider kein rein weibliches Problem.
Helfen tut meiner Erfahrung nach, sich zunächst selbst Klarheit darüber zu verschaffen, was einem die Rettung des Mannes (der Frau, Kindes, des Planeten - Unternehmen sind da ein etwas anderes paar Schuhe) selbst bringt.
Was verspreche oder erhoffe ich mir davon?
Gute Hinweise oder beispiele für mögliche Antworten findest Du bei FlirtingWithDesaster und Stecher36.
Dann ist es sehr wichtig, sich zu fragen:
"Darf ich überhaupt helfen, ist meine Hilfe erwünscht bzw. erbeten?"
In einigen asiatischen Kulturen gilt es als geradezu übergriffig, jemandem ungefragt und ungebeten zu helfen.
Denn damit nimmt man dem vermeintlich Hilfsbedürftige die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob und wenn, welche Hilfe er von wem haben möchte.
Und man nimmt der Person die Chance auf den Erfolg, sich selbst zu helfen.
Insofern sollte man ungebeten nicht und niemanden zu retten versuchen.
Siehe auch "The road to hell is paved with good intentions."
Dann ist es gut, zu ergründen, ob die Rettung wirklich Aussicht auf Erfolg hat im Sinne von:
"Empfinde/habe/bekomme ich nach erfolgreicher Rettung das, was ich möchte?"
Die Antwort auf diese Frage ist meist:
"Kann sein, kann aber auch nicht sein",
nicht selten aber auch ein klares "Nein."
Hier liegt der Unterschied zwischen Menschen und Unternehmen. Wenn ich ein Unternehmen rette, definiere ich vorher sinnvollerweise, was als "gerettet" gilt und was mein Lohn für die Rettung sein soll.
Den Erfolg kann man dann zur Not rechtsverbindlich feststellen lassen und den Lohn einklagen.
Die letzte Frage ist:
"Kann ich den oder das Fragliche/n überhaupt retten?"
Ist es mir gegeben, habe ich, was immer es dazu braucht oder brauchen könnte?
Und da lautet die Antwort bei zu rettenden Menschen und Planeten in aller Regel "Nein."
Das Maximale ist ein Beitrag zu (Selbst-)Rettung.
Diese Fragen retten einen also relativ sicher vor unsinnigen und unlauteren Rettungsambitionen.

Hoffe, geholfen zu haben.
KK
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28.08.2013, 17:03Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Kein weiterer Grund, sondern wieder derselbe Grund:
Zu geringes Selbstwertgefühl.
Weil man nicht geliebt wurde als Kind, wertgeschätzt wurde von Vater oder Mutter. Versuchte sich das zu verdienen...
Und es reicht wohl nicht, dass zu wissen, oder Bücher darüber zu lesen.
Man muss an der Ursache, dem geringen Selbstwertgefühl ansetzen.
Sobald das Selbstwertgefühl stärker wird, sind Männer "die gerettet werden müssen"/"Männer die nicht lieben oder wertschätzen können" nicht mehr anziehend... denn dann ist man sich mehr wert.Geändert von Inaktiver User (28.08.2013 um 17:08 Uhr)
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28.08.2013, 18:05
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Danke für deine Gedanken. Ich hatte meinen Eröffnungsthread bewusst allgemein gehalten um unterschiedliche Meinungen zu erhalten.
Nun möchte ich doch kurz Stellung zur Unerreichbarkeit "meiner" Männer nehmen. Ich formulier es so - die Zeit ist unwiderbringlich vorbei, falsche Zeit im Leben und im aktuellen Fall - zu unterschiedliche Lebensentwürfe.
Aber im Forum kommt es doch sehr häufig vor, dass es Themen gibt wie "er meldet sich nicht" oder "ich verstehe es nicht" oder "ich habe die Nase von den Männern voll" und da hab ich mich in Mancher und meinem eigenen Verhalten in der Vergangenheit wieder erkannt.
Eine langjährige Beziehung bei der ich zu Beginn dieses "ich rette ihn" hatte, haben wir letztes Jahr beendet und darum
ein herzliches - Nein.
Kann ich für mich rückblickend klar beantworten - war damals Selbstaufwertung und das gute Gefühl "gebraucht" zu werden. Aber mit wachsendem Selbstbewusstsein, war es eine "lästige" Aufgabe und keine Herausforderung mehr.
Ich habe nach erfolgter Rettung weder erhalten was ich möchte und habe den "Hilfsbedürftigen" vielleicht sogar in seiner eigenen Weiterentwicklung gehindert, auch wenn wir schöne Momente hatten und unsere Beziehung mein und sein Leben auch auf sehr positive Weise "bereichert" hat und wir dadurch ein Leben lang verbunden bleiben...
Ich denke, dass ich soweit schon eine Entwicklung durchlaufen habe, dass ich eben nicht mehr retten will und erkenne wer nicht zu mir passt.
Die ein oder andere Erkenntnis habe ich also in den letzten Monaten selbst bekommen, aber dein "Hoffe, geholfen zu haben" kann ich erst mit einem klaren JA beantworten wenn du mir noch praktische Ideen und Antworten für meine beiden anderen Anliegen - den "Verstand die Oberhand bekommen lassen" und "gibt es Menschen die beziehungsuntauglich für alle sind" - gibst.
Herzliche Grüsse, MarvelGeändert von Marvel (28.08.2013 um 18:10 Uhr)
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28.08.2013, 20:08
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28.08.2013, 20:33
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Es scheint mir, neben einem geringen Selbstwertgefühl, aber auch das Gegenteil wahr zu sein:
Ein ziemlicher Größenwahn. ICH kann ihn mit Liebe retten, was keine andere Frau je konnte, ICH schaffe, was keine vermag.
