Jeder Mensch braucht Vorurteile.
Das ist in Anbetracht des begrenzten menschlichen Wahrnehmungs- und Denkvermögens eine Tatsache.
Entscheidend ist also nicht die Erfüllung des unrealistischen Anspruchs, keine Vorurteile zu haben, sondern der kluge und menschliche Umgang mit (eigenen und fremden) Vorurteilen.
Was aber voraussetzt, dass man sich selbst liebt.... und seinen nächsten wie sich selbst lieben.
Oder andersherum: es gibt nicht wenige Menschen,
von denen möchte ich bitte nicht so geliebt werden,
wie sie sich selbst lieben.
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02.09.2013, 17:49
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
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02.09.2013, 21:57
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Hallo Lilith,
versuche mal deine Nachfrage
aus meiner Sicht zu beantworten. Meine Ausgangsfrage war
und meine Betonung liegt diesmal auf dem "scheinbar" da es für mich viele Varianten der verlorenen Männerseele gibt.
Der Lonesome Cowboy wurde schon genannt, der Mann der "Mutti-Ersatz" sucht gehört genauso dazu oder Männer die sich ambivalent verhalten... usw.
Es gibt genug aktuelle Stränge und eigentlich werden täglich neue hier im Kennenlern-Forum eröffnet, die für mich dieses Grundproblem haben.
Und entweder Mann hat deutlich gesagt, er möchte nicht mehr als z.B. Freundschaft plus und Frau glaubt ihm nicht, und das könnte eine mögliche Erklärung sein:
Aber bei dem Beispiel wäre seine Aussage, keine Beziehung zu wollen für mich eine deutliche Abwehrreaktion von diesem "ich will dich retten". ER hat es gesagt, und sie WILL es nicht hören.Der grosse Widerspruch hierbei ist, dass zum einen auf der Frauenseite kein sehr ausgeprägtes Selbstwertgefühl vorhanden ist und auf der anderen Seite in schon einer fast anmassenden Arroganz und Ignoranz geglaubt wird „man könne die grosse Liebe für einen Mann sein, mit dem sich von Anfang an zeigt – das passt nicht“. Das ist doch irgendwie eine unpassende Selbstüberschätzung. „So eine tolle Frau wie mich hat er eben vorher noch nie kennengelernt und mit mir wird jetzt alles anders.“
Oder Frauen schreiben weil ihnen ihr Bauchgefühl deutlich meldet, hier stimmt was nicht und sie über einen längeren Zeitraum schon mit sich und ihren Warngefühlen ringen. Hier wird der Mann vermutlich nicht sagen "ich will nicht gerettet werden" sondern im Gegenteil, das signalisieren. Und Frau sollte hier einsehen, dass sie gegen besseres Wissen und Ratschläge anderer versucht zu retten was nicht zu retten ist.
Für mich gibt es also sowohl Männer die es weit von sich weisen würden, gerettet werden zu wollen und Frau versucht es dennoch und auf der anderen Seite welche, die gerettet werden wollen, eine Therapeutin, Mutti-Ersatz was auch immer suchen.
Herzliche Grüsse, Marvel
P.S. Übrigens finde ich das Zitat von Otto Flake sehr schön. Hatte es mir irgendwann nach dem Lesen einer deiner Beiträge mal notiert und wusste nicht mehr wo ich darauf gestossen bin. Danke.
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03.09.2013, 21:11
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
hört sich für mich nach "ganz machen" an, reden wir da vom selben?
also das diese menschen (egal ob männer od. frauen) jemand suchen der den teil spiegelt der ihnen selbst, nach ihrem empfinden, fehlt.
bsp.: jemand fühlt sich nicht selbstbewusst genug, also sucht er sich einen selbstbewussten partner (der dieses defizit ausgleichen soll). ich denke aber das kann so nicht funktionieren, denn die defizite bleiben ja. so kann einer zwar dinge übernehmen die der andere nicht od. ungern machen will/kann, aber auf dauer fühlt er sich trotzdem nicht besser, im gegenteil noch schlechter weil er nochmehr vor augen geführt bekommt dass der andere genau das kann/macht, was er selbst nicht kann.
es ist aber trotzdem eine beidseitige dynamik, das stimmt. einer will gerettet werden u. erkennt nicht dass man sich nur selbst retten kann, der andere will retten, erkennt aber genausowenig dass er keinen anderen retten kann.Männer haben für jede Lösung ein Problem!
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04.09.2013, 11:36Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
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04.09.2013, 23:09
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Hallo punto,
im Prinzip ist es dieses "ganz machen" und das ist eine Grundsehnsucht und Antrieb für die Liebe, aber ich meine es in einem unguten Sinn. Wenn es sich im Laufe der Beziehung in ein Ungleichgewicht verwandelt.
Das Beispiel mit dem Selbstbewusstsein funktioniert da eben nicht ganz, da ich der Meinung bin wenn es zu unguten Konstellationen kommt, mangelt es beiden an Selbstbewusstsein - im engeren Sinne, zu erkennen was einem gut tut und was nicht.
Ein Beispiel: A ist gut organisiert und lebenstüchtig, B eher etwas chaotisch und ab und an von Situationen überfordert. A fühlt sich durch die Bewunderung von B aufgewertet, willig zu "retten", aber während der Beziehung bekommt A immer mehr Aufgaben zugeschoben, B wird immer hilfloser.
Ansonsten stimme ich mit deiner Einschätzung überein und lehne das "Retten-Konzept" auch ab.
Das sehe ich anders. Da gehst du von einer gesunden Mutter-Sohn-Beziehung aus.
Aber selbst dann ist es irgendwann Zeit bei Mama auszuziehen.
Mutter-Ersatz ist ein nicht selten vorkommendes Motiv und kein von mir geschaffener Begriff (...Ödipuskonflikt). Geht von "ich will umsorgt werden, wie niemals von Mama" über "...wie von Mama" und Mann wählt eine Partnerin die die entstandenen/vorhandenen Lücken füllen soll.
Eben - auch nichts was zu retten ist.
Zudem will ich zu bedenken geben, das meiste läuft unbewusst ab und ist keine willentlich getroffene Entscheidung. Nicht alle reflektieren, wenn eine Beziehung scheitert, woran es gelegen hat, sondern begeben sich mit Hoffnungen, dass es mit dem Nächsten/der Nächsten besser wird in eine neue Beziehung.
Und nicht jeder wird/will erkennen, dass die Beziehung auf dem "Retten-Prinzip" basiert hat.
Herzliche Grüsse, Marvel
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05.09.2013, 07:49Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Das hat für mich aber weniger mit dem Gedanken ihn zu retten zu tun als viel mehr egoistisch seinen Kopf trotz klarer Ansage durchsetzen wollen. Das ist ein offenes und ich meine wirklich offenes, also auch für die Ansichten des anderen, Gespräch angesagt und dann eben Konsequenz, wenn es dem eigenen Lebensweg eben nicht entspricht.
Normalerweise korrigiert ein Mann sein Anfangsgelabber, wenn er es doch anders will. Das aber nur am Rande.
Jemanden retten zu wollen um jeden Preis, heißt für mich das eigene Boot zu verlassen und in seins einzusteigen und auch noch für ihn zu rudern.
Im Kennenlernforum ist das wohl eher selten der Fall.
Auseinandersetzungen in Beziehungen, ein Zusammenraufen wird es meist geben und auch weiterhin sogar ganz sicher Probleme. Wer davon nicht ausgeht, hat ein ziemlich unrealistisches Bild vom Leben.
Hier gibt es auf der anderen Seite auch sehr viele Dauersingles und damit meine ich jahrelange.
Ich würde da wirklich sehr differenzieren in der Frage nach dem Retten, ob wirklich jedes Problem ein Retten um jeden Preis ist.
Grundsätzlich beinhaltet auch jede Verliebtheit ein Risiko, dass diese Beziehung schief geht. Das ist einfach realistisch. Mit der rosaroten Brille nimmt man das nicht so wahr. Ist auch klar.
Als kleinen Tipp vielleicht: Es gibt einen Typ auf den wir fliegen und einen der uns wirklich gut tut.
Manchen ist das Normale auch zu langweilig.Geändert von Inaktiver User (05.09.2013 um 07:54 Uhr)
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05.09.2013, 08:19
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05.09.2013, 09:21Inaktiver User
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
Die emanzipierte Frau von heute,legt auch gern mal selbst die Hände an die Paddel und rudert für einen Mann.
Man kann ja nicht grundsätzlich immer davon ausgehen,dass eine egoistische Absicht dahinter steckt.
Egoisten kann man aber sehr gut den Kopf mit einer Todesrolle waschen und dann von Bord springen und abtauchen.
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05.09.2013, 10:15
AW: "Verlorene Männerseelen" retten – ich rätsele
@ Marwel
Erst mal, danke, ich mag ihn auch sehr, auch wenn er vielfach falsch verstanden wird.
Ich hatte auch mal das dringende Bedürfnis einen Mann zu retten
Oh, ja klar hatte ich schon relativ am Anfang ein recht schlechtes Bauchgefühl, habe es aber erfolgreich verdrängt
Was mir oft bei solchen "Dingen" auffällt, ist, das der Mann zwar sagt, das er nicht verliebt ist, nicht liebt, oder weder willens moch mächtig sein mag eine Beziehung zu führen, er sich aber selber nicht so verhält.
Wenn ich jemnaden nicht will, dann ziehe ich einen klaren Strich darunter.
Schreibe keine unbedeutende SMS ( a la "geht es dir gut, was machst du so?") um mich mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, habe keinen Sex mehr mit demjenigen ( auch wenn ich noch so einsam bin ) gehe nicht mehr auf ein Weinchen vorbei etc.
Kurzum, ich lasse den Menschen in Rihe und sage ihm auch ( wenn es nötig sein sollte ) KLAR und DEUTLICH, das er mich in Ruhe lassen soll
Leider vermisse ich eben das bei vielen Geschichten, auch hier.
Natürlich ist es schon dumm, wenn man nicht hören will, was der andere sagt, aber Verliebtheit ist nicht rational, und der, der nicht verliebt ist ( also rational denken kann ) sollte in dem Falle, das Heft in die Hand nehmen.
Meine Meinung.Geändert von Lilith10 (05.09.2013 um 10:18 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm



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