Das ist jetzt so ein Trend geworden. Die Singlefrau von heute ist nicht einfach nur noch Singlefrau. Nein, sie ist jetzt auch noch "gebildet." Aber macht das ihr Elend besser? Nein!
Erstens glaube ich, daß die meisten Menschen Bildung mit Klugheit verwechseln. Bildung führt nicht automatisch zu Klugheit. Umgekehrt kann aber ein Mensch auch ohne größere Bildung klug sein.
Heutzutage wird das aber weithin gleichgesetzt: Bildung=Klugheit=besonderer Mensch. Ein Trugschluss, der aber zum Aufmöbeln des eigenen Egos scheinbar immer nötiger wird. Dies führt dann teilweise zu der grotesken Situation, das "gebildete" Frauen quasi einen Anspruch auf Partnerschaft fordern: "Ich bin gebildet. Also wo sind die tollen Männer, die mich haben wollen?" Und dann wird wütend auf den Boden gestampft, wenn der Traummann wegbleibt. Und aus der Wut wird irgendwann Verzweiflung: "Aber ich bin doch gebildet...."
Woher kommt eigentlich die Denke, das man ab einem bestimmten Ausbildungsgrad quasi ein Anrecht auf einen tollen Partner hat? Es gibt ja kaum einen Artikel über Singlefrauen, in dem nicht darauf hingewiesen wird, daß die Singlefrauen jetzt alle "gebildet" und das Singledasein für solche Frauen quasi widernatürlich sei.
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Ergebnis 1 bis 10 von 1064
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07.08.2013, 12:00
Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Geändert von Kirk (12.08.2013 um 21:39 Uhr)
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07.08.2013, 12:38Inaktiver User
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???

habe ich noch nie gehört oder gelesen......
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07.08.2013, 12:39
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Mir ist das noch nicht besonders aufgefallen. Natürlich schmücken sich Menschen gerne mit positiven Attributen, und dazu gehören in unserem Kulturkreis je nach Medium auch Bildung, Sportlichkeit usw., eine Inflation solcher Selbstzuschreibungen habe ich persönlich aber noch nicht erkannt.
Klar, aber die beiden Dinge korrelieren nun einmal stark. Und da sich Bildung leichter abfragen oder darstellen lässt, nimmt man es halt, wenn man darauf Wert legt, gerne als ein (erstes) Kriterium
Sicherlich dient auch Bildung dazu, ein positives Selbstbild zu schaffen oder zu stabilisieren, ich erlebe es aber eher umgekehrt: Menschen, deren formale Bildung "nur" durchschnittlich ist, legen besonders viel Wert auf die Feststellung, dass Bildung und Klugheit (oder welche Begriffe man da auch immer verwenden kann) nicht deckungsgleich seien und man das eine ohne das andere sein könne. Das dient dazu, sich nicht minderwertig fühlen zu müssen.
Es ist nunmal so (das haben Studien ergeben), dass sich eine Mehrheit der Menschen für überdurchschnittlich klug hält, was aber schon rein logisch nicht sein kann. Um diese (und andere) Illusionen aufrecht erhalten zu können, greifen wir alle immer wieder zu selbsbetrügerischen Argumenten, jeder auf seine Weise und an Stellen, die für das eigene Selbstbild besonders wichtig sind.
Das finde ich eine sehr verzerrte Interpretation. Das Phänomen ist doch ganz simpel: Man/Frau betrachtet sich und sagt: Ich bin doch eigentlich ein ganz prima Typ, ich bin - sportlich/ - gebildet/ - klug/ - intelligent/ - gutaussehend/ - locker (je nach dem, was einem wichtig ist oder von was man glaubt, dass es anderen, den potentiellen Partnern, wichtig sein könnte), daher ist es "ungerecht", dass ausgerechnet ich keinen Partner bekomme.
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07.08.2013, 12:41
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Ich würde mal ganz voreingenommen sagen, daß Leute mit höherem Bildungsabschluß sich häufiger in Singlebörsen herumtreiben (weniger Freizeit? Besserer Internetzugang?) und da ja keine Lust haben, zu lügen und zu behaupten, sie hätten die Mittelschule abgebrochen, um dann an jemanden zu geraten, mit dem sie nicht viel gemeinsam haben.