Vielleicht resultiert diese Hybris auch aus dem schwachen Ego, da hört meine Küchenpsychologie jetzt auf.
Jedenfalls würde ich als zu errettendes Wesen vor so einem Retter schnellstens flüchten. Denn der Preis ist hoch: ewige Dankbarkeit wird meist vorausgesetzt.
PS: Wer sich jetzt angegriffen fühlt: Will ich nicht, ich war auch schon als Retterin der verlorenen Seele aktiv. Und uneigennützig war ich da wohl nicht
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28.08.2013, 20:38
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Guter Anstoss - eigentlich hatte ich beim Schreiben die "verlorenen Seelen" im Sinn. Auch im Hinblick darauf, dass es hier oft Beiträge gibt die den Fragenden deutlich sagen "lass es, hat keinen Sinn, merkt man an seinem Verhalten dir gegenüber."
Aber vielleicht muss der Ansatz tatsächlich umgekehrt lauten - wer ist eigentlich beziehungsuntauglich?
Doch selbst dann - wie lautet die generelle Beantwortung der Frage?
(Hab meinen Thread nicht auf mich allein bezogen, sondern auch aus der Erkenntnis durch Gespräche mit anderen Frauen und eben einigen Beiträgen hier.)
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28.08.2013, 20:38
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
@Kistenkumpel
Respekt!
Deine Fragen sind akkurat auf den Punkt - imho.
Ich selber würde es inzwischen - aus eigener, leidvoller Erfahrung - sogar noch zugespitzter formulieren:
Meine zentrale Frage wäre hier: Darf ich den oder das Fragliche/n retten? Kommt mir das zu? Oder ist es nicht eine Überheblichkeit meinerseits. (Als ob ich wüsste, welche Kräfte einen anderen Menschen treiben. Und das Recht hätte, diese Kräfte zu beurteilen).
Mein Verdacht ist: Das "Retten-Wollen" ist immer Anmaßung. Ein Vorgeben zu wissen, wo man nicht wissen kann.
Und: Ich konstruiere damit eine asymetrische Beziehung zu dem, den ich vorgebe, "retten" zu wollen. Und wenn man da auf die Motive schaut, dann bleibt von den hehren Idealen meist nicht mehr viel übrig. Stattdessen kommen ziemlich selbstsüchtige, EGO-getriebene Motive zum Vorschein.
(Was ich nicht verurteilen will - nur um nicht falsch verstanden zu werden.)
Es gibt aber eine ganz einfache Lösung, wenn man das Bedürfnis hat, jemanden "retten" zu wollen. Dass die Lösung einfach ist, heißt nicht, dass sie leicht wäre. Sie geht so:
Man sagt zu dem Anderen - und es ist dabei völlig gleich, ob real oder nur in der eigenen Vorstellung:
"Dein Weg führt aus meiner Sicht in die [hier die vermute Gefahr wie Selbstmord, Drogensucht, Verarmung ... was auch immer einfügen].
Und ich stimme diesem Weg zu."
Und wenn es stimmt, kann man noch anfügen: "Mit Liebe". Also: "Ich stimme dem zu - mit Liebe!"
Meine Vermutung ist: Fast alle Rettungsambitionen sind genau dies beides:Diese Fragen retten einen also relativ sicher vor unsinnigen und unlauteren Rettungsambitionen.
a) unsinnig i.S.v. nicht erfolgversprechend
b) unlauter
Man möge einmal in einer stillen Stunde es wirklich auf sich wirken lassen: Was bedeutet es, zu glauben, man können jemanden "retten". Ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ungeheuerlich die Anmaßung ist, die dahinter steht. Wie wenig Respekt vor den Kräften, die einen Menschen führen im Leben - im Guten wie im Schlimmen.
Wenn man eine Ahnung bekommt, wie groß diese Kräfte sind und wie klein man selber ist im Vergleich dazu - dann ist jegliche Rettungsambition ein für alle mal erledigt.
Und 80% aller BriCom-Stränge und Beiträge auch. Aber das wirklich nur nebenbei.
Was man dann stattdessen macht: Hilfe anbieten, wo es einem zukommt. Hilfe leisten, WENN sie nachgefragt wird. Und nur soweit, wie sie in meiner Macht, meiner Kraft und Kompetenz steht. Nicht mehr.
Und das Allerwichtigste: Ohne etwas im Resultat zu erwarten. Wie: Es muss doch jetzt besser werden, wo ich geholfen habe.
Dann kann etwas Positives geschehen. Mit der "Rettungs-Anmaßung" nicht."Es gibt nirgends Schildkröten!"
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28.08.2013, 20:45
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Ich denke: Der Fluchtimpuls ist sehr gesund. In dem Fall.
Was ist der Preis? Angenommen, ein Mensch könnte einen anderen z.B. in einer Partnerschaft retten. Z.B. vom Selbstmord abhalten oder dergleichen.
Was wäre dann?
Dann wäre die Beziehung tot. Wie soll der "gerettete" Mensch das jemals ausgleichen? Der "gerettete" Mensch verdankt dem Retter etwas, was er nie wird ausgleichen können. Der gerettete Mensch bleibt auf ewig in der "inneren Verschuldung" dem Retter gegenüber.
Und das hält kein Mensch aus. Da muss der "Gerettete" gehen. Und wird in aller Regel vorher dem Retter böse."Es gibt nirgends Schildkröten!"


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