Verpackungverordnung, sozusagen. Was drin ist, muß draufstehen.
Der Rest ist Überinterpretation.Geändert von wildwusel (07.08.2013 um 12:45 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.08.2013, 12:51
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Genau, Wildwusel. Es ist nicht, um sich zu schmücken, sondern eine klare Ansage, was als Partner in Frage kommt, da sonst der Gesprächsstoff ausgeht. Die Frauen machen damit das, was Männer immer fordern. Sie drücken sich klar und deutlich aus. Also bitte ...
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07.08.2013, 13:01
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Stimmt, lese ich auch immer wieder... Oder der Satz "Akademiker sucht Frau mit Niveau". Da fällt mir auch gleich die Werbung einer Singlebörse ein "Akademiker und Singles mit Niveau". Ist offenbar heutzutage ein "Qualitätsmerkmal". Und spiegelt in meinen Augen nichts wieder als Arroganz, weil das doch implizit bedeutet, dass sich die Aldi-Verkäuferin, die Putzfrau oder der Müllmann bitte nicht melden müssen, die sind nicht gewollt (wobei das jetzt nicht meine Meinung ist, dass solche Berufskreise ungebildet sind, nur um das klarzustellen!!!).
Ich erinnere mich mal an ein Radiogespräch, in dem eine Frau zum Moderator sagte, dass sie gerne "gute Gespräche führt" (als Hobby). Sie wurde dann gefragt, was genau ein gutes Gespräch ist. Und da hörte es dann schon auf, das konnte sie schon nicht mehr erklären...
Was ich damit sagen will: solche Floskeln sind in meinen Augen nichts weiter als heiße Luft!Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)
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07.08.2013, 13:08Inaktiver User
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07.08.2013, 13:08Inaktiver User
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07.08.2013, 13:18
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
... und wie definierst Du das?
Wie gebildet kann jemand sein, um das (!) von sich sagen zu können/dürfen.
Ich bin auch zur Zeit in SBs unterwegs und mir begegnet dieser Ausdruck auch ab und zu... allerdings ist mir aufgefallen, ein Arzt, der ja vom Berufsstatus klug sein müsste, war es aber nicht... so ohne Interesse an aktuellen Geschehnissen in und auf der Welt, völlig weltfremd und noch nie aus der Stadt mal raus, ausser 2 Wochen Ägypten-Urlaub und meint, das Land sehr gut zu kennen... Genausogut kenne ich (aus dem beruflichen Umfeld) einen Doktor der Physik, hochintelligent und empathisch eine Null... einen Prof für Vermessungstechnik, der wunderbare Manieren hat, zuvorkommend ist, einen absolut genial betütteln kann, ABER mit Mitte 40 noch zu Hause bei den Eltern lebt...
Daher ist die Welt in der Bildung wohl sehr bunt und nicht wirklich danach auszulegen, auf Partnersucher zu gehen. Ich habe mir mal irgendwann gesagt, ich möchte einen Partner, der glücklich ist in seinem Job, egal, was er macht, und dabei empathisch ist und mir wohlgesonnen und auf einer Wellenlänge, ev. noch gemeinsame Hobbies und Interessen am Geschehen um einen rum.... ich möchte z.B. nie wieder jemanden neben mir auf der Couch sitzen haben, den es nur interessiert, was es zum Mittag gibt...Ich wünsche mir die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls - der muss auch mit jedem Arsch klar kommen.
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07.08.2013, 13:20
AW: Was soll eigentlich immer der Hinweis auf "gebildete" Singlefrauen???
Man dürfte vermutlich gar keine Beschreibung mehr abgeben. Schreibt man schlank, fühlen sich dickere Personen als nicht gewünscht geoutet und diskriminiert. Schreibt man 35 Jahre, sind eventuell die 60-Jährigen beleidigt, weil sie vermuten, nicht mehr in die Zielgruppe zu fallen.
Usw., usw., usw. ...
Also nur noch "Frau sucht Mann"?
Könnte eventuell auch problematisch werden.



